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Humanistisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

„Tiere für die Tonne“ und „Trog statt Teller“: Vom Wert des Lebens in der tierhaltenden Landwirtschaft

ohne Namen · diesseits – Das humanistische Magazin · 2026-09-29 · Berlin · Quelle

Wahrhaftigkeit · Hauptbotschaft Fürsorge · tragend Wissen · tragend

Die tierhaltende Landwirtschaft erzeugt durch systemische Ineffizienz und mangelnde Transparenz massive, unsichtbare Tierverluste und Ressourcenverschwendung, die als ethisches und politisches Problem benannt werden müssen.

Der Text thematisiert die Verschwendung von Lebensmitteln und die damit verbundene systemische Problematik in der tierhaltenden Landwirtschaft. Er verweist auf Daten der FAO und des BMLEH, wonach ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel nicht konsumiert wird, wobei in Deutschland jährlich elf Millionen Tonnen weggeworfen werden. Ein zentraler Aspekt ist der Tod von Tieren vor der Schlachtung, sogenannten 'Falltieren', die aufgrund von Haltungsbedingungen, Zucht auf Leistung oder Seuchen sterben. Eine Kleine Anfrage der Bundesregierung aus dem Februar 2026 zeigt, dass präzise Daten zu Sterblichkeitsraten bei Nutztiern fehlen, mit Ausnahme von Rindern. Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund kritisiert diese mangelnde Transparenz, da das tatsächliche Ausmaß der Tierverluste unsichtbar bleibt. Der Text betont, dass die Produktion von Tieren 'für die Tonne' ein systembedingtes Problem der Ressourcenvernichtung darstellt. Es wird gefordert, die unsichtbaren Verluste und tierwohlrelevanten Probleme in der Landwirtschaft sichtbar zu machen.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Gier, Konsum, unstillbares Verlangen nach mehr; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis; gerechte gesellschaftliche oder politische Verhältnisse
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns (erschlossen)
Wohin geht die Geschichte?
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende (erschlossen)
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Argument, Logik, Wissenschaft
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
auch Tieren, Pflanzen, der ganzen Schöpfung
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
-1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 0, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Laut der Welt­ernäh­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on der UN (FAO) und dem Umwelt­pro­gramm der Ver­ein­ten Natio­nen (UNEP) wird etwa ein Drit­tel der welt­weit pro­du­zier­ten Lebens­mit­tel nicht kon­su­miert. In Deutsch­land wer­den gemäß Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Land­wirt­schaft, Ernäh­rung und Hei­mat (BMLEH) jähr­lich rund elf Mil­lio­nen Ton­nen Lebens­mit­tel ver­schwen­det, der größ­te Teil davon in pri­va­ten Haus­hal­ten. Bei vie­len die­ser Erzeug­nis­se han­delt es sich um Tier­pro­duk­te, daher soll es in die­sem Arti­kel um die Tie­re gehen, die „für die Ton­ne“ pro­du­ziert wer­den – und um das sys­tem­be­ding­te Pro­blem der Res­sour­cen­ver­nich­tung in der tier­hal­ten­den Land­wirt­schaft. Tiere für die Tonne Jedes Jahr wer­den auch in Deutsch­land Unmen­gen an Tie­ren „für die Ton­ne“ gezüch­tet. Dabei sind die Tier­pro­duk­te, die in Super­märk­ten, in der Gas­tro­no­mie und in Pri­vat­haus­hal­ten weg­ge­wor­fen wer­den, nur ein Aspekt der Gesamt­pro­ble­ma­tik. Ein ande­rer sind die Mil­lio­nen von Tie­ren, die bereits vor der Schlach­tung ver­ster­ben und in der Indus­trie als „Fall­tie­re“ bezeich­net wer­den. Grün­de für ihren Tod kön­nen Krank­hei­ten und Ver­let­zun­gen auf­grund der Hal­tungs­be­din­gun­gen oder im Zusam­men­hang mit der Zucht auf eine immer höhe­re „Leis­tung“ (Fleisch- oder Milch­men­ge usw.) sein, aber zum Bei­spiel auch Stall­brän­de und Maß­nah­men zur Bekämp­fung von Tier­seu­chen. Eine Klei­ne Anfra­ge vom Febru­ar 2026 hat erge­ben, dass die Bun­des­re­gie­rung nicht in der Lage ist, prä­zi­se Anga­ben zu den Sterb­lich­keits­ra­ten soge­nann­ter Nutz­tie­re zu machen. Nur für Rin­der lie­gen Daten vor, hier beträgt die Zahl der „Fall­tie­re“ ca. 500.000 pro Jahr. Tho­mas Schrö­der, Prä­si­dent des Deut­schen Tier­schutz­bun­des, kri­ti­siert daher, „dass so unsicht­bar bleibt, wie groß das tat­säch­li­che Aus­maß von Tier­ver­lus­ten in der Land­wirt­schaft ist und wo die größ­ten tier­schutz­re­le­van­ten Pro­ble­me lie­gen“.