Omnismus ist die Haltung, alle religiösen Wege ernst zu nehmen, keinen für falsch zu erklären, weil er anders spricht, und darauf zu achten, was sich zwischen ihnen wiederholt. Ein Omnist gehört keiner Tradition an und lehnt keine ab.
Das ist etwas anderes als Synkretismus, der aus mehreren Traditionen eine neue zusammensetzt. Es ist auch etwas anderes als Gleichgültigkeit: wer alles für gleich hält, muss nicht hinsehen. Omnismus verlangt das Gegenteil, nämlich genau hinzusehen, wo Traditionen dasselbe sagen und wo nicht.
Diese Seite behauptet das nicht nur, sie misst es. Predigten, Ansprachen und Lehrtexte aus vielen Traditionen werden mit denselben Maßstäben ausgewertet, und jede Zahl führt zurück zu dem Text, aus dem sie stammt.
There is something greater than us. Call it God. No one sees it directly. Religions are the protocols people built to reach it: prayer, ritual, scripture, law. Each protocol carries the language, the culture and the knowledge of its time. That is why they differ, and why none of them holds the whole. But they are all trying to do the same thing: to tell the truth about what is greater, and to live by it. An Omnist calls none of them wrong for speaking differently. An Omnist listens to all of them, including those who search without God, compares what they say, and pays attention to what repeats. Where many paths meet, truth is most likely to be found.
Predigten, Ansprachen und Erzählungen werden regelmäßig abgerufen: als Text von einer Webseite, aus einem Feed, aus einem PDF, als Untertitel eines Videos oder als maschinelle Umschrift einer Tonaufnahme. Woher ein Text stammt, steht an jedem Inhalt. Eine Umschrift ist etwas anderes als ein geschriebener Text, und das soll man sehen können.
Ein Sprachmodell fasst jeden Inhalt zusammen, ordnet ihm ein bis drei Werte aus einem festen Vokabular von zwölf Begriffen zu und misst ihn auf mehreren Skalen. Zusätzlich hält es fest, welche der sechzehn Lebensbereiche vorkommen und wie der Text sie rahmt, und beantwortet acht Fragen zum Weltbild. Alles läuft auf eigenen Rechnern, nichts wird an fremde Dienste geschickt.
Aus den Einzelwerten entstehen Vergleichszahlen je Zeitraum, Tradition und Region. Der gemeinsame Wert ist nicht der lauteste, sondern der, den keine Tradition auslässt.
Ein Sprachmodell versteht Nuancen nicht immer richtig. Die Zuordnung ist ein Mustererkennungsverfahren, keine theologische Aussage. Jeder Inhalt bleibt mit seiner Quelle verlinkt und im Wortlaut nachprüfbar.
Wichtiger noch ist die Grundlage. Der Bestand ist klein und ungleich verteilt, und manche Tradition ist mit einer Handvoll Texten vertreten. Eine Einordnung aus zwei Predigten sagt nichts über eine Religion. Deshalb steht an jeder Zahl, worauf sie beruht, und wo die Grundlage dünn ist, wird sie sichtbar zurückgenommen statt geglättet.
Was fehlt, fehlt sichtbar. Die Abdeckungsseite nennt die Religionen, zu denen noch keine einzige Quelle vorliegt, und der Katalog nennt die Quellen, die angebunden sind, aber nichts liefern, mitsamt Grund.
Die Seite läuft auf einem gemieteten Server, die Domain kostet jährlich, und die Auswertung läuft auf eigener Hardware statt bei einem Anbieter. Das ist die teuerste Stelle: Rechner, die dafür angeschafft wurden, und der Strom, den sie ziehen, während sie tagelang Predigten durchrechnen. Dafür bleiben die Texte und die Auswertung im Haus und gehen an keinen fremden Dienst.
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