Orthodox · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
October 7 Was Three Years Ago. For Some, It Is Still Happening. | 10@9 | 2026.10.07
Rabbi Michael Whitman ·
Rabbi Michael Whitman (ADATH Congregation, Montreal) - Mining The Riches Of The Parsha ·
2026-10-07
· Montreal
· Quelle
Gemeinschaft · Hauptbotschaft
Fürsorge · tragend
Hoffnung · tragend
Das Trauma des 7. Oktober 2023 ist für die Betroffenen keine abgeschlossene Vergangenheit, sondern eine anhaltende gegenwärtige Realität, die Geduld, Gemeinschaft und spirituelle Heilung erfordert.
Der Text gedenkt des dritten Jahrestags der Angriffe vom 7. Oktober 2023 und würdigt die Opfer sowie die Widerstandsfähigkeit der Überlebenden. Zwei Geschichten, die von der Weitergabe von Nahrung in der Gefangenschaft und von der spirituellen Begegnung mit einer verstorbenen Geisel handeln, illustrieren die innere Stärke der Gemeinschaft. Der Sprecher betont, dass Trauma nicht linear mit dem Kalender vergeht, sondern für viele Betroffene in der Gegenwart stattfindet. Er warnt davor, Heilungsprozesse zu beschleunigen oder als abgeschlossen zu betrachten, da posttraumatische Erfahrungen das Jetzt prägen. Die Ansprache ruft dazu auf, die anhaltende Belastung der Überlebenden und Soldaten anzuerkennen und ihnen Zeit für die Heilung zu geben. Gleichzeitig wird die Fähigkeit der Gemeinschaft hervorgehoben, gleichzeitig zu trauern und die Schönheit des Lebens zu feiern. Der Text schließt mit einem Gebet um vollständige körperliche und seelische Heilung für alle Betroffenen.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Bedrängnis der eigenen Gemeinschaft von außen; Krankheit, Tod, Vergänglichkeit als Grundproblem
- Wo sitzt das Übel?
-
bei einer benannten anderen Gruppe
- Was hilft dagegen?
-
Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit; persönliche Erfahrung, Zeugnis, Begegnung mit Gott oder Menschen
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte (erschlossen)
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Trauma in der Gegenwart anerkennen (innerlich)
- Heilung und Unterstützung für Betroffene beten (rituell)
- Gegenseitige Fürsorge und Stärke pflegen (zwischenmenschlich)
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 3 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 2 von 3, benannt: Hamas-Terroristen und antisemitische Akteure weltweit
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 3, künftig 1
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Guten Morgen. Heute ist Mittwoch, der 7. Oktober 2026. Vor drei Jahren wurden etwa 1200 heilige und reine Menschen ermordet, 251 wurden als Geiseln genommen, in Gefangenschaft gehalten, und zu viele von ihnen wurden später ermordet. Und wir können uns nicht einmal vorstellen, selbst an diesem Datum, selbst beim Hören so vieler Geschichten, was sie erlitten haben. Außerdem fielen an jenem Tag Hunderte weitere mutige Männer und Frauen der IDF im Kampf, als sie das Volk im Staat Israel verteidigten, und das setzt sich bis heute fort. Außerdem über 30.000 schwer verwundete Israelis, für viele von ihnen haben sich ihre Leben für immer verändert. Außerdem Juden auf der ganzen Welt, einschließlich in Montreal, die unter dem Trauma des Antisemitismus leiden, unter dem Trauma der Verwundbarkeit Israels, unter dem Trauma, dass ein großer Teil der Welt die Grausamkeit und die Gräueltaten feiert, die uns zugefügt wurden, und dies sogar heute noch tut. Heute, am 7. Oktober 2026, sind wir alle Trauernde. Wir alle sind Überlebende. In den vergangenen drei Jahren haben wir erlebt, was für die meisten von uns, gewiss für mich, das Schlimmste in unserem Leben und in den vergangenen drei Jahren war. Wir haben und wir sehen heute unglaubliche Stärke und Widerstandsfähigkeit und Schönheit und Edelmütigkeit und Wiederaufbau. Ich habe in den Jahren viele Beispiele dafür geteilt. Für heute biete ich diese zwei Geschichten an. Dies ist eine Geschichte, die ich vor zwei Jahren von Breweria Efun gehört habe. Sie erinnern sich vielleicht daran, dass eine der am 7. Oktober 2023 gefangenen Geiseln Emily Hand war. Sie war acht Jahre alt. Sie wurde nach 50 Tagen des Terrors und des Traumas und des Schmerzes freigelassen. Und so teilte vor etwa zwei Jahren Emilys ältere Schwester Natalie ein wenig davon, was Emily in der Gefangenschaft der Hamas durchgemacht hat und wie sie sich veränderte, wie sie als Ergebnis anders nach Hause kam. Und eine Sache, die sie sagte, war besonders bemerkenswert, nicht nur wegen des Horrors dessen, was Emily erduldet hat, sondern auch wegen der enormen Schönheit, die wir sehen. Natalie sagte, dass seit Emily nach Hause kam, vor jeder Mahlzeit, bevor Emily etwas isst, sie zu den Menschen um sie herum aufblickt und fragt, ob sie hungrig sind, und ihnen ihr Essen anbietet. Emily hat das in der Gefangenschaft gelernt. Als sie und die anderen Geiseln, mit denen sie gehalten wurde, kaum Nahrung gegeben bekamen, gaben die Erwachsenen jedes Mal, wenn sie etwas zu essen bekamen, zuerst von ihrem eigenen Anteil an die Kinder, Emily und die anderen, und an die Älteren, die bei ihnen waren. Emily lernte von den Erwachsenen, die bei ihr waren, und als sie nach Hause kam, bot sie auch ihr eigenes Essen an, bevor sie selbst etwas aß. Unser Volk hat diese Räume zwischen ihren Herzen, in denen ein Stück Himmel, ein Stück Gottes, eine Form von reiner Güte und Gutes zu finden ist. Möge Gott Emily und alle anderen vollständige Heilung bringen. Nisim Luke ist der Vater von Shani Luke. Sie wurde am 7. Oktober in Gefangenschaft genommen. Sie wurde dann in der Gefangenschaft von Hamas ermordet, und ihr Körper wurde erst acht Monate später nach Israel zurückgebracht. Und dann gab es eine Beerdigung für Shani Luke. Shani Luke ist eine von denen, die vom Publikum am besten bekannt waren, aufgrund des grafischen, furchterregenden Fotos, auf dem sie von Terroristen in Tegazzo geschleift wird. Es war auf der Titelseite jeder Zeitung am 8. Oktober 2023. Nisim Luke erinnerte sich daran, dass am Tag ihrer Beerdigung, wieder etwa acht Monate später, genau als er gerade sprechen wollte, ein junges Mädchen zu ihm kam. Sie schien vielleicht 20 Jahre alt zu sein. Und dieses Mädchen sagte zu Nisim privat, kurz bevor Nisim seine Trauerrede für seine Tochter halten sollte. Sie sagte zu Nisim, dass sie in Tel Aviv lebt. Und sie sagte, dass sie eines Tages aufgegeben hat. Sie hat das Leben aufgegeben. Das Leben war für mich so düster. Es gab so viel Kummer. Sie lag auf dem Boden, wo sie in Tel Aviv lebte. Und sie wollte nicht mehr leben. Und plötzlich kam ein Engel zu ihr und sagte ihr, nimm meine Hand, spiegle dich in meinem Licht, und ich werde meine Stärke mit dir teilen. Und dieser Engel war Shani Luke. Wir sind ein engelhaftes Volk. Wir heben einander auf. Wir inspirieren einander mit unserer Schönheit und unserer Widerstandsfähigkeit und unserem Mitgefühl und unserer Stärke und unserer Liebe. Und wir sind irgendwie in der Lage, wie wir es in unserer gesamten Geschichte getan haben, und wir tun es heute noch, gleichzeitig zu trauern und zu feiern
Zeit. Aber gestatten Sie mir, eine warnende Anmerkung zu dem hinzuzufügen, was ich mit Ihnen geteilt habe und was wir heute erleben werden. Und dies stammt aus einem Essay, das ich von Shira Lanquinsheps gelesen habe. Denn ich habe nun gesprochen und wir werden heute im Präteritum über den 7. Oktober 2023 sprechen. Es war vor drei Jahren. So funktionieren Jahrestage. Wir markieren die Zeit, weil wir eine Art brauchen, sie festzuhalten, sie zu organisieren. Und so werden viele von uns heute, wie Kerzen, Geschichten erzählen, zu Fotografien zurückkehren, die Namen der Toten aussprechen, die Jahre zählen und versuchen, den Unterschied, die Distanz zwischen dem zu verstehen, der wir damals waren, und dem, der wir jetzt sind. Das ist normal. Aber Trauma bewegt sich nicht sauber mit dem Kalender. Sie erinnern sich jahrelang, einer der dringendsten Sätze, die wir sprachen, war: Bringt sie heim, bringt die Gefangenen heim. Und Gott sei Dank ist das geschehen. Ja. Aber zu Hause ist keine Ziellinie. Man kann die Grenze überschreiten und den Tunnel trotzdem mit sich tragen. Ich denke, manchmal wollen wir Überlebensgeschichten sauberer, als sie sind. Wir wollen, dass die Person nach Hause kommt und dann wollen wir die Heilung. Ich hatte das Privileg, persönlich zu bezeugen, dass die Heilung lange dauert. Bei meinen Besuchen in Israel, bei meinen Besuchen in den Krankenhäusern, bei meinen Besuchen in den Rehabilitationszentren, für viele Menschen ist der 7. Oktober immer noch jetzt, heute, entweder in den permanenten Wunden, die nicht heilen, oder im Posttrauma, wo das Gehirn das Trauma in der Gegenwart sieht und erlebt. Es bewegt sich nicht in die Erinnerung. Das ist es, was Posttrauma tut. Für diese Person geschieht das Trauma jetzt. Es geschieht in Körpern, die noch reagieren, bevor der Verstand weiß, warum. Jetzt, heute, geschieht es in Soldaten, die verändert nach Hause kamen. In Überlebenden, die zu Familien zurückkehren, die sie verzweifelt lieben und noch lernen, wie man die Person liebt, die zurückgekommen ist, und sie werden weiterhin versuchen, das zu tun. Es geschieht jetzt in Menschen, die schöne Leben aufbauen, die das, was ihnen widerfahren ist, nicht ausradieren. Wir gedenken dieses Jahrestages der furchtbaren, alptraumhaften Gräuel des 7. Oktober 2023. Aber ein Teil unseres Gedenkens an den 7. Oktober besteht auch darin zu verstehen, dass für die Menschen, die es am direktesten durchlebt haben, Erinnerung nicht etwas ist, das sie einmal im Jahr in der Vergangenheit besuchen. Sie lebt mit ihnen in der Gegenwart. Möge Gott sie und uns segnen, die Hilfe zu bekommen, die sie brauchen, für Rufus Lema, für vollständige Heilung, für Rufu Asha Nefesh, eine Heilung der Seele und der Psyche und der Emotionen, sowie für Rufu Asha Guf, eine vollständige Heilung des Körpers und der Gliedmaßen und der Organe, für sie und für uns alle. Meine Freunde, ich wünsche Ihnen einen sinnvollen Tag heute, und ich freue mich darauf, Sie bald persönlich zu sehen.
Wortlaut im Original
Good morning. Today is Wednesday, October 7th, 2026. About 1200 holy and pure people were murdered three years ago, 251 taken hostage, captive, too many of whom were later murdered. And we cannot even imagine, even at this date, even hearing so many of the stories we cannot imagine what they suffered. Plus, on that day, hundreds more brave men and women of the IDF fell in battle defending the people on the state of Israel, and that continues today. Plus, over 30,000 seriously wounded Israelis, for many of them their lives changed forever. Plus Jews all over the world, including Montreal, suffering the trauma of anti-Semitism, the trauma of Israel's vulnerability, the trauma of much of the world celebrating the cruelty and atrocities inflicted on us and doing so even today. Today, October 7th, 2026, we are all mourners. We are all survivors. Over the past three years, we have experienced what for most of us, certainly for me, has been the worst in our lives and over the past three years. We have seen and we see today incredible strength and resilience and beauty and nobility and rebuilding. I've shared many examples of this over the years. For today, I offer these two stories. This is a story I heard two years ago from Breweria Efun. You may remember that one of the hostages captured on October 7th, 2023 was Emily Hand. She was eight years old. She was released after 50 days of terror and trauma and pain. And so about two years ago, Emily's older sister Natalie shared a little bit of what Emily went through in Hamas captivity and how she changed, how she came home different as a result. And one thing that she said was particularly striking, not just because of the horror of what Emily endured, but also because of the tremendous beauty that we see. Natalie said that since Emily came home before every meal, before Emily eats anything, she looks at the people around her and asks if they are hungry, and offers them her food. Emily learned to do that in captivity. When she and the other hostages she was held with were barely given any food, any time they got anything to eat, the adults would first give from their own portion to the kids, Emily and the others, and to the elderly who were with them. Emily learned from the adults with her, and when she came home, she would offer her own food also before eating anything herself. Our people have these spaces between their hearts in which is to be found a piece of heaven, a piece of God, a form of pure kindness and good. May God bring Emily and all the others complete healing. Nisim Luke is the father of Shani Luke. She was taken captive on October 7th. She was then murdered in captivity by Hamas, and her body was only returned to Israel eight months later. And that's when there was a funeral for Shani Luke. Shani Luke is one of those who was most well known by the public due to the graphic, horrifying photo of her being dragged by terrorists in Tegazzo. It was on the front page of every newspaper on October 8th, 2023. Nisim Luke recalled that on the day of her funeral, again, about eight months later, just as he was about to speak, a young girl came up to him. She appeared to be maybe 20 years old. And this girl said to Nisim privately just before Nisim was about to deliver his eulogy for his daughter. She said to Nisim that she lives in Tel Aviv. And she said that one day I gave up. I gave up on life. Life for me was so bleak. There was so much sorrow. I was lying on the floor where I was living in Tel Aviv. And I didn't want to live anymore. And suddenly an angel came to me and told me, take my hand, reflect in my light, and I will share with you my strength. And that angel was Shani Luke. We are an angelic people. We raise each other up. We inspire each other with our beauty and our resilience and our compassion and our strength and our love. And we are somehow able, as we have done this throughout our history, and we continue doing it today to mourn and to celebrate at the same time. But allow me to add one cautionary note to what I've shared with you and to what we will experience today. And this is from an essay I read by Shira Lanquinsheps. Because I have spoken now and we will speak today about October 7, 2023 in the past tense. It was three years ago. That is how anniversaries work. We mark time because we need some way to hold it, to organize it. And so today, many of us will, like candles, tell stories, return to photographs, say the names of the dead, count the years, and try to understand the difference, the distance between who we were then and who we are now. That is normal. But trauma does not move neatly with the calendar. You remember for years, one of the most urgent sentences we spoke was, bring them home, bring the captives home. And thank God that happened. Yes. But home is not a finish line. You can cross the border and still carry the tunnel with you. I think sometimes we want survival stories to be cleaner than they are. We want the person to come home and then we want the healing. I've had the privilege to personally witness that the healing takes a long time. On my visits to Israel, on my visits to the hospitals, on my visits to the rehabilitation centers, for many people, October 7th is still happening now today, either in the permanent wounds, which will not heal or the post trauma, where the brain sees and experiences the trauma in the present. It doesn't move into the memory. That's what post trauma does. For that person, the trauma is happening now. It is happening in bodies that still react before the mind knows why. Now today, it happens in soldiers who came home changed. In survivors who return to families who love them desperately and are still learning how to love the person who came back, and they will continue to try to do that. It's happening now in people who are building beautiful lives that do not erase what happened to them. We mark this anniversary of the horrific nightmarish horrors of October 7th, 2023. But part of our remembering October 7th is also understanding that for the people who live through it most directly, memory is not something they visit in the past once a year. It lives with them in the present. May God bless them and us to get the help they need for Rufus Lema, for complete healing, for Rufu Asha Nefesh, a healing of the soul and the psyche and the emotions, as well as Rufu Asha Guf, a complete healing of the body and the limbs and the organs for them and for all of us. My friends, I wish you a meaningful day today, and I look forward to seeing you soon in person.