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Humanistisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Katzen streicheln, Schweine essen?

ohne Namen · diesseits – Das humanistische Magazin · 2026-10-15 · Berlin · Quelle

Verantwortung · Hauptbotschaft Gerechtigkeit · tragend Wissen · tragend

Die Integration von tierethischer Bildung in humanistische Jugendprogramme ist notwendig, um Jugendliche zu einer verantwortungsvollen und empathischen Haltung gegenüber Tieren und Umwelt zu befähigen.

Der Text beschreibt die Integration von tierethischen Workshops in das Vorbereitungsprogramm der JugendFEIER des Humanistischen Verbands Berlin-Brandenburg. Ziel ist es, Jugendliche anzuregen, ihr Ernährungsverhalten und den Umgang mit Nutztieren kritisch zu reflektieren. Die Autorin, die ehrenamtlich für den Verein Mensch Tier Bildung e.V. tätig ist, berichtet über die Zusammenarbeit mit dem Verband. Der Workshop kombiniert theoretische Diskussionen über die Landwirtschaft mit der praktischen Zubereitung pflanzlicher Gerichte. Es wird betont, dass die Teilnahme freiwillig ist und der Ansatz auf Faktenbasis und eigener Meinungsbildung beruht. Der Text argumentiert, dass Tierethik ein zentraler, aber bisher unterrepräsentierter Bestandteil humanistischer Bildung sein sollte. Durch solche Angebote soll Empathie gefördert und gesellschaftliche Partizipation gestärkt werden. Die Initiative reagiert auf ein wachsendes Bewusstsein für die Folgen der industriellen Tierhaltung unter jungen Menschen.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
Wohin geht die Geschichte?
es wird besser, Entwicklung zum Guten
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Argument, Logik, Wissenschaft
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
auch Tieren, Pflanzen, der ganzen Schöpfung
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 0, jetzt 2, künftig 2

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Der Huma­nis­ti­sche Ver­band Deutsch­lands beglei­tet Kin­der und Jugend­li­che mit ver­schie­de­nen Ange­bo­ten auf ihrem Weg, in ers­ter Linie durch den Huma­nis­ti­schen Lebens­kun­de­un­ter­richt und die Jugend­fei­ern. Ziel die­ser Ange­bo­te ist es, kri­ti­sches Den­ken und empa­thi­sches Han­deln zu för­dern und huma­nis­ti­sche Wer­te wie Mensch­lich­keit, Soli­da­ri­tät, Selbst­be­stim­mung und Ver­ant­wor­tung zu ver­mit­teln. Eine Aus­ein­an­der­set­zung mit tier­ethi­schen Fra­gen, die in direk­tem Zusam­men­hang zur eige­nen Lebens­welt ste­hen, darf da nicht feh­len. In die­sem Arti­kel berich­tet Ann-Marie Orf vom Fach­aus­schuss Tier­ethik über Work­shops von Mensch Tier Bil­dung e.V. im Rah­men des Jugend­FEI­ER-Vor­be­rei­tungs­pro­gramms in Ber­lin, in denen Jugend­li­che mehr über die land­wirt­schaft­li­che Nut­zung von Tie­ren erfah­ren und ihr eige­nes Ernäh­rungs­ver­hal­ten reflek­tie­ren kön­nen. Mit der Jugend­fei­er, der welt­li­chen, huma­nis­ti­schen Alter­na­ti­ve zur Kon­fir­ma­ti­on, wird der Über­gang von der Kind­heit zum Erwach­sen­sein gefei­ert. In Ber­lin und Bran­den­burg erfreu­en sich Über­gangs­fei­ern für Jugend­li­che seit Jah­ren stei­gen­der Beliebt­heit und der Huma­nis­ti­sche Ver­band Ber­lin-Bran­den­burg ist inzwi­schen der größ­te Anbie­ter in die­sem Bereich. 2026 lie­ßen sich zwi­schen April und Juni rund 8500 Jugend­li­che auf gro­ßer Büh­ne fei­ern. Doch das Kon­zept der Jugend­FEI­ER (so die Eigen­schreib­wei­se im Lan­des­ver­band Ber­lin-Bran­den­burg) umfasst weit mehr als den gro­ßen Fest­akt im Früh­ling. Der ande­re wich­ti­ge Teil ist das sechs­mo­na­ti­ge Vor­be­rei­tungs­pro­gramm, in Ber­lin auch Jugend­FEI­ER-LAB genannt, das sich aus unter­schied­lichs­ten Work­shops, Aus­flü­gen und Fahr­ten zusam­men­setzt. Wich­tig dabei: Alles ist frei­wil­lig, die Teil­nah­me an Ange­bo­ten des Vor­be­rei­tungs­pro­gramms ist also kei­ne Vor­aus­set­zung für die Teil­nah­me an der Fest­ver­an­stal­tung, die als Höhe­punkt gilt. Ein Blick auf das umfang­rei­che Pro­gramm, das jedes Jahr im Sep­tem­ber ver­öf­fent­licht wird, lohnt sich jedoch auf jeden Fall. Denn hier fin­det sich eine gan­ze Rei­he von Ange­bo­ten, die viel Spaß ver­spre­chen, an die Lebens­welt der Jugend­li­chen anknüp­fen und sich auf ver­schie­dens­te Arten mit der grund­le­gen­den huma­nis­ti­schen Fra­ge beschäf­ti­gen, wie ein gutes Mit­ein­an­der in einer von Viel­falt gepräg­ten Welt aus­se­hen kann. Die­ses Mit­ein­an­der schließt auch nicht-mensch­li­che Lebe­we­sen ein und so kann die Aus­ein­an­der­set­zung damit, wie Men­schen mit Tie­ren umge­hen soll­ten, als unab­ding­ba­rer Bestand­teil huma­nis­ti­scher Bil­dung betrach­tet wer­den. Es lässt sich leicht begrün­den, war­um die Tier­ethik für den Huma­nis­mus hoch­re­le­vant ist. Lei­der lässt sich aber genau­so leicht zei­gen, dass sich die­se Rele­vanz nicht in dem Stel­len­wert wider­spie­gelt, der ihr aktu­ell im Huma­nis­mus und damit auch in der huma­nis­ti­schen Bil­dung ein­ge­räumt wird. (Sie­he dazu auch mei­nen Arti­kel „ Huma­nis­mus ohne Tie­re? Über­le­gun­gen zu Anthro­po­zen­tris­mus, Huma­nis­mus und Vega­nis­mus “ auf diesseits.de). Doch das all­ge­mei­ne Bewusst­sein für die Rea­li­tä­ten und die Fol­gen der land­wirt­schaft­li­chen Tier­hal­tung (Kli­ma­kri­se, Bio­di­ver­si­täts­kri­se, Anti­bio­ti­ka­kri­se usw.) nimmt immer wei­ter zu und auch (und ins­be­son­de­re?) in huma­nis­ti­schen Krei­sen beschäf­ti­gen sich inzwi­schen immer mehr Men­schen ernst­haft mit Fra­gen rund um den Umgang von Men­schen mit Tie­ren. Seit die­sem Jahr nun haben Work­shops zur Mensch-Tier-Bezie­hung auch im Jugend­FEI­ER-Vor­be­rei­tungs­pro­gramm einen fes­ten Platz. Durch­ge­führt wer­den sie von dem Bil­dungs­ver­ein Mensch Tier Bil­dung e.V., für den ich ehren­amt­lich tätig bin und über den ich hier auf diesseits.de bereits berich­tet habe. Der Huma­nis­ti­sche Ver­band Deutsch­lands bzw. das Jugend­FEI­ER-Team Ber­lin und Mensch Tier Bil­dung e.V. pas­sen als Koope­ra­ti­ons­part­ner per­fekt zusam­men: Jugend­li­che im Jugend­FEI­ER-Alter tref­fen zuneh­mend selbst­be­stimmt Ernäh­rungs- und Kon­sum­entschei­dun­gen, The­men rund um Tier­hal­tung, Land­wirt­schaft und eine zukunfts­fä­hi­ge Ernäh­rung haben für sie also eine hohe Rele­vanz. Da Tier- und Umwelt­schutz vie­le jun­ge Men­schen bewe­gen, konn­te auch davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass ein Bil­dungs­an­ge­bot zum Mensch-Tier-Ver­hält­nis gut ange­nom­men wird. Zudem ver­folgt der Huma­nis­ti­sche Ver­band Deutsch­lands im Rah­men sei­ner Ange­bo­te für Kin­der und Jugend­li­che, wie zum Bei­spiel auch der Huma­nis­ti­schen Lebens­kun­de, den glei­chen Bil­dungs­an­satz wie Mensch Tier Bil­dung e.V.: Kin­dern und Jugend­li­chen soll ermög­licht wer­den, sich auf der Grund­la­ge von Fak­ten eine eige­ne Mei­nung zu bil­den und eige­ne Hand­lungs­op­tio­nen zu ent­wi­ckeln. Dabei wer­den Empa­thie und Mit­ge­fühl geför­dert und es wird zu einer Aus­ein­an­der­set­zung mit den Fol­gen des eige­nen Han­delns auf die Um- und Mit­welt ange­regt. Die Teil­neh­men­den sol­len ver­ste­hen, dass die Gege­ben­hei­ten ver­än­der­bar sind und wir alle aktiv zu gesell­schaft­li­chem Wan­del bei­tra­gen kön­nen. So kön­nen sie Selbst­wirk­sam­keit erfah­ren und wer­den zu gesell­schaft­li­cher Par­ti­zi­pa­ti­on ermu­tigt, wodurch über das behan­del­te The­ma hin­aus ein wich­ti­ger Bei­trag zur Demo­kra­tie­bil­dung geleis­tet wird. Mei­ne Idee, Tier­ethik gemein­sam mit Mensch Tier Bil­dung e.V. auf die Jugend­FEI­ER-Agen­da zu set­zen, fand zu mei­ner gro­ßen Freu­de gleich Anklang bei Anne-Kath­rin Grie­se, die als Pro­jekt­lei­tung für die Jugend­FEI­ER-Bil­dungs­an­ge­bo­te in Ber­lin ver­ant­wort­lich ist. Im nächs­ten Schritt ging es dann dar­um, zu über­le­gen, wie der The­men­kom­plex „Nutztier“-Haltung und Ernäh­rung im vor­ge­ge­be­nen knap­pen Rah­men (ca. 2,5 Stun­den) so ver­mit­telt wer­den kann, dass der Ernst­haf­tig­keit der Sache Genü­ge getan wird, ohne dass der Spaß zu kurz kommt. Das Ergeb­nis war ein Work­shop mit Theo­rie- und Pra­xis­an­tei­len, der im Pro­gramm schließ­lich so bewor­ben wur­de: Tier wie wir? Aus­tausch- & Koch-Event zu Tie­ren in der Land­wirt­schaft Kat­zen strei­cheln, Hun­de knud­deln – aber Schwei­ne essen? 🤔 War­um behan­deln wir man­che Tie­re wie Fami­li­en­mit­glie­der und ande­re wie Pro­duk­te? Wie sieht das Leben von Rin­dern, Schwei­nen und Hüh­nern in der Land­wirt­schaft wirk­lich aus? Und muss das eigent­lich so sein? In die­sem Work­shop mit dem Ver­ein Mensch Tier Bil­dung gehen wir die­sen Fra­gen gemein­sam auf den Grund – unter ande­rem mit einem Quiz und mit viel Raum zum Mit­re­den und Dis­ku­tie­ren. In der zwei­ten Hälf­te wird’s prak­tisch und lecker: Wir kochen zusam­men Hack­bäll­chen, Eier­sa­lat und Scho­ko-Mousse – alles aus rein pflanz­li­chen Zuta­ten. Aus­tausch, Spaß und gutes Essen inklu­si­ve!