Jesus hat durch seinen Tod den Tempelvorhang zerrissen und damit eine universale Willkommenskultur begründet, in der kein Mensch, unabhängig von seiner Vergangenheit, abgewiesen wird.
Der Prediger Karsten Künzl vergleicht die historische Grenze der Berliner Mauer und den Tempelvorhang mit der offenen Haltung Jesu, der niemanden abweist. Er nutzt persönliche Erlebnisse, wie die Besuchsbeschränkungen während der Corona-Pandemie, um das Gefühl der Ablehnung zu veranschaulichen. Die zentrale Botschaft ist, dass Jesus durch seinen Tod den Weg zu Gott geöffnet hat und alle Menschen, unabhängig von ihrem Status oder ihrer Schuld, willkommen sind. Als Beleg für diese universale Gnade wird die Geschichte des verlorenen Sohnes und das Zeugnis des ehemaligen Kriminellen Thorsten Hartung angeführt. Der Text betont, dass Gottes Liebe nicht von Leistung oder Tugend abhängt, sondern eine bedingungslose Annahme darstellt. Hörer werden ermutigt, diese Willkommenskultur zu erleben und ihre Lasten an Jesus abzugeben. Die Predigt schließt mit dem Versprechen, dass selbst die schwersten Sünden vergeben werden und ein Neuanfang möglich ist.
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
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Schön, dass du da bist. Das ist der Predig-Podcast der FHG Würzburg. Hör rein und lass dich ermutigen. Wenn du uns kennenlernen möchtest, dann findest du alle Infos auf fhg-würzburg.de 1967 wurde ich in Berlin geboren. Das ist ein Bild aus dieser Zeit, in dieser Stadt. Manche erinnern sich vielleicht, dass damals eine Mauer den Osten der Stadt vom Westen trennte. Man nannte sie den eisernen Vorhang. Und wenn wir unsere Verwandten im Osten der Stadt besuchen wollten, dann mussten wir irgendwie da durchkommen und das war beschwerlich. Wir brauchten einen Reisepass, ein Visum. Man musste immer Geld umtauschen, das man gar nicht brauchte. Und natürlich wurden wir streng kontrolliert. Einmal wären wir fast abgewiesen worden, weil ich eine selbst bespielte Kassette in meinem Walkman hörte. Gefährlich. Auf der anderen Seite der Grenze öffnet sie sich für uns eine völlig andere Welt. Meine Verwandten dort durften nicht ausreisen. Sie hatten kein Auto und kein Nutella. Wir sprachen zwar die gleiche Sprache, aber unsere Leben unterschieden sich doch völlig jenseits des eisernen Vorhangs. Zur Zeit von Jesus markierte ein anderer Vorhang, wo die Grenze lag. Er zeigte, was ging und was nicht ging. Das war ein Vorhang im Tempel von Jerusalem und er bewies, dass der Weg zu Gott versperrt war. Die Gegensätze zwischen dem heiligen Gott und uns unheiligen Menschen waren einfach zu groß. Verminntes Land über das damals kaum eine Brücke führte. Eine dieser Brücken aber befand sich auf einem Absatz zwischen den Treppenstufen, die zum Tempel hinaufführten. Dort war ein jüdisches Tauchbad eine Mikve. Wer sich also trotz aller Gegensätze Gott nähern wollte, der legte seine Kleider ab, betrat auf der einen Seite das rituelle Wasserbecken, tauchte komplett unter und verließ das Becken auf der anderen Seite über die Treppe. Erst jetzt gereinigt und in neue Kleider gehüllt, war es möglich, weiter zu gehen und Gott zu begegnen. Wer nicht durch dieses Tauchbad ging, wurde abgewiesen. Wer den Vorschriften damals nicht entsprach, kam überhaupt noch nicht mal bis zu diesem Bad. Und wer kein Jude war, kam ohnehin nicht bis in den Vorhof des Tempels. Und in das Allerheiligste, dort, wo Gott tatsächlich wohnte, da kam überhaupt niemand hin, dafür sorgte der Vorhang. Der Raum hinter dem Vorhang durfte nur einmal im ganzen Jahr vom obersten Priester betreten werden. Für alle anderen war der Weg ein Leben lang versperrt. Doch dann kam der Sohn Gottes in unsere Welt. Und Jesus sagte, wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Und die Menschen reichten auf, als sie das hörten. Denn abgewiesen zu werden, das war für sie an der Tagesordnung. Nicht nur, wenn es um Gott ging, auch die römischen Besatzer wiesen Tag für Tag Menschen ab. Überall gab es Grenzen und Zollstationen. Da war es schon bemerkenswert, wenn einer kam und sagt, absolut niemand wird bei mir abgewiesen. Erinnert ihr euch noch an die Zugangsbeschränkungen während der Corona-Pandemie? Die meisten wahrscheinlich schon. Beim Friseur im Restaurant, in vielen Geschäften, wurde man abgewiesen, ohne Impfausweis, Test und Maske. Und manchmal reichte selbst das nicht aus. So durften wir unseren Schwiegervater absolut nicht besuchen im Krankenhaus, obwohl es ihm nach einem Herzinfarkt total schlecht ging. Das war schlimm. Nun gehöre ich nicht zu denen, die deswegen auf die Straße rennen und protestieren. Aber traurig war ich schon, als ich seine Sachen nur an der Pforte abgeben durfte und noch nicht mal ein Lebenszeichen von ihm erhielt. Es tat, einfach weh abgewiesen zu werden. Und vielleicht kennst du solche Situationen auch aus deinem eigenen Leben. Vielleicht wolltest du zur Polizei, aber wurdest abgewiesen, weil du zu klein bist. Du wolltest Flugbegleiterin werden, aber man hat sich für eine hübschere Kandidatin entschieden. Du wolltest ein Konzert von Taylor Swift besuchen, aber dir wurde im Internet kein Ticket zugeteilt, das du kaufen konntest. Du wolltest mal schnell etwas besorgen, aber das Geschäft hatte schon geschlossen. Wie viel besser geht es uns tatsächlich bei Jesus? Der sagt nämlich bis heute, wer zu mir kommt, wird ganz bestimmt nicht abgewiesen. Und wir wissen, Jesus hält tatsächlich sein Wort. Johannes berichtet uns, wie ein nörgelnder Pharisäer mitten in der Nacht zu Jesus kommt und Jesus unterhält sich mit ihm die ganze Nacht. Eine verhasste Samaritän trifft Jesus an einem Brunnen und er bietet dir ewiges Leben an. Ein römischer Hauptmann bittet Jesus, seinen Sohn nicht sterben zu lassen. Und Jesus heilt ihn und macht ihn ganz gesund. Selbst ein Mann, der seit 38 Jahren nicht gehen konnte und jede Hoffnung verloren hatte, bringt Jesus wieder auf die Beine. Dabei gibt es Johannes in seinem Evangelium nur eine kleine Auswahl an Beispielen, um wen sich Jesus alles kümmerte. Das waren Unzählige, so dass Johannes am Ende bekennt, es gibt noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn alles einzeln aufgeschrieben würde, ich denke, die ganze Welt könnte die Bücher nicht fassen, die dann geschrieben werden müssten. Es wurde absolut niemand abgewiesen. Auch die 5000 Männer, so wie Unzählige Frauen und Kinder nicht, die Jesus um den See genetzerrett gefolgt waren. Sie hatten Hunger nach Freiheit, nach Leben und irgendwann auch nach Brot. Und Jesus nahm die fünf Brote und zwei Fische, die ihm ein Junge gegeben hatte, ersegnete sie und vermehrte sie, du sagst, alle satt wurden, alle. Es blieben sogar noch zwölf Körbe übrig, einen für jeden Jünger zum Nachdenken. Das löste Begeisterung aus. Endlich war jemand gekommen, der den Leuten an Leib und Seele gut hat, Jesus kümmerte sich wirklich um alles. Und er sagte von sich, ich bin das Brot, das Leben schenkt. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein. Wer sich an mich hält, wird keinen Durst mehr haben. Kein Wunder, dass die Leute in Massen hinter ihm hergelaufen sind. Aber das war nicht immer so. Und vielleicht liegt gerade hier das Geheimnis, warum Jesus niemanden abwies, weil er nämlich selbst oft genug abgewiesen wurde. Immer wieder gab es Situationen in seinem Leben, in denen Jesus von den Menschen nicht angenommen wurde. Und das begann schon in Bethlehem, schon vor seiner Geburt. Noch im Mutterleib gab es für die werdenden Eltern keinen Raum in irgendeiner Herrberge in der Stadt. Die ersten Jahre verbrachte die junge Familie sogar im ägyptischen Exil, weil sie von König Herodes gesucht wurden. Er wollte Jesus umbringen. Später wurde Jesus in seiner Heimatstadt Nazareth abgewiesen. Man drängt ihn aus der Stadt und hätte ihn beinahe getötet, weil die Leute sagten, der Messias kann doch so einer wie Jesus nicht sein. Wir kennen doch seine Eltern und seine Geschwister. Doch Jesus gab nie auf. Bis zuletzt war er um jeden den Ertrag. Er betete sogar für die, die ihn abwesen und ans Kreuz nagelten. Er sagte, Vater vergib ihn, denn sie wissen nicht, was sie tun. Und selbst sein Tod hat an seiner Einstellung nichts geändert. Im Gegenteil, als Jesus starb, zerriss der Tempel, der Vorhang im Tempel. Der Weg zu Gott wurde plötzlich frei und die Tür zum Himmel sprang ganz weit auf. Jesus sagt, wenn es zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Du wirst bei ihm nie vor einer verschlossenen Tür stehen. Du wirst nie mit dem Anliegen, dass der auf den Nägeln brennt, allein gelassen. Du wirst immer mit der Frage, die dir gerade auf der Seele brennt, angenommen. Und eine Bitte, die keinen Aufschub mehr duldet, hat oberste Priorität bei Jesus. Mir persönlich bedeutet dieser Bibelvers unglaublich viel. Insbesondere, weil ich als Pastor auch viel Verantwortung zu tragen habe, stütze ich mich immer wieder auf ihn. Ich weiß dadurch, dass ich die Last nicht alleine tragen muss. Ich darf mit allem zu Jesus kommen. Ich kann beten und er weist mich niemals ab. Dieses Bild hier hilft mir besonders, das immer wieder anzunehmen und zu verstehen. Da ist der große Hirte, der den kleinen Hirten ganz fest im Arm hält. Wenn mir manche Dinge zu schwer werden, dann ist er da und trägt mich. Wenn ich einen Fehler gemacht habe und mit mir nicht zufrieden bin, dann weiß ich, dass er mich trotzdem von Herzen liebt. Wenn ich mich verlaufe und von seinem guten Weg abweiche, dann holt er mich zurück. Und selbst wenn mein Glaube auf der Strecke bleiben würde, gäbe es immer noch eine zweite Chance, denn Jesus lässt mich nie los. Woher ich das weiß? Ich verlass mich auf das, was Jesus uns versprochen hat. Er sagte, dass selbst der verlorene Sohn nicht abgewesen wurde, sondern wieder aufgenommen wurde. Und vielleicht erinnerst du dich daran, wie das ging in dieser Geschichte, die Jesus erzählt. Der Sohn hat den Vater gekränkt, indem er sich sein Erbe zu Lebzeiten schon auszahlen ließ. Er hat die Familie im Stich gelassen und das ganze Geld verprasst. Er hat als Schweinegehörte gearbeitet und das war damals wirklich das Allerletzte. So einer, der kann doch nicht einfach zurückkommen. Der wird doch wohl hoffentlich abgewiesen und zurückgeschickt werden. Und wenn er es fragt, sich noch einmal blicken zu lassen, dann wird man ihn hoffentlich vom Hof jagen. Aber Jesus erzählt, der Sohn machte sich auf den Weg und ging zurück zu seinem Vater. Der erkannte ihn schon von Weitem. Voller Mitleid lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Der verlorene Sohn wird nicht rausgeschmissen. Er wird auch nicht nur als Tagelöhner am Hof wieder angestellt, dann er wird als Sohn wieder eingesetzt. Gott nimmt ihn wieder auf und feiert sogar ein Willkommensfest für ihn. Das ist die Willkommenskultur Gottes. Thorsten Hartung hat Ähnliches erlebt. In den 80er Jahren leitete er einen der größten Autoschieberringe Europas. Mit seinen 53 Mitarbeitern klaute er Luxusautos und verkaufte sie an die Russen Mafia. Außerdem war er als Schläger bekannt. Während ihm die Quere kam, bezog Brügel oder Schlimmeres. Ein seiner Feinde erschoss er aus Wut. So einer, der doch keine Gnade verdient, der gehört auch ins Gefängnis. 1992 wird Thorsten Hartung tatsächlich verhaftet und landet in die Isolationshaft. Sein Leben scheint zu Ende zu sein und er fängt an zu beten, wie es viele Leute tun, wenn sie in Not geraten. Er betet erst ganz zarkhaft und zweifelnd. Er weiß gar nicht, ob Gott das hört. Dann bereut er tatsächlich im Gebet seine Schuld. Er merkt, dass sein Leben bisher in wirklich schief gelaufen ist. Er erzählt Gott alles, was gewesen ist und plötzlich hört er ganz deutlich zwei Worte. Ich weiß. Er hört sie wirklich akustisch. Und es sind nur diese beiden Worte, aber sie wirken. Thorsten Hartung kommt zum Glauben an Jesus, denn diese beiden Worte, so sagt er, enthielten keine Anklage. Die Stimme war voller Liebe und beim Herzlichkeit so, als wollte Gott sagen, mein Sohn, ich kenne doch dein Leben. Ich kenne dein Opfer und dein Täter sein. Ich kenne dein Denken, Reden und Handeln. Ich weiß, was alles in deinem Leben passiert ist. Thorsten Hartung bekommt eine Bibel geschenkt. Er schlägt sie wahrlos auf. Und das Erste, was er liest, ist 1 Johannes 1,9. Wenn wir unsere Sünden bekennen, dann ist Gott treu und gerecht und reinigt uns von aller Schuld. Wenn wir aber sagen, dass wir nicht gesündigt haben, dann machen wir ihn zum Lügner. Thorsten Hartung legt vor dem Staatsanwalt ein umfangreiches Geständnis ab. Er lässt sich taufen und er wird schließlich nach 14 Jahren aus der Haft wieder entlassen. Heute begleitet er junge Heftlinge, sowie gefährdete Jugendliche auf ihrem Weg zurück in die Gesellschaft. Und er erzählt jedem, wie groß dieser Jesus ist. Denn Jesus weiß niemanden ab. Thorsten Hartung nicht und auch dich nicht. Jesus stößt noch nicht einmal die Zöllner von sich, die bei den meisten zu der damaligen Zeit völlig unten durch waren. Er schickt die Prostituierte nicht weg, obwohl alle die Nase über sie rünfen. Er weiß die Eheprecherin nicht ab, die die Moralprediger am liebsten gesteinigt hätten. Ja, Jesus wirft noch nicht einmal einen Mörder raus. Denn er ist gekommen, um die Verlorenen zu retten. Und er schenkt ihnen Zeit und Beachtung und Respekt. Das sprengt manchmal unsere Vorstellungskraft. Und so kommt es, dass selbst manche Christen plötzlich auf dem Sterbe bezweifeln und fragen, hat es gereicht? Hat mein Leben wirklich für die Ewigkeit gereicht? Wird er mich annehmen? Ist es genug? Gegen diese Anfechtung hilft wirklich nur eins, dass wir Johannes 6, 37 ganz tief in uns verankern. Wer zu Jesus kommt, den wird er nicht abweisen, niemals. Es reicht nämlich nicht, was du getan hast, aber es reicht, was er für dich getan hat. Und wenn du zu ihm kommst, dann wirft er dich nicht hinaus. Ja, wörtlich steht genau nämlich das hier drin. Im Griechischen heißt es, wer zu mir kommt, den werde ich nicht nach draußen hinauswerfen. Was bedeutet das? Das jüdische Volk erwartete damals, dass die Welt bald untergeht. Und Gott würde aber vorher jemanden schicken, der die Gegner besiegt. Danach käme dann das große Weltgericht vor dem Thron Gottes. Leider war sich aber niemand sicher, ob er bei diesem Gericht bestehen könnte. Denn wer schafft es schon, alle Gebote zu halten und hat es wirklich gereicht, selbst wenn man es versucht hat? Wer kann schon sagen, dass er genug Punkte für die himmlische Eintrittskarte gesammelt hat und einfach hindurchgewunken wird? Niemand. Aber wenn du zu Jesus gehörst, dann musst du dir darüber gar keine Gedanken mehr machen. Erhält dich fest, damit niemand dich hinauswerfen kann. So wirst du am Tag des Gerichts nicht dem Gericht Gottes übergeben werden, denn Jesus wird für dich eintreten. Du wirst doch nicht in die Hölle geworfen werden, weil Jesus alles für dich bezahlt hat. Du wirst im Himmel erwartet, weil Jesus dort einen Platz für dich reserviert hat. Weiter gehört zur Willkommenskultur Jesus, dass seine Tür immer offen steht. Ich stamm nicht aus einer christlichen Familie. Ich war zum Beispiel nie im Kindergottesdienst. Glaube und Gemeinde waren für mich als Teenager eine völlig fremde Welt. Darum war ich mir lange Zeit auch nicht sicher, ob dieser Jesus, von dem mir meine Freunde erzählten, wirklich etwas mit mir zu tun haben wollte. Aber ich spürte in der Gemeinde, dass ich willkommen bin. Und meine christlichen Freunde vermittelten mir, dass Ihre, wie auch Gottesthören, immer offen stehen für mich. Und schließlich habe ich gespürt, was der Apostel Johannes einmal so beschrieben hat. Er bekam einen Brief von Jesus in dem Stand. Jesus sagt, merkst du das eigentlich nicht? Ich stehe vor deiner Tür und klopfe an. Wenn du jetzt auf meine Stimme hörst und mir die Tür öffnet, werde ich hineinkommen und Gemeinschaft mit dir haben. Genau dieses Klopfen habe ich damals gespürt. Und es hat mich ermutigt, mein Herz für Jesus zu öffnen. Seine Tür stand die ganze Zeit immer für mich offen, aber meine Herzenshör, die war so lange, so fest verschlossen. Darum klopft Jesus immer wieder bei jedem von uns an. Er will uns zeigen, dass die Tür zum Himmel weit geöffnet ist und dass er niemanden abweist. Wir müssen sein Angebot nur annehmen und uns dafür öffnen. Im Frühjahr 2015 suchte die Queen einen neuen Schoffhör. Voraussetzungen für den Job waren ein britischer Führerschein und ein tadelloses Fahrverhalten. Und natürlich gute Manieren. Der Bewerber sollte in der Lage sein, so Autos wie Royce Royce, Bentley und Daimler zu fahren. Und ich denke, das hört es sich gut an. Aber es gab auch ein paar kleine Haken an dieser Stellenbeschreibung. Es wurde erwartet, dass die Person am König Holöchenhof wohnt. Dafür würde sie aber auch von der Küche versorgt. Sie müsste natürlich auch total maximal flexibel sein, was die Arbeitszeiten angeht. Und das Gehalt betrüge lediglich 31.000 Pfund. Das ist für London nicht viel. Was meint ihr? Gab es auf diese Stellenanzeige tatsächlich Bewerber? Na klar. Unzählige. Alle wollten der königlichen Familie nah sein. Alle wollten diese supertollen Autos fahren. Denn das ist ein riesiges Privileg, der königlichen Familie zu dienen und ihr nah zu sein. Aber mal ehrlich, letztlich ist man doch eigentlich nur ein Schufför, den man ohne Weiteres wieder austauschen kann. Bei Jesus ist das ganz anders. Darum endet Johannes 6.37 auch nicht mit einem Punkt, sondern mit einem Komma. Jesus sagt, wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Denn ich bin vom Himmel her abgekommen, und zwar nicht, dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Die Queen ist tatsächlich beeindruckend. Aber hier steht mit Jesus ein weit aus bedeutender König vor dir. Er ist vom Himmel für dich herabgekommen. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden für dich. Und du darfst zu ihm kommen, weil er zuvor aus dem Himmel herabgekommen ist. Er ist einer von uns geworden. Er ist mit uns auf Augenhöhe gekommen. Jeder Schufför weiß, dass er niemals mit der königlichen Familie auf Augenhöhe sein wird. Jeder Blickkontakt mit der Queen war ein seltenes Ereignis. Bei aller räumlichen Nähe galt immer Abstand mit Anstand. Aber der ewige Gottessohn, der kommt in die ganze Erbärmlichkeit und Schwachheit unseres Lebens hinein. Er schaut dir in die Augen, er berührt dich, er umarmt dich, er lacht und weint mit dir, er öffnet dir Türen. Uns abzuweisen, würde seiner ganzen Sendung widersprechen. Und doch sind viele von uns so oft skeptisch und wagen, es nicht seine Einladung anzunehmen. Manchmal sind es unsere Schuldgefühle. Ein anderes Mal sind es unsere Schamgefühle, die uns in die Einsamkeit und Isolation führen. Aber wo auch immer wir in den Evangelien blättern, Jesus lebt genau das, was er hier sagt. Wer zu ihm kommt, den weist er nicht zurück. Und ich glaube, das gilt auch dir und mir, denn dafür ist Jesus auf diese Welt herabgekommen. Er selbst ist die rettende Tür aus unserer Traurigkeit, Einsamkeit, Scham und Schuld. Zu ihm müssen wir kommen, wenn wir nicht ewig verloren sein wollen. An ihn müssen wir uns wenden, wenn wir Hilfe brauchen. Darum viertens, jedem soll geholfen werden. Tatsächlich macht Jesus da keine Ausnahmen. Jeder ist eingeladen zu ihm zu kommen und jeder bekommt Brot und Fisch, jedem soll geholfen werden. Aber wenn wir im Johannes Evangelium weiterlesen, dann merken wir, dass nicht jeder dieses Angebot annimmt. Am Ende dieses Kapitels hier gehen viele enttäuscht weg, die Worte von Jesus waren ihn zu hart, zu krass. War das vielleicht intellektuell zu hoch, was Jesus gesagt hat und was ich euch bisher vorgestellt habe? Ich denke nicht. Jesus hat so viele Bilder und Beispiele benutzt, um seine Mission zu erklären. Das konnte jeder verstehen, aber es wollte nicht jeder verstehen. Oder spürten die Leute vielleicht, dass sie nicht gut genug für Gottesreich sind? Ich glaube, das wussten sie schon immer. Aber sie hielten Jesus nicht für gut genug, sie zu retten. Sie wollten nicht glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Sie kannten ja seine Eltern und Geschwister. Und dann hält Jesus noch eine Überraschung für uns bereit. Er erklärt, alle Menschen, die mein Vater mir gibt, werden zu mir kommen und niemand, der zu mir kommt, wird von mir ab gewesen. Ein bisschen später sagt er, niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht. Ah, europäisch geprägte Menschen wittern hier sofort ein Problem. Das klingt ja nach vorher Bestimmung. Wir haben es gar nicht selbst in der Hand zu Jesus zu kommen. Gott sucht sich die Leute ja anscheinend selber aus, die zum Glauben kommen. Und dann schiebt er sie und zieht er sie zu Jesus. Und logischerweise muss es dann ja wohl auch welche geben, die er nicht zieht. Auf solche Ideen käme ein orientalisch geprägter Mensch nie im Leben. Er zieht keine Schlüsse aus dem Nichtgesagten. Er versucht lieber zu entdecken, welche Beziehungen hier eigentlich beschrieben werden. Und dann klingt das plötzlich ganz anders. Jesus steht hier nicht allein vor Tausenden von Menschen. Das macht er sich nämlich gerade bewusst. Sondern der Vater im Himmel ist bei ihm und er sieht auch, dass die Menschen weggehen und diese Beziehung nicht wollen. Und wir wissen, dass auch der Heilige Geist eine nicht unerhebliche Rolle spielt, wenn