Die biblischen Gleichnisse vom verlorenen Schaf und der verlorenen Münze beschreiben nicht die Pflicht des Menschen, andere zu suchen, sondern die Initiative Gottes, den Menschen zu finden; Glaube besteht daher nicht in der Suche nach Gott, sondern in der Annahme, von Gott gefunden worden zu sein.
Der Text ist eine Predigt über Lukas 15,1-10 (Gleichnisse vom verlorenen Schaf und der verlorenen Münze). Der Prediger argumentiert, dass die Bibel nicht primär um den Menschen, sondern um Gott geht. Die Gleichnisse werden nicht so gelesen, dass der Mensch als Hirte oder suchende Frau agiert, sondern dass Gott der Suchende ist und der Mensch das Verlorene. Als Beleg wird das Leben und Gedicht 'The Hound of Heaven' von Francis Thompson herangezogen, der sich von Gott verfolgt fühlte. Die zentrale Botschaft lautet: Glaube ist keine heldenhafte Suche des Menschen nach Gott, sondern die Annahme des Gefundenwerdens durch Gott. Der Text schließt mit der Aufnahme neuer Mitglieder in die Nazareth-Gemeinschaft und dem Auftrag, aufzuhören davonzulaufen.
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Eine Predigt, gehalten in St Martin-in-the-Fields am 16. September 2026 von Revd Dr Sam Wells
Lesung für die Ansprache: Lukas 15: 1-10
Ich kannte einst eine junge Frau, die mir sagte: „Ich werde so wütend auf die Bibel!“ Als ich fragte warum, sagte sie, ihr Mann, der neu im Christentum war, hatte oft Freunde zu einem Abendbesuch, und einer oder zwei von ihnen würden gerne eine Bibel aufschlagen, zufällig eine unverständliche Stelle aufreißen und einfach lachen, wie seltsam sie klang. Für diejenigen von uns, die dazu gebracht wurden zu glauben, dass die Bibel ein guter Leitfaden des gesunden Menschenverstands für das Leben ist, ist der Zorn der jungen Frau verständlich. Viele von uns wurden dazu gebracht zu glauben, wie sie, dass die Bibel im Grunde um uns geht, und deshalb sollte sie uns natürlich in einer Sprache ansprechen, die wir verstehen können.
Aber die Wahrheit ist, dass die Bibel im Grunde nicht um uns geht. Die Bibel geht im Grunde um Gott. Und unsere Bemühungen, die Wahrheit über Gott in mehr oder weniger nützliche Leitfäden für das Leben zu übersetzen, sind niemals etwas anderes als vorläufig, und sicherlich niemals so ordentlich, wie wir es uns wünschen würden. Nehmen wir unsere Lesung aus dem Evangelium nach Lukas. Jesus ist von Zöllnern und Sündern umgeben, mit anderen Worten Menschen, deren Lebensstil sie rituell unrein und moralisch verwerflich machte. Das eine, wozu Israel vor allem berufen war, war heilig zu sein – sich an die Worte des Levitikus erinnernd: „Seid heilig, denn ich bin heilig.“ Das war das Ziel der Pharisäer – sicherzustellen, in den kleinsten Einzelheiten, dass alle Menschen Israels heilig waren. Es gab keine Möglichkeit auf der Welt, dass die Zöllner und Sünder heilig sein konnten, also sagten die Pharisäer und die Schriftgelehrten, wenn dieser Jesus wirklich von Gott wäre, wirklich heilig, würde er sich weit von ihnen fernhalten.
Und dann erzählt Jesus diese zwei Geschichten. Wenn ein Hirte hundert Schafe hat und eines verlorenght, würde er doch die neunundneunzig verlassen und dem einen nachgehen, das verloren war; und dann, nachdem er das verlorene Schaf gefunden hatte, würde er das Tier auf seine Schultern legen und sich freuen; und bei seiner Rückkehr nach Hause würde er ein großes Fest mit seinen Freunden und Nachbarn feiern. Ebenso, wenn eine Frau zehn Silbermünzen hat und eine verlorenght, würde sie doch ihr Haus ohne Unterlass durchsuchen, bis sie sie fand; und bei der Entdeckung der Münze würde sie ein großes Fest mit ihren Freunden und Nachbarn feiern.
Nun, wenn wir diese Geschichten lesen, wie wir es gewohnt sind, davon auszugehen, dass die Bibel etwas über uns sagt, könnten wir uns denken: „Nun, es gibt doch einige ziemlich schlechte Menschen da draußen. Einige von ihnen haben einen beträchtlichen Gewinn aus der Sünde gezogen, wie die Zöllner, und andere haben zweifellos sich selbst so sehr geschadet wie jeden anderen und am Ende einfach ein Chaos aus ihrem Leben gemacht, wie die Menschen, die Lukas Sünder nennt. Aber ich schätze, wir sollten großzügig und aufgeschlossen sein und uns um diejenigen kümmern, auf die andere herabblicken. Wir sollten Hirten sein, die die Verlorenen suchen, wir sollten sorgfältige Haushälter sein, die jede einzelne Münze schätzen.“ Und so werden wir zu Menschen, die Gutes tun. Ein irischer Schriftsteller beschreibt eine solche Frau in diesen Worten: „Sie hatte ihr Leben damit verbracht, anderen Gutes zu tun. Man konnte es den anderen an ihrem gepeinigten Blick ansehen.“ Kurz gesagt, wir werden zu Gönner – Menschen, die aus ihrer Großzügigkeit heraus herablassen, einem bedürftigen Menschen eine Hand zu reichen.
Doch Mäzene zu werden, ist nicht der Inhalt dieser Gleichnisse. Diese Geschichten handeln im Grunde nicht von uns. Diese Geschichten handeln im Grunde von Gott. Die Pharisäer erkannten dies besser als wir. Sie hätten sich tief beleidigt gefühlt, wenn sie gedacht hätten, Jesus würde sie mit einem niedrigen Hirten vergleichen, und, so unangenehm es auch ist, es zuzugeben, sie hätten nicht einmal im Traum daran gedacht, mit einer Frau verglichen zu werden. Jesus ruft die Pharisäen nicht nur dazu auf, ein wenig großzügiger zu sein – er ruft sie zur Buße, zu einer vollständigen Umkehr ihrer Art, die Welt zu sehen und in ihr zu sein. Der Punkt dieser beiden Gleichnisse ist nicht, dass wir uns mit dem Hirten und der Frau identifizieren. Wir sind nicht der Hirte: Wir sind das verlorene Schaf. Wir sind nicht die Frau: Wir sind die verlorene Münze. Gott ist der Hirte; Gott ist die suchende Frau. Gott ist derjenige, der das erstaunliche Risiko eingeht, die neunundneunzig Schafe zu verlassen und zu kommen, um nach uns zu suchen, eine Reise der Gefahr, des Wagemuts und der Hingabe, eine Reise, die wir Leidenschaft nennen könnten. Gott ist derjenige, der uns sorgfältig, bedacht sucht, wie eine Frau, die akribisch und methodisch eine verlorene Münze aufspürt.
Was Jesus sagt, ist: Wer immer du bist, pharisäischer Gesetzgeber oder sündiges Gesetzesbrecher, diese Geschichte handelt nicht von dir. Es ist eine Geschichte über Gott. Und der Weg, sich selbst zuzulassen, Teil der Geschichte zu werden, ist aufzuhören, davonzulaufen, aufzuhören, sich vor demjenigen zu verstecken, der dich begehrt und nach dir sucht.
Wenige Menschen haben diese Gleichnisse besser verstanden als Francis Thompson. Francis Thompson wurde 1859 in eine wohlhabende katholische Familie in Manchester, England, geboren. Er wurde auf ein Internat geschickt, um ihn auf das Priesteramt vorzubereiten. Als klar wurde, dass seine Berufung woanders lag, wurde er geschickt, um wie sein Vater als Arzt ausgebildet zu werden. Aber sein Studium machte ihn unglücklich, und nach dem Tod seiner Mutter begann er, Opium zu nehmen. Im Alter von 26 Jahren kam er nach London und geriet in ein niedriges Leben auf den Straßen, dem Hunger, der Krankheit und der Drogensucht ausgesetzt. Zwei Jahre später stand er am Rande des Suizids, als er von einer Prostituierten befreundet wurde, die ihn bei sich aufnahm, ihn durch den Winter pflegte und ihn ermutigte, Gedichte zu schreiben. Zwei erstaunliche Ereignisse folgten. Erstens veröffentlichte der literarische Redakteur Wilfred Meynell eines von Thompsons Gedichten und begann eine enge Freundschaft, die den Rest von Thompsons Leben dauern sollte. Und zweitens erkannte die Prostituierte, deren Name nicht bekannt ist, dass Thompson unter seinen neuen Freunden einen bisher unbekannten Frieden gefunden hatte, und verschwand aus seinem Leben. Ihre letzten Worte an ihn waren: „Sie werden unsere Freundschaft nicht verstehen." Es gibt kein anderes Wort im christlichen Vokabular für die Veröffentlichung dieses Gedichts als Vorsehung, und es gibt keine anderen Worte im theologischen Lexikon für das Dienstamt dieser Prostituierten als Heiliger Geist.
Vor hundert Jahren, kurz vor seinem Tod, schrieb Thompson ein Gedicht, in dem er erkannte, dass er sein ganzes Leben lang davongelaufen war, und dass im Grunde derjenige, vor dem er davongelaufen war, nicht sein eigener Vater, sondern Gott war. Sein eigenes Leben war zweitrangig gegenüber der grundlegenden Erzählung, die die unermüdliche Verfolgung seiner Person durch Gott war. Das berühmte Gedicht heißt „The Hound of Heaven" (Der Himmelsjäger). Es beginnt: „I fled Him, down the nights and down the days; I fled Him, down the arches of the years; I fled Him, down the labyrinthine ways Of my own mind; and in the mist of tears I hid from Him." (Ich floh vor Ihm, hinab durch die Nächte und durch die Tage; ich floh vor Ihm, hinab durch die Bögen der Jahre; ich floh vor Ihm, hinab durch die labyrinthischen Wege meines eigenen Geistes; und im Nebel der Tränen verbarg ich mich vor Ihm.) Im Gedicht erklärt Thompson, warum er floh: Er gibt zu: „though I knew his love who followèd, Yet was I sore adread Lest, having him, I must have naught beside." (Obwohl ich die Liebe dessen kannte, der mir folgte, doch fürchtete ich mich sehr, dass, wenn ich ihn hätte, ich nichts anderes hätte.) Doch der Himmelsjäger verfolgte ihn mit aller „deliberate speed" (bedachten Geschwindigkeit). (Man könnte den Ausdruck „all deliberate speed" (mit aller bedachten Geschwindigkeit) wiedererkennen, denn er wird im zweiten Urteil des Supreme Court in der Brown v. Board-Sache zur Entmischung der Schulen im Jahr 1955 neu geprägt.) Am Ende ist der Leser des Gedichts weniger fasziniert von den Gründen und Gefühlen desjenigen, der davongelaufen ist, und stattdessen gefesselt von der Beharrlichkeit, der unermüdlichen Verfolgung und vor allem von der Leidenschaft des Himmelsjägers, der Liebe, die Thompson nicht loslässt. Der Himmelsjäger ist einer und derselbe mit der Frau, die nach der verlorenen Münze sucht, und dem Hirten, der nach dem verirrten Schaf sucht: Jeder von ihnen ist Gott in Christus, der uns ausfindig macht und uns kennt, der zu uns kommt in jeder Form, in der wir ihn empfangen können, sogar erstaunlicherweise, wie bei Thompson, in der Form einer Prostituierten, einfach weil er die Liebe ist, die uns nicht loslässt.
In wenigen Augenblicken werden wir Gottes Segen über unsere neuen Nazareth-Mitglieder erbitten. Wie ich andeutete, wenn wir die heutigen Gleichnisse als ausschließlich über uns verstehen – wenn wir uns selbst als den Hirten und die Frau sehen –, dann könnten wir annehmen, Nazareth handle vom Suchen nach Gott. Aber wir sind ein Volk, das lernt, diese Gleichnisse und vieles andere in der Bibel und im Leben auf eine andere Weise zu lesen. Wir sind nicht die Suchenden in diesen Gleichnissen: Wir sind die Gefundenen. Gott ist nicht das Ziel unseres Suchens: Gott ist der Himmelsjäger, der uns aufspürt, wie sehr und wie schnell wir auch entschlossen sind davonzulaufen. Und wenn wir die Freude des Gefundenwerdens entdeckt haben, wie sehr sehnen wir uns danach, diese Freude mit anderen zu teilen, die eine ähnliche Entdeckung gemacht haben, die wie wir wissen, wie tiefgreifend sie versucht haben davonzulaufen. Diese neuen Freundschaften sind keine, in denen wir das Suchen oder das Finden tun, sondern solche, in denen wir die Freude des Gefundenwerdens erleben.
Hier sind wir, und denken, unsere Herzenssuche des Glaubens, unsere Reise, wir selbst seien das, worum es in der Geschichte geht. Aber, Brüder und Schwestern, hört die gute Nachricht. Die Geschichte geht ausschließlich um Gott. Gott ist der Himmelsjäger, der uns ausfindig macht und uns kennt, Gott in Christus ist der gute Hirte, der die 99 verlässt, um zu uns zu kommen und uns zu finden, Gott in Christus ist die Frau, der es so viel bedeutete, dass sie alles beiseitesetzte, um uns zu finden, ihre so kostbare verlorene Münze. Glaube ist keine heldenhafte Reise: Glaube ist die Annahme des Gefundenwerdens.
Francis Thompson versuchte, Priester zu werden, und versuchte, Arzt zu werden, und endete als Vagabund. All dies erwies sich als verschiedene Formen des Davonlaufens vor Gott. Erst als er in der Lage war, echte Freundschaft zu empfangen, hörte er auf davonzulaufen. Wenn wir in wenigen Augenblicken unsere Mitglieder der Nazareth-Gemeinschaft aufnehmen, beauftragen wir sie herauszufinden, wer der Gott ist, der nach ihnen sucht, und aufzuhören davonzulaufen. Und wir beten, dass sie hier neue Freunde finden werden, Freunde, die, wie sie, entdeckt haben, dass wir nicht der Himmelsjäger sind. Der Himmelsjäger ist Gott.
Wortlaut im Original
A Sermon preached at St Martin-in-the-Fields on September 16, 2026 by Revd Dr Sam Wells
Reading for address: Luke 15: 1-10
I once knew a young woman who told me “I get so angry with the Bible!” When I asked why, she said that her husband, who was new to Christianity, often had friends round for an evening, and one or two of them would like to pick up a Bible and open it randomly and read out an obscure passage and just laugh at how strange it sounded. For those of us who’ve been led to believe that the Bible is a good common sense guide for living, the young woman’s anger is understandable. Many of us have been led to believe, like her, that the Bible is fundamentally about us, and so of course it should speak to us straightforwardly in language we can understand.
But the truth is the Bible is not fundamentally about us. The Bible is fundamentally about God. And our efforts to translate the truth about God into more or less useful guides for living are never anything other than provisional, and certainly never as tidy as we would like. Take our reading from the gospel of Luke. Jesus is surrounded by tax collectors and sinners, in other words people whose style of life made them ritually unclean and morally reprehensible. The one thing Israel was called to be above all was holy – remembering the words of Leviticus, “Be holy, for I am holy.” This was the aim of the Pharisees – to make sure, in the minutest particulars, that all the people of Israel were holy. There was no way in the world that the tax collectors and sinners could be holy, so the Pharisees and the scribes said, if this Jesus were truly of God, truly holy, he’d be keeping well away from them.
And then Jesus tells these two stories. If a shepherd has a hundred sheep, and one goes missing, surely he would leave the ninety-nine and go after the one that was lost; and then, having found the lost sheep, he would lay the animal on his shoulders and rejoice; and on returning home he would have a great party with his friends and neighbours. Likewise if a woman has ten silver coins, and one goes missing, surely she would search her house without pause until she found it; and on discovering the coin, she would have a great party with her friends and neighbours.
Now when we read these stories, tuned in as we are to assuming the Bible is saying something about us, we may think to ourselves, “Well, there sure are some pretty bad people out there. Some of them have made a hefty profit out of sin, like the tax collectors, and others have doubtless hurt themselves as much as anyone else and just ended up making a mess of their lives, like the people Luke calls sinners. But I guess we should be generous and broad-minded and care about those whom others might look down on. We should be shepherds who search out the lost, we should be careful householders who treasure each and every coin.” And so we become people who do good. One Irish writer describes such a woman in these words: “She had spent her life doing good to others. You could tell the others by their hunted look.” In short we become patrons – people who, out of our generosity, deign to give a hand up to a person in need.
But becoming patrons is not what these parables are about. These stories are not fundamentally about us. These stories are fundamentally about God. The Pharisees realized this, better than we do. They would have been deeply insulted to think Jesus would have compared them to a lowly shepherd, and, uncomfortable as it is to admit, they wouldn’t have dreamt of being compared to a woman. Jesus isn’t just calling the Pharisees to be a bit more generous – he is calling them to repentance, a complete reversal of their way of seeing and being in the world. The point of these two parables is not for us to identify with the shepherd and the woman. We are not the shepherd: we are the lost sheep. We are not the woman: we are the lost coin. God is the shepherd; God is the searching woman. God is the one who takes the astonishing risk of leaving the ninety-nine sheep and coming to look for us, a journey of danger, daring, and devotion, a journey we could call passion. God is the one who carefully, thoughtfully seeks us out like a woman meticulously and methodically tracking down a lost coin.
What Jesus is saying is, whoever you are, Pharasaic lawmaker or sinful lawbreaker, this is not a story about you. It’s a story about God. And the way to allow yourself to become part of the story is to stop running away, to stop hiding from the one who yearns and searches for you.
Few people have understood these parables better than Francis Thompson. Francis Thompson was born into a well-to-do Catholic family in Manchester, England, in 1859. He was sent to a boarding school to prepare him for the priesthood. When it became clear his vocation lay elsewhere he was sent to train, like his father, as a physician. But his studies made him miserable, and, after the death of his mother, he started to take opium. He came to London at the age of 26, and fell into a low life on the streets, facing hunger, disease, and drug addiction. Two years later he was on the verge of suicide, when he was befriended by a prostitute, who took him in, cared for him through the winter, and encouraged him to write poetry. Two astonishing events followed. First, the literary editor Wilfred Meynell published one of Thompson’s poems and began a close friendship that was to endure for the rest of Thompson’s life. And second, the prostitute, who name is not known, recognized that Thompson had found a hitherto unknown peace among his new friends, and disappeared from his life. Her last words to him were, “They will not understand our friendship.” There is no other word in the Christian vocabulary for the publication of that poem but providence, and there are no other words in the theological lexicon for the ministry of that prostitute but Holy Spirit.
One hundred years ago, shortly before his death, Thompson wrote a poem in which he recognized that all his life he had been running away, and fundamentally the one he had been running away from was not his own father but God. His own life was secondary to the fundamental narrative, which was God’s relentless pursuit of him. The celebrated poem is called The Hound of Heaven . It begins, “I fled Him, down the nights and down the days; I fled Him, down the arches of the years; I fled Him, down the labyrinthine ways Of my own mind; and in the mist of tears I hid from Him.” In the poem Thompson explains why he was fleeing: he admits, “though I knew his love who followèd, Yet was I sore adread Lest, having him, I must have naught beside.” Yet the hound of heaven pursued him with all “deliberate speed”. (You might recognize the phrase “all deliberate speed,” for it is re-minted in the second Brown v Board Supreme Court judgement on school desegregation in 1955.) In the end the reader of the poem is less fascinated by the reasons and emotions of the one running away, and instead captivated by the persistence, the relentless pursuit and most of all the passion of the hound of heaven, the love that will not let Thompson go. The hound of heaven is one and the same with the woman searching for a the lost coin and the shepherd searching for the stray sheep: each one is God in Christ who searches us out and knows us, who comes to us in any form we can receive him, even astonishingly, as for Thompson, in the form of a prostitute, simply because he is the love that will not let us go.
In a few moments we are going to ask God’s blessing on our new Nazareth members. As I hinted earlier, if we see today’s parables as all about us – if we see ourselves as the shepherd and the woman – then we could suppose Nazareth is about searching for God. But we are a people who are learning to read these parables, and much else in the Bible and in life, in a different way. We are not the searchers in these parables: we are the found. God is not the goal of our seeking: God is the hound that tracks us down however hard and fast we’re determined to run away. And if we’ve discovered the joy of being found, how much we long to share that joy with others who’ve made a similar discovery, who know like us how profoundly they’ve tried to flee. These new friendships are not ones in which we do the seeking or the finding, but ones in which we experience the joy of being found.
Here are we, thinking our heartsearchings of faith, our journey, ourselves are what the story is all about. But, brothers and sisters, hear the good news. The story is all about God. God is the hound of heaven who searches us out and knows us, God in Christ is the good shepherd who leaves the 99 to come and find us, God in Christ is the woman who cared so much that she set everything aside to find us, her oh-so precious lost coin. Faith is not a heroic journey: faith is the acceptance of being found.
Francis Thompson tried to be a priest, and tried to be a physician, and ended up as a vagrant. All of these turned out to be different forms of running away from God. Only when he was able to receive real friendship did he stop running away. When we induct our Nazareth Community members in a few moments’ time, we’re commissioning them to find out who the God that is searching for them really is, and to stop running away. And we pray that here they will make new friends, friends who have discovered, like them, that we are not the hound of heaven. The hound of heaven is God.