Katholisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Quem merece mais
ohne Namen ·
Arquidiocese de São Paulo – Artigos e pronunciamentos do Cardeal Odilo Scherer ·
2026-09-20
· São Paulo
· Quelle
Barmherzigkeit · Hauptbotschaft
Dankbarkeit · tragend
Verantwortung · tragend
Gottes Belohnung im Reich Gottes richtet sich nicht nach dem Maß menschlicher Verdienste, sondern nach seiner Güte und Großzügigkeit, sodass jeder Mensch unabhängig von der Dauer oder Größe seines Wirkens am ewigen Leben teilhaben kann.
Für Gott zählt mehr als die Jahre, die seinem Reich gewidmet wurden, die großzügige Annahme seines Rufes, sich dem Dienst am Reich Gottes zu widmen. In der Tat bezahlt uns Gott nach dem Maß seiner Güte und Großzügigkeit, die weit größer sind als das enge Maß unserer Verdienste.
Der Text nimmt die Parable der Arbeiter im Weinberg (Mt 20,1-16) auf und stellt die Frage, wer vor Gott mehr verdient. Er kontrastiert die menschliche Logik der Leistung und des Verdienstes mit der göttlichen Logik der Gnade und Großzügigkeit. Gottes Belohnung wird als größer dargestellt als menschliche Verdienste, wobei Anstrengung nicht verachtet, aber übertroffen wird. Der Text erweitert die Parabel auf alle Berufungen und Lebenssituationen, von Priestern bis zu Kranken, und betont, dass jeder am Ort seines Lebens dem Reich Gottes dienen kann. Er ruft dazu auf, das Gute zu tun und Nächstenliebe zu üben, und warnt vor dem Tadel des Richters über das ungenutzte Leben. Die zentrale Verheißung ist die Teilnahme an der Herrlichkeit Gottes und das ewige Leben als größter Lohn.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
vor allem als Angenommener und Beschenkter beschrieben
- Wohin geht die Geschichte?
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eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- das Gute tun (zwischenmenschlich)
- Nächstenliebe üben (zwischenmenschlich)
- Werke der Barmherzigkeit üben (zwischenmenschlich)
Genannte Stellen
Mt 20,1-16 · Mt 25,26
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 2, künftig 3
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Das Evangelium von heute stellt uns eine wichtige Frage: Wer hat vor Gott mehr verdient? In der Parabel der Arbeiter, die zu verschiedenen Tageszeiten eingestellt wurden und am Ende des Tages alle denselben Lohn erhielten, gab es die Beschwerde derer, die mehr Stunden gearbeitet hatten. Sie meinten, sie hätten mehr verdient als diejenigen, die nur wenige Stunden gearbeitet hatten (vgl. Mt 20,1-16).
In unserer menschlichen Logik ist es genau so: Wer mehr Stunden gearbeitet hat, hat mehr verdient. Wer weniger Stunden gearbeitet hat, hat weniger verdient… Aber Jesus lässt verstehen, dass es im Reich Gottes nicht so ist. Für Gott zählt mehr als die Jahre, die seinem Reich gewidmet wurden, die großzügige Annahme seines Rufes, sich dem Dienst am Reich Gottes zu widmen. In der Tat bezahlt uns Gott nach dem Maß seiner Güte und Großzügigkeit, die weit größer sind als das enge Maß unserer Verdienste.
Das bedeutet nicht, dass Gott unsere Anstrengungen und Verdienste verachtet, sondern dass die Belohnung Gottes weit größer ist als unsere Verdienste. Und im Himmel wird niemand Anlass zur Beschwerde haben, wenn er dort jemanden findet, der weniger gelebt hat und weniger Zeit der Hingabe an das Reich Gottes in dieser Welt hatte… Die Güter, die uns Gott verspricht, sind menschlich unbezahlbar, und wir werden alle nur dankbar sein für die Barmherzigkeit und die Treue Gottes gegenüber seinen Verheißungen.
Das gilt für die vielen Berufungen Gottes, an dem Werk seines Reiches in dieser Welt teilzuhaben. Nicht alle vollbringen große Werke, und nicht alle sind zu besonderen Missionen berufen; aber alle können „Arbeiter des Weingartens des Herrn" am Ort sein, an dem sie sich befinden, indem sie das Gute tun und die Nächstenliebe und die Werke der Barmherzigkeit üben. Vor Gott haben die Mission des Priesters, des Katechisten, des Missionars, des Lehrers, des Künstlers, der Eltern, die sich um die Kinder kümmern und sie erziehen, des öffentlichen Verwalters, des Fahrers, des Studenten, des Kranken, des Arztes und so weiter einen Wert. Auf all diese Arten zu leben und zu handeln können wir Gott und dem Nächsten dienen und zum Werk des Reiches Gottes beitragen.
Leben ist eine Gnade und ein nützliches Leben für uns und für die anderen ist ein Segen. Jeder Tag, den uns Gott zum Leben gibt, ist eine weitere Gelegenheit, das Gute zu tun und die Menschen zu lieben. Es gibt so viele Arten, dies zu tun und den anderen nützlich zu sein. Zu hören, dass jemand durch das Leben gegangen ist und Gutes getan hat, ist ein großes Lob. Im Gegenteil, es wäre furchtbar, vom großen Richter diesen Tadel hören zu müssen, wenn man vor ihm erscheint, um Rechenschaft über das Leben abzulegen: „Du böser und fauler Knecht!" (vgl. Mt 25,26).
Seien wir uns nicht im Zweifel: Die Belohnung wird kommen, sie wird gewiss kommen. Gott ist großzügig und belohnt sogar einen Becher Wasser, der jemandem aus Nächstenliebe gegeben wird. Aber der größere Lohn, den Gott verspricht, ist die Teilnahme an seiner Herrlichkeit und am ewigen Leben, wo Gott selbst der Preis für die guten Arbeiter seines Weingartens sein wird. Die Erlösung und das glückliche ewige Leben haben keinen Preis, und um ihretwillen lohnt es sich, jeden Tag und jeden Augenblick des Lebens zu arbeiten.
Kardinal Odilo Pedro Scherer
Erzbischof von São Paulo
Ursprünglich veröffentlicht im Faltblatt Povo de Deus in São Paulo am 20. September 2026
Wortlaut im Original
O evangelho de hoje nos coloca uma questão importante: quem merece mais diante de Deus? Na parábola dos trabalhadores contratados em diversos horários do dia e que, no final do dia, receberam todos a mesma paga, houve a reclamação daqueles que trabalharam mais horas. Acharam que mereciam mais que aqueles que trabalharam apenas poucas horas (cf. Mt 20,1-16).
Na nossa lógica humana é assim mesmo: trabalhou mais horas, merece mais. Trabalhou menos horas, merece menos… Mas Jesus dá a entender que no reino de Deus não é bem assim. Para Deus, mais que os anos dedicados ao seu Reino, conta a aceitação generosa de seu chamado para se dedicar ao serviço do Reino de Deus. De fato, Deus nos paga segundo a medida de sua benevolência e generosidade, que são bem maiores que a estreita medida de nossos méritos.
Isso não significa que Deus despreze os nossos esforços e méritos, mas que a recompensa de Deus é bem maior que nossos méritos. E, no céu, ninguém terá motivos para reclamar, se encontrar lá alguém que viveu menos e teve menos tempo de dedicação ao Reino de Deus neste mundo… Os bens que Deus nos promete são humanamente impagáveis e todos só teremos a agradecer pela misericórdia e a fidelidade de Deus às suas promessas.
Isso se aplica aos muitos chamados de Deus para participarmos da obra de seu Reino neste mundo. Nem todos realizam obras grandiosas, nem são chamados a estarem em missões especiais; mas todos podem ser “trabalhadores da vinha do Senhor” no lugar onde se encontram, realizando o bem e praticando a caridade e as obras de misericórdia. Diante de Deus, têm valor a missão do sacerdote, do catequista, do missionário, do professor, do artista, dos pais que cuidam dos filhos e os educam, do administrador público, do motorista, do estudante, do enfermo, do médico e assim por diante. Em todas essas maneiras de viver e atuar, podemos servir a Deus e ao próximo e contribuir para a obra do Reino de Deus.
Viver é uma graça e levar uma vida útil para nós e para os outros é uma bênção. Cada dia que Deus nos dá para viver é mais uma ocasião para praticar o bem e amar as pessoas. Há tantas maneiras de o fazer e de ser úteis aos outros. Ouvir que alguém passou pela vida fazendo o bem, é um grande elogio. Ao contrário, seria péssimo ter de ouvir do grande Juiz essa repreensão, ao comparecer diante dele para prestar contas da vida: “Servo mau e preguiçoso!” (cf. Mt 25,26).
Não tenhamos dúvidas: A recompensa virá, certamente virá. Deus é generoso e recompensa até mesmo um copo de água dado a alguém por caridade. Mas o galardão maior que Deus promete é a participação na sua glória e na vida eterna, onde Deus mesmo será o prêmio para os bons trabalhadores de sua vinha. A redenção e a vida eterna feliz não têm preço e, por elas, vale a pena trabalhar todos os dias e todos os instantes da vida.
Cardeal Odilo Pedro Scherer
Arcebispo de São Paulo
Publicado originalmente no folheto Povo de Deus em São Paulo em 20 de setembro de 2026