Emotionale Wunden in Beziehungen heilen nicht durch allgemeine spirituelle Praxis allein, sondern brauchen eine spezifische Heilung durch offene Kommunikation, Einsicht und Verzeihung zwischen den Beteiligten.
Der Text erzählt von einem indischen Vater, der Jahrzehnte lang unter einer verbitterten Aussage seines Sohnes leidet, die dieser nach dem Tod der Mutter in einem Moment der Wut gemacht hat. Der Sohn hat die Worte vergessen, während der Vater sie bis heute nicht vergessen kann. Der Erzähler nutzt die Analogie der emotionalen Wunde, um zu zeigen, dass allgemeine spirituelle Praxis zwar inneren Frieden bringen kann, aber nicht jede spezifische Verletzung heilt. Er erzählt die Geschichte von Sitas Entführung, in der Lakshmana durch Sitas wütende Worte so verletzt wird, dass er sie verlässt und Ravana sie entführt. Die Geschichte dient als Gleichnis dafür, wie unbedachte Worte in Beziehungen zerstörerisch wirken können. Der Sohn erkennt schließlich die Ironie seiner damaligen Worte und bittet seinen Vater um Verzeihung. Die zentrale Botschaft ist, dass emotionale Wunden in Beziehungen eine spezifische Heilung durch offene Kommunikation und Verzeihung brauchen.
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
„Ich wünschte, du wärst anstelle meiner Mutter gestorben"
Ich konnte den Schmerz des Vaters spüren, als er diese Worte wiederholte.
Ich hielt mich während einer meiner Touren durch Amerika einige Tage im Haus eines Hingebungsvollen auf. Mein Gastgeber hatte mir zuvor von seinem Vater erzählt, einem pensionierten indischen Regierungsangestellten in seinen Siebzigern.
„Ich habe meine Mutter schon vor langer Zeit verloren, und mein Vater ist allein in Indien", sagte er zu mir. „Ich versuche, ihn nach Amerika umzusiedeln, damit er nicht allein leben muss. Meine Frau hat zugestimmt. Die rechtlichen Hindernisse, ein Visum für Eltern zu bekommen, sind heutzutage zahlreich, aber ich bin bereit, alles zu tun, was erforderlich ist. Das Problem ist, dass mein Vater mir gegenüber ziemlich kalt zu sein scheint. Und so war er, soweit ich mich erinnern kann. Ich weiß nicht, was ich tun soll."
Die Not in seinem Gesicht war offensichtlich gewesen. Doch sie wurde weit übertroffen von dem Leid in seinem Gesicht, als er mir später von einem Vorfall aus Jahrzehnten zuvor erzählte.
„Kurz nachdem meine Frau verstorben war, hatte mein Sohn seine Abschlussprüfung der zehnten Klasse."
Sein Blick wurde ferne, als er sich erinnerte.
„Eines Nachts sagte er zu mir: ‚Bitte weck mich morgen früh um fünf Uhr auf. Ich habe meine Prüfung und muss lernen.'"
„Ich willigte ein. In dieser Nacht, als ich mich gegen zwei Uhr auf dem Weg zur Toilette auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg auf dem Weg
„Emotionale Wunden sind in mancher Hinsicht wie körperliche Wunden. Solange eine körperliche Wunde offen ist, kann selbst eine leichte Berührung Schmerz auslösen. Doch wenn die Wunde verheilt ist, selbst wenn sie eine dauerhafte Narbe hinterlässt, verursacht das Berühren der Narbe keinen Schmerz mehr. Ähnlich verhält es sich: Solange eine emotionale Wunde offen ist, kann alles, was die Erinnerung an den schmerzhaften Vorfall auslöst, uns sofort Schmerz verursachen. Doch wenn die Wunde heilt, verliert die Erinnerung allmählich ihre emotionale Kraft. Selbst wenn etwas die Erinnerung auslöst, verursacht sie nicht mehr denselben Schmerz.“
„Heilt die Praxis der Bhakti nicht die Wunde?“, fragte er. „Ich habe angefangen, Krishnas Namen zu chanten und an ihn zu denken. Es hat mir geholfen, eine gewisse allgemeine innerliche Ruhe zu finden, aber es hat den Schmerz dieser Worte nicht beseitigt oder auch nur gemildert.“
Ich nickte.
„Um die Wundenanalogie fortzuführen: Das Vertiefen unserer Hingabe ist wie das Essen nahrhafter Nahrung. Hingabe verbessert unser allgemeines emotionales Wohlbefinden, so wie nahrhafte Nahrung unsere allgemeine körperliche Gesundheit verbessert. Aber nahrhafte Nahrung allein heilt vielleicht nicht jede spezifische körperliche Wunde. Diese Wunde可能需要 eine spezifische Behandlung. Ähnlich可能需要 einige emotionale Wunden eine spezifische Heilung – in diesem Fall vielleicht eine Heilung der Beziehung, in der die Wunde entstanden ist.“
Er blickte weg, als wäre er nicht bereit, diesen bestimmten Punkt zu hören.
„Ich glaube nicht, dass ich bereit bin, mit ihm darüber zu sprechen.“
Ich beschloss, den Punkt nicht weiter zu verfolgen.
Stattdessen fragte ich: „Wie war sein Umgang mit dir in den letzten zehn Jahren oder so, seit er in Amerika sesshaft geworden ist?“
Er blickte mich wieder an.
„Er war immer höflich und respektvoll. Wann immer er nach Indien kommt, tut er mehr, als die meisten Söhne tun würden, um sich um langfristige Angelegenheiten mit meinem Haus, Steuern oder rechtlichen Fragen zu kümmern. Und wann immer er mich hierher einlädt, kümmern er und seine Frau sich sehr gut um mich.“
„Darf ich mit ihm sprechen und ihm sagen, wie du dich fühlst?“
Er zuckte die Schultern.
„Ich habe nichts dagegen.“
Was er sich nicht erinnerte
An diesem Abend sprach ich mit meinem Gastgeber.
Als ich ihm sagte, was sein Vater mir erzählt hatte, wurde sein Gesicht weiß. Er setzte sich hin, als wären seine Beine zu instabil geworden, um ihn zu tragen.
Ich setzte mich neben ihn und hielt seine Hände.
„Ich kann nicht glauben, dass ich jemals so etwas gesagt habe. Ich kann mir nicht vorstellen, wie viel Schmerz er all diese Jahre über haben muss. Das Schlimmste ist, dass ich mich nicht einmal an den Vorfall erinnere, der ihn so sehr verletzt hat.“
Seine Stirn runzelte sich, als versuchte er, eine ferne Erinnerung zusammenzusetzen.
„Alles, woran ich mich erinnere, ist, dass ich spät aufgewacht bin und mich sehr ärgerte, dass mein Vater wach gewesen war, aber mich nicht aufgeweckt hatte. Aber ich war mehr auf mich selbst als auf ihn ärgerlich.“
Er hielt inne, während er seine Gedanken sammelte.
„Eigentlich war mein Vater nach dem Tod meiner Mutter ständig sehr traurig. Ich wollte wirklich etwas Glück in sein Leben bringen. Ich dachte, wenn ich gute Noten in meiner Zehnt-Klassen-Prüfung machen könnte, würde das ihm einen Grund zum Lächeln geben. Deshalb lernte ich für diese Prüfung wie nie zuvor.“
Noch immer in die Ferne blickend, fuhr er fort.
„Ich schätze, deshalb war ich so aufgebracht, als ich zu lange geschlafen hatte. Es war, weil ich so viel um ihn gab, dass ich so aufgewühlt war.“
Dann schien ihm die schmerzhafte Ironie dessen, was sein Vater gehört hatte, zu dämmern.
„Und doch dachte er die ganze Zeit, dass ich nicht um ihn gab. Oh Gott, was habe ich getan?“
Sofort lief er in das Zimmer seines Vaters und klopfte an die Tür. Als sein Vater herauskam, fiel der Sohn zu seinen Füßen.
„Es tut mir wirklich leid. Ich erinnere mich nicht einmal genau daran, was ich damals gesagt habe, aber ich habe es nie so gemeint.“
Mit Tränen in den Augen und einem Schluchzen, das er zurückhielt, fuhr er fort: „Ich bin so dankbar für die Art, wie du dich um mich gekümmert hast, nachdem meine Mutter gestorben war. Du hast mehr für mich getan, als die meisten Väter getan hätten – oder sogar hätten tun können. Bitte vergib mir.“
Sein Vater, offensichtlich unbehaglich bei diesem plötzlichen Gefühlsausbruch, erwiderte: „Es ist alles in Ordnung. Es war vor vielen Jahren.“
Der Sohn versuchte es erneut.
„Ich habe so hart gelernt, weil ich dich glücklich machen wollte. Deshalb war ich so aufgebracht, als ich verschlafen hatte. Ich war mehr auf mich selbst wütend als auf dich. In diesem Zorn sprach ich Worte, die dich furchtbar verletzten. Ich bitte aufrichtig um Verzeihung für diese Worte."
Sein Vater nickte steif.
Ich konnte spüren, dass zwar die emotionale Mauer zwischen ihnen gerissen war, sie aber noch nicht eingestürzt war.
„Entschuldigung", sagte ich.
Sie wandten sich mir zu, als hätten sie plötzlich bemerkt, dass auch ich in dem Raum anwesend war.
„Könnt ihr euch beide hinsetzen?"
Mit einem Hinweis auf die Sofas im Flur, wo ich mit meinem Gastgeber gesprochen hatte, sagte ich: „Ich möchte euch beiden eine Geschichte erzählen."
Sie setzten sich auf gegenüberliegende Sofas, und ich setzte mich zwischen sie, im rechten Winkel zu beiden.
„Ihr kennt beide die Geschichte von Sitas Entführung", begann ich.
Sie nickten, neugierig darauf, wohin ich führen würde.
„Ich möchte mich auf einen bestimmten Teil dieser Geschichte konzentrieren.
„Rama war schon ziemlich lange auf der Jagd nach dem Hirsch fort, und Sita wurde zunehmend beunruhigt. Zuvor, als sie Rama gebeten hatte, ihr den Hirsch zu holen, hatte Lakshmana sie gewarnt: 'Das ist wahrscheinlich kein echter Hirsch. Es könnte ein Dämon sein, der sich als Hirsch verkleidet hat.' Sita hatte seine Warnung abgetan: 'Du bist zu misstrauisch.'
„Aber nun, da Ramas Rückkehr sich verzögerte, begannen Lakshmanas Worte in ihrem Gedächtnis nachzuwirken und ihre Angst zu steigern.
„Dann hörte sie etwas, das wie Ramas Stimme klang, die rief: 'Lakshmana! Lakshmana!'
„Ihre Angst stieg auf einen Höhepunkt.
„Sita drängte: 'Lakshmana, dein Bruder braucht dich. Geh sofort und hilf ihm.'
„Lakshmana blieb unbewegt und reglos.
„Lakshmana antwortete: 'Das ist nicht Ramas Stimme. Es ist wahrscheinlich ein Dämon, der sich als ihn ausgibt.'
„Sita protestierte: 'Das ist eindeutig Ramas Stimme. Glaubst du, ich kann die Stimme meines Mannes nicht erkennen?'
„Lakshmana versuchte, sie zu beruhigen. 'Rama kann in keiner Gefahr sein. Du hast gesehen, wie er allein vierzehntausend Dämonen getötet hat. Es gibt keinen Grund für dich, beunruhigt zu sein.'
„Seine Worte vermochten ihre Ängste nicht zu stillen.
„Sita bestand darauf: 'Aber was, wenn er in Gefahr ist? Geh einfach und schau, ob er deine Hilfe braucht.'
„Lakshmana antwortete: 'Ich kann dich nicht verlassen. Rama hat mir ausdrücklich aufgetragen, hier zu bleiben und dich zu beschützen.'
„Lakshmanas Worte sollten Sita dazu bringen, Vernunft zu sehen, aber sie verstärkten nur ihre Emotion – insbesondere ihr Schuldgefühl. Sie fühlte sich schuldig, dass es wegen ihres Verlangens nach dem Hirsch war, dass sie Rama tief in den Wald geschickt hatte. Und nun, weil Lakshmana wegen ihrer Sicherheit zurückbleiben musste, wurde Rama die Hilfe verwehrt, die er brauchte.
„Sita ermahnte Lakshmana: 'Mir wird hier nichts passieren. Geh einfach und hilf Rama. Er braucht dich.'
„Lakshmana weigerte sich weiterhin und blieb wachsam für einen möglichen Angriff aus dem umliegenden Wald.
„Die bereits aufgewühlte Sita, die Lakshmana scheinbar unbeeindruckt sah, wurde noch aufgeregter.
„In einem verzweifelten Versuch, Lakshmana dazu zu bringen, zu Rama zu gehen, begann sie, alles zu sagen, was ihr in den Sinn kam.
„Sita forderte: 'Warum gehst du nicht, um deinem Bruder zu helfen? Ist es so, dass du ein heimtückisches Motiv hast, Rama in der Gefahr zu lassen – oder gar der Gefahr zu überlassen?'
„In ihrer wachsenden Angst um Rama schien Sita kaum bewusst zu sein, welche Worte sie sprach.
„Sita beschuldigte ihn: 'Ich weiß, warum du nicht gehst. Du hast die böse Absicht, mich für dich selbst zu besitzen. Aber ein solches böses Vorhaben wird niemals erfüllt werden. Ich würde lieber sterben, als von einem anderen Mann berührt zu werden.'
„Als Lakshmana diese schwere Beschuldigung hörte, zitterte er, als hätte ihn ein Blitz getroffen.
„Lakshmana flehte: 'O Sita, du weißt nicht, welche Worte du sprichst. Bitte hör auf.'
„Aber Sita fuhr fort, fast als wäre sie sich dessen nicht bewusst, was Lakshmana sagte.
„Physisch von ihr zurückweichend, sagte Lakshmana: 'Während du solche Worte sprichst, kann ich es nicht ertragen, hier zu bleiben. Ich fürchte, es könnte dir in meiner Abwesenheit ein großes Unglück widerfahren. Doch ich werde nun gehen, um Rama zu finden.'
„Lakshmana ging, in der Hoffnung, Rama schnell zu finden und ihn zurückzubringen, um Sita zu beruhigen.
„Sobald Lakshmana außer Sicht war, stürzte Ravana ein und entführte Sita."
Der Vater unterbrach mich.
„Du weißt, dass wir beide diese Geschichte kennen. Warum erzählst du sie uns jetzt?"
„Ja", erwiderte ich. „Ich komme darauf zu sprechen.
„Obwohl Lakshmana durch Sitas Worte schwer verletzt wurde, ließ er diese Worte nicht seinen langjährigen Zusammenhang überschatten. Als er mit Rama zurückkehrte und feststellte, dass Sita entführt worden war, dachte er nicht rachsüchtig: ‚Du hast mich eines so furchtbaren Dinges beschuldigt. Was auch immer dir widerfahren ist, du hast es verdient.'
„Ein solcher Gedanke kam ihm nicht einmal in den Sinn.
„Und nach dem Krieg, als Sita endlich gerettet war und sie sich wiedertrafen, sagte Lakshmana nicht: ‚Ich warte immer noch auf eine Entschuldigung für das, wofür du mich an jenem Tag beschuldigt hast.'
„Er hielt diese Erinnerung fest in der Vergangenheit, damit sie dort leben und schließlich dort sterben konnte."
Als ich sah, dass beide nachdenklich waren, fuhr ich fort.
„Das Leben ist hart. Manchmal können die Schmerzen des Lebens sogar die Besten von uns für einen Moment zum Ausrasten bringen. Ich habe versucht, die Haltung, die Lakshmana verkörperte, auf diese Weise auszudrücken:
„Siehe keine Absicht in dem, was in Anspannung gesprochen wird."
Ein Licht schien in den Augen des Vaters aufzukommen, als er verstand, worauf ich hinauswollte. Der Sohn blickte immer noch auf den Boden, vielleicht nicht wanting seine Hoffnungen zu hoch zu schrauben.
Dann öffnete ich Bhagavad Gita 17.15 auf meinem Telefon, zeigte es beiden und schlug vor, dass wir es zusammen rezitieren:
anudvega-karaṁ vākyaṁ
satyaṁ priya-hitaṁ ca yat
svādhyāyābhyasanaṁ caiva
vāṅ-mayaṁ tapa ucyate
„Dieser Vers beschreibt, dass disziplinierte Rede vier Eigenschaften hat: Sie ist nicht aufwühlend, angenehm, wahrhaftig und hilfreich. Ich möchte hier auf zwei davon eingehen: nicht aufwühlend und wahrhaftig."
Ich wandte mich dem Sohn zu.
„Was du an jenem Tag gesagt hast, war das Gegenteil von nicht aufwühlend. Es war extrem aufwühlend. Du kannst diese Worte nicht zurücknehmen. Du hast dich entschuldigt. Jetzt kannst du Worte sprechen, die dazu beitragen, dass die Heilung fortgesetzt wird, und diesen Worten Taten folgen lassen, die zeigen, was tatsächlich in deinem Herzen ist."
Dann wandte ich mich seinem Vater zu.
„Wenn wir schwer verletzt wurden, müssen auch wir unseren Teil zur Heilung beitragen. Für dich könnte das bedeuten, wahrhaftig darüber zu sein, was geschehen ist und wie tief es dich betroffen hat – nicht um eine alte Wunde aufzureißen, sondern um deinem Sohn zu helfen zu verstehen, warum in eurem Verhältnis eine Distanz geherrscht hat.
„Andernfalls könnte er denken, dass du ihn auf Distanz hältst, weil dir nicht daran liegt. Ich denke jedoch, dass die Realität das Gegenteil ist. Es ist, weil du dich um ihn kümmerst, dass seine Worte dich so tief verwundet haben. Es ist, weil du dich um ihn kümmerst, dass du hier in Amerika bist, anstatt in Indien zu bleiben. Und es ist, weil du dich um ihn kümmerst, dass du mir von jenem Vorfall erzählt hast.
„Diese Wahrheit auszusprechen kann euch beiden helfen zu verstehen, was euch getrennt hat."
Ich sah beide an.
„Ich denke, ihr beiden braucht ein Herz-zu-Herz-Gespräch."
Sie sahen einander an und nickten.
„Ich werde euch etwas Privatsphäre gönnen."
Ich stand auf und ging in das Gästezimmer, in dem ich untergebracht war.
Am nächsten Morgen kam mein Gastgeber zu mir.
„Zwischen uns ist es viel besser", sagte er. „Es wird Zeit brauchen, bis alles verheilt ist, aber wir haben einen greifbaren Anfang gemacht. Jetzt weiß ich zumindest, was nicht in Ordnung war, und ich weiß, woran ich arbeiten muss. Ich bin so dankbar, dass du als Brücke zwischen meinem Vater und mir gewirkt hast."
Sein Vater sagte mir später: „Ja, ich hatte ein Herz-zu-Herz-Gespräch mit meinem Sohn. Je mehr ich ihm mein Herz öffnete, desto mehr konnte ich sehen, dass er ein sehr gutes Herz hat. Wir sprachen offen miteinander, und wir beteten auch zusammen. Ich habe das Gefühl, dass wir einander näherkommen und Krishna näherkommen."
Später, als ich über dieses Zusammentreffen nachdachte, erkannte ich, dass ich ein Werkzeug geworden war, um das Unsichtbare für beide sichtbar zu machen. Der Vater konnte Worte nicht vergessen, die der Sohn nicht einmal mehr erinnerte. Der Sohn erinnerte sich an die innere Anspannung, aus der diese Worte hervorgebrochen waren, aber sein Vater hatte nichts von dieser Anspannung gewusst. Ihre Heilung begann, als jeder etwas entdeckte, das lange Zeit im anderen unsichtbar gewesen war.
Als ich über ihre Erfahrung nachdachte, konnte ich mich leicht an Zeiten erinnern, in denen ich mich in der Position des Vaters befunden hatte, als mich die Worte eines anderen tief verwundet hatten. Auch ich musste lernen, solche Worte loszulassen, genau so, wie Lakshmana die Worte Sitas losgelassen hatte.
Dann entstand in mir ein unangenehmerer Gedanke.
Vielleicht gab es auch Zeiten, in denen ich mich in der Position des Sohnes befunden hatte – als meine Worte andere verletzt hatten, ich sie aber, wie der Sohn, später vergessen hatte. Vielleicht hatte auch ich Entschuldigungen anzubieten und Wiedergutmachung zu leisten.
So denkend sprach ich ein Gebet:
Mein lieber Herr, bringe bitte Heilung in mein Herz von Wunden, die die Worte anderer verursacht haben mögen. Und bitte hilf mir, mir der Herzen bewusst zu werden, die meine eigenen unwissenden oder unbeabsichtigten Worte verwundet haben mögen, damit ich meinen Teil dazu beitragen kann, ihnen Heilung zu bringen.
Mögen Deine Worte in der Gita, insbesondere Deine Anleitung zur disziplinierten Rede, mir helfen, innezuhalten, bevor ich spreche, damit ich keine neuen Wunden verursache. Hilf mir auch, darüber nachzudenken, was ich bereits gesagt habe, damit ich Wunden heilen kann, die ich möglicherweise zuvor verursacht habe.
***
17.15 Die Askese der Rede besteht darin, Worte zu sprechen, die wahrhaftig, angenehm, nützlich und nicht aufwühlend für andere sind, und auch darin, regelmäßig vedische Literatur zu rezitieren.
Der Beitrag „I Wish You Had Died Instead of My Mother" erschien erstmals auf Chaitanya Charan Das, Bhagavad Gita ISKCON.
Wortlaut im Original
“I Wish You Had Died Instead of My Mother”
I could feel the father’s pain as he repeated those words.
I was staying for a few days at the home of a devotee during one of my tours of America. My host had earlier spoken to me about his father, a retired Indian government employee in his seventies.
“I lost my mother long ago, and my father is alone in India,” he told me. “I am trying to have him relocate to America so that he doesn’t have to live alone. My wife has agreed. The legal obstacles to getting a visa for parents are many nowadays, but I am ready to do whatever is required. The problem is that my father seems quite cold with me. And that’s how he has been for as long as I can remember. I don’t know what to do.”
The distress on his face had been evident. But it was far exceeded by the anguish on his father’s face when, sometime later, he told me about an incident from decades earlier.
“Soon after my wife passed away, my son had his tenth-standard board exam.”
His eyes took on a distant look as he remembered.
“One night he told me, ‘Please wake me up tomorrow morning at five o’clock. I have my exam, and I need to study.’
“I agreed. That night, when I woke up around two to respond to nature, I saw that he was still awake and studying. I generally wake up around five, so in the morning I went to wake him. His alarm was also ringing. I called out to him, and when he didn’t wake up, I shook him a little. He opened his eyes for a moment, but they were red with lack of sleep, and he immediately fell back into a deep sleep.
“Seeing how exhausted he was, I thought that if I woke him up, the lack of sleep might affect his performance in the exam. So I let him sleep.
“When he woke up around seven, he was furious. He screamed at me, ‘This is the most important exam of my life, and you have ruined it for me by not waking me up.’
“And then he said, ‘I wish you had died instead of my mother.’”
The father’s voice faltered.
“I felt as if he had stabbed me right in my stomach and then twisted the knife inside. He didn’t apologize. He didn’t even acknowledge my pain. He just walked away in anger. I was so shocked that I couldn’t say anything.
“Afterward, we both acted as if the incident had never happened. But it has scarred our relationship ever since.”
“I am so sorry,” I said, “that you were wounded so grievously and that you have been carrying this wound for so many years.”
He looked into the distance.
“Perhaps he was right,” he continued. “He was much closer to his mother than he was to me. While he was growing up, I had a traveling job. I was doing my best to take care of him—he was our only son—but my wife died of cancer.”
His voice choked.
“If it had been in my power, I would have been ready to die in her place. She would have taken much better care of our son than I ever could.”
I gently touched his right hand and held it in mine. He covered my hand with his left hand and held it tightly as he tried to compose himself.
After a few long moments of silence, I asked, “Have you ever told him how his words affected you?”
His voice became sharper.
“If he didn’t realize what those words did to me, I didn’t think my telling him would help. As I mentioned, we were never emotionally very close to each other. That incident pushed us even further apart.”
Then, with resignation in his voice, he added, “Words once spoken are like arrows released from a bow. They cannot be pulled back. I just want to forget that he spoke those words. I told you about this because I wanted to ask: Is there any way I can unremember them?”
I thought for a moment before replying.
“Such painful memories are like emotional wounds inside us. The memory itself can’t simply be deleted, but the wound can be healed. And if the wound heals, the memory may remain, but it no longer has the same power to cause pain.”
“So how can the wound be healed?” he asked.
“Emotional wounds are in some ways like physical wounds. As long as a physical wound is raw, even a slight touch can trigger pain. But once the wound has healed, even if it leaves behind a permanent scar, touching the scar no longer causes pain. Similarly, as long as an emotional wound is raw, anything that triggers the memory of the painful incident can immediately cause us pain. But when the wound heals, the memory gradually loses its emotional power. Even when something triggers the memory, it no longer causes the same pain.”
“Doesn’t practicing bhakti heal the wound?” he asked. “I have started chanting Krishna’s names and remembering him. It has helped me find some overall peace, but it hasn’t removed or even reduced the pain of those words.”
I nodded.
“To continue with the wound analogy, deepening our devotion is like eating nutritious food. Devotion improves our overall emotional well-being, just as nutritious food improves our overall physical health. But nutritious food alone may not heal every specific physical wound. That wound may need specific treatment. Similarly, some emotional wounds may need specific healing—in this case, perhaps some healing of the relationship in which the wound occurred.”
He looked away, as if reluctant to hear this particular point.
“I don’t think I am ready to talk with him about this.”
I decided not to press the point.
Instead, I asked, “How have his dealings with you been over the last decade or so, since he settled in America?”
He looked back at me.
“He has always been polite and respectful. Whenever he comes to India, he does more than what most sons would do to take care of any long-term issues with my house, taxes or legal matters. And whenever he invites me here, he and his wife take very good care of me.”
“Is it okay if I talk with him and tell him how you feel?”
He shrugged his shoulders.
“I don’t mind.”
What He Didn’t Remember
That evening, I spoke with my host.
When I told him what his father had told me, his face turned white. He sat down as if his legs had become too unsteady to hold him up.
I sat beside him and held his hands.
“I can’t believe I ever said anything like that. I can’t imagine how much pain he must have been in all these years. The worst thing is that I can’t even remember the incident that hurt him so much.”
His brow furrowed, as if he were trying to piece together a distant memory.
“All I remember is that I woke up late and felt very angry that my father had been awake but hadn’t woken me up. But I was more angry with myself than with him.”
He paused as he gathered his thoughts.
“Actually, after my mother passed away, my father was constantly very sad. I really wanted to bring some happiness into his life. I thought that if I could get good marks in my tenth-standard exam, that would give him a reason to smile. That’s why I studied like never before for that exam.”
Still looking into the distance, he continued.
“I guess that’s why I was so worked up when I overslept. It was because I cared so much for him that I was so agitated.”
Then the painful irony of what his father had heard him say seemed to strike him.
“And yet all along he thought that I didn’t care for him. Oh God, what did I do?”
He immediately ran to his father’s room and knocked on the door. When his father came out, the son fell at his feet.
“I am really sorry. I don’t even remember exactly what I spoke at that time, but I never meant it.”
With tears in his eyes and choking back a sob, he continued, “I am so grateful for the way you took care of me after my mother passed away. You have done more for me than most fathers would have done—or even could have done. Please forgive me.”
His father, clearly uncomfortable with this sudden display of emotion, replied, “It’s all right. It was many years ago.”
The son tried again.
“I was studying so hard because I wanted to make you happy. That’s why I got so upset when I overslept. I was more angry with myself than with you. In that anger, I spoke words that hurt you terribly. I sincerely apologize for those words.”
His father nodded stiffly.
I could sense that although the emotional wall between them had cracked, it had not yet fallen.
“Excuse me,” I said.
They turned toward me as if they had suddenly become aware that I was also present in the room.
“Can both of you sit down?”
Pointing toward the sofas in the hall where I had been talking with my host, I said, “I would like to tell both of you a story.”
They sat on sofas facing each other, and I sat between them at right angles to both.
“You both know the story of Sita’s abduction,” I began.
They nodded, curious about where I was going.
“I would like to focus on one particular part of that story.
“Rama had been gone for quite some time in pursuit of the deer, and Sita was becoming increasingly apprehensive. Earlier, when she had asked Rama to get the deer for her, Lakshmana had cautioned her, ‘That is probably not a real deer. It may be a demon disguised as a deer.’ Sita had dismissed his warning: ‘You are too suspicious.’
“But now, as Rama’s return was delayed, Lakshmana’s words started replaying in her memory, increasing her fear.
“Then she heard what sounded like Rama’s voice crying out, ‘Lakshmana! Lakshmana!’
“Her anxiety rose to a fever pitch.
“Sita urged, ‘Lakshmana, your brother needs you. Go immediately and help him.’
“Lakshmana remained unmoved and unmoving.
“Lakshmana replied, ‘That is not Rama’s voice. It is probably a demon impersonating him.’
“Sita protested, ‘That is clearly Rama’s voice. Do you think I cannot recognize my husband’s voice?’
“Lakshmana tried to reassure her. ‘Rama cannot be in any danger. You saw how he single-handedly killed fourteen thousand demons. There is no need for you to be anxious.’
“His words failed to allay her fears.
“Sita insisted, ‘But what if he is in danger? Just go and see whether he needs your help.’
“Lakshmana replied, ‘I cannot leave you. Rama specifically instructed me to remain here and protect you.’
“Lakshmana’s words were meant to help Sita see reason, but they only intensified her emotion—specifically, her guilt. She felt guilty that it was because of her desire for the deer that she had sent Rama deep into the forest. And now, because Lakshmana had to stay back for her safety, Rama was being denied the help he needed.
“Sita exhorted Lakshmana, ‘I’ll be all right here. Just go and help Rama. He needs you.’
“Lakshmana still refused, remaining alert for any possible attack from the surrounding forest.
“The already disturbed Sita, seeing Lakshmana apparently undisturbed, became even more disturbed.
“Making a desperate attempt to get Lakshmana to go to Rama, she began speaking whatever came to her mind.
“Sita demanded, ‘Why are you not going to help your brother? Is it that you have some ulterior motive in letting Rama remain in danger—or even succumb to danger?’
“In her mounting anxiety over Rama, Sita seemed barely aware of the words she was speaking.
“Sita accused him, ‘I know why you are not going. You have an evil intention to possess me for yourself. But such an evil design will never be fulfilled. I would rather die than be touched by any other man.’
“Hearing that grievous accusation, Lakshmana trembled as if struck by a thunderbolt.
“Lakshmana pleaded, ‘O Sita, you do not know what words you are speaking. Please stop.’
“But Sita continued, almost as if unaware of what Lakshmana was saying.
“Retreating from her physically, Lakshmana said, ‘While you speak such words, I cannot bear to remain here. I fear that a great disaster may befall you in my absence. Yet I will now go to find Rama.’
“Lakshmana departed, hoping to find Rama quickly and bring him back to calm Sita.
“As soon as Lakshmana went out of sight, Ravana swooped in and abducted Sita.”
The father interrupted me.
“You know that both of us know this story. Why are you telling it to us now?”
“Yes,” I replied. “I am coming to that.
“Although Lakshmana was grievously hurt by Sita’s words, he did not let those words overshadow their long-term relationship. When he returned with Rama and discovered that Sita had been abducted, he didn’t think vindictively, ‘You accused me of such a terrible thing. Whatever has happened to you serves you right.’
“Such a thought didn’t even cross his mind.
“And after the war, when Sita was finally rescued and they met again, Lakshmana did not say, ‘I am still waiting for an apology for what you accused me of that day.’
“He kept that memory firmly in the past so that it could live there and eventually die there.”
Seeing both of them pensive, I continued.
“Life is hard. Sometimes life’s pains can make even the best of us snap momentarily. I have tried to articulate the attitude Lakshmana embodied in this way:
“Don’t see intention in what is spoken in tension.”
A light seemed to dawn in the father’s eyes as he understood where I was going. The son was still looking down at the ground, perhaps not wanting to get his hopes up too high.
Then I opened Bhagavad Gita 17.15 on my phone, showed it to both of them and suggested that we recite it together:
anudvega-karaṁ vākyaṁ
satyaṁ priya-hitaṁ ca yat
svādhyāyābhyasanaṁ caiva
vāṅ-mayaṁ tapa ucyate
“This verse describes that disciplined speech has four qualities: it is non-agitating, pleasing, truthful and helpful. I would like to focus on two of them here: non-agitating and truthful.”
I turned toward the son.
“What you spoke that day was the opposite of non-agitating. It was hyper-agitating. You cannot take those words back. You have apologized. Now you can speak words that help the healing continue and follow those words with actions that reveal what is actually in your heart.”
Then I turned toward his father.
“When we have been terribly hurt, we too need to do our part in healing. For you, that may mean being truthful about what happened and about how deeply it affected you—not to dig up an old wound, but to help your son understand why there has been aloofness in your relationship.
“Otherwise, he may think that you keep him at a distance because you don’t care. However, I think the reality is the opposite. It is because you care for him that his words wounded you so deeply. It is because you care for him that you are here in America instead of continuing to stay in India. And it is because you care for him that you told me about that incident.
“Speaking this truth can help both of you understand what has been keeping you apart.”
I looked at both of them.
“I think the two of you need to have a heart-to-heart discussion.”
They looked at each other and nodded.
“I’ll give you some privacy.”
I got up and went to the guest room where I was staying.
The next morning, my host approached me.
“Things are much better between us,” he said. “It will take time for everything to heal, but we have made a tangible beginning. At least now I know what has been wrong, and I know what I need to work on. I am so grateful that you acted as a bridge between my father and me.”
His father later told me, “Yes, I had a heart-to-heart discussion with my son. The more I opened my heart to him, the more I could see that he has a very good heart. We spoke candidly, and we also prayed together. I feel that we are coming closer to each other and closer to Krishna.”
Later, as I reflected on this interaction, I saw that I had become an instrument for making the invisible visible to both of them. The father could not forget words that the son did not even remember. The son remembered the inner tension from which those words had erupted, but his father had known nothing of that tension. Their healing began when each discovered something that had long been invisible in the other.
As I reflected on their experience, I could readily remember times when I had been in the father’s position, when someone’s words had wounded me deeply. I too needed to learn to let go of such words, just as Lakshmana had let go of Sita’s words.
Then a more uncomfortable thought arose within me.
Perhaps there had also been times when I had been in the son’s position—when my words had hurt others but, like the son, I had later forgotten them. Perhaps I too had apologies to offer and amends to make.
Thinking thus, I offered a prayer:
My dear Lord, please bring healing to my heart from wounds that others’ words may have caused. And please help me become aware of any hearts that my own unknowing or unintentional words may have wounded, so that I can do my part in bringing healing to them.
May Your words in the Gita, especially Your guidance about disciplined speech, help me pause before I speak so that I don’t cause fresh wounds. Help me also to reflect on what I have already spoken so that I can heal wounds I may have previously caused.
***
17.15 Austerity of speech consists in speaking words that are truthful, pleasing, beneficial, and not agitating to others, and also in regularly reciting Vedic literature.
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