Der 1. Petrusbrief erweitert die jüdische Erwählung auf die Heiden, was bedeutet, dass auch Nicht-Juden Teil des Volkes Gottes sind und in Leid eine sichere Hoffnung auf die künftige Rettung haben.
Die Predigt analysiert den ersten Brief des Petrus, der an christliche Gemeinden in Kleinasien gerichtet ist, die keine jüdische Herkunft hatten. Der Prediger betont, dass Petrus diese 'Fremden' als 'Erwählte' bezeichnet und sie so in die Segenslinie Israels einbezieht. Dies wird als theologisch bedeutsame Erweiterung der Gottesbeziehung über ethnische Grenzen hinaus dargestellt. Der Text verknüpft diese historische Einordnung mit der aktuellen Situation der Zuhörer, die ebenfalls keine jüdische Prägung haben. Es wird darauf hingewiesen, dass Erwählung auch Leid und Prüfung im Glauben mit sich bringt, was durch das Bild des Goldes im Feuer illustriert wird. Die Predigt widerspricht der modernen Idee, dass alles im 'Hier und Jetzt' perfekt sein muss, und betont stattdessen eine sichere Hoffnung auf die zukünftige Rettung. Die Zuhörer werden ermutigt, ihre Identität als Fremde in der Welt zu akzeptieren und in der Gemeinschaft mit Gott Trost zu finden.
1. Petrus 1,1-12 · Jesaja 43,1-2
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Ich lese den Predigtext, 1. Petrus, Brief 1, die Verse 1-12. Petrus, Apostel Jesu Christi, an die von Gott erwählten, die als Fremde in dieser Welt, über die Provinzen Pontus, Galatien, Kapadotsien, Asien und Bithynien verstreut sind. Eure Erwählung entspricht den Plan, den Gott der Vater schon vor aller Zeit gefasst hat. Dem Plan, Euch durch das Wirken seines Geistes zu seinem heiligen Volk zu machen, zu Menschen, die sich Jesus Christus im Gehorsam unterstellen und durch sein Blut von aller Schuld gereinigt werden. Euch allen wünsche ich Gnade und Frieden in reichstem Maß. Gepriesen sei Gott der Vater unseres Herrn Jesus Christus. In seinem großen Erbamen hat er uns durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten ein neues Leben geschenkt. Wir sind von neuem Geboren und haben jetzt eine sichere Hoffnung, die Aussicht auf ein unvergängliches und makelloses Erbe, das nie seinen Wert verlieren wird. Gott hält es im Himmel für Euch bereit und wird Euch, die ihr glaubt, durch seine Macht bewahren, bis das Ende der Zeit gekommen ist und der Tag der Rettung anbricht. Dann wird das Heil in seinem ganzen Umfang sichtbar werden. Ihr habt also allen Grund, Euch zu freuen und zu jubeln, auch wenn Ihr jetzt nach Gottes Plan für eine kurze Zeit Prüfung verschiedenste Art durchmachen müsst und manches Schwere erleidet. Denn diese Prüfung geben Euch Gelegenheit, Euch in Eurem Glauben zu bewähren. Genauso wie das vergängliche Gold im Feuer des Schmelzofens gereinigt wird, muss auch Euer Glaube, der ja unvergleichlich viel wertvoller ist, auf seine Echtheit geprüft werden. Und wenn dann Jesus Christus in seiner Herrlichkeit erscheint, wird Eure Standhaftigkeit Euch lob, rum und irre einbringen. Bisher habt Ihr Jesus nicht mit eigenen Augen gesehen und trotzdem liebt Ihr ihn. Ihr vertraut ihm, auch wenn Ihr ihn vorläufig noch nicht sehen könnt. Daher erfüllt Euch schon jetzt eine überwältigende, jubelne Freude, eine Freude, die die künftige Herrlichkeit widerspiegelt, denn Ihr wisst, dass Ihr das Ziel Eures Glaubens erreichen werdet, Eure endgötige Rettung. Dieser Rettung galt schon das Suchen und Forschen der Propheten, denn in Ihren Voraussagen ging es um eben diese Gnade, die Ihr inzwischen erfahren habt. Der Geist von Christus, der durch die Prophetensprach kündigte sowohl die Leiden an, die auf Christus warteten als auch die daraus folgende Herrlichkeit, und sie versuchten herauszufinden, auf welche Zeit und auf was für Ereignisse er damit hinwies. Es wurde ihnen gezeigt, dass diese Voraussagen nicht für ihre eigene Zeit bestimmt waren, sondern dass sie damit Euch dienten. Und genau das ist nun eingetroffen. Ihr habt das Evangelium gehört. Es wurde Euch von den verkündet, die dafür mit dem Heiligen Geist ausgerüstet waren, den Gott vom Himmel gesandt hat. Diese Botschaft ist so einzigartig, dass sogar die Engel den tiefen Wunsch haben, mehr darüber zu erfahren. Vielleicht merkt Ihr jetzt selbst, dass ich schon gedacht habe, ob das so eine gute Idee war, mit dem Petrus Brief eine Serie zu starten, nach dem Text, den wir eben gehört haben. Ich werde immer unsicherer, ehrlich gesagt. Aber das ist ein spannender Text, finde ich, oder ein spannender Brief. Der geht nämlich an die sogenannte zweite Generation. Also waren die ersten Christen, viele davon, die Jesus vielleicht sogar gesehen haben oder miterlebt haben. Und dann gab es die nächste Generation. Wir bewegen uns also jetzt eine Generation weiter nach hinten. Petrus ist wahrscheinlich schon ein älterer Mann. Und da sind Menschen, die diesen Christen, die haben Jesus nicht gesehen. Und da habe ich gedacht, Mensch, das sind so wie wir. Da ist eine Brücke da, und da passt das vielleicht ganz gut. Das ganze, diese Orte, die Ihr Euch alle gemerkt habt, wahrscheinlich Pontus und so. Das ist in der heutigen Türkei, Westen, Mitte so ungefähr. Da war da so ein Petrus, der hinter diesem Brief steht. Der hat den geschrieben oder schreiben lassen, weil die in Not waren. Die hatten Stress, die hatten Schwierigkeiten, Leid, Verfolgung. Und dann wollte er Ihnen da etwas mitgeben. Das waren alles Menschen, die hatten keine jüdische Vorprägung. Im neuen Testament gibt es ja die Judenchristen. Also das waren vorher Juden, und dann sind sie Christen geworden. Und die Heidenchristen und Heiden meinten nicht besonders schlimme Menschen, sondern einfach nur Menschen, die vorher nicht Juden waren. Das waren alles Heiden. Also auch da haben wir vielleicht eine Verbindung, wo wir sagen, ja, auch da gibt es eine Brücke, weil ich habe keinen jüdischen Background. Und jetzt bitte ich. Jesus, danke dafür, dass du ein lebendiger Gott bist. Und ich bitte dich darum, dass du diesen Brief nutzt, um unser Herzen zu bewegen. Amen. Hab keine Angst. Ich hab dich erlöst. Ich hab dich bei deinem Namen gerufen, Israel. Du gehörst zu mir. Wenn du, Israel, durch tiefes Wasser oder reißende Ströme gehst, ich bin bei dir. Du wirst nicht ertrinken. Und wenn du ins Feuer gerätst, bleibst du unversehrt. Keine Flamme werde ich verbrennen. Tolle Ferse, oder? Und ganz häufig habe ich schon gehört, wie Leute das so auf sich bezogen haben. Aber da steht beides mal, das gilt für Israel. Was für eine Frechheit von uns einfach so, ja, dann ist das auch für mich. Und dann brauche ich nur diesen Namen bei mir einsetzen. Ich weiß nicht, ob ihr diesen Gedanken schon mal gehabt habt oder diese Ferse immer so, ich hab dich bei deinem Namen gerufen. Ah ja, das bin ich. Nee, Israel ist da. Steht da sogar drin, in dem Text. Die werden so einfach übertragen. Und da muss man fragen, wie kommt man eigentlich dazu? Heißt das automatisch, dass diese Ferse auch für mich gelten? Also, dass ich auch in schweren Zeiten so einen Schutz habe? Wie Gott das hier zusagt, gilt das auch für mich? Schauen wir uns den Text mal an und dann merkt man, dass Petrus irgendwie dazu was gesagt hat. Nein, das geht nicht. Da, erwählt, nee, das ist, glaube ich, ein zu weit, habe ich hier zu oft drauf gedrückt. Oder ist das die erste? Erst, dann lassen wir es mal. Er wählt aber fremd. In den ersten beiden Fersen, nee, das kann nicht die erste sein. Die ersten beiden Fersen, das geht ja bei drei los hier gerade. Na ja, die habt euch ja eh gemerkt. Also, die ersten beiden Fersen geben eine Antwort darauf, warum zählt er hier diese Orte auf? Warum macht er das mit Menschen, die gar keinen Bezug zu Gott hatten? Vorher keine Prägung. Warum nennt er sie jetzt Erwählte? Warum benutzt er ein Begriff, der ausschließlich und exklusiv nur für die Menschen gedacht haben, die jüdischen Glauben hatten? Ich glaube, dass er das ganz bewusst macht. Dass er ganz bewusst nicht nur die Nachkommen Jakobs wählt, sondern auch die Menschen, die diese Prägung nicht haben. Und der Begriff ist wirklich exklusiv. Selbst die Samarita, die kennt man ja, wenn man ab und zu mal in der neunte Semente liest, die kennt man ja, selbst für die stand das manchmal in Frage, ob die überhaupt auch zu den Erwählten gehörten, weil die haben sich ja damals bei den Assyrern, die war schon hunderte von Jahren entfernt, damals mit denen vermischt und die beten Gott woanders hin. Selbst bei denen hat man gesagt, ob das wirklich noch echter Erwählte sind und das wusste Petrus. Und trotzdem spricht er ganz bewusst zu diesen Heidenchristen, ihr seid Erwählte. Ihr kommt mit in diese Segenslinie des verheißenen Volkes Gottes oder des gesegneten Volkes. Das ist so ein bisschen wie heute, oder? Da wird man auch so schnell verurteilt, dass man vielleicht irgendeine Abstimmung hat oder nicht hat und dann meint man ja, dann kann ich auch einen Urteil sprechen. Und Petrus sagt, nein, nein, nein, das geht nicht. Diese Fremden sind jetzt auch Volk Gottes. Sie sind auch Erwählte. Und damit tut Petrus etwas theologisch-unfassbar Bedeutendes. Er gibt den Anteil, er gibt den Heidenchristen Anteil an den Verheißungen für das Volk Gottes. Wir kennen das auch von Jesus. Er spricht einmal davon, dass der Mann ist, so eine Beispielgeschichte, dass der Mann ist, er feiert eine Hochzeit und lädt Leute ein und die sagen alle ab. Furchtbar, wenn man das sich mal in heutiger Zeit vorstellt und alle so fadenscheinige ausreden. Und dann sagt er zu den Dienern, geht jetzt überall hin und ladet die nicht eingeladenen Gäste ein. Geht zu den Hecken und Zäunen, also wirklich da, wo man sonst vielleicht nicht so gerne hingeht und ladet Leute ein, damit der Raum voll wird. Die, die nicht eingeladen waren, ladet die ein. Wisst ihr, was wir sind, auch so nachträglich eingeladene. In dieser Tradition der Heidenchristen. Geh nach Kiel und laden auch die Leute ein. Oder sogar Lübeck vielleicht sogar. Also alles. Petrus kann das nur so schreiben, mit so einer Autorität diese Grenze überwinden, weil er Jesus kannte. Weil er Jesus und seine Gedanken, die Jesus dazu hatte, wirklich kannte. Er war ihm ja begegnet. Er war ganz nah dran. Und er wusste, Jesus hat die Welt geliebt. Er hat alle Orte und die Menschen auch die Fremden geliebt. Erwählung bedeutet aber auch, dass es Gott ist, der er wählt hat. Derjenige, der bis heute er wählt. Uns, er wählt zu sein, bedeutet, dass eben Gott der Handelnde ist. Und dass Jesus uns, das sagt dieser Text auch uns, Gott uns durch Jesus vergeben möchte. Und der heilige Geist uns verändert. Aber als erwählte, passiert noch etwas anderes. Also wenn man so erwählt wird von Gott, dann passiert etwas, dann gehöre ich plötzlich nicht mehr so in diese Welt. Dann bekomme ich eine andere Identität. Ich bin plötzlich hier der Fremde. In meiner Umgebung bin ich der Fremde. Und das beinhaltet halt auch unter Umständen, unter Drückung, Verfolgung, Leid, Schmerz, Heimatlosigkeit, Unfaire Behandlung. All das, was Fremde vielleicht heute noch erleben, also so fremd, wenn sie in einem anderen Land nicht bekommen sind. Und damit zeigt er der Petrus oder der es geschrieben hat im Auftrag von Petrus, dass er nicht abgehobener Theologe ist, sondern die Probleme sieht. Mit Gott unterwegs zu sein, heißt nicht, kein Leid und keine Schwierigkeiten mehr zu haben, sondern Gott in allen Situationen bei sich zu haben. Und ich würde sogar so weit gehen, dass er sagt, dass manches Leid mit dieser Erwählung zu tun hat. Und das heißt genauso damals wie heute, wenn wir Schwierigkeiten oder Leid erleben und zu sagen, das haben wir heute nicht mehr, das stimmt einfach nicht. Also wenn wir das erleben, dann ist das kein Zeichen dafür, dass Gottes Abwesenheit damit dokumentiert wird. Paulus war so ein bisschen der Klassensprecher, der Schüler von Jesus. Er war immer derjenige, der als Erstes was gesagt hat, immer ein bisschen zu schnell. Er war derjenige, der sehr, sehr viel geredet hat und das ist ihm ja sogar einmal auf die Füße gefallen. Aber er bleibt hier seiner Linie treu, direkt, offen und klar. Ja, die Erwählung setzt euch in die Segenslinie Israelz, aber trotzdem wird es auch Wüstenzeiten geben. Mein zweiter Punkt ist auf der einen Seite das hier und jetzt und auf der anderen Seite Zukunftshoffnung. Das ist ja im Moment sehr modern zu sagen, dass man im hier und jetzt leben soll. Du kannst alles für jetzt und hier haben und warte nicht darauf, sondern mach das alles jetzt und sofort. Aber dieses nur hier und jetzt, das baut ja auch Druck auf. Weil wenn das hier und jetzt nicht funktioniert, dann gibt es ja auch ein Problem. Wann denn dann? Alles muss jetzt da sein, sofort und möglichst wunderbar. Petrus hält dagegen und sagt, nee, im hier und jetzt, da gibt es halt auch Auf- und Abs. Wir erleben Kämpfe und Niederlagen und auch was Schönes und Gesegnete Zeiten. Er greift also das Leben auf, dass wir so kennen. Und die Leute, die erst damals als Erstes gelesen haben, die hatten Schwierigkeiten. Und den sagt er das. Und in diesem Text fällt ja auf einmal das Wort Hoffnung, aber auch jetzt eine sichere Hoffnung. Wir haben jetzt eine sichere Hoffnung. Hoffnung schaut ja auf das, was kommt, auf die Zukunft und gesteht der Gegenwart vielleicht sogar Mangel ein. In einer anderen Predigt habe ich mal gesagt, als ich über das Evangelium gepredigt habe, dass Evangelium bedeutet, dass es immer Hoffnung gibt. Das hat sich bei mir eingebrannt. Evangelium bedeutet, ich habe immer Hoffnung. Und ich habe mich schon gefragt, wie sollte das denn heute eigentlich sein? Wie sollten wir heute Christinnen und Christen erkennen? Weil die immer ganz vom Reden und vielleicht christliche T-Shirts an haben oder daran, dass sie eben nicht mitmachen. Oh ja, das ist wirklich schlimm. Und da sollte man mal wirklich, und die da oben und alle, vielleicht das eben nicht zu tun, sondern Hoffnung zu verstreuen. Das wäre doch mal ein Erkennungszeichen. Evangelium bedeutet, es gibt immer Hoffnung. Und ganz anders als ich lebe im Hier und Jetzt, wenn ich darauf meine Hoffnung setze, zu sagen, ich lebe in Hier und Jetzt, dann wird das ein Druck sein, mit dem ich wahrscheinlich gar nicht richtig umgehen kann. Paulus baut die Brücke und sagt, jetzt in dieser Gegenwart habe er eine Zukunft, eine sichere Zukunft, die noch kommen wird. Und diese sichere Zukunft sagt, er hat ihren Grund in der Auferstehung Jesu. Und das ist Fakt, das gilt, das ist sicher. Und weil Jesus lebt, leben wir auch da. Es ist hier ein bisschen schlecht übersetzt, ehrlich gesagt. Habe ich natürlich auch erst hinterher rausgefunden. Da steht eine sichere Hoffnung. Eigentlich steht da wörtlich eine lebendige Hoffnung. Eine lebendige Hoffnung, die ist natürlich auch sicher. Aber wörtlich steht da lebendige Hoffnung, weil Jesus tatsächlich auferstanden ist. Weil er lebendig ist, ist auch unsere Hoffnung lebendig. Ich muss hier etwas bekennen. Ich habe über ganz lange Zeit immer mich dagegen gewährt, zu sagen, ach ja, im Himmel, da wird irgendwann mal alles gut. Wenn wir mal tot sind, dann ist alles gut. Wenn wir bei Jesus, dann ist wunderbar. Das stimmt ja auch. Aber ich habe immer gesagt, ja, aber ich lebe doch jetzt. Und jetzt ist es auch gut, mich Jesus zu leben. Ja, aber die Hoffnung darauf, dass es gut wird, die kommt tatsächlich erst später. Deshalb ist es ja auch die Hoffnung. Aber diese Hoffnung habe ich halt auch jetzt. Und das hilft mir auch in schweren Zeiten. Die lebendige Hoffnung. Es gibt einen sehr schönen Pferd, den vielleicht Bibel lesen, der Kennen, da steht eine Offenbarung. Er wird all ihre Tränen abwischen. Es wird kein Tod mehr geben, kein Leid, kein Schmerz. Es wird keine Angststreihe mehr zu hören sein. Denn was früher war, ist vergangen. Das ist die Hoffnung, auf die wir hinleben dürfen. Und diese Hoffnung auf das, was da kommen wird, die können wir auch jetzt schon haben. Und dann kommt diese letzten Pferse, die es natürlich auch ganz schön in euch haben. Ich sehe etwas, was du nisst. Ich könnte man auch sagen, als Überschrift für diesen Text. Ich habe mir überlegt, wie wäre das wohl, wenn wir heute, wenn wir Gott sehen könnten. Wenn wir das, also so, wie ich jetzt dich sehe, wenn wir Gott sehen könnten. Wäre es dann leichter an ihn zu glauben? Würde uns das dann leichter fallen? Ich habe eine ganz interessante Gotteserfahrung gemacht, die ich auch wiederholen kann, häufig sogar. Und zwar, wenn ich Musik höre, solche Anbetungsmusik, dann fühle ich Gottes Gegenwart. Das kann ich auch nicht genau erklären, aber es tut mir unglaublich gut. Und da bin ich auch sehr dankbar für. Und manchmal, gerade an solchen Sonntagen, wo wir abends mal feiern, da kommt ja die Zeit, wo wir drei Lieder singen, die kommt erst danach, der Predigt. Und ich weiß das erste Mal noch, ich habe gar nicht dieses Gefühl gehabt, wie soll ich denn jetzt gleich predigen, wo ich gemerkt habe, ich habe mich abhängig von diesem Gefühl gemacht und habe Gott damit ganz klein gemacht, in mein Gefühl reingepresst. Komischerweise beschreibt Petrus das überhaupt nicht negativ, dass wir Gott nicht sehen können. Der Grund unserer Freude dringt nicht durch unsere Augen oder Ohren zu uns, sondern durch unseren Glauben. Paulo sagt das auch, wir wandeln nicht im Schauen, sondern im Glauben. Andersrum sagt er es aber selber. Wir kennen das auch aus dem Alten Testament, wo David berufen wird. Da kommen ja erst die ganzen älteren Brüder, die auch ein bisschen stattlicher sind anscheinend. Und irgendwann kommt der kleine David und dann spricht Gott durch Samuel. Der Mensch sieht was vor Augen ist, aber Gott sieht das Herz an. Für unseren Glauben gilt, es gibt mehr als das, was wir wahrnehmen. Es gibt Emensionen und es gibt unsichtbare Welten. Und nur im Glauben können wir davon etwas erkennen. Und warum ist das wichtig? Muss man das denn? Ich glaube, es ist wichtig, gerade in den Zeiten, in denen wir Schwierigkeiten haben, Herausforderungen, dann können wir unseren Blick heben mit dieser Hoffnung, mit diesem Wissen und dann vielleicht darüber hinweg auf das Schauen, was noch kommt. Niemand hat Gott jemals gesehen, aber in Jesus hat sich dieser Gott, dieser große Gott, ganz Menschen klein gemacht. Deshalb ist Jesus auch so wichtig, so zentral in unserem Glauben, in unserem Leben, in unserem Gemeinde, weil unsere Sinne sich uns da manchmal was vormachen können. Ich weiß nicht, wie oft ich das schon gehört habe, ah, ich fühle das nicht mehr so. Ich muss jetzt doch irgendwie machen, ich mache das lieber für mich alleine. Oder eigentlich, ja, der Leute, sorry, der Worship, das war echt nicht, ich habe da nichts gefühlt. So, dann müsst ihr euch mehr anstrengen. Dann wird das vielleicht wieder was. Ein bisschen Druck steigt dann da. Oder ich folge Rednerinnen und Rednern, weil die, wie die das sagen, da redet Gott dann wirklich zu mir. Dann suche oder dann folge, dann glaube ich eigentlich doch an, an was denn eigentlich? An ein Gefühl oder an Menschen oder an Stil. Unser Glaube basiert nicht nur auf sinnlich wahrnehmbarem, sondern der christliche Glaube übersteigt diese inneren Gefühle. Wenn wir das davon abhängig machen, was wir fühlen, dann beschränken wir Gott genauso in dieser Art und Weise. Und unser Glaube wird sich immer besonders im Leid bewähren. Dann, wenn ich nichts fühle, wenn es mir nicht gut geht, wenn ich ihn nicht sehe. Im ersten Korintherbrief schreibt Paulus diesen ganz berühmten Pferd, vielleicht ist das einer der berühmtesten. Wenn alles vergeht, dann bleiben aber noch Glaube, liebe Hoffnung. Und interessant ist ja, dass diese drei Sachen alle ihren Ursprung bei Gott haben. Er wirkt den Glauben, Jesus ist der Grund unserer Hoffnung und wie sollten wir lieben, wenn wir nicht geliebt wären zuerst? Wenn wir hier und jetzt die Möglichkeit hätten, Petrus zu fragen, was wir tun können, damit unser Glauben, unser Vertrauen auf Jesus wächst, dann würde er wohl sagen, suche dort, wofür überhaupt all unsere Informationen über Gott und Jesus herhaben. Im 20. Jahrhundert hat Childsburg, was 19. Jahrhundert, auf jeden Fall ein berühmter Englischer Prediger, Childsburg, hat mal gesagt, geh nicht dorthin, wo tolle Musik ist, wo große Reden gesprungen werden oder schöne Architektur vorhanden ist, sondern geh dorthin, wo das Evangelium gepredigt wird und geh häufig dorthin. Das halte ich für einen sehr guten Tipp. Fremd und doch zu Hause, das ist das Thema hier, das Thema, das Petrus hier aufgreift, das hat ganz viel mit Identität zu tun. Wir sind hier Fremde, weil wir zu Gottes Welt gehören. Wir sind aber auch Auserwählte, wenn wir uns an Jesus halten. Ich bin hier vielleicht Fremd in dieser Welt, aber ich bin nicht heimatlos. Und das heißt, dass meine Identität, mein Wert, mein Sein nicht abhängig ist von meiner Umgebung. Bekommen wir dafür ein Gefühl, was das bedeutet? Dass ich davon unabhängig bin, kann mich total frei machen. Kann mich selbstbewusst machen. Sagen, hier stehe ich, egal was alles passiert, was andere sagen. Ich gehöre zu Gott und meine Identität liegt bei ihm und nicht ist nicht abhängig von dem, was andere sagen und tun. Als Jesus nachfolgende Person werde ich Krisen erleben, aber mein Glaube ist eine richtig gute Hilfe dafür. Das ist die gute Nachricht. Die gute Nachricht, das Evangelium, das Jesus rettet, aus der Hoffnungslosigke