Klimabewegung · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
UN Biodiversity COP17: Halfway to 2030, governments must act on nature
ohne Namen ·
Greenpeace International ·
2026-10-18
· Amsterdam
· Quelle
Verantwortung · Hauptbotschaft
Gemeinschaft · tragend
Gerechtigkeit · tragend
Regierungen versprechen den Schutz der Natur, unterstützen aber durch schädliche Subventionen und inkohärente Politik deren Zerstörung; ohne konkrete Kurskorrektur droht ein irreversibler Zusammenbruch der Ökosysteme.
Die Regierungen müssen sich auf konkrete Maßnahmen einigen, die die Treiber des Biodiversitätsverlusts angehen, die Finanzierung erhöhen und Geldflüsse dorthin umlenken, wo sie benötigt werden.
Der Text ist eine Pressemeldung von Greenpeace zur UN-Biodiversitätskonferenz CBD COP17 in Jerevan, Armenien. Er fordert Regierungen auf, von bloßer Anerkennung von Lücken zu konkreten, handlungsorientierten Entscheidungen überzugehen, um den Zusammenbruch der Ökosysteme zu verhindern. Vier Jahre nach dem Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (KM-GBF) wird auf der COP17 der kollektive Fortschritt überprüft. Die zentrale Forderung ist, die 30×30-Ziele für den Schutz von Land- und Wasserflächen bis 2030 zu erreichen, wobei die Qualität des Schutzes ebenso wichtig ist wie die Fläche. Indigene Völker und lokale Gemeinschaften sollen als zentrale Akteure des Naturschutzes anerkannt werden, ihre Rechte und Führungsrolle müssen respektiert werden. Der Text verknüpft die Biodiversitätskrise mit der Klimakrise und fordert abgestimmte Politiken über die Rio-Übereinkommen hinweg. Konkret werden die Abschaffung schädlicher Subventionen, die Erhöhung der Finanzierung und die Maximierung der Synergien zwischen Klima- und Biodiversitätspolitik gefordert.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Ausbeutung, Unterdrückung, ungleiche Verhältnisse; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit (erschlossen)
- Wo sitzt das Übel?
-
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
- Was hilft dagegen?
-
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; gerechte gesellschaftliche oder politische Verhältnisse
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
- Wohin geht die Geschichte?
-
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf Argument, Logik, Wissenschaft; auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
auch Tieren, Pflanzen, der ganzen Schöpfung
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Schädliche Subventionen abschaffen (gesellschaftlich)
- Indigene Rechte und Führungsrolle anerkennen (gesellschaftlich)
- Klima- und Biodiversitätspolitik abstimmen (gesellschaftlich)
Gemessen
- Grundhaltung
- -1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 3 von 3
- Reichweite
- 4 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 1 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 2, künftig 3
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Jerevan, Armenien – Greenpeace fordert die Regierungen auf, auf der UN-Biodiversitätskonferenz (CBD COP17) von der bloßen Anerkennung von Lücken zu starken, handlungsorientierten Entscheidungen überzugehen, um einen irreversiblen Zusammenbruch der Ökosysteme und den Verlust der biologischen Vielfalt zu verhindern. Vier Jahre nach der Verabschiedung des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (KM-GBF) wird die CBD COP17 die erste Globale Überprüfung 1 des kollektiven Fortschritts in Richtung der Ziele und Targets des Rahmens abschließen.
An Lambrechts, Leiter der Greenpeace-Delegation zur CBD COP17, sagte: „Wir sind auf halbem Weg zu 2030, und die Beweise sind eindeutig: Wir liegen weit hinter dem Zeitplan, um die 30×30-Ziele zu erreichen. Die Systeme, die das Leben auf der Erde aufrechterhalten, sind bedroht, und die auf der COP17 getroffenen Entscheidungen müssen eine klare Kurskorrektur liefern, um die Ökosysteme unseres Planeten zu schützen. Diese COP darf nicht zu einem bloßen Eintrag in ein riesiges Protokoll der Zerstörung werden. Die Regierungen müssen sich auf konkrete Maßnahmen einigen, die die Treiber des Biodiversitätsverlusts angehen, die Finanzierung erhöhen und Geldflüsse dorthin umlenken, wo sie benötigt werden. Aber die Entscheidungen in Jerevan werden nur dann etwas bedeuten, wenn die Regierungen zu Hause nachkommen. Sie können nicht weiter versprechen, die Natur zu schützen, während sie ihre Zerstörung durch schädliche Subventionen und inkohärente Politik unterstützen. Jede weitere Verzögerung ist eine Bedrohung für unser Überleben auf dem Planeten.“
Der Schutz und die Erhaltung von mindestens 30 % der Land- und Wasserflächen bis 2030 ist eines der sichtbarsten Ziele des KM-GBF. Doch die Qualität des Schutzes ist ebenso wichtig wie die Fläche, die abgedeckt wird. Wirksame Erhaltung muss die Integrität der Ökosysteme wahren, den Verlust und die Degradation von Lebensräumen verhindern und die Rechte und die Führungsrolle der indigenen Völker und lokalen Gemeinschaften anerkennen, deren Territorien und Bewirtschaftungspraktiken für den Schutz der biologischen Vielfalt unerlässlich sind.
Nichanan Tanthanawit, Global Project Lead der Ocean Justice Campaign, sagte: „Den Schutz von 30 % des Planeten bis 2030 ist nicht nur ein numerisches Ziel. Unser Anspruch muss sich um Gerechtigkeit, Gleichheit und diejenigen drehen, die die Natur schützen. Indigene Völker und lokale Gemeinschaften haben diese Land- und Wasserflächen seit Generationen gepflegt, doch ihr Wissen, ihre Rechte und ihre Führungsrolle werden nach wie vor viel zu oft übersehen. Die Regierungen müssen indigene und traditionelle Territorien als eigenständige Erhaltungssysteme anerkennen, gewohnheitsrechtliche Nutzungsrechte sichern und direkte Finanzierung für gemeinschaftsgetragene Lösungen bereitstellen. Wir können Erhaltung nicht als Erfolg bezeichnen, wenn sie nicht auf den Rechten, den Realitäten und der Führungsrolle der Menschen beruht, die an der Front des Naturschutzes stehen.“
Da alle drei Rio-Übereinkommen 2026 zusammentreffen, ist dieses Jahr auch entscheidend, um die Zusammenarbeit zu stärken und das Handeln über die Agenden für biologische Vielfalt, Klima und Landnutzung hinweg abzustimmen. Die COP17 muss dazu beitragen, diesen Schwung in koordiniertes Handeln zu übersetzen, mit der Integrität der Ökosysteme und den Menschenrechten im Zentrum der Entscheidungen und der Umsetzung.
Camila Jardim, Internationale Politikexpertin, Greenpeace Brasilien, sagte: „Die Welt bewegt sich auf ein drohendes Überschreiten von 1,5 °C und die sechste Massenaussterbewelle zu, wobei die vom Menschen verursachten Klima- und Biodiversitätskrisen bereits Menschen auf der ganzen Welt schwer treffen. Das sind keine getrennten Probleme, sondern Teile des gleichen Puzzles, und das Handeln ist dringender denn je. Die Regierungen können den größten Einfluss mit abgestimmten Politiken erzielen, die beide Krisen gemeinsam angehen, mit klaren Maßnahmen für die kurz-, mittel- und langfristige Perspektive. Dies ist besonders entscheidend für Primärwälder, die sowohl für die Klimastabilität als auch für den Schutz der biologischen Vielfalt unerlässlich sind, und die von Brasilien geführte Roadmap, die Entwaldung und Walddegradation bis 2030 zu stoppen und umzukehren, bietet eine echte Gelegenheit, Synergien zwischen den Übereinkommen zu stärken. Schutz bedeutet, nicht nur die Entwaldung, sondern auch die Degradation anzugehen und sicherzustellen, dass Klima- und Biodiversitätsverpflichtungen einander verstärken, statt in verschiedene Richtungen zu ziehen.“
Bevor die Regierungen mit den Diskussionen begannen, setzten Greenpeace-Aktivist:innen im historischen Dorf Garni in Armenien einen Heißluftballon mit der Botschaft „Verzögerung ist Zerstörung“ ein.
Greenpeace fordert die Regierungen auf der COP17 auf:
Die Lücken bei der Umsetzung des KM-GBF durch konkrete und zukunftsorientierte Maßnahmen zu schließen;
Die Finanzierung aus öffentlichen Quellen zu erhöhen, indem globale und nationale Wirtschafts- und Fiskalpolitiken mit den Zielen und Zielwerten des KM-GBF in Einklang gebracht werden, einschließlich der Abschaffung schädlicher Subventionen, der Bekämpfung illegaler Finanzströme und einer progressiven Umweltbesteuerung, damit die Zerstörer der Natur zahlen;
Die Qualität des 30×30-Schutzes und der Wiederherstellung sicherzustellen, von den Wäldern der Welt bis zu den Hochseegebieten, indem die Integrität der Ökosysteme gewahrt, die Treiber adressiert und Rechte respektiert werden;
Die Synergien zwischen Biodiversitäts- und Klimapolitik sowie -maßnahmen global und national zu maximieren.
ENDE
Fotos und Video: Fotos und Videos sind in der Greenpeace-Medienbibliothek verfügbar.
Hinweise
Zustand des Biodiversitätshandels: Der globale Bericht über den kollektiven Fortschritt | Übereinkommen über die biologische Vielfalt
Kontakte:
Diego Gonzaga, Leiter Kommunikation auf der CBD COP17, Greenpeace International, +1 415 527 9440, dgonzaga@greenepeace.org
Jaqueline Sordi, Leiterin Medien auf der COP17, Greenpeace International, +55 51 99678 9048, jsordi@greenpeace.org
Greenpeace International Pressestelle, +31 (0)20 718 2470 (24 Stunden erreichbar), pressdesk.int@greenpeace.org.
Wortlaut im Original
Yerevan, Armenia – Greenpeace is demanding governments at the UN Biodiversity Conference (CBD COP17) move from simply recognising gaps and deliver strong, action-oriented decisions to prevent irreversible ecosystem collapse and biodiversity loss. Four years after the adoption of the Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (KM-GBF), CBD COP17 will conclude the Convention’s first Global Review 1 of collective progress towards the framework’s goals and targets.
An Lambrechts, Head of the Greenpeace delegation to CBD COP17 said: “We’re halfway to 2030 and the evidence is clear: we are far off track to reach the 30×30 targets. The systems that sustain life on Earth are under threat, and decisions made at COP17 must deliver a clear course correction to protect our planet’s ecosystems. This COP can’t become a mere entry in a vast log of destruction. Governments need to agree on concrete actions that tackle the drivers of biodiversity loss, increase finance and redirect money flows to where they are needed. But decisions in Yerevan will only matter if governments follow through at home. They cannot continue promising to protect nature while supporting its destruction through harmful subsidies and incoherent policies. Any more delay is a threat to our survival on the planet.”
Protecting and conserving at least 30% of land, and water by 2030 is one of the most visible targets of the KM-GBF. Yet the quality of protection matters as much as the area covered. Effective conservation must safeguard ecosystem integrity, prevent habitat loss and degradation, and recognise the rights and leadership of Indigenous Peoples and local communities, whose territories and stewardship practices are essential to protecting biodiversity.
Nichanan Tanthanawit, Ocean Justice Campaign Global Project Lead said: “Protecting 30% of the planet by 2030 is not just a numerical target. Our ambition must be centered around justice, equity, and those who protect nature. Indigenous Peoples and local communities have cared for these lands and waters for generations, yet their knowledge, rights, and leadership are still too often overlooked. Governments must recognise Indigenous and Traditional Territories as distinct conservation systems, secure customary tenure rights, and provide direct funding for community-led solutions. We cannot call conservation a success if it is not grounded in the rights, realities, and leadership of the people on the forefront of nature protection.”
With all three Rio Conventions meeting in 2026, this year is also critical to strengthen cooperation and align action across biodiversity, climate and land use agendas. COP17 must help translate this momentum into coordinated action, with ecosystem integrity and human rights at the heart of decisions and implementation.
Camila Jardim, International Political Expert, Greenpeace Brazil said: “The world is moving towards a looming 1.5°C overshoot and the sixth mass extinction, with the human caused climate and biodiversity crises already severely impacting people all over the world. Those are not separate issues, but pieces of the same puzzle, and action is more urgent than ever. Governments can make the most impact with aligned policies to address both crises them together, with clear actions for the short, medium and long term. This is especially critical for primary forests, which are essential for both climate stability and biodiversity protection, and the Brazil-led roadmap to halt and reverse deforestation and forest degradation by 2030 offers a real opportunity for strengthening synergies between conventions. Protection means tackling not only deforestation but also degradation, and ensuring that climate and biodiversity commitments reinforce each other rather than pull in different directions.”
Ahead of governments beginning discussions, Greenpeace activists deployed a hot air balloon in the historical village of Garni, Armenia, with the message “Delay is Destruction”.
Greenpeace is calling on governments at COP17 to:
Address gaps in the implementation of the KM-GBF with concrete and forward-looking action;
Increase finance from public sources, through aligning global and national economic and fiscal policies with the goals and targets of the KM-GBF, including removing harmful subsidies, tackling illicit financial flows and progressive environmental taxation to make nature destroyers pay;
Ensure the quality of 30×30 protection and restoration, from the worlds’ forests to the high seas, by safeguarding ecosystem integrity, addressing drivers and respecting rights;
Maximise synergies between biodiversity and climate policies and action globally and nationally.
ENDS
Photos and video: Photo and Video are available in the Greenpeace Media Library.
Notes
State of Biodiversity Action: The Global Report on collective progress | Convention on Biological Diversity
Contacts:
Diego Gonzaga, Communications Lead at CBD COP17, Greenpeace International, +1 415 527 9440, dgonzaga@greenepeace.org
Jaqueline Sordi, Media Lead at COP17, Greenpeace International, +55 51 99678 9048, jsordi@greenpeace.org
Greenpeace International Press Desk, +31 (0)20 718 2470 (available 24 hours), pressdesk.int@greenpeace.org.