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Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Die Etikette als Gast und Gastgeber

DITIB Religionsamt · DITIB · 2026-07-17 · Köln · Quelle

Gemeinschaft · Hauptbotschaft Fürsorge · tragend Dankbarkeit

Gastfreundschaft ist eine zentrale islamische Tugend, deren Wert nicht in der materiellen Fülle, sondern in der Aufrichtigkeit des Herzens und der Pflege zwischenmenschlicher Bindungen liegt.

Der Wert der Gastfreundschaft bemisst sich nicht an der Fülle des Tisches, sondern an der Aufrichtigkeit der Herzen.

Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB, die Gastfreundschaft als zentrale Tugend des Islam darstellt. Sie wird als Ausdruck von Hilfsbereitschaft, Geschwisterlichkeit und Großzügigkeit beschrieben und durch einen Hadith des Propheten sowie eine Koranstelle (Sebe 34:39) untermauert. Der Text betont, dass wahre Gastfreundschaft nicht in der Fülle des Tisches liegt, sondern in Aufrichtigkeit, Wertschätzung und dem Vermeiden von Scham oder Verlegenheit. Es wird vor Verschwendung und Selbstdarstellung gewarnt. Für Gäste werden konkrete Verhaltensregeln gegeben: mit Lächeln grüßen, den zugewiesenen Platz einnehmen, Privatsphäre respektieren, von übler Nachrede absehen, Speisen schätzen, ein Geschenk mitbringen und sich mit einem Bittgebet verabschieden. Der Text ruft dazu auf, Gastfreundschaft im Alltag zu pflegen, Kontakte zu Verwandten, Nachbarn und Freunden aktiv zu halten und die Tradition an kommende Generationen weiterzugeben. Ein expliziter Gegenwartsbezug zu aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Ereignissen ist nicht vorhanden.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Gier, Konsum, unstillbares Verlangen nach mehr
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
Was ist der Mensch nach diesem Text?
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Ibn Hanbel IV, 157 · Ibn Madsche, Etime, 55 · Muslim, Bir, 69 · Koran 34:39 · Buhari, Riqaq, 23 · Muslim, Iman, 74

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Die Etikette als Gast und Gastgeber (17.07.2026) Werte Gläubige! Gastfreundschaft gehört zu den schönen Charaktereigenschaften, die unser Glaube hervorhebt. Einen Gast zu bewirten ist ein lebendiger Ausdruck von Hilfsbereitschaft, der Geschwisterlichkeit und der Großzügigkeit. Jedes herzliche Willkommen, jede gemeinsame Mahlzeit und jede aufrichtige Bewirtung vertiefen die gegenseitige Verbundenheit, bringen einander näher und stärken den Zusammenhalt. Unser Prophet (s) sagte: „Es gibt kein Gutes in demjenigen, der keinen Gast bewirtet.“1 Damit hob er hervor, dass jemand fern von dieser schönen Tugend ist, wenn er trotz der Möglichkeit seinem Gast keine Gastfreundschaft erweist. Wahre Gastfreundschaft zeigt sich jedoch nicht darin, nur Speisen zu servieren. Das Wesentliche ist, den Gast nach den Sitten unseres Glaubens zu empfangen: ihm mit einem aufrichtigen Lächeln zu begegnen, ihm Wertschätzung entgegenzubringen, ihm Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken und alles zu vermeiden, was ihn beschämen oder in Verlegenheit bringen könnte. Werte Muslime! Ein Gast ist niemals eine Last, sondern eine Quelle des Segens.2 Was wir mit ihm teilen, mindert unseren Besitz keineswegs,3 vielmehr wird es durch Allahs Gnade gesegnet und vermehrt. So spricht Allah im edlen Koran: „Und was ihr spendet, wird Er euch ersetzen. Und Er ist der beste Versorger.“4 Dennoch sollte man bei der Bewirtung maßvoll sein, Verschwendung vermeiden und sich vor einer Art der Bewirtung hüten, die nur der Selbstdarstellung dient oder gar in Prahlerei ausartet. Denn der Wert der Gastfreundschaft bemisst sich nicht an der Fülle des Tisches, sondern an der Aufrichtigkeit der Herzen. Werte Gläubige! Unsere Religion lehrt uns nicht nur, wie wir uns als Gastgeber verhalten, sondern schenkt uns auch Richtlinien für das Gastsein. Als Gast sollten wir mit einem Lächeln grüßen und den uns zugewiesenen Platz einnehmen. Vermeiden wir alles, was die Privatsphäre des Gastgebers verletzt. Halten wir uns von übler Nachrede fern und führen nur gute und nützliche Gespräche.5 Schätzen wir die angebotenen Speisen und Getränke nicht gering und bedanken wir uns selbst für ein Glas Wasser. Bringen wir eine kleine Aufmerksamkeit oder ein Geschenk mit. Verabschieden wir uns stets mit einem Bittgebet für den Gastgeber und seine Familie, um eine bleibende, gute Erinnerung zu hinterlassen. Meine Geschwister! Gastfreundschaft gehört zu unseren wertvollsten Tugenden. Sie überwindet Distanzen und hält die Bande der Familie, Nachbarschaft und Freundschaft lebendig. Machen wir unsere Häuser daher nicht zu reinen Unterkünften, sondern zu Orten der Besinnung, an denen Allahs gedacht wird und in denen Liebe und Gemeinschaft spürbar sind. Suchen wir den Kontakt zu Verwandten, Nachbarn und Freunden, um diese Herzensverbindungen aktiv zu pflegen. Vergessen wir nicht: Eine kleine, aufrichtige Bewirtung, ein schönes Wort aus dem Herzen und ein Besuch, um nach dem Wohlergehen eines Menschen zu fragen, sind bei Allah von großem Wert und hinterlassen positive Spuren im Miteinander. Lasst uns diese wichtige Tradition gemeinsam bewahren, im Alltag vorleben und sie auf die schönste Weise an die kommenden Generationen weitergeben. Die DITIB-Predigtkommission Quellen: 1 Ibn Hanbel, IV, 157. 2 Ibn Madsche, Etime, 55. 3 Muslim, Bir, 69. 4 Sebe, 34/39. 5 Buchari, Riqaq, 23; Muslim, Iman, 74. 2026-07-17 Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der DITIB reproduziert, vervielfältigt oder verarbeitet werden. Archiv 2007-2008  | 2009-2010 zurück Top Aktuelles 22.09.2025 DITIB sucht Mediengestalter/In Video- Bild & Ton Nachrichten 24.08.2026 DİTİB-Botschaft zur Mewlid-Nacht 19.08.2026 In tiefer Trauer 12.08.2026 Dr. Mehmet Aksoy, unser geschätzter ehemaliger DİTİB-Vorsitzender, ist verstorben Zu allen Pressemeldungen und Nachrichten Positionen 07.05.2025 Der Gebetsruf (Adhan) 06.05.2025 Humor im Islam 05.06.2024 DITIB Baden-Württemberg verurteilt den Angriff auf Vertreter von Pax Europa und Polizisten in Mannheim aufs Schärfste Archiv Landesverband 27.09.2023 Neuer Vorstand übernimmt Führung der Islamischen Religionsgemeinschaft DITIB-NRW e.V. 14.02.2020 Bombendrohungen gegen vier Moscheen Archiv Freitagspredigt 04.09.2026 Verantwortungsbewusstsein 28.08.2026 Die Herzen finden nur mittels Allahs Gedenken Ruhe 21.08.2026 Unsere Wiedergeburt: Die Geburt des Propheten Gehe zu Predigt Archiv