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Katholisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

kannste glauben Nr. 85 - Ein Preis für junge Menschen, die etwas bewegen

kannste glauben – Bistum Münster · kannste glauben – Bistum Münster · 2026-09-30 · Münster · Quelle

Fürsorge · Hauptbotschaft Gemeinschaft · tragend Hoffnung · tragend

Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt in Europa werden durch persönliche Begegnungen und praktisches Engagement junger Menschen mit marginalisierten Gruppen gefördert, was sowohl die Begegneten als auch die Jugendlichen selbst transformiert.

Frieden beginnt nicht erst an Verhandlungstischen oder zwischen Staaten. Frieden kann auch in ganz persönlichen Begegnungen stehen. Einfach, wenn Menschen einander kennenlernen, wenn sie Vorurteile abbauen und merken, wir können gemeinsam etwas verändern.

Der Podcast-Eintrag stellt die Initiative 'Soziomovents' vor, die seit über zehn Jahren Projektwochen für Jugendliche in Mittel- und Osteuropa organisiert. Das Ziel ist es, junge Menschen mit marginalisierten Gruppen wie Menschen mit Behinderung, Geflüchteten oder Armen in Kontakt zu bringen. Die Arbeit basiert auf den Säulen Solidarität, Spiritualität und Gemeinschaft, wobei der Dreischritt 'sehen, urteilen, handeln' zentral ist. Durch persönliche Begegnungen sollen Vorurteile abgebaut und ein konkretes Engagement für Frieden und soziale Gerechtigkeit gefördert werden. Die Initiative erhält den Jugendpreis des Westfälischen Friedens, was als Zeichen der Anerkennung für diese pazifistische und soziale Arbeit gewertet wird. Es wird betont, dass Frieden nicht nur diplomatisch, sondern auch durch persönliche Zuwendung und das Sehen des anderen entsteht. Die Jugendlichen durchlaufen eine Entwicklung von Zurückhaltung zu offenerem Engagement und Selbstreflexion. Der Text verbindet christliche Spiritualität mit praktischem sozialem Handeln in Europa.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
persönliche Erfahrung, Zeugnis, Begegnung mit Gott oder Menschen; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
Wohin geht die Geschichte?
es wird besser, Entwicklung zum Guten
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
der Text kritisiert nicht

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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 1, jetzt 3, künftig 2

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Als sie dann wieder gegangen sind, haben diese Menschen geweint, weil sie einfach in so großer Armut und in so großer Einsamkeit leben und weil es für sie so eine besondere Erfahrung ist, einfach mal gesehen zu werden. Mein Blick auf Europa hat das sehr verändert. Mein Europa ist viel persönlicher geworden. Das Verhalten der Jugendlichen und das Engagement gibt mir Hoffnung für die Zukunft Europas und auch für die Zukunft der Welt. Herzlich willkommen bei Kannste Glauben, dem Podcast des Bistums Münster. Ich bin Angristin Lardermann, schön, dass ihr dabei seid. Was braucht es eigentlich, damit Europa zusammenhält? Und was hat Frieden mit einer Suppenküche, einem Besuch bei Menschen mit Behinderung oder einem gemeinsamen Tee zu tun? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Initiative Soziomovents. Sie bringt junge Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern zusammen. Und bei internationalen Projektwochen setzen sich die Jugendlichen dann mit sozialen Fragen auseinander. Sie begegnen Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen und engagieren sich auch bei sich selbst wieder vor Ort. Und sie sprechen darüber, was ihr Glaube mit ihrem Einsatz für andere zu tun hat. Denn die Idee dahinter ist, Frieden beginnt nicht erst an Verhandlungstischen oder zwischen Staaten. Frieden kann auch in ganz persönlichen Begegnungen stehen. Einfach, wenn Menschen einander kennenlernen, wenn sie Vorurteile abbauen und merken, wir können gemeinsam etwas verändern. Für diese Arbeit bekommt Soziomovents jetzt den Jugendpreis des internationalen Preises des westfälischen Friedens. Am 1. Oktober wird dieser Preis im Historischen Rathaus hier in Münster verliehen. Wie sieht so eine Projektwoche eigentlich aus? Was erleben die Jugendlichen dort? Und was verändert sich dadurch vielleicht auch bei ihnen selbst? Überall das spreche ich jetzt mit Claudia Schwarz. Sie ist Vorstandsvorsitzende der Stiftung Soziomovents. Und sie wird mir jetzt gleich erklären, was junge Menschen bewegen können, wenn sie sich auf andere Menschen einlassen. Und warum genau darin eben auch ein Stück Friedensarbeit für Europa steckt. Herzlich willkommen, Claudia, hier bei Kannste Glauben. Schön, dass du da bist. Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich auch sehr, hier zu sein. Bevor wir jetzt über Europa, über Frieden und natürlich über den Preis sprechen, den ihr in ein paar Tagen bekommen werdet, habe ich noch mal eine Frage. Wenn man jetzt noch nie irgendwas von Soziomovents gehört hat, was ist das eigentlich? Wir veranstalten seit über 10 Jahren Projektwochen für Jugendliche in Mittel- und Osteuropa, wo die Jugendlichen sich mit einer sozialen Frage vor Ort auseinandersetzen und Menschen begegnen, die marginalisiert werden und am Rand der Gesellschaft stehen. Okay, spannend. Also da werden wir jetzt gleich noch ganz viel von hören. Aber das ist jetzt gerade schon angesprochen, es geht um junge Menschen. Wer sind diese jungen Menschen, die zu euch kommen? Also sind das Jugendliche, die ohnehin schon sehr engagiert sind? Oder erreicht ihr auch junge Menschen, die jetzt vielleicht auch mit Kirchen, mit Ehrenamt noch gar nicht so viel zu tun haben? Das ist ganz unterschiedlich. Also es gibt Jugendliche, die in der Kirchengemeinde schon sehr engagiert sind. Es gibt aber auch Jugendliche, die noch gar nicht so viel mit freiwilligem Engagement zu tun haben. Also zum Beispiel hatten wir eine Projektwoche in Kroatien, wo es eine Freiwillige gab, die vorher wirklich noch gar nichts irgendwie mit Ehrenamt oder so zu tun hatte. Und die während der Projektwoche gemerkt hat, ach, ich kann mir das sehr gut vorstellen, mich noch weiter zu engagieren und die mittlerweile selber Projektwochen leitet, die selber einen eigenen Workshop entwickelt hat zum Thema Nachhaltigkeit, die mit Kindern aus dem Kinderheim ins Theater gegangen ist und jetzt auch unseren Soziomovinspreis gewonnen hat, den wir ja zum ersten Mal verliehen haben. Also super, das ist ja eine richtige Erfolgsgeschichte. Genau. Also die Projektwochen scheinen so das Herzstück auch zu sein von Soziomovins. Wie kann man sich so eine Projektwoche genau vorstellen? Also worauf fußt sie? Was ist so die Basis? Also die Projektwochen sind unser Kerngeschäft, so sage ich das immer. Und die Beruhen auf drei Säulen, Solidarität, Spiritualität und Gemeinschaft. Und erstmal beginnt das so, nach dem Dreischritt sehen, Urtein handeln, dass man schaut, was ist eigentlich die soziale Frage vor Ort? Welche Gruppe von Menschen wird besonders ausgeschlossen, an den Rand gedrängt, hat große Probleme? Und dass man dann überlegt, was können wir da tun? Wie können wir diesen Menschen helfen? Wie können wir die unterstützen? Und dass man dann ein Plan entwickelt und auch ins Handeln dann geht. Also das dritte Schritt handeln, dass wir jetzt nicht nur irgendwie theoretisches Wissen vermitteln an die Jugendlichen, sondern gemeinsam wirklich auch anpacken. Und die zweite Säule ist Gemeinschaft. Da geht es eben darum, dass diese Erfahrung der Projektwoche nicht nur eine Einzelerfahrung ist, sondern wirklich eine gemeinschaftliche Erfahrung. Dass ich nicht alleine bin mit dem, was ich erlebe, was ich sehe, was ich tue, sondern mich mit anderen in meinem Alter darüber austauschen kann. Und die dritte Säule ist die Spiritualität. Also wir beginnen morgens immer mit einem Tagesmotto und mit einem Text aus dem Evangelium. Und am Ende des Tages kommen wir wieder zusammen und überlegen, wie haben wir das Tagesmotto? Das kann irgendwie was sein. Gibt dein Bestes oder kümmert dich um jeden? Ja, mach einen Unterschied. Also wie dieses Tagesmotto den Tag über umgesetzt worden ist. Und dann merkt man eben im Laufe der Woche, dass die Jugendlichen auch wirklich eine Entwicklung durchmachen, dass sie am Anfang vielleicht ein bisschen zurückhaltend sind und sich im Laufe der Woche aber immer mehr auch öffnen. Also diese drei Säulen sind auf jeden Fall ganz wichtig und ganz praktisch heißt das, wie viele Teilnehmende habt ihr so in einer Projektwoche? Das ist auch ganz unterschiedlich. Das können mal 15 sein, das können auch mal 25 sein. Die meisten sind so bei der ersten Projektwoche so zwischen 14 und 17 Jahren alt und kommen aus dem gleichen Ort, aus der gleichen Stadt, gehen dort zur Schule, engagieren sich vielleicht in der Kirchengemeine, vielleicht nicht, das ist ganz unterschiedlich. Und dann eben in ganz verschiedenen europäischen Ländern richten. Genau. Diese Projektwoche gestaltet sich dann durch, zum Beispiel, ihr habt gerade schon gesagt immer ein gemeinsamer Start in den Tag, dann gibt es wahrscheinlich Impulse, Workshops, aber auch Besuche vor Ort dann in Einrichtungen oder an bestimmten Stellen. Das sind so die Bestandteile einer Woche. Genau, nach dem Tagesmotto morgens fährt man meistens in eine Einrichtung, begegnet den Menschen dort. Es können halt ganz verschiedene soziale Fragen sein, mit denen man sich beschäftigt. Also es können Menschen mit Behinderung sein, das können Geflüchtete sein, Roma und Sinti, Wohnungslose oder auch Senioren. Und die Jugendlichen kommen dann ins Gespräch mit den Menschen, singen zusammen, spielen zusammen. Es gibt dann auch Aktionen wie zum Beispiel eine Suppenküche. Also das wird schon ganz konkret und ganz praktisch. Das ist, glaube ich, auch das, was ja so zentral ist dann für Soziomobils oder euch auszeichnet, dass ihr nicht nur über Solidarität, über europäische Verständigung sprecht, sondern eben die jungen Menschen ins Handeln bringen wollt und so dafür sorgen, dass sie das auch selbst erleben und dann auch leben, natürlich. Genau. Was passiert denn, wenn Jugendliche bei so einer Projektwoche zum ersten Mal mit Menschen in Kontakt kommen, deren Lebensrealität schon eine ganz andere ist als ihre eigene? Es ist auf jeden Fall für viele eine sehr existenzielle und eine sehr prägende Erfahrung. Wenn ich zum ersten Mal Menschen begegne, die vielleicht ein großer Armut leben oder mit sehr starken körperlichen oder auch geistigen Einschränkungen leben und wenn ich mich damit zum ersten Mal auseinandersetze, nicht nur in der Theorie, sondern wirklich mit diesen Menschen Spreche. Hier, wie fühlt ihr euch eigentlich und wie sieht euer Tag aus? Also so ganz in Anführungszeichen banale Fragen. Das ist auf jeden Fall eine sehr prägende Erfahrung und das merkt man auch an den Rückmeldungen. Das merkt man auch daran, wie die Jugendliche im Laufe der Woche immer offener werden. Wenn sie am Anfang eher zurückhalten sind und sich nicht so richtig trauen, vielleicht jemandem zu sprechen, entwickelt sich das. Am Tag 3 ist es dann schon viel einfacher für sie mit den Menschen ins Gespräch zu kommen oder auf Fragen zu stellen oder einfach sich zu begegnen. Gibt es eine Begegnung, die dir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist? Also eine Situation, wo du vielleicht gemerkt hast, boah, hier passiert gerade wirklich was mit den Jugendlichen. Also ich habe eine Rückmeldung bekommen aus Rumänien. Da sind die Jugendlichen in die Dörfer gefahren, wo ältere Menschen wirklich in großer Armut leben, in verfallenen Häusern, die kaum behalt sind und sie sind im Winter dorthin gefahren und haben den Menschen Essenspakete gebracht. Und haben dann aber Zeit auch mit denen verbracht, haben mit ihnen gesprochen, haben zugehört. Und als sie dann wieder gegangen sind, haben diese Menschen geweint, weil sie einfach in so großer Armut und in so großer Einsamkeit leben und weil es für sie so eine besondere Erfahrung ist, mal gesehen zu werden, einfach wahrgenommen zu werden und auch gewertschätzt zu werden. Ja, Wertschätzung ist glaube ich auch ein ganz großes Thema dann. Ich kann mir gut vorstellen, dass es viel macht mit den jungen Menschen, wenn man das so konkret erlebt, weil man oft ja so in seiner Blase ist und eben nicht in direkten Kontakt raus. Weil sie einfach merken, ich kann konkret auch was verändern, ich kann konkret gestalten. Das ist in dem Alter eine ganz besondere Erfahrung. In Kroatien waren wir in einem Zentrum für taubblende Menschen, also die entweder seit von Geburt an taub oder blind waren und dann im Laufe des Lebens noch eine andere Behinderung hinzubekommen haben durch einen Unfall oder durch eine Erkrankung. Und man konnte ganz konkret nachempfinden oder versuchen nachzuempfinden, wie diese Menschen die Wirklichkeit erleben, zum Beispiel indem man dann so Lärmschutzkopfhörer aufbekommen hat und dann Taucherbrillen, die mit Klebeband zugeklebt waren. Und dann konnte man versuchen sich so irgendwie fortzubewegen und man hat ganz schnell gemerkt, wie schwierig das ist. Und Jugendlichen haben aber trotzdem die Erfahrung gemacht und das auch zurückgemeldet, dass diese Menschen eine große Fröhlichkeit auch einfach aussieht. Sie haben es gestrahlt und haben dann gesagt, die haben so viele Einschränkungen und so viele Schwierigkeiten und trotzdem sind sie so glücklich mit ihrem Leben. Und das ist auch für einen selbst eine sehr prägende Erfahrung, dass man sich selbst auch verändern kann. Dass man jetzt nicht nur dahin geht als Jugendlicher und sagt hier, I make a difference, sondern dass man sich selbst auch verändert. Ich glaube, man schätzt dann auch nochmal andere Dinge in seinem eigenen Leben und das ist so etwas, was sich wahrscheinlich verändert. Das Reflexionsniveau ist auch sehr hoch. Wir waren in Kroatien dann auch in einem Zentrum für autistische Kinder und eine Teilnehmerin sagte dann nachher, sie hätte verstanden, dass autistische Kinder nicht irgendwie die Welt ignorieren oder andere ignorieren, sondern einfach darauf warten, dass jemand in ihre Welt eintaucht. Und das fand ich eine sehr schöne Rückmeldung, auch eine sehr schöne Reflexion der gemachten Erfahrungen. Also es klingt nach sehr intensiven Wochen, die ihr dann wahrscheinlich immer habt. Aber ihr wollt wahrscheinlich nicht nur eine intensive Woche organisieren und alle fahren wieder nach Hause, sondern es gibt auch einen danach. Was passiert danach? Also man merkt schon im Laufe der Woche, dass einige sagen, ach, ich kann mir auch vorstellen, mich nach der Projektwoche weiter zu engagieren in irgendeiner Form. Und das kann ganz unterschiedlich sein. Das kann sein, dass man sich einem Projekt vor Ort anschließt, dass man zum Beispiel einmal in der Woche einem Treff für Menschen mit Behinderung besucht und dort mit den Menschen in Kontakt kommt. Das kann sein, dass man eine eigene Idee hat, die man gemeinsam mit anderen umsetzen will, eine Idee für einen Workshop oder für ein eigenes soziales Projekt. Es kann sein, dass man sagt, ich kann mir vorstellen, selber Projektwochen zu leiten und anderen Jugendlichen diese Erfahrungen zu geben. Und da haben wir auch schon einige Programme, wo wir sogenannte Nachwuchskräfte fortbilden und coachen. Und dann gibt es natürlich die Möglichkeit der internationalen Begegnung. Also wir haben alle paar Jahre ein internationales Jugendtreffen, wo die Jugendlichen sich mit den Alumnien der Projektwochen aus anderen Ländern austauschen können, sich begegnen können, weil sie ja alle diese gemeinsame Erfahrung als Basis haben und sich gegenseitig dann nochmal in ihrem Engagement stärken können. Das verbindet ja wahrscheinlich. Also wir hatten jetzt dieses Jahr einen Jugendtreffen in Rujombarok in der Slovakai. Und da war ich auch wirklich begeistert zu sehen, wie offen die Jugendlichen, die teilweise zum ersten Mal in einem anderen Land waren und sich ein bisschen schwertaten, auch mit Englisch, wie einfach die auch Freundschaften geschlossen haben und dann am Ende wirklich traurig waren, wieder nach Hause fahren zu müssen. Es ist schon schön, einfach dieses Gemeinschaftsgefühl zu spüren. Für einen selbst auch eine tolle Beobachtung, wie man sowas sieht und das auswechseln kann in so kurzer Zeit. Es gibt mir auch ganz viel zurück. Also wenn ich dann das Lächeln sehe und die Dankbarkeit, dann weiß ich, wofür ich das alles mache. Das Besondere ist eben auch, dass, also manchmal wird ja so gesagt, ach, die jüngere Generation, die kann man irgendwie vergessen, die interessieren sich nicht für Politik oder die interessieren sich nicht für andere Menschen. Und ich kann wirklich sagen, das stimmt nicht. Also das Gegenteil ist der Fall. Die Jugendlichen sind sehr engagiert. Sie sind wirklich sehr aktiv dabei, die Welt verändern zu wollen. Und es ist wirklich nicht so, dass man sagen kann, ja, die Generation ist verloren. Also wenn ich die Projektwochen erlebe oder auch beim internationalen Jugendtreffen dieses Jahr, kann ich sagen, ich glaube an die Zukunft Europas, also das Verhalten der Jugendlichen und das Engagement gibt mir Hoffnung für die Zukunft Europas und auch für die Zukunft der Welt. Ja, das klingt also total beeindruckend, wenn du das auch so schildert, wie du das auch wahrnimmst. Wir kommen dann nachher noch mal kurz darauf zu sprechen, was du auch für eine Rolle hast. Aber damit ergibt sich für mich noch so eine Frage, die glaube ich ganz zentral ist auch für Soziomovents. Was hat eigentlich eine Suppenküche, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung, für Wohnungslose, mit Frieden in Europa zu tun? Also das ist glaube ich ja genau die Verbindung, die für Soziomovents zentral ist. Ich finde, beides hat ganz viel mit Frieden zu tun. Unser Leitbild ist ja auch kein Frieden ohne Gerechtigkeit. Und wenn die Jugendlichen sich für sozial Gerechtigkeit in ihren Ländern einsetzen, dadurch, dass sie Grenzen überschreiten und Menschen zusammenbringen, die sonst nicht im Alltag irgendwie miteinander zu tun haben, dadurch schaffen sie sozusagen Frieden im Alltag. Das stimmt. Gleichzeitig entsteht auch durch diese Arbeit ein geschärftes Bewusstsein für gesellschaftliche Ungerechtigkeiten. Was läuft hier strukturell eigentlich falsch, dass die Menschen ausgegrenzt werden und an den Rand gedrängt werden? Und dass man so mittel- und langfristig auch versucht, gegen diese Ungerechtigkeiten vorzugehen. Das ist glaube ich auch wirklich nochmal toll, dass man sich davon hört und liest, sondern selber erlebt. Das ist ja gerade auch für junge Menschen sehr präge. Auf jeden Fall. Es wäre auch anmaßen zu sagen, dass wir jetzt durch Soziomovents Kriege oder so verhindern würden. Dafür haben wir ja gar keine Evidenz. Und wir werden auch nicht in die Geschichtsbücher oder so eingehen. Aber ich glaube, dass wir mit unserer Arbeit das Jugendlichen an einem Kapitel europäischer Friedensgeschichte mit schreiben. Das ist eine persönliche Begegnung. Also das, was ihr dann auch lebt bei Soziomovents. Genau. Unser Motto ist ja Europa eine Seele geben. Das ist ein Zitat von Jacques Delors, einem ehemaligen Präsidenten der EU-Kommission. Und wir wollen damit eben sagen, dass Europa nicht nur Wirtschaftsunion ist, nicht nur bürokratisches Monster oder durch Verträge zusammengehaltenes Konstrukt, sondern auch Sinn, Solidar- und Wertegemeinschaft. Wir haben eine kollektive Identität jenseits von Nationalismen, jenseits von Marktlogiken und jenseits von irgendwelchen seltsamen Abendlandsnostalgien. Und diese kollektive Identität wird besonders deutlich in den persönlichen Begegnungen. Also wenn man ein Gesicht hat zu einem europäischen Land, wenn man nicht nur abstrakt an Slowakei oder an Rumänien denkt, sondern an einen Namen, an einen Gesicht, an eine Begegnung, die man mit einem Menschen hatte in diesem Land, dann verändert das auch den Blick auf Europa. Also mein Blick auf Europa hat das sehr verändert. Mein Europa ist viel persönlicher geworden. Europa ist schon für junge Menschen ganz oft ganz selbstverständlich geworden. Gleichzeitig erleben wir ja inzwischen einfach auch Krieg mitten in Europa, eine neue Erfahrung für junge Menschen zumindest. Was beobachtest du bei den Jugendlichen? Wie sprechen sie denn über Europa und auch über Frieden? Also für viele unserer Jugendlichen in den Projekt Ländern ist der Krieg in der Ukraine noch mal geographisch viel näher dran. Also wenn sie aus direkten Nachbarländern kommen, wie Polen oder Ungarn oder Rumänien, das ist dann nochmal eine ganz andere Wahrnehmung dieses Krieges. Und wir hatten vor ein paar Jahren auch einen Jugendtreffen in Krakow, ein internationales Jugendtreffen, wo unsere ehemalige Koordinatorin aus der Ukraine auch kam. Die seit Beginn des Krieges an der Front mithilft dort soldatenmedizinisch auch versorgt und die ein ganz persönliches Statement über den Krieg und ihre Erfahrung gegeben hat. Mittlerweile ist auch ihr Vater an der Front gefallen. Und wenn man mit diesem Krieg eben nicht nur was ganz Abstraktes verbindet, sondern das Gesicht von Olja und ihre persönliche Geschichte prägt das einen auf eine ganz andere Weise. Dann merkt man, oh, das hat auch was mit mir zu tun, das hat auch was mit meinem Leben zu tun. Und Olja ist jemand in meinem Alter, der diese Erfahrung macht. Das hat man auch gemerkt, weil die Jugendlichen wirklich auch sehr betroffen waren über die Erzählungen von Olja. Das glaube ich, das ist einfach total persönlich. Soziomovins ist ja auch eng mit der Katholischen Kirche verbunden. Also es ist eine Initiative aus dem Sozialinstitut Komenna in Dortmund hervorgegangen ist. Das gehört zum Erzbistum Paderborn. Die Stiftung nennt glaube ich in ihrer Arbeit ausdrücklich die Katholische Soziallehre. Was kann denn die Kirche jungen Menschen in Europa eigentlich geben, wenn es um soziales Engagement und um Friedensfragen geht? Also wie du schon sagst, rein strukturell ist Soziomovins schon in der Katholischen Kirche verortet und unser Wertekodex, den wir mitbringen und der all unserer Arbeit zugrunde liegt, ist die Katholische Soziallehre. Das ist jetzt nicht so, dass wir den Jugendlichen irgendwelche Vorlesungen halten. Was ist die Katholische Soziallehre? Sondern das ist einfach Teil unserer Arbeit und die Jugendlichen leben das ganz intuitiv. Und es geht einfach darum, dass jeder Mensch eine unantastbare Würde besitzt. Und wenn diese Würde angegriffen wird, müssen wir handeln, müssen wir einschreiten. Und das erfolgt durch Akte der Nächstenliebe durch Gesten der So