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Humanistisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Ratko Mladić: Ein Staatsbegräbnis und eine Messe für den Kriegsverbrecher

Ralf Nestmeyer · Humanistischer Pressedienst · 2026-09-15 · Quelle

Gerechtigkeit · Hauptbotschaft Verantwortung · tragend Wahrhaftigkeit · tragend

Die serbisch-orthodoxe Kirche legitimiert durch die öffentliche Würdigung des verurteilten Kriegsverbrechers Mladić den serbischen Nationalismus und steht damit im Widerspruch zu internationalen Rechtsurteilen und der Verurteilung von Kriegsverbrechen.

In seiner Trauerrede bezeichnete er Mladić durchgängig als „General Ratko“ und würdigte ihn als einen aufopferungsvollen Christen. Er werde den Gläubigen als Befehlshaber in Erinnerung bleiben, der trotz schwieriger und tragischer Zeiten „sein Leben für die Freiheit, die Verteidigung und das Überleben seines Volkes gegeben“ habe.

Der Text beschreibt, wie der verurteilte Kriegsverbrecher Ratko Mladić nach seinem Tod in Belgrad mit militärischen Ehren und einem von Patriarch Porfirije Perić geleiteten Gottesdienst bestattet wurde. Mladić war für die Belagerung von Sarajevo und den Genozid von Srebrenica verantwortlich und wurde 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Patriarch würdigte ihn als „heiligen serbischen Krieger“ und betonte, irdische Gerichte seien fehlbar. Der Text verweist auf die enge Verbindung zwischen der serbisch-orthodoxen Kirche und dem serbischen Nationalismus und zieht Parallelen zur Unterstützung Putins durch Patriarch Kyrill. EU-Politiker verurteilten die Feierlichkeiten, während deutsche Kirchen schwiegen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker forderte die deutschen Kirchen auf, auf die Würdigung zu reagieren. Der Text thematisiert das Spannungsfeld zwischen religiöser Autorität, politischer Legitimation und internationaler Rechtssprechung.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
gerechte gesellschaftliche oder politische Verhältnisse; Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis (erschlossen)
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns (erschlossen)
Wohin geht die Geschichte?
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende (erschlossen)
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf ein gegenwärtiges Oberhaupt, Lehrer, Amt; auf Argument, Logik, Wissenschaft
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens (erschlossen)
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
-1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
1 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Internationales Ratko Mladić: Ein Staatsbegräbnis und eine Messe für den Kriegsverbrecher Nachdem Ratko Mladić, der für das Massaker von Srebrenica verantwortlich war, im UN -Gefängniskrankenhaus von Den Haag gestorben war, wurde er in Belgrad mit militärischen Ehren bestattet. Der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije Perić leitete den Gottesdienst und würdigte den verurteilten Kriegsverbrecher als christlichen und aufopferungsvollen Serben. Ralf Nestmeyer 15.09.2026 2 Ratko Mladić bei seiner Verurteilung vor dem Internationalen Strafgerichtshof (2017) Foto: UN International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia via Wikimedia Commons CC BY 2.0 Ratko Mladić war einer der größten Kriegsverbrecher seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Als Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee war er von 1992 bis 1996 für unzählige Gräueltaten verantwortlich. Während der vierjährigen Belagerung von Sarajevo kamen rund 10.000 Menschen ums Leben. Bosnisch-serbische Streitkräfte terrorisierten die Zivilbevölkerung unter anderem mit Scharfschützen; zu den Opfern gehörten auch rund 1.500 Kinder. Mladić organisierte zudem den Genozid von Srebrenica, bei dem im Juli 1995 rund 8.000 männliche bosnische Muslime ermordet wurden. Der „Schlächter von Bosnien“ konnte sich jahrelang erfolgreich verstecken. Im Mai 2011 wurde Mladić schließlich in Serbien verhaftet und an das Den Haager Tribunal überstellt. Sechs Jahre später wurde er unter anderem wegen Völkermord schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Eine vorzeitige Haftentlassung wurde abgelehnt. Mladić starb am 27. August im UN -Gefängniskrankenhaus von Den Haag. „Heiliger serbischer Krieger“ Nach seinem Tod wurde sein Leichnam nach Serbien überführt, wo ihn die Regierung Anfang letzter Woche mit einem „Staatsbegräbnis“ samt militärischer Ehrenformation und dreifachem Salutschuss bedachte. Staatschef Alexander Vučić blieb den Feierlichkeiten fern. Vučićs Sohn, viele amtierende Minister und rund 300 orthodoxe Priester erwiesen Mladić dagegen das letzte Geleit. Die Trauerfeierlichkeiten fanden in der Sankt-Lukas-Kirche statt. Kein Geringerer als der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije Perić, das geistliche Oberhaupt von zwölf Millionen Gläubigen, leitete den Gottesdienst. In seiner Trauerrede bezeichnete er Mladić durchgängig als „General Ratko“ und würdigte ihn als einen aufopferungsvollen Christen. Er werde den Gläubigen als Befehlshaber in Erinnerung bleiben, der trotz schwieriger und tragischer Zeiten „sein Leben für die Freiheit, die Verteidigung und das Überleben seines Volkes gegeben“ habe. Der Belgrader Patriarch betonte zugleich, die orthodoxe Kirche bete für alle Menschen, auch für jene, deren Leben ausgelöscht wurde und überlasse Gott das Urteil. Perić verstieg sich sogar zu der Aussage, irdische Gerichte seien fehlbar und würden deshalb nicht alle Menschen mit demselben Maßstab messen. Maßgeblich sei allein Gottes Gericht. Bereits kurz nach Mladićs Tod hatte das Kirchenoberhaupt den Kriegsverbrecher in einem Gedenkgottesdienst „als heiligen serbischen Krieger“ gewürdigt: "Möge die Allerheiligste Mutter Gottes, deren Himmelfahrt wir feiern, auch seine Seele unter all den heiligen serbischen Kriegern erheben, den berühmten General Ratko." Kirche und serbischer Nationalismus Die Verbindung zwischen der serbisch-orthodoxen Kirche und den politischen Machthabern ist traditionell eng. So wie der russische Patriarch Kyrill Präsident Putin bei seinem Expansionskurs gegen die Ukraine bedingungslos unterstützt, so können sich auch die serbischen Nationalisten auf die Unterstützung des Patriarchen verlassen. Perićs Vorgänger, Patriarch Irinej, hatte die UN -Resolutionen zum Genozid von Srebrenica zurückgewiesen und die Verurteilung von Mladić als ein „Werk des Teufels“ bezeichnet. EU -Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU -Ratspräsident António Costa verurteilten die Trauerfeier deutlich. Serbiens Wunsch nach einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union dürfte dadurch nicht näher gerückt sein. Die Rolle der serbisch-orthodoxen Kirche, die in Deutschland den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts anstrebt, thematisierte die EU dabei nicht. Auch die großen deutschen Kirchen schwiegen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat deshalb die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) , die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in einem Offenen Brief aufgefordert , deutlich auf die öffentliche Würdigung des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladić durch die serbisch-orthodoxe Kirche zu reagieren. Kommentare (2) Netiquette für Kommentare Ihr Name E-Mail Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt. Startseite Ihr Kommentar Klartext Keine HTML-Tags erlaubt. Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt. Benachrichtigen Sie mich, wenn neue Kommentare veröffentlicht werden Alle Kommentare Antworten auf meinen Kommentar Bitte dieses Feld leer lassen Gerhard Baierlein (nicht überprüft) Di. 15 Sep 2026 - 13:16 typisch Kirche, die größten… typisch Kirche, die größten Kriegsverbrecher werden als Heilige verehrt und über die Todesopfer dieses "Menschen" kein Wort erwähnt, deutlicher kann man nicht sehen wo die Kirchen wirklich stehen und wie skrupellos diese noch immer sind. Es wird höchste zeit, daß den Menschen endlich ein Licht aufgeht was Religion wirklich ist, nämlich ein Menschen verdummender und Geldgieriger Verein, welcher längst aus der Welt geräumt gehört, Friede und Freiheit kann es weltweit NUR ohne Religionen geben, solange dies nicht realisiert wird ist die Menschheit diese wunderschöne Erde nicht wert, da sie diese zu einem Jammertal macht. Antworten