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Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Nachbarschaftsethik

DITIB Religionsamt · DITIB · 2026-10-02 · Köln · Quelle

Fürsorge · Hauptbotschaft Gemeinschaft · tragend Gerechtigkeit

Gute Nachbarschaft besteht darin, sich aktiv um die Bedürfnisse der Nachbarn zu kümmern, mit ihnen zu teilen und ihnen ein Gefühl der Sicherheit zu geben, was nach islamischer Lehre ein wesentlicher Bestandteil eines guten Charakters ist.

Ein Mumin sollte seinem Nachbarn weder durch seine Worte noch durch seine Taten Schaden zufügen oder seinen Frieden stören. Sein Nachbar sollte sich bei ihm sicher fühlen und nichts Schlechtes von ihm befürchten müssen.

Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB, die die Bedeutung der Nachbarschaft im Islam herausstellt. Er beginnt mit der Feststellung, dass der Mensch auf Gemeinschaft angewiesen ist und die Nachbarn nach der Familie die nächsten Bezugspersonen sind. Als Grundlage werden ein Koranvers (Nisâ 4/36) und mehrere Hadithe des Propheten angeführt, die den guten Umgang mit dem Nachbarn betonen. Konkret wird Nachbarschaft als Fürsorge, Teilen und dem Geben von Sicherheit definiert. Der Prophet wird zitiert, der rät, bei der Suppe reichlich Wasser hinzuzufügen und an die Nachbarn zu denken. Ein weiterer Hadith warnt, dass wer seinen Nachbarn Schaden zufügt, nicht ins Paradies eintrete. Der Text bezieht sich auf die Gegenwart, indem er darauf hinweist, dass trotz globaler Nachrichten die unmittelbare Nachbarschaft oft aus dem Blick gerät. Er schließt mit einem Aufruf, die Nachbarn aktiv zu fragen, zu besuchen und zu unterstützen, sowie mit einem Gebet.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
Was ist der Mensch nach diesem Text?
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Koran 4:36 · Buhârî, Edeb, 28 · Muslim, Birr, 142 · Muslim, Îmân, 73

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Verehrte Muslime! Der Mensch ist von Natur aus darauf angewiesen, mit anderen Menschen zusammenzuleben, Freude und Trauer mit ihnen zu teilen und in Zeiten der Not eine helfende Hand zu suchen. Nach unserer Familie sind es vor allem unsere Nachbarn, mit denen wir unseren Alltag unmittelbar teilen. Aus diesem Grund misst unsere Religion der Nachbarschaft eine große Bedeutung bei und betrachtet einen guten Umgang mit den Nachbarn als Bestandteil eines guten Charakters. So spricht unser erhabener Herr in dem Koranvers, den ich zu Beginn meiner Predigt rezitiert habe: „…Und seid gut zu den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem nahen Nachbarn, dem entfernten Nachbarn, dem Gefährten an eurer Seite, dem Reisenden und denen, die euch anvertraut sind.“ 1 Auch unser geliebter Prophet (s) machte auf die große Bedeutung der Rechte des Nachbarn aufmerksam und sagte: „Dschibril hörte nicht auf, mir den guten Umgang mit dem Nachbarn zu empfehlen, sodass ich schon dachte, er würde ihn zum Erben erklären.“ 2 Werte Gläubige! Ein guter Nachbar ist vor allem jemand, der sich um die Bedürfnisse seines Nachbarn kümmert und ihm in schwierigen Zeiten zur Seite steht. Nachbarschaft bedeutet zugleich, miteinander teilen zu können. Unser geliebter Prophet (s) sagte zu Ebu Zerr: „O Ebu Zerr! Wenn du Suppe kochst, dann gib reichlich Wasser hinzu und denke dabei auch an deine Nachbarn.“ 3 Damit machte er auf die Bedeutung des Teilens aufmerksam. Zu einer guten Nachbarschaft gehört neben gegenseitiger Rücksichtnahme und dem Teilen auch, dem anderen ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Ein Mumin sollte seinem Nachbarn weder durch seine Worte noch durch seine Taten Schaden zufügen oder seinen Frieden stören. Sein Nachbar sollte sich bei ihm sicher fühlen und nichts Schlechtes von ihm befürchten müssen. Unser Prophet (s) betonte die Bedeutung dieses Grundsatzes mit folgenden Worten: „Wessen Nachbar befürchten muss, von ihm Schaden zu erfahren, wird nicht ins Paradies eintreten.” 4 Werte Geschwister! In einer Zeit, in der uns Nachrichten aus aller Welt innerhalb weniger Augenblicke erreichen, bleiben uns die Sorgen und Nöte unserer eigenen Nachbarn manchmal verborgen. Dabei bedeutet Nachbarschaft, auf das Befinden der Menschen in unserer unmittelbaren Nähe zu achten, ihre Freude zu teilen und ihnen in schwierigen Zeiten zur Seite zu stehen. Lasst uns daher unsere nachbarschaftlichen Beziehungen neu betrachten. Fragen wir unsere Nachbarn, wie es ihnen geht. Besuchen wir sie, wenn sie krank sind, und stehen wir ihnen im Rahmen unserer Möglichkeiten zur Seite, wenn sie unsere Unterstützung benötigen. O Allah! Mache uns zu Deinen Dienern, die die Rechte ihrer Nachbarn achten, ihnen Gutes tun und mit ihren Nachbarn in Frieden leben. Âmin. Die DITIB-Predigtkommission Quellen: 1 Nisâ, 4/36. 2 Buhârî, Edeb, 28. 3 Muslim, Birr, 142. 4 Muslim, Îmân, 73. 2026-10-02 Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der DITIB reproduziert, vervielfältigt oder verarbeitet werden. Archiv 2007-2008 | 2009-2010 zurück Top Aktuelles 22.09.2025 DITIB sucht Mediengestalter/In Video- Bild & Ton Nachrichten 23.09.2026 20 Jahre DITIB im Rat der Religionen 14.09.2026 Besondere Momente bei „Bed-i Besmele“-Zeremonien der DITIB 10.09.2026 Antrittsbesuch des DITIB-Vorsitzenden Ramazan Ilıkkan bei EKD-Auslandsbischof Frank Kopania in Hannover Zu allen Pressemeldungen und Nachrichten Positionen 07.05.2025 Der Gebetsruf (Adhan) 06.05.2025 Humor im Islam 05.06.2024 DITIB Baden-Württemberg verurteilt den Angriff auf Vertreter von Pax Europa und Polizisten in Mannheim aufs Schärfste Archiv Landesverband 27.09.2023 Neuer Vorstand übernimmt Führung der Islamischen Religionsgemeinschaft DITIB-NRW e.V. 14.02.2020 Bombendrohungen gegen vier Moscheen Archiv Freitagspredigt 02.10.2026 Nachbarschaftsethik 25.09.2026 Der Frühling des Mumin 18.09.2026 Geiz – ein Hindernis für unsere Errettung Gehe zu Predigt Archiv