omnist.world

English

Klimabewegung · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Internationale Walfangkonferenz: Walfang-Lobby verhindert neues Schutzgebiet im Südatlantik

ohne Namen · Greenpeace Schweiz · 2026-10-02 · Zuerich · Quelle

Fürsorge · Hauptbotschaft Gerechtigkeit · tragend Hoffnung · tragend

Politische Machtinteressen und die Walfang-Lobby verhindern Fortschritte beim weltweiten Walschutz, obwohl die Voraussetzungen für ein historisches Schutzgebiet gegeben waren.

Diese IWC hat leider gezeigt, dass unsere Meere weiterhin unter enormem Druck politischer Machtinteressen stehen.

Der Text berichtet über die 70. Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Hobart, Australien. Ein von Brasilien, Argentinien und Uruguay beantragtes Schutzgebiet für Wale im Südatlantik wurde nicht verabschiedet, weil die erforderliche Dreiviertelmehrheit um vier Stimmen verfehlt wurde. Die Schweiz zog eine eigene Resolution zum Schutz von Delfinen und Kleinwalen vorzeitig zurück. Die EU konnte weniger umstrittene Maßnahmen zu Beifang, Schiffskollisionen und Strandungen durchsetzen, aber keine gezielten Walschutzmaßnahmen. Das bestehende Walfangmoratorium wurde mit großer Mehrheit verteidigt. Greenpeace bedauert das Ergebnis und verweist auf die anstehende UNO-Hochseeschutzkonferenz als nächsten Schritt. Der Text rahmt die Konferenz als verpasste Chance und fordert verstärkten Einsatz für ein globales Netz geschützter Meeresgebiete.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Ausbeutung, Unterdrückung, ungleiche Verhältnisse; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
gerechte gesellschaftliche oder politische Verhältnisse; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
Wohin geht die Geschichte?
es wird besser, Entwicklung zum Guten
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung; auf Argument, Logik, Wissenschaft
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
auch Tieren, Pflanzen, der ganzen Schöpfung
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
-1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
2 von 3, benannt: Walfang-Lobby und Staaten, die Walschutz blockieren
Zeitbezug
früher 1, jetzt 3, künftig 2

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Die 70. Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) im australischen Hobart endet erneut, ohne ein Schutzgebiet für Wale im Südatlantik auszuweisen. Die nötige Dreiviertelmehrheit für das von Brasilien, Argentinien und Uruguay beantragte South Atlantic Whale Sanctuary (SAWS) kam nicht zustande. Die Schweiz war ebenfalls vor Ort und spielte eine kritische Rolle. Sie zog ihre eigene Resolution zum Schutz von Delfinen und Kleinwalen vor gezielter Jagd zurück. Franziska Saalmann, Meeresbiologin bei Greenpeace Deutschland, hat die Verhandlungen vor Ort begleitet. Sie bedauert, dass mehrere Schutzanträge ausgebremst oder voreilig zurückgezogen wurden: «Diese Konferenz der Internationalen Walfangkommission hätte ein historischer Erfolg zum 40. Jahrestag des Walfangmoratoriums werden können. Doch auch im 80. Jahr des IWC-Bestehens wird der weltweite Schutz der Wale von den immer gleichen Ländern ausgebremst. Das geplante Schutzgebiet im Südatlantik – mehr als doppelt so gross wie die USA – hätte den Meeresschutz einen wichtigen Schritt vorangebracht und das Momentum für weitere Schutzmassnahmen geliefert. Somit steckt in dieser Niederlage ein Auftrag: Bei der anstehenden ersten UNO-Hochseeschutzkonferenz im kommenden Januar müssen sich die Teilnehmer:innen umso stärker dafür einsetzen, dass mit dem neuen Abkommen ein globales Netz vollständig geschützter Gebiete entsteht. Bei der Abstimmung in Hobart für das von Brasilien, Argentinien und Uruguay beantragte Wal-Schutzgebiet im Südatlantik (South Atlantic Whale Sanctuary, SAWS) fehlten für die nötige Dreiviertelmehrheit (43 Stimmen) vier Stimmen. Wichtige Unterstützer-Nationen für den Walschutz wie Finnland und Luxemburg waren in diesem Jahr nicht vor Ort. Neben den Angriffen auf das Moratorium durch die Walfang-Lobby hat auch die Schweiz eine kritische Rolle in Hobart gespielt. Trotz Zuspruch nahmen sie ihre eigene Resolution zum Schutz von Delfinen und Kleinwalen vor gezielter Jagd vorzeitig zurück. Die EU wiederum hat es verpasst, diesem Vorschlag mehr Rückendeckung und Unterstützung zu geben. Ihre eigens vorgeschlagenen Massnahmen zu Beifang, Schiffskollisionen und Strandungen konnten beschlossen werden, da sie unstrittiger waren und eben nicht gezielt den Walfang adressierten. Auch wenn das Walfangmoratorium noch mit grosser Mehrheit verteidigt wurde, hat das Treffen nicht die erhofften und nötigen Fortschritte gebracht. Diese IWC hat leider gezeigt, dass unsere Meere weiterhin unter enormem Druck politischer Machtinteressen stehen.» Bilder Eine Auswahl an kostenfreien Wal-Fotos oder Video-Footage finden Sie in der Greenpeace-Mediendatenbank. Kontakt Für Einordnungen und Interviews Franziska Saalmann , Meeresbiologin Greenpeace Deutschland, franziska.saalmann@greeneace.org , 0049 170 723 73 13, Roland Gysin , Medienstelle Greenpeace Schweiz, roland.gysin@greenpeace.org , 044 447 41 17