Liberal · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
The Way Down the Mountain (Rosh HaShanah 5787)
ohne Namen ·
Central Synagogue New York - Predigten ·
2026-09-15
· New York
· Quelle
Umkehr · Hauptbotschaft
Gemeinschaft · tragend
Verantwortung · tragend
Nachdem man einem geliebten Menschen Unrecht getan hat, besteht die ethische Pflicht darin, die andere Person aktiv anzuerkennen und Empathie zu üben, auch wenn vollständige Wiedergutmachung nicht möglich ist.
Nachdem wir jemandem, den wir lieben, Schaden zugefügt haben, ist es unsere Verpflichtung, die andere Person anzuerkennen, selbst wenn es nicht an uns liegt, die Dinge vollständig wieder gutzumachen.
Der Text nimmt die biblische Erzählung vom Opfertod Isaaks (Akedah) zum Anlass, um eine rabbinische Auslegung zu entwickeln. Abraham wird nicht als jemand dargestellt, der den göttlichen Test vollständig bestanden hat, sondern als jemand, der zwar dem Gebot folgte, aber die Beziehung zu seinem Sohn vernachlässigte. Die zentrale These lautet, dass nach einem Unrecht die Anerkennung des anderen eine ethische Verpflichtung ist, auch wenn vollständige Wiedergutmachung nicht möglich ist. Der Text verknüpft diese biblische Lektüre mit der jüdischen Hochzeitszeit (Rosch ha-Schana und Jom Kippur) und dem Konzept der Umkehr. Konkrete Alltagsbeispiele wie Streit in der Familie, Partnerschaft und Freundschaft veranschaulichen die Botschaft. Empathie wird als radikale, erlernbare Fähigkeit beschrieben, die durch wiederholtes Üben gestärkt werden soll. Der Text schließt mit einem Appell, in Momenten der Frustration ehrlich zu prüfen, ob das eigene Schweigen Beziehungen dient oder verletzt.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott; Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
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Wozu der Text aufruft
- die verletzte Person anerkennen (zwischenmenschlich)
- Empathie üben (innerlich)
- das eigene Schweigen auf seine Wirkung prüfen (innerlich)
Genannte Stellen
Gen 22
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 2 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 3, jetzt 2, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Transkript
Der Weg den Berg hinab
Rosch ha-Schana 5787
Rabbiner Brooklyn Michalowicz
Das Jahr ist 2053… v. Chr. Du befindest dich in der schwülheißen Wüste Kanaans – dem heutigen Israel. In die Sonne geblinzelt, siehst du einen alten Mann, der einen Berg hinabsteigt; zitternd, allein. Wenn du genauer hinsiehst, erkennst du, dass es Abraham ist, der Patriarch deines nomadischen Lagers.
Am Rosch ha-Schana lesen wir, wohin diese Geschichte führt, wie Abraham beinahe seinen geliebten Sohn, Isaak, auf Gottes Befehl opferte. Als Abraham seinen Arm zum Schlagen hebt, unterbricht ein Engel und bittet ihn inständig, den Jungen zu verschonen. Abraham hält inne.
Und dann segnet Gott ihn. Wie viele von uns blieben die antiken Rabbiner unzufrieden. Wie konnte die Lehre darin bestehen, dass Gott uns dafür belohnt, dass wir die Menschen verletzen, die wir lieben?
Welche Art von Gott würde überhaupt diesen Test wählen? Hier kommt der Midrasch – rabbinische Fan-Fiktion – ins Spiel, um unsere Fragen zu beantworten. Um mit dieser schwierigen Geschichte Frieden zu schließen, schrieben unsere Weisen, dass Isaak von Anfang an eingeweiht war, akzeptierend, ja geehrt, dass er ein Opfer für Gott sein würde.
In einer Version bittet Isaak Abraham, seiner Mutter Sara nichts zu sagen, in der Furcht, sie würde aus Kummer sich das Leben nehmen. Aber andere bleiben beunruhigt. Sie behaupten, dass Abraham den Test in der Tat nicht bestanden habe – weil der wahre Test darin bestand, Isaak zu verteidigen.
Raschi stellt fest, dass Abraham die Bitte Gottes missversteht. Er stellt sich vor, wie Gott sagt: „Ich habe nie beabsichtigt, dass du ihn opferst –
nur, dass du ihn heraufbringst, damit wir uns treffen können, und dann wieder herabbringst." Aber wenn Abraham dadurch scheiterte, dass er seinen Sohn nicht verteidigte, warum erhält er dann immer noch Gottes Segen?
Auf ihrem Weg den Berg hinauf sprechen Abraham und Isaak miteinander und verwenden die zärtlichen Begriffe avi, mein Vater,
und beni, mein Sohn. Variationen der Wörter „mein Vater", „mein Sohn" und yachdav, „zusammen" werden 9 Mal in nur 11 Versen verwendet. In der Tora ist Wiederholung wie ein Alarm, der laut „Achte auf! Diese Wörter sind wichtig!" schreit. Den Berg hinaufsteigend, sind Abraham und Isaak nah beieinander.
So nah, dass Gott zu Abraham sagt: „Kach et bincha, et yechidecha, Asher ahavta, et Yitzchak." Nimm deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, den du liebst, Isaak." Den du liebst. Dies ist die erste Erwähnung von Liebe in der gesamten Tora. Die beiden haben eine tiefe, emotional intime Beziehung, in der Isaak seinen Vater offen fragen kann: „Mein Vater, hier sind das Feuer und das Holz; aber wo ist das Lamm für das Brandopfer?" Doch Abraham ist so beunruhigt von der unvorstellbaren Aufgabe, die vor ihm liegt,
dass seine Schuld ihn beschämt, zu lügen: „Gott wird das Lamm besorgen, mein Sohn."
Mein Sohn. Selbst in der Lüge liegt Zärtlichkeit. In dem Segen, der dieser tragischen Szene am Altar folgt, sagt der Engel: „Weil du… deinen Sohn nicht zurückgehalten hast, werde ich meinen Segen über dich ausgießen und deine Nachkommen so zahlreich machen wie die Sterne und den Sand; und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde einnehmen.
Alle Völker sollen sich durch deine Nachkommen segnen." Es scheint also, dass Abraham alles erhält, was er je gewollt hat. Aber in den folgenden Kapiteln bemerken wir etwas Seltsames… Isaak spricht nie wieder mit Abraham.
Um die Krone auf den Stupor zu setzen, spricht Sara nie wieder mit Abraham, bevor sie stirbt. Und noch beunruhigender: Gott spricht nie wieder mit Abraham. Vielleicht spricht Abraham in großem Schmerz nie wieder mit Gott.
Können wir wirklich glauben, dass Abraham den Test vollständig bestanden hat, wenn eine einzige Handlung ihm jede bedeutende Beziehung in seinem Leben kostet? Nein.
Vielleicht müssen wir dann die Geschichte anders lesen, nicht als eine Binärgleichung von bestanden oder nicht bestanden. Opfern oder Verteidigen.
Sondern als einen zweigeteilten Test, einen der Entschlossenheit und einen der Beziehung. Unsere Weisen hatten nicht unrecht, dass Abraham zumindest einen Teil des Tests bestand.
Gott segnet ihn dafür, dass er Isaak nicht zurückhielt, und macht ihn zu einer großen Nation, von der wir alle heute noch ein Teil sind. Wenn Teil (a) des Tests das Opfer des Glaubens ist, dann ist es Teil (b), den Abraham nicht erkennt, der in der Sprache des Segens begraben ist.
Wie wir gesehen haben, ist Wiederholung ein Zeichen für die Bedeutung eines Wortes, und der Engel Gottes wiederholt das Wort Nachkomme – „zar'acha" – dreimal in einem Segen von zwei Zeilen, als würde der Engel Abraham zuflüstern: „Vergiss deinen Sohn nicht. Er ist genau hier.
Dein Nachkomme wartet darauf, dass du mit einem freundlichen Wort, einer Entschuldigung, zu ihm hinreichst."
Stell dir vor: Abraham hört seinen Segen, hört ihn wirklich, und erkennt, dass seine Arbeit noch nicht getan ist. Er geht auf seinen Sohn zu,
und anstatt allein den Berg hinabzusteigen, sagt er: „Ich bin verzweifelt darüber, wo uns das hingeführt hat. Ich liebe dich, und ich bin hier, um zuzuhören, wann immer du bereit bist zu sprechen. Ob das auf unserem Weg diesen Berg hinunter ist oder in fünf Jahren. Mein geliebter Sohn."
In diesem Sekundenbruchteil zwischen dem Segen und seinem Abstieg hat Abraham eine Gelegenheit – eine Verpflichtung,
seinen Sohn anzuerkennen, und er verpasst sie. Er lässt ihn ohne ein weiteres Wort auf dem Berg zurück und zerstört damit seine Beziehungen zu Isaak, Sara und Gott. Die Botschaft für uns in dieser Zeit des Hohen Feiertags der Buße und des Wiedergutmachens ist klar: Nachdem wir jemandem, den wir lieben, Schaden zugefügt haben, ist es unsere Verpflichtung, die andere Person anzuerkennen, selbst wenn es nicht an uns liegt, die Dinge vollständig wieder gutzumachen. Wenn du jemals Unrecht getan oder Unrecht erlitten hast – ob absichtlich oder unabsichtlich … du weißt, wie schwierig diese Bitte ist – wenn du einen Familienmitglied anschreist, das dich mit beleidigender Politik belästigt, wenn dein Partner dich unsichtbar macht, wenn du ein Geheimnis weitergibst, das dir deine beste Freundin anvertraut hat – wie viele von uns haben gewollt, ein Problem beiseitezuschieben, in dem Vertrauen, dass die Beziehung uns auffängt, oder in der Hoffnung, dass die andere Person es einfach durchgehen lässt?
Jemanden anzuerkennen, dem wir Unrecht getan haben, riskiert, alte Wunden aufzureißen. Wir riskieren, eine Antwort zu bekommen, die wir nicht wollen, oder schlimmer noch,
gar keine Antwort zu bekommen. Aber wie Therapeuten, bin ich sicher, es leid sind zu sagen, Menschen sind keine Gedankenleser. Sie müssen unsere Entschuldigungen hören und verdienen eine Chance zu antworten. Unsere Anerkennung kann sogar still sein, ein Nicken oder ein Blick in die Augen, aber es gibt keine Wiedergutmachung in Gleichgültigkeit.
Wo Ignorieren unsere Empathie erstickt, entwickelt Anerkennung sie. Und Empathie aufzubauen ist die Aufgabe dieser Saison. Die verstorbene Gloria Steinem schrieb: „Empathie ist die radikalste der menschlichen Emotionen." Diese Bitte ist RADIKAL, weil Empathie nicht von allein kommt – wir müssen sie immer und immer wieder üben, bis der Impuls zu schreien oder zu gehen natürlicher durch Beständigkeit ersetzt wird.
Ich denke darüber nach, wie Abrahams Leben hätte sein können, wenn er nur einen Moment genommen hätte, um mit seinen Gefühlen der Verzweiflung zu sitzen
und anzuerkennen, dass sein Sohn, sein geliebter Sohn, in noch größerem Schmerz war als er selbst. Ich stelle mir seine Freude vor, eines Tages wieder mit seinem Sohn zu wandern, wieder mit seiner Frau zu lachen, wieder Gottes Rufe zu hören.
Während wir diese Hohen Feiertage gemeinsam beginnen, lade ich uns alle ein, in diesen Zwischenmomenten, in denen Frustration oder Enttäuschung drohen, uns zu überwältigen, ehrlich zu prüfen, ob unser Schwecken unseren Beziehungen dient oder sie verletzt, und ob wir mutig genug sind, radikale Empathie zu lernen und zu nutzen.
Wenn unsere Unterschiede unüberwindbar erscheinen oder wenn unser Schmerz groß ist, mögen wir die Person erkennen, die vor uns steht,
damit wir Gottes Prüfung in unserer modernen Zeit bestehen.
Wortlaut im Original
Transcript
The Way Down the Mountain
Rosh HaShanah 5787
Rabbi Brooklyn Michalowicz
The year is 2053… BCE. You’re in the sweltering desert of Canaan - modern-day Israel. Squinting in the sunlight, you see an old man descending a mountain; Shaking, alone. When you look harder, you see that it’s Abraham, the patriarch of your nomadic camp.
On Rosh Hashanah, we read where this story leads, how Abraham nearly sacrificed his beloved son, Isaac at God’s command. As Abraham lifts his arm to strike, an angel interrupts and pleads with him to spare the boy. Abraham stops.
And then God blesses him. Like many of us, the ancient rabbis were left unsatisfied. How could the lesson be that God rewards us for harming the people we love?
What kind of God would choose this test in the first place? This is where midrash - rabbinic fan-fiction - comes to answer our questions. To make peace with this difficult story, our sages wrote that Isaac was in on it all along, accepting, even honored, that he would be a sacrifice for God.
In one version, Isaac begs Abraham not to tell his mother Sarah, fearing she'd take her own life from grief. But others are left troubled. They claim that Abraham did not, in fact, pass the test - because the true test was to defend Isaac.
Rashi posits that Abraham misunderstands God’s request. He imagines God saying: "I never meant for you to offer him up —
only to bring him up, so we could meet, and then bring him back down.” But if Abraham failed by not defending his son, why does he still receive God’s blessing?
On their way up the mountain, Abraham and Isaac speak to each other using the affectionate terms avi, my father,
and beni, my son. Variations of the words“my father,” “my son,” and yachdav, “together” are used 9 times in only 11 verses. In Torah, repetition is like an alarm that blares, “Pay attention! These words are important!” Ascending the mountain, Abraham and Isaac are close.
So close that God says to Abraham, “Kach et bincha, et yechidecha, Asher ahavta, et Yitzchak.” Take your son, your only son, the one you love, Isaac.” The one you love. This is the first mention of love in the entire Torah. The two have a deep, emotionally intimate relationship, one in which Isaac can ask his father openly, “My father, here are the firestone and the wood; but where is the sheep for the burnt offering?” Yet Abraham is so troubled by the inconceivable task ahead of him,
that his guilt shames him into lying, “God will see to the sheep, my son.”
My son. Even in the lie, there is affection. In the blessing that follows this tragic scene at the altar, the angel says, “Because you have… not withheld your son, I will bestow My blessing upon you and make your descendants as numerous as the stars and the sands; and your descendants shall seize the gates of their foes.
All the nations shall bless themselves by your descendants.” It seems then that Abraham receives everything he's ever wanted. But in the chapters that follow, we notice something off…Isaac never speaks to Abraham again.
To add insult to injury, Sarah never speaks to Abraham again before she dies. And all the more troublesome, God never speaks to Abraham again. Maybe, in great pain, Abraham never speaks to God again.
Can we really believe that Abraham fully passed the test when a single act costs him every significant relationship in his life? No.
Perhaps, then, we have to read the story differently, not as a binary of passed or failed. Sacrifice or Defend.
But as a 2-part test, one of resoluteness and one of relationship. Our sages were not wrong that Abraham passed at least part of the test.
God blesses him for not withholding Isaac and makes him into a great nation that we are all still part of today. If part (a) of the test is the offering of faith, then what Abraham fails to see is part (b) which is buried in the language of the blessing.
As we’ve seen, repetition is a sign of a word’s importance, and the angel of God repeats the word descendant - “zar’acha” - three times in a 2 line blessing, it’s as if the angel whispers to Abraham, “Don’t forget your son. He’s right here.
Your descendant is waiting for you to reach out with a kind word, an apology.”
Imagine: Abraham hears his blessing, really hears it, and recognizes that his work is not yet done. He approaches his son,
And, instead of walking down the mountain alone, he says, “I’m devastated at where this has led us. I love you, and I’m here to listen whenever you’re ready to speak. Whether that’s on our way down this mountain or in 5 years. My beloved son.”
In that split second between the blessing and his descent, Abraham has an opportunity - an obligation,
to acknowledge his son, and he misses it. He leaves him on the mountain without another word, thus destroying his relationships with Isaac, Sarah, and God. The message for us in this high holy day season of repentance and repair is clear: After causing harm to someone we love, our obligation is to acknowledge the other person, even if the isn’t right to mend things entirely. If you’ve ever wronged or have been wronged - whether intentionally or unintentionally…you know how difficult of an ask this is - when you snap at a family member who harasses you with offensive politics, when your partner makes you feel unseen, when you share a secret your best friend told you in confidence - how many of us have wanted to brush past an issue, trusting the relationship will catch us, or hoping that the other person will simply let it slide?
Acknowledging someone we’ve wronged risks opening old wounds. We risk getting a response we don’t want, or worse,
getting no response at all. But as I’m sure therapists are sick of saying, people aren’t mind readers. They need to hear our sorries, and deserve a chance to respond. Our acknowledgment can even be silent, a nod, or a look in the eyes, but there is no repair in disregard.
Where ignoring stifles our empathy, acknowledgment develops it. And building empathy is the task of this season. The late Gloria Steinem wrote, “Empathy is the most radical of human emotions.” This ask is RADICAL, because empathy doesn't come on its own - we must practice it time and again, until the impulse to yell or leave is replaced more naturally by steadiness.
I think about what Abraham’s life could have been like had he just taken a moment to sit with his feelings of devastation
and recognize that his son, his beloved son, was in even more pain than himself. I imagine his joy, one day hiking with his son again, laughing with his wife again, hearing God’s calls again.
As we begin these high holy days together, I invite us all to consider in those in-between moments, when frustration or disappointment threatens to overtake us, to honestly assess if our silence serves our relationships or hurts them, and if we are brave enough to learn and utilize radical empathy.
When our differences feel insurmountable, or when our pain is great, may we recognize the person standing before us,
so that we pass God’s test in our modern age.