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Zen · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Z00268 Keine Erklärung, keine Bedeutung - und dadurch grenzenlos frei. (Pfingst-Sesshin 24.05.2026)

Rei Ho Christoph Hatlapa Roshi · Teisho – Choka Sangha, Kloster ToGenJi · 2026-10-03 · Steyerberg · Quelle

Demut · Hauptbotschaft Geduld · tragend Umkehr · tragend

Die Wirklichkeit ist einfach so, und Frieden mit dem So-Sein zu schließen bedeutet, in die eigene Mitte zurückzukehren und die grenzenlose Güte des Universums anzunehmen.

Die ganze Wirklichkeit ist in Wirklichkeit einfach nur so. Und alles andere, was wir verwirklich halten und unsere ganzen Gedanken darüber, sind ein Umweg, ein Abweg. Wir bewegen uns von der Wirklichkeit weg.

Der Text behandelt das Zen-Kōan von Tōzan, der seine Schalen trägt, und die Antwort 'keine Bedeutung' als Kernbotschaft. Der Sprecher erklärt, dass die Wirklichkeit einfach so ist und dass unser Verstand ständig nach Bedeutung und Ursache sucht. Am Beispiel der Blume des Buddha und des Lächelns von Kāśyapa wird gezeigt, dass die ganze Wirklichkeit im bloßen So-Sein beschlossen ist. Der Text rät, von der Vergeistigung zur Verkörperung der Wirklichkeit zu kommen und das So-Sein im Alltag zu akzeptieren. Es wird auf das Daode Jing Bezug genommen, das die Welt als heilig und nicht verbesserbar beschreibt. Der Sprecher verbindet dies mit dem Pfingstgedanken des Friedens mit dem, was ist, und verweist auf die Pfingstrosen, die von rot zu weiß werden. Die zentrale Aufforderung lautet, in die eigene Mitte zurückzukehren und Frieden mit dem So-Sein zu schließen.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit; Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
in Täuschung oder Begehren verfangen, aber befreibar
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis; auf ein gegenwärtiges Oberhaupt, Lehrer, Amt
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
auch Tieren, Pflanzen, der ganzen Schöpfung
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Mumonkan 13 · Daode Jing 29

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
1 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Sen, der Podcast von Chukka Sangha. Iho san si si si va si sum bu sam ko sa ko ja ho romi. Aus dem Schumon-Kathoschu Fall 24, Mianz oder Mittanz, wahre Bedeutung. Ein Mönch fragte Mithan Kanketze, was ist die Bedeutung von Toxan trägt seine Schalen? Der Meister antwortete, keine Bedeutung. Warum dann fragte der Mönch, trug Toxan seine Schalen von der Mönchshalle hinunter? Wenn er gehen will, geht er. Wenn er sitzen will, sitzt er. Erwiderte Mithan. Ja, dieses Korn aus dem Kathoschu bezieht sich auf Mumonkan 13. Da wird berichtet, dass Toxan, der alte Meister, runter geht zum Speiseraum, trägt seine Schalen in der Hand. Und Seppro, der gerade koch ist, der sieht ihn kommen und fragt, wollen gehst du mit deinen Schalen? Die Glocke hat noch nicht geläutet und die Trommel wurde nicht geschlagen. Also das Metall wurde noch nicht angeschlagen. Die Ingenkind war auch noch nicht zu hören. Wieso rennst du hier mit deinen Schalen rum? Es ist doch noch gar nicht Mittagszeit. Toxan drehte sich um und ging in sein Zimmer zurück. Seppo berichtete Ganto, die Begeberheit. Seppo und Ganto waren Dama Brüder. Und die haben sich immer so Gedanken gemacht über das, was im Tempel so abläuft. Die waren so wie wir. Na, ist der Alte heute ganz bei Trost oder nicht und so weiter? Meinst du, das war Erleuchtung? So, so sind die da im Gespräch. Und der Ganto bemerkte, Toxan ist berühmt, aber das letzte Sennwort kennt er nicht. Diese Bemerkung kam Toxan zu Ohren und er schickte seinen Diener um Ganto zu holen, um den zu rede zu stellen, was er da wohl gemeint hat. Du erkennst mich nicht an, fragte er. Ganto flüsterte ihm seine Meinung ins Ohr. Daraufhin schwieg Toxan. Aber am nächsten Tag bestieg er die Rednerbühne und siehe da, er war ganz anders als sonst. Ganto war in der Halle, er ging nach vorne, klatschte in die Hände, lachte laut und sagte, mein Glückwunsch, unser Alte hat das letzte Wort erfasst. Im ganzen Land kann ihn von Stund an keiner mehr überbieten. Tja, so kann man sich irren. Ja, also diese Geschichte liegt dieser Frage zugrunde, in dem Kohlen vom Kathoschu. Was ist die Bedeutung von Toxan, trägt seine Schalen? Der Meister antwortete keine Bedeutung. Das muss doch irgendwie Bedeutung haben, das denken wir. Wir denken, die Dinge müssen alle irgendeine Bedeutung haben. Wir können uns nicht damit abfinden, dass etwas einfach so ist. Einfach so, das denken wir. So einfach geht es auf der Welt nicht zu. Da machen wir uns unsere Gedanken, so wie die beiden da, Zeppo und Ganto, die machen sich ihre Gedanken, ständig machen sie sich Gedanken. Und die haben noch einen langen Weg vor sich, um bei dieser Antwort anzukommen. Keine Bedeutung, einfach so. Wir haben in den Kohlen schon ein Kohlennummer 6, wo es um die Blumen predigt geht. Der Buddha, angeblich 500 Leute, irgendjemand hat mal diesen Geierberg bestiegen und gesagt, 50 bis 100 gehen darauf, aber 500 waren es wahrscheinlich nicht. Aber in Kohlen waren es 500, die saßen da. Und warteten wie üblich auf, wo das predigt. Und wo das predigt, wurde aufgepasst, als reden über den Dharma. So haben die Menschen das verstanden. Der Buddha redet jetzt mal wieder über seine Lehre. Und an dem Tag hält der Buddha einfach nur eine Blume hoch. Ein Usambara-Feichens, auch nicht gerade so eine riesen Blume her, so eine kleine Blume her, hält er so hoch. Und alle machen Höhe und nur einer lacht, nämlich Kasiapa. Und dann ist natürlich die Kurrenfrage, wieso lächelt Kasiapa und alle anderen, gucken da mehr oder weniger konstantiert den Buddha an. Und Tatsache ist, dass Kasiapa so sein der Blume erfasst. So ist die Wirklichkeit, einfach so, wie diese Blume. Und in diesem einfach so liegt die ganze Wirklichkeit beschlossen. Die ganze Wirklichkeit ist in Wirklichkeit einfach nur so. Und alles andere, was wir verwirklich halten und unsere ganzen Gedanken darüber, sind ein Umweg, ein Abweg. Wir bewegen uns von der Wirklichkeit weg. Toxan, der hört da Seppos Kommentar. Du bist hier noch viel zu früh und so weiter. Und der dreht sich um. Er geht mit ihm so sein. Er sagt dich, dieser Mensch ist ja wohl frech. Es ist 12 Uhr, das ist die Zeit zum Essen. Ich bin pünktlich hier und der sagt, was machst du hier mit deinen Schalen? Nee, das macht er alles nicht. Er dreht sich um. Er ist einfach so. Und das ist eine kolossale Erleichterung des Lebens. Wenn man einfach aus der Welt des Urteils austritt und das so sein akzeptiert. So wie es ist. So wie Toxan. Ja, also, was ist der Schritt, den wir da hingehen können? Man könnte sagen, es ist der Schritt von der, in Anführungszeichen, Vergeistigung, die wir so gerne betreiben, hin zur Verkörperung der Wirklichkeit. Wir machen wir diesen Schritt. Wie können wir die Wirklichkeit verkörpern? Wenn wir das Kohanmu üben, dann haben wir da verschiedene Aspekte. Meistens werden wir aufgefordert, erstmal Mu selber zu erforschen. Also, diese Antwort des Yosho hat der Hund die Buddha-Natur Antwort, Mu. Dieses Mu einfach erstmal zu nehmen und selber zu befragen. Dann werden uns verschiedene Fragen gestellt, zum Beispiel, was ist die Essenz von Mu, was ist die Form von Mu, was ist die Bewegung von Mu. Und zum Schluss werden wir aufgefordert von unserem Lehrer, Zeig mir Mu, die Bitte oder die Aufforderung, Mu zu verkörpern. Es wird auch noch der Hinweis gegeben, Mu in allen Schakren nachzuspüren, in allen Schakren dieses Mu tatsächlich zu verorten. Und dann üben wir aufs Neue, Mu in darum im docksahnen Raum. Und unser Lehrer sagt, naja, kannst du das noch ein bisschen mehr verkörpern? Oder warst das jetzt schon, ja, so hier in der Kiele, das ist ein bisschen wenig. Versuch mal ein bisschen so vom Harra aus, Mu, sodass man auch was mitkriegt, dass du es verkörpert hast, ja. Und dann üben wir das. Und das Interessante ist, dass wenn wir das so sein, das Mu sein, wenn wir das wirklich verkörpern, dass wir dann in dem Moment die zwei Seiten der Wirklichkeit tatsächlich zusammenbringen. Also, die Wirklichkeit hat was Bipolares an sich. Da ist die eine Seite, dass so sein, so ist es normal. Jürgen hat hier mal so ein Schild aufgehängt. Wir sind hier nicht bei Wünschtir, weil es wir sind hierbei was so ist es. War ein schöner Einfall, ja. Um uns mal wieder auf das Wesentliche zurückzubringen. Wir sind hierbei so ist es. Und ja, und durch das Verkörpern, da bringen wir den Aspekt der Grenzenlosigkeit, der Leerheit, der Unfassbarkeit, der Unhinterfragbarkeit mit dem So sein zusammen. Ja, da haben wir viele Gelegenheiten, das so sein anzunehmen, die Wirklichkeit anzunehmen. Jeder Tag ein guter Tag ist so ein Ausdruck davon, das so sein anzunehmen. Meine Katze stirbt, jeder Tag ein guter Tag. Mein Pferd ist krank, jeder Tag ein guter Tag. Meine Mutter wurde vorgestern beerdigt, jeder Tag ein guter Tag. Wenn wir damit ernst machen, können wir die grenzenlose Güte des Universums spüren, die uns aus dem So sein entgegenschlägt. Wenn wir das So sein nicht akzeptieren, wenn wir sagen, warum musst du gerade meine Katze jetzt sterben? Na dann sind wir im Widerstreit mit der Wirklichkeit. Dann können wir die Güte des So seins nicht wirklich annehmen. Ja, und dann sind wir eben bei unseren Konzepten und Gedanken. Wir kommen stoßen auch nicht vor zu der Erkenntnis, dass die gegenseitige Durchdringung von dem, was wir akzeptieren, mit dem, was wir da gerade selber sind, ist, dass gerade die Quelle unseres Mitgefühls ist. Wenn wir das hinkriegen, das akzeptieren der Umstände des So seins, dann können wir ablassen, davon geistige Gewalt anzuwenden, indem wir sagen, ne, nicht so, nicht mit mir. Und dann fallen wir aus dieser Güte heraus. An sich sind wir von Natur aus mit dem So sein vertraut. Also wenn wir auf die Welt kommen, dann sind wir So sein. Wir sind auch in der Grenzenlosigkeit noch geborgen. Da gibt es keine Grenzen für uns. Unser Geist ist da und unser Körper ist da und das gehört alles zusammen. Unweigerlich stellen wir fest, das Wegenwesen der Dinge, das ist unser eigenes Wesen. Was wir in der Welt lieben, können wir letztlich in uns selbst entdecken. Unendliche Weite des Himmels, die unerschütterliche Stütze der Erde. All das können wir nur wahrnehmen, wenn wir sie als Eigenschaften unseres eigenen wahrnehmenden Geistes bemerken. Unser eigener wahrnehmender Geist ist davon nicht getrennt. Der Geist, der in jedem von uns wirksam ist und der Geist, der unbegrenzt ist und alles durchdringt, sind nicht zwei, sagt Morinaga Roshi. Aber wir glauben dem nicht. Wir glauben nicht, dass wir in dieser Nichtzweihheit tatsächlich Geborgenheit finden, sondern wir verlassen uns auf unsere Urteile, auf unsere Getrentheitsaspekte von der Welt. Mit jedem Schritt in die Trennung, ein Schritt ins Unglück, ins Leiden. Im 29. Kapitel des Daute Ching heißt es, möchtest du die Welt verbessern? Ich glaube nicht, dass das möglich ist. Die Welt ist heilig. Sie kann nicht verbessert werden. Wenn du sie anrührst, zerstörst du sie. Wenn du sie wie ein Objekt behandelst, verlierst du sie. Es gibt eine Zeit, voraus zu sein, eine Zeit zurück zu bleiben, eine Zeit in Bewegung zu sein, eine Zeit in Ruhe zu sein, eine Zeit kraftvoll zu sein, eine Zeit erschöpft zu sein, eine Zeit in Sicherheit zu sein, eine Zeit in Gefahr zu sein. Der Meister und die Meisterinnen sehen die Dinge, wie sie sind, ohne zu versuchen, sie zu kontrollieren. Sie lassen sie ihren eigenen Weg gehen und weilen im Zentrum des Kreises. Also, wenn wir die Welt retten wollen, dann bitte retten wir erst mal uns selbst. Das ist das Schlaus, was wir tun. Es gibt nämlich niemand, sonst den wir retten können. Und die Rückkehr zur Mitte, das ist der Akt der unendlichen Güte. Trauer, Wus, Sehnsucht oder Angst, die sind nicht falsch. Ein schmerzhaftes Gefühl ist lediglich ein Zeichen dafür, dass du die Mitte verlassen hast. Dann bitte mach dein eigenen Rettungswagen mobil und fahr zurück in deine Mitte. Lass dich dort wieder nieder, wenn du in der Mitte ankommst. Wenn du Frieden gefunden hast, herrscht Frieden in der Welt. Auch die ganzen Missklänge, die du so hörst, werden dann zu einer wunderbaren sphären Musik, eine Suite für den unbegleiteten Geist. Im Einklang mit dem, was ist, findet der Geist überall sein Zentrum, nirgends seine Peripherie. Das Teil wird zum Ganzen. Was ist, wird zu dem, was sein soll. Der Himmel nimmt seinen rechtmäßigen, seinen einzigen Platz ein. Auf Erden. Ich habe mich heute morgen gefragt, diese Fingstrosen, die Nathalie für uns an verschiedenen Stellen aufgestellt hat. Die waren am Donnerstag vor Fingsten knallrot. Und jetzt sind die knallgelb oder weiß. Was bilden die sich ein? Wir haben rote Fingstrosen gekauft und jetzt sind sie weiß. Warum? Indem wir diese Frage stellen, können wir uns klarmachen, wie verrückt diese Frage nach dem warum. Die sind einfach weiß, an Fingsten. Vielleicht heißen sie deshalb Fingstrosen weiß, wenn sie am Fingsten weiß werden. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall sind sie das Wirken des Sosains. Sie symbolisieren das für uns. Das Sosain ist entständig ein Wandel. Darin liegt ja gerade das Gute, dass nicht so bleibt wie es ist. Und das ist, was wir im Sen anstreben, damit unseren Frieden zu machen. Der Geist von Fingsten im Sen ist Frieden mit dem Sosain. Frieden mit dem, was ist, das annehmen, das in uns selbst zu erkennen und damit in Frieden sein zu können. Um jungen Menschen den Aufenthalt im Togenji zu ermöglichen, bitten wir um ihre Spende. Alle Spendenmöglichkeiten finden sie auf chukkasanga.de.