Humanistisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
„Frank S. ist kein Einzelfall“
Red. ·
Humanistischer Pressedienst ·
2026-10-06
· Quelle
Gerechtigkeit · Hauptbotschaft
Fürsorge · tragend
Wahrhaftigkeit · tragend
Sexualisierte Gewalt durch chemische Unterwerfung ist kein Einzelfall, sondern ein systematisches Problem, das durch strengere Gesetze, gesellschaftliche Sichtbarkeit und die Entschämung der Täter bekämpft werden muss.
Täter und ihre Netzwerke müssen in den Blick und in die Verantwortung genommen werden. Im Gerichtssaal, in den Medien, in Gesellschaft und Politik.
Der Text berichtet über den laufenden Prozess gegen Frank S. vor dem Landgericht Berlin, der wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung angeklagt ist. Es wird darauf hingewiesen, dass S. Aufnahmen von sexualisierter Gewalt an 59 betäubten Frauen besaß und verbreitete, was ihn als Teil eines größeren Musters von Tätern wie Dominique Pelicot oder den 'Cornell 7' darstellt. Die Organisation Terre des Femmes ruft zur Solidarität mit den Betroffenen auf und kritisiert die bisher geringe öffentliche Resonanz. Es wird betont, dass die Scham die Seite wechseln muss und Täter sowie ihre Netzwerke in die Verantwortung genommen werden müssen. Der Text fordert konkrete rechtliche und gesellschaftliche Maßnahmen, darunter die Verlängerung der Verjährungsfrist, die Einführung des 'Nur Ja heißt Ja'-Prinzips und die Strafbarkeit des Besitzes von Gewaltvideos. Zudem werden Aufklärung und Prävention gegen K.o.-Tropfen sowie die Sicherung von Beweisen gefordert. Die Öffentlichkeit wird aufgefordert, bei den Verhandlungen anwesend zu sein, um Sichtbarkeit zu schaffen.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Ausbeutung, Unterdrückung, ungleiche Verhältnisse; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
- Wo sitzt das Übel?
-
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
- Was hilft dagegen?
-
gerechte gesellschaftliche oder politische Verhältnisse; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
- Wohin geht die Geschichte?
-
es wird besser, Entwicklung zum Guten (erschlossen)
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung; auf Argument, Logik, Wissenschaft
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Pressemitteilung: Homosexuelle und Kirche e.V. zum Anschlag auf den CSD Berlin
Queer-Community · 2026-07-26 · 82 %
Die HuK e.V. verurteilt den Anschlag auf den CSD Berlin als Angriff auf Menschenwürde und Vielfalt und ruft zu solidarischer Haltung und Liebe statt Hass auf.
4polig reifen - Selbstleitung und Selbstfürsorge am Beispiel Jesu | Patrick Will
Freikirchlich · 2026-09-06 · 78 %
Der Text fordert zu bewusster Selbstverantwortung auf und nutzt Lukas 2,52 als Modell für eine vierdimensionale Reifung in körperlicher, geistiger, geistlicher und gesellschaftlicher Hinsicht.
röm.-kath., Pfarreiseelsorgerin Jacqueline Meier, Zug Walchwil
Katholisch · 2026-09-06 · 78 %
Der Text ermutigt, Besitz kritisch zu hinterfragen und durch Dankbarkeit, Teilen und Verantwortung für die Schöpfung ein wertvolleres, freieres Leben zu führen.
The Building Blocks of a Relationship
Orthodox · 2026-09-22 · 78 %
Beziehungen, auch zu Gott, brauchen ein festes Fundament aus Sicherheit, Zeit und freudigem Opfer, das in sechs aufeinanderfolgenden Bausteinen aufgebaut wird.
Aufgeklärt Staunen mit Frajo (16) • Die Last der Sorge – ein Privileg • Franz Josef Wetz
Philosophisch · 2026-07-01 · 78 %
Der Text deutet die menschliche Sorge um Überleben und Sinn als Privileg, da sie die besondere Anpassungsfähigkeit und Welterschließungskraft des Menschen hervorhebt.
Wozu der Text aufruft
- Solidarität mit Betroffenen zeigen (gesellschaftlich)
- Gesetze zur Verjährung und Sexualstrafrechts ändern (gesellschaftlich)
- Beweise sichern und Aufklärung betreiben (gesellschaftlich)
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 4 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 1 von 3, benannt: Täter und ihre Netzwerke
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 3, künftig 2
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
vor Ort
Protestaktion gegen chemische Unterwerfung vor dem Landgericht Berlin
„Frank S. ist kein Einzelfall“
Heute ist der nächste Verhandlungstag gegen Frank S. vor dem Berliner Landgericht in Moabit. Er soll viele Frauen betäubt, vergewaltigt und das Ganze auf Datenträgern festgehalten sowie teilweise weiterverbreitet haben.
Red.
06.10.2026
Bild generiert mit Hilfe von OpenAI / ChatGPT (DALL·E)
Der Prozess gegen Dominique Pelicot und seine Mittäter schlug weltweit Wellen − zu Recht. In Berlin steht aktuell Frank S. vor Gericht, angeklagt laut Landgericht Berlin wegen „Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen“. Auf mehreren Festplatten in Frank S.' Wohnung fand die Polizei Aufnahmen von sexualisierter Gewalt an 59 Frauen, die zuvor betäubt worden waren. Die Vergewaltigungen von 14 Frauen hat S. bereits gestanden. Der Aufschrei ist bisher verhältnismäßig klein.
Frank S., Marvin S., Dominique Pelicot, die „Cornell 7“ − sie sind keine Einzelfälle. Allein in Deutschland laufen aktuell mehrere Verfahren von großem Ausmaß, einige Urteile sind bereits gefallen. München, Hannover, Erfurt, Bochum, Dresden, Frankfurt, Augsburg. Die Tatmuster ähneln sich meist: Immer gab es Videoaufnahmen der Gewalttaten, die mit anderen Männern geteilt wurden, in Chatgruppen, Foren oder auf Pornoseiten. Die betroffenen Frauen waren Partnerinnen, Dates oder Bekannte der Täter. Sie tragen die Folgen der Gewalt möglicherweise ein Leben lang.
„Wir dürfen den Blick nicht abwenden, auch wenn vieles daran uns erschüttert: die Brutalität, die Skrupellosigkeit, die Menge von Mitwissern und Gleichgesinnten, die offenbar problemlos zu finden waren, die scheinbar harmlose Fassade“, sagt Sina Tonk, Bereichsleiterin Referate bei Terre des Femmes (TdF) .
Heute ist der nächste Verhandlungstag gegen Frank S. im Berliner Landgericht in Moabit. Die Öffentlichkeit ist zugelassen. Terre des Femmes ist seit 8:30 Uhr vor Ort und ruft dazu auf, gemeinsam Solidarität mit Betroffenen zu zeigen, um Täter wissen zu lassen, dass sie gesehen werden. „Täter und ihre Netzwerke müssen in den Blick und in die Verantwortung genommen werden. Im Gerichtssaal, in den Medien, in Gesellschaft und Politik. Gisèle Pelicot und Claudia Wuttke sind Ausnahmen – nicht die Gewalttaten, die ihnen angetan wurden, sondern ihr öffentlicher Umgang damit ist außergewöhnlich, und verdient höchsten Respekt. Die meisten Betroffenen können und wollen nicht öffentlich auftreten, und es ist auch nicht ihre Aufgabe. Damit die Scham die Seite wechselt, muss Sichtbarkeit hergestellt werden, aber nicht von den Betroffenen, sondern von uns allen.“
TdF fordert, beim Thema chemische Unterwerfung Beweise zu sichern, bevor sie verschwinden (vertrauliche Spurensicherung bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt und toxikologische Untersuchungen bundesweit schnell und kostenlos), die Verjährungsfrist für Vergewaltigung auf mindestens 20 Jahre zu verlängern, Geltung für „Nur Ja heißt Ja“ im deutschen Sexualstrafrecht, Aufklärung und Prävention gegen K.o.-Tropfen, dass Fotos und Videos sexualisierter Gewalt weder hergestellt noch verbreitet werden dürfen – auch der Besitz solcher Videos soll strafbar sein – und dass zur Rechenschaft gezogen wird, wer in Chatgruppen mitliest und nichts dagegen unternimmt, wenn sexualisierte Gewalt geplant wird.
Auf der Seite des Landgerichts Berlin ist öffentlich einsehbar, wann und wo Prozesstage stattfinden. Das Aktenzeichen lautet 501 KLs 14/26.
Share news
Red.
Mit "Red." sind Artikel gekennzeichnet, die redaktionell bearbeitete Pressemitteilungen beinhalten.