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Freikirchlich · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Aufbruch zur Ehre Gottes - beginnt im Gebet | Steffen Winkler

FeG Würzburg – Predigt-Podcast · FeG Würzburg – Predigt-Podcast · 2026-09-27 · Würzburg · Quelle

Geduld · Hauptbotschaft Hoffnung · tragend Umkehr · tragend

Schwierige Situationen sind oft Gottes Weg, um Herzen zu verändern und Menschen zu stärken, und sollten nicht als Irrtum, sondern als Auftrag zum aktiven Leben und Beten verstanden werden.

Baut euch Häuser und wohnt darin. Legt Gärten an und genießt ihre Früchte. Heiratet und zeug Kinder. Verheiratet eure Söhne und Töchter, damit auch sie Kinder bekommen.

Der Text ist eine Predigt aus der Reihe „Aufbruch zur Ehre Gottes“ und behandelt Jeremia 29 als Predigtext. Der Prediger erzählt die Situation der nach Babylon verschleppten Juden, die auf eine schnelle Rückkehr hofften, während Gott ihnen 70 Jahre Aufenthalt und ein aktives Leben in der Fremde auftrug. Die zentrale Botschaft ist, dass Gott manchmal schwierige Situationen zulässt oder anordnet, um Herzen zu verändern, Wachstum zu fördern oder Menschen zu einem Segen für andere zu machen. Der Prediger fordert die Zuhörer auf, nicht eigene Wünsche als Gottes Willen zu betrachten, sondern offen zu sein für Gottes Wege. Als praktische Anwendung werden die Anweisungen aus Jeremia 29 gedeutet: ankommen, Beziehungen aufbauen, aktiv gestalten und beten. Der Text enthält persönliche Erfahrungen des Predigers über schwierige Zeiten als Wachstumsknoten. Der Gegenwartsbezug liegt im Umgang mit Leid, Enttäuschung und dem Vertrauen auf Gottes Führung.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
Wohin geht die Geschichte?
eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Jer 29 · Ps 137

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
1 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
1 von 3, benannt: falsche Propheten und Wahrsager
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 2

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Ja, unsere Predigtreihe, die wir seit zwei Wochen haben, heißt Aufbruch zu Ehre Gottes. Und ich weiß nicht, was du mit diesen Worten verbindest. Aufbruch zu Ehre Gottes. Für mich ist es etwas ganz Wichtiges, dass wir immer wieder neu bereit sind, aufzubrechen. Aber nicht nur irgendwie aufzubrechen, sondern dahin aufzubrechen, dass wir Gott im Mittelpunkt haben, dass wir seine Ehre suchen. Weil wenn das nicht geschieht, dann drehen wir uns irgendwann nur noch um uns selbst, weil dann sind wir der Mittelpunkt von allem. Aber unser Ziel muss Gottes Ehre sein. Und so haben wir vor zwei Wochen gehört, mit dem Thema Aufbruch in ein neues Land, wo es um den Auszug Israel aus Ägypten ging. Es ging darum, dass wir Altes loslassen, dass wir durchaus auch Umwege in Kauf nehmen müssen, dass uns Gott manchmal Umwege führt, weil der direkte Weg manchmal nicht unbedingt der Beste ist. Und dass wir in allem immer wieder auch Gottes Führung vertrauen. Letzter Woche ging es um ein fokussiertes, ein zielorientiertes Leben, worauf richtet sich unser Blick, wenn wir unterwegs sind. Und wir haben von Nea-Mia gehört und den Wiederaufbau der Stadtmauer, das gemeinsame Wauen, wo jeder seinen Platz hatte, wo jeder gebraucht wurde und jeder da, wo er gewohnt hat, gebaut hat. Und heute soll es darum gehen, dass der Aufbruch zu Ehre Gottes im Gebet beginnt und was dann daraus werden kann. Und dazu möchte ich euch hineinnehmen in die Zeit des Propheten Jere-Mia, eine Zeit, in der die Menschen kaum nach Gott fragten. Und wenn, dann war es eher oberflächlich, eher Tradition, aber in dem Herzen vertrauten sie anderen Dingen. Sie gehörten dem Namen nach zum Voll Gottes. Aber es gab so viel anderes, was ihnen auch wichtig war. Sie glaubten an Jahwe, aber sie glaubten auch daran, dass andere Götter ihnen auch helfen könnten. Und je nachdem, woher sie sich gerade am meisten Hilfe versprachen, dahin wendeten sie sich. Und dann schickte Gott Propheten, wie zum Beispiel Jere-Mia, um sein Volk zu umkehrt zu rufen. Aber sein Volk hörte nicht. Die Propheten sagten, wenn ihr nicht umkehrt zu Gott, dann wird Gott sich von euch zurückziehen. Dann seid ihr nicht mehr unter dem Schutz Gottes. Aber es gab auch andere, die nannten sich auch Propheten und die sagten, nein, Gott wird sich niemals von seinem Volk zurückziehen. Ihr seid doch das Volk Gottes. Und dann geschah genau das, was Jere-Mia gesagt hatte. Gott zog sich von seinem Volk zurück im Jahr 597 vor Christus eroberte. Babylon und der Königin Nibergatnitsa, Judah und auch Jerusalem. Und dann wurden die führenden Leute und alle, die brauchbar waren, Handwerker usw., alle mitgenommen nach Babylonien, um dort zu dienen. Da war es ein Setzen groß. Wie kann Gott das zulassen? Jetzt fragten die Leute nach Gott. Aber nicht so, dass sie fragten, was will Gott, dass wir jetzt tun. Nein, sie klagten ihn an. Warum lässt Gott das zulassen? Andere, da lesen wir im 237 davon, blickten voll Trauer zurück an den Flüssen von Babylon, saßen wir und weinten, wenn wir an Jerusalem dachten. Richtig depressiv. Sie schauten auf sich und auf ihr Leid. Und dann gab es andere, motiviert durch falsche Propheten, die sagten, ja, es ist jetzt gefassiert, klar. Aber so ist Gott nicht. Gott wollte euch ganz schnell zurückbringen. Bleibt auf gepackten Koffern sitzen, macht euch bereit, dass es ganz schnell zurückgeht. Und jetzt kriegt ihr Jere-Mia wieder den Auftrag von Gott. Und zwar soll er einen Brief schreiben an die Menschen, die in Babylon sind und in die Situation hineinsprechen. In diesem Brief sind wir bei uns im heutigen Predigtext Jere-Mia 29. Es folgt der Wortlaut des Briefes, den der Prophet Jere-Mia von Jerusalem aus an die übrig gebliebenen Ältesten unter den Verbanden, an die Priester, die Propheten und alle anderen Schickte, die Nebuchadnetsa nach Babylonien verschleppt hatte. Jahwe, der allmächtige Gott Israels, wirst allen, die er als Gefangler aus Jerusalem nach Babylonien wegführen ließ, folgendes sagen. Baut euch Häuser und wohnt darin. Legt Gärten an und genießt ihre Früchte. Heiratet und zeug Kinder. Verheiratet eure Söhne und Töchter, damit auch sie Kinder bekommen. Eure Zahl dort soll zunehmen und nicht abnehmen. Bemüht euch um das Wohl der Stadt, in die ich euch verbannt habe und betet für sie zu Jahwe, denn wenn es ihr gut geht, geht es auch euch gut. So spricht Jahwe, der allmächtige Gott Israels, lasst euch nicht täuschen von den Propheten und Wahrsagern, die unter euch sind. Hört auch nicht auf das, was ihr euch von ihnen erträumen lasst, denn sie weiß sagen euch Lügen. Und das auch noch in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht Jahwe. So spricht Jahwe, erst wenn 70 Jahre für das Babylonische Reich vorüber sind, werde ich nach euch sehen und mein gutes Wort erfüllen, euch an diesen Ort zurückzubringen. Denn ich weiß ja, was ich mit euch vorhabe, spricht Jahwe. Ich habe Frieden für euch im Sinn und kein Unheil. Ich werde euch Zukunft schenken und Hoffnung geben. Wenn ihr dann zu mir ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, würde ich euch hören. Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr mich von ganzem Herzen nach mir fragt, werde ich mich von euch finden lassen. Spricht Jahwe. Dann wende ich euer Schicksal und sammle euch aus den Völkern und Orten, an die ich euch versprengt habe. Ich bringe euch an den Ort zurück, aus dem ich euch verschleppen ließ. Ich finde das interessant, wie anders Gott die Situation sieht als die Menschen. Aus der Sicht der weggeführten, war der Trauer, Wut auf die Eroberer und die Hoffnung, dass es bald wieder zurückgeht. Gott würde sie ja nicht dort lassen, nicht als Gefangene, der Willkür ihrer Eroberer ausgesetzt. Ja, die Babylonier hatten sie besiegt. Sie hatten sie weggeführt, aber ihr Gott würde sie doch bald eingreifen. Und jetzt Gott. Jahwe, der allmächtige Gott, ist allen, die er als Gefangene aus Jerusalem nach Babylonien wegführen, ließ Folgendes sagen. Das nicht die Rede davon, dass der König von Babylon die Menschen weggeführt hat. Gott sagt, ich ließ euch wegführen. Gott hatte so lange Geduld gehabt mit seinem Volk, jetzt wurde das Gericht die Strafe, die er angekündigt hatte, vollzogen. Und wie sieht das bei uns aus? Was hat es mit uns zu tun? Auch in unserem Leben gibt es Zeiten, Umstände, Orte, die wir so schnell wie möglich hinter uns lassen möchten. Das mag eine Krankheit sein. Oder etwas anderes, das geschieht und uns aus der Bahn wirft. Oder das ein Weg, ein Lebensplan, den wir hatten, sich in Luft auflöst. Es funktioniert nicht. Und dann beten wir zu Gott und sagen, das kann doch nicht sein. Gott, du musst eingreifen. Und dann wissen wir ganz genau, wie Gott einzugreifen hat. Und unsere Argumente klingen dann oftmals vielleicht auch sehr vom. Aber es ist eben nur unsere Vorstellung, unser Wunsch, wie es zu sein hat. Und es ist auch unsere Vorstellung, dass Gott uns zu Gott besagt, hört nicht auf das, was ihr euch von ihnen erträumen lasst. Was ihr euch erträumen lasst. Das kommt nicht von mir. Das sind eure Vorstellungen. Hört nicht auf eure Vorstellungen, sondern fragt nach mir. Worum geht es uns, wenn wir zu Gott beten? Geht es um unsere Wünsche, was wir uns erträumen? Wenn Gott sein Volk ganz schnell wieder aus Babylon weggeführt hätte. Aber das ist nicht das, was Gott wollte. Denn das wäre nur eine Veränderung der äußeren Umstände gewesen, wenn Gott sein Volk wieder zurückgeführt hätte. Aber Gott wollte eine Veränderung der Herzen. Und deswegen sollte sein Volk auch längere Zeit dort bleiben. Für uns heute ist das einfach, das so zu sehen und zu sagen, ja, okay, es ist alles gut gelaufen. Aber wenn man mit dem drinsteckt, ist das wesentlich schwieriger. Die Menschen haben sich Gott wieder zugewandt. Das dauerte allerdings 70 Jahre. Wie das geschehen ist, haben wir ja letzte Woche gehört, als es um Nehemiah ging. Die Leute haben Gott vertraut, als sie Jerusalem wieder aufgebaut haben. Aber dafür brauchte es viel Zeit. Wenn wir darauf schauen, ist es einfach zu sehen. Aber wenn es uns selbst betrifft, sieht das anders aus. Zu fragen, was ist Gottes Wille für uns? Und zu akzeptieren, was er dann sagt. Und wenn das nicht das ist, was wir uns vorstellen. Und darum zu beten, dass Gottes Wille wirklich geschieht und nicht unserer. Er hat den Überblick. Er weiß, was richtig ist. Ich habe einmal eine Gebetsmehl gelesen. Da ging es ganz konkret darum, was Gott alles tun soll. Und irgendwann hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass genau die Wünsche desjenigen, der diese Mehl geschrieben hat. Und der Mann hat geschrieben, bitte betet, dass Gottes Wille geschieht. Und ich habe den Eindruck gehabt, derjenige meinte, dass genau das, was er sich vorstellt, der Wille Gottes ist, ohne offen zu sein, dass Gottes Wille vielleicht anders ist. Wir müssen dafür offen sein, dass Gottes Wege manchmal anders sind als das, was wir uns vorstellen. Zu akzeptieren, was Gottes Weg für uns ist. Ja, wir sind herausgefordert zu fragen, was Gott sagt und das zu akzeptieren, auch wenn Gottes Wege anders sind, manchmal führt uns Gott in schwierige Situationen, weil wir nicht gehorsam waren. So war das bei den Menschen damals. Weil wir nicht getan haben, was er gesagt hat, weil wir seinem Wort ungehorsam waren. Und dann haben wir uns selbst in diese Situation gebracht und können nicht sagen, Gott, du musst mich doch jetzt wieder hausholen. Wenn wir uns die Suppe eingebrockt haben, dann müssen wir sie halt auch auslöpfen. Das kann passieren. Aber es kann auch sein, dass Gott mich in eine schwierige Situation bringt, weil er möchte, dass ich wachse. Die Schwierigkeiten sind dann sozusagen Wachstumsknoten in unserem Leben, sowie die Knoten, dem Bambus so stabil machen, dass er so hoch wachsen kann. Eigentlich ist der Bambus nur ein Gras und trotzdem kann er so hoch wachsen. Und ich habe gemerkt, in meinem Leben ist das so, dass gerade die schwierigen Zeiten mich gestärkt haben, mich haben wachsen lassen und ich durch Gott hindurchgekommen, hindurch diese Zeiten. Er mir gezeigt hat, wie er mir hilft und mein Vertrauen zu Gott gewachsen ist. Gerade in den schweren Zeiten. Auch das kann passieren, dass Gott das zulässt. Und das Dritte, was ich erkannt habe, ist, dass Gott mich manchmal auch in schwierige Situationen führt, weil er mich für andere zu einem Segen werden lassen möchte. Ich verstehe diese Situation vielleicht nicht, aber ich kann jemand anderen ein gutes Wort zusprechen. Entweder der auch in der gleichen Situation ist oder auch im Nachhinein jemanden weiterhelfen. Und dann hat das gar nichts mit mir zu tun, sondern mit einem anderen Menschen und mit Gottes Weg mit ihm. Gott führt uns manchmal in Situationen an Orte, wo wir nicht gerne sind. Und was sagt Gott dann in diese Situation hinein? Wie sollen wir mit solchen Situationen umgehen? Was hat Gott den Menschen damals gesagt? Gott hat gesagt, zuerst einmal hört auf, zujammern werdet aktiv. Ja, die Menschen waren damals in Beklagen ihrer Situationen ganz groß. Wie heute auch oftmals. Wir schauen auf die Situation und jammern. Wir machen uns Sorgen, was kommt jetzt noch alles? Gott sagt, hört auf, zujammern werdet aktiv, gestaltet euer Leben. Und dann sagt Gott, als erstes baut euch Häuser und richtet euch darin ein. Seid wirklich da, wo ihr seid. Seid ganz da, seid heimisch. Natürlich, die Juden damals sollten Jerusalem und ihre Heimat nicht vergessen. Und alles, was damit zusammenhängt. Aber jetzt ist es Gottes Wille, sie sollen dort sein, wo sie sind. Sich einrichten, ankommen. Unsere Heimat ist im Himmel. Und die sollen wir auch nicht vergessen. Aber jetzt sollen wir hier heimisch sein, da, wo Gott uns hingestellt hat. Bei den Menschen in unserer Nachbarschaft. Bei den Kollegen auf unserer Arbeit. Und dort Beziehungen aufbauen. Und nicht zuerst, um die anderen zu bekehren, sondern einfach, um da zu sein, um mit den Menschen zu leben. Baut euch Häuser und richtet euch darin ein. Kommt an, wo ihr jetzt seid. Als zweites liegt euch Gärten an und genießt ihre Früchte. Und das zeigt der Aufenthalt, dauerter, länger. Pflanzt und genießt die Früchte. Das ist ein längerer Zeitraum. Und ihr seid auch nicht nur dort, um den König von Babylon zu dienen, sondern ihr seid auch dort, dass ihr etwas für euch selbst tun könnt. Wer ein Garten hat weiß, wie schön es ist, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten zu essen. Und nicht aus dem Supermarkt. Es schmeckt oftmals viel besser. Man kann es einfach genießen. Aber bis das soweit ist, heißt es immer wieder auch warten. Man muss erst sehen und dann warten, bis man die Früchte auch genießen kann. Und so ist es auch in unserem Leben. Auch wir müssen immer wieder Wartezeiten in Kauf nehmen. Wir sind nicht nur zum Arbeiten da, wir sind auch zum Genießen da. Liegt Gärten an, genießt die Früchte. Genießt auch die Gnade Gottes in eurem Leben, immer wieder neu. Der dritte Punkt, den Jeremia den Menschen schreibt, heiratet, werdet Eltern, lasst eure Kinder heiraten und wiederum Kinder bekommen. Ich will, dass ihr mehr werdet, nicht weniger. Auch hiermit sagt Gott, auch wenn es für euch nicht so aussieht, es gibt eine Zukunft. Es gibt nicht nur diese Zeit der Gefangenschaft, es gibt auch danach eine Zukunft. Und in unserer heutigen Zeit, wo eine Krise die andere jagt, denken manche Menschen auch, lohnt es sich heute noch Kinder zu bekommen? Kann ich meinen Kindern das noch zumuten? Gott sagt, den Menschen in der Gefangenschaft heiratet, zeugt Kinder. Ich habe noch eine Zukunft für diese Welt. Rabindranath Tagore hat einmal gesagt, jedes neugeborene Kind ist ein Zeichen, dass Gott sein Vertrauen in den Menschen noch nicht verloren hat. Ja, Gott hat eine Zukunft für uns. Und nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kinder und unsere Enkel. Er hat alles in seiner Hand. Und dann das vierte, was Gott sagt, bemüht euch um das Wohl der Stadt, in die ich euch weggeführt habe und betet für sie zum Herrn, denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl. Und hier weitet Gott den Blick über unser persönliches Sein hinaus. Sucht das Wohl der Stadt. Meistens kennen wir diesen Vers in der Lutherübersetzung, sucht der Stadt Bestes. Und ich fand es sehr interessant, als ich las, dass das Wort, was Luther mit Bestes übersetzt, im Hebräischen Charlohm heißt. Friede sucht den Frieden Gottes, den Frieden in seiner tiefsten Bedeutung. Ein Leben in versöhnten Beziehungen, ungestörte, geordnete Heilezustand, Harmonie, Wohlergehen. Sucht den Frieden der Stadt, denn in ihren Frieden werdet ihr Frieden haben. So übersetzt die Elberförderbiedel, diesen Vers. Sucht Frieden. Versöhnete Beziehungen für die Stadt, in die ich euch habe wegführen lassen. Was für eine krasse Aufforderung. Es geht hier nicht um irgendwelche Menschen, es geht um die Feinde, die sei ist. Bemüht euch um ihr Wohl und sucht den Frieden mit den Menschen und betet für sie. Das ist ein Satzteil, den wir ganz leicht überlesen. Betet für sie. Das Gebet ist der erste Schritt. Das Gebet ist das Erste und Wichtigste, was du tun sollst, wenn du an unsere Stadt, an unser Land, an diese Welt denkst. Was treibt dich um, wenn du die Nachrichten siehst oder liest? Die letzten Wahlergebnisse, unsere Politiker und das, was sie sagen und tun oder auch nicht tun. Die Krisen unserer Welt, was bewegt dich, wenn du davon hörst? Eine Frau hat mir einmal erzählt, dass sie jedes Mal, wenn sie sich die Nachrichten angeschaut hat und vor dem Fernseher saß, gemeinsam mit ihrem Mann geschimpft hat. Sie haben sich aufgerückt über das, was da geschieht, über die unfägen Politiker, die unvernüftigen Menschen, über alles Mögliche. Und dann hat sie eine Predigt gehört und die hat sie zum Umdenken gebracht. Vielleicht geschieht ihr bei dir heute auch etwas Ähnliches. Nämlich, dass du aufwärst, dich aufzuregen, zu schimpfen, dir Sorgen zu machen oder was auch immer du tust, wenn du schlechte Nachrichten hörst und dass du anfängst zu beten. Für die Menschen, für die Politiker, für einen März, Söder, Weidel, Putin, Trump oder wie immer sie heißen, für sie zu beten, nicht gegen sie. Glaub mir, da liegt ein Segen drauf. Gott fordert uns dazu auf, betet für sie. Auch im Neunterstaament finden wir das, Paulus schreibt das Antimotius. Das Erste und Wichtigste, wozu ich die Gemeinde auffordere, ist das Gebet. Es ist unsere Aufgabe, mit Bitten, Flehen und Danken für alle Menschen einzutreten, insbesondere für die Regierenden und alle, die eine hohe Stellung einnehmen, damit wir ungestört und in Frieden ein Leben führen können, dass durch das Gott in jeder Hinsicht geährt wird und das in allen Belangen glaubwürdig ist. In dieser Weise zu beten ist gut und gefällt Gott unserem Retter, denn er will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen. Der Aufbruch zur Ehre Gottes beginnt im Gebet. Es liegt ein großer Segen auf unseren Gebeten. Für die Regierenden, aber auch für alle Menschen. Und da braucht man manchmal gar nicht so weit zu schauen. Vielleicht ist es ja unsere Nachbar oder unsere Kollege, über den wir uns immer wieder aufregen, immer wieder ärgern. Ihr wisst schon, weshalb ihr euch über ihn ärgert. Es gibt genug Gründe. Betet doch einmal für ihn. Sprich mit Gott über das, was dich bewegt. Erwartet darauf, dass du mit ihm darüber sprichst. Ich habe es schon oft erlebt, wenn ich mit anderen Menschen gesprochen habe, dass das meinen Blick verändert hat. Wie viel mehr verändert das Gespräch mit Gott? Meinem Blick. Ich glaube, dass Gott meinen Blick ändert. Ich erinnere mich an ein Konzert mit Daniel Kalloch. Es ist schon eine ganze Weile her. Meist waren unsere Kinder ungefähr so alt wie jetzt unsere Enkel. Damals hat aber Daniel Kalloch einen Satz in diesem Konzert gesagt. Ihr merkt, wenn ich ihn solange immer noch präsent habe, wie wichtig er für mich gewesen ist. Er hat gesagt, wenn du ein Problem mit deinem Lehrer hast, dann bete für ihn, einer von euch beiden wird sich ändern. Und ich habe mir gedacht, das trifft nicht nur auf Schüler und Lehrer zu, das trifft auf jeden Menschen zu. Wenn du ein Problem mit jemand anderem hast, dann bete für ihn, einer von euch beiden wird sich mit Sicherheit verändern. Es ist an dieser Stelle immer wieder auch wichtig, dass wir uns vergegenwärtigen, welche Macht auch unsere Worte haben. Wie wir über andere Menschen reden. Jesus fordert uns nicht umsonst auf, dass wir andere Menschen segnen sollen. Wir sollen Positives über die Menschen sagen und über sie denken. Und so etwas für Jesus bewirken. Worte haben geistliche Macht, das wir nie vergessen. Die Worte, die wir über andere Menschen aussprechen, sind nicht ins Nichts gesprochen. Sie haben eine Macht und deshalb ist unsere Aufgabe zu segnen. Und so zum Segen für andere zu werden. Für andere zu beten. Wie kann das geschehen? Zum Beispiel bete für die Stadt Würzburg, für unseren Stadtrat, den Oberbürgermeister, alle die Verantwortung in unsere Stadt tragen. Das dürfen wir gerne öfters als nur einmal während der Erjungsgebetswache tun. Bete für den Stadtteil, in dem du wohnst, in dem Ort, aus dem du kommst. Bete für Bayern und unsere Staatsregierung. Für Deutschland, den Bundeskanzler, die Minister, alle die Verantwortung tragen. Bete für das Wohl der Menschen, für die Bedürftigen, die Armen, die die kämpfen und leiden. Bete für die Führungskräfte, egal wo sie Verantwortung haben, dass sie verantwortlich handeln. Ich denke, das ließ es sich sicherlich nochmal einiges erweitern, dass wir für andere Menschen beten sollen. Gott fordert die Israeliten und auch uns dazu auf, für die Stadt, für das Land zu beten. Und im Vers 12 finden wir dann auch eine Verheißung dazu. Ruf mich an und ich werde hören. Sucht mich und ihr werdet mich finden. Wir sollen zu Gott rufen und er wird uns hören. Und er wird uns helfen, das zu tun, was dran ist. Und wenn Gott sagt, suche den Frieden, das Wohl ergehen, dann heißt das auch, schau hin, was dem Frieden entgegen steht. Was schafft Unfrieden unter den Menschen? Und wo geht der Unfriede von dir aus? Suche danach weder aktiv, damit der Unfriede beseitigt