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Evangelisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Bachkantate BWV 129

ohne Namen · Unser Lieben Frauen Bremen – Predigten (Audio) · 2026-10-04 · Bremen · Quelle

Dankbarkeit · Hauptbotschaft Gemeinschaft · tragend Wissen

Die Dreifaltigkeit lässt sich nicht nur dogmatisch fassen, sondern wird im gemeinsamen Lobgesang und im Erleben von Schöpfung, Heil und Trost praktisch erfahrbar.

Gott wirkt schöpferisch als Vater im Himmel. Hilfreich zum Anfassen im Sohn Jesus Christus. Und unsichtbar in die Zukunft hinein als guter Heiliger Geist. Und ich finde, so doof klingt das nicht.

Der Text feiert die 200. Aufführung der Bachkantate BWV 129 'Gelobet sei der Herr, mein Gott' in einer Kirche, die seit 25 Jahren eine sogenannte Laudatekantate pflegt. Der Sprecher erinnert an eine eigene frühere Predigt und betont die Kontinuität des gemeinsamen Singens und Lobens. Im Zentrum steht die Frage nach der Dreifaltigkeit, die dogmengeschichtlich kurz skizziert wird, insbesondere mit Bezug auf den arianischen Streit und das Konzil von Konstantinopel. Der Choralmtext wird als praktische, weniger theoretische Annäherung an die Trinität genutzt: Vater als Schöpfer, Sohn als Heiland, Heiliger Geist als Trostspender. Der Text lädt dazu ein, die Dreieinigkeit nicht nur zu denken, sondern im Lobgesang zu feiern. Es wird betont, dass das Singen und Loben so lange andauern wird, wie die Kirche steht. Der Ton ist zugewandt, feierlich und ermutigend.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen (erschlossen)
Was hilft dagegen?
Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
Was ist der Mensch nach diesem Text?
vor allem als Angenommener und Beschenkter beschrieben
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
der Text kritisiert nicht

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
2 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Wir sind nun in 2026 im 25. Jahr Laudatekantate und haben schon im Mai darauf hingewiesen und mit Erwürdigung dieses ganz besonderen Umstands begonnen. Und ich zitiere an dieser Stelle gerne noch einmal mich selbst aus meiner Predigt vom 10.5. Seit tausend Jahren wird hier Gott gelobt und gemeinsam besungen. Aber seit 25 Jahren vielleicht noch einmal dazu auf einem ganz besonderen Level. Mit Musikierenden, mit Orchester und auch mit Chor, mit Sängerin und Sängern, die die Gemeinde mitnehmen, weil sie es können. Und weil sie dann auch noch jemanden wie Johann Sebastian Bach im Rücken haben. Laudate, Kantate. Und egal was in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten passiert, so lange diese Kirche steht, wird das Laudatekantate das Loben und Singen nicht verstummen. Und allein das wäre ein Grund gleich wieder neu einzustimmen. Zitat Ende. Und ich würde zwar nicht alles wiederholen und unterschreiben, was ich jemals gesagt habe, auch von der Kanzel. Denn da war rückblickend auch manches so la la dabei. Aber das hier würde ich genauso wieder behaupten. Und nun also heute hier die zweihundchste Aufführung einer Bachkantate. Und der flinke Rechner hat sich im Kopf, weil die Zahlen so schön zusammen passen, vielleicht schon zu Recht gelegt. Mensch, das sind ja acht pro Jahr. Und wo gibt's das sonst noch? Respekt. Und der Titel der heutigen, gelobet sei der Herr, mein Gott, könnte kaum Treffender gewählt sein. Eine Korakantate von Johann Sebastian am Klang und Johann Olearius am Text. Konzipiert und komponiert ursprünglich für den Sonntag Trinitatis. Und so heißt unser heutiger Sonntag zwar nicht, aber macht nichts, denn Trinitatis, Dreifaltigkeit, ist ja ehrlicherweise immer. Auch am 18. Sonntag danach. Und das ist heute. Wie die sogenannte himmlische Dreieit in fünf Strophen mit den Klängen Bachs gefeiert wird, dürfte im Himmel selbst damals für einigermaßen Bewunderung gesorgt haben und heute noch Sorgen so oft das Werk erklingt. Was nun die Dreifaltigkeit? Schrägstrich, Dreieinigkeit, Schrägstrich, Trinität selbst betrifft? Kannst du allerdings auch heute noch einen Theologen mit der Frage danach einigermaßen schnell an den Rand des sagbaren Drängen oder gar in Verlegenheit bringen? Kein Wunder. Wenn über Gott zu sprechen, ist bekanntermaßen ja ganz grundsätzlich nur bedingt möglich. Und die Entwicklung kirchlicher Lehre wie zum Beispiel die der Trinität ist dementsprechend auch nicht ganz unkompliziert. So ehrlich muss man sein. Und dennoch muss man es immer wieder wagen, Gott zu bedenken, um etwas über ihn zu sagen. Auch wenn gar nicht alles klar ist oder gar eindeutig sein kann oder man dabei in Verlegenheit kommt, finde ich. Ich hätte jetzt an dieser Stelle thematisch versuchen können, das sagenumwobene Dreierding dogmengeschichtlich etwas aufzudröseln und hätte dann vielleicht sowas gesagt wie, naja, man hat sich in den ersten Jahrhunderten nach Christus durchaus Gedanken gemacht, wie Gott nun neu gedacht werden musste. Jesus war jetzt ja in der Welt und auch wenn er dann wieder weg war, Ostern und Himmelfahrt und Pfingsten und so, war ja klar, da war jetzt irgendwas neu, neu entdeckt, auch im Gottesbild. Denn Gott hatte zwar zunächst Jesus in die Welt gebracht, aber Jesus dann eben auch Gott. Jesus war besonders und er war so besonders, dass man in ihm nicht nur einen wahrsten Menschen gesehen hat, sondern ihm auch ein permanentes göttliches Momentum nicht absprechen konnte oder wollte. Der Kerl war irgendwie beides. Wie genau das göttliche und menschliche in ihm sich zueinander verhielt, blieb erst mal noch weniger bedacht, das kam später und wurde auch nicht weiter vertieft. Aber, dass in dem Menschen auch wahrste Göttlichkeit zur Welt gekommen war, das war allgemeiner Konsens. So dachte man jedenfalls. Als dann jedoch ein Mensch auftrat, nennen wir ihn wahrheitsgemäß Arius aus Alexandria und öffentlich behauptete, ok, Jesus bester Mensch, check, höchstes Geschöpf, check. Aber echte Göttlichkeit? So richtig wie beim Vater im Himmel? Nee, das nun aber nicht. Als Arius das behauptete, da ging es aber richtig zur Sache. So geht es nicht, Bruder. Da sind wir aber aus guten Gründen anderer Meinung. Wie sollte Jesus noch der göttliche Offenbarer sein? Oder auch der Retter der Welt? Wenn er nur ein besonderer Mensch ist, das geht doch gar nicht. Es rumorte jedenfalls in der noch recht jungen Kirche. Die Leitungen, Bischöfe und so mussten reagieren und überlegen, wie verhalten sich denn jetzt Gott im Himmel? Denn Jesus ja stets den Vater nannte. Und der Geist, den Jesus beim Abschied, Stichwort Himmelfahrt, als den Heiligen verhießt und der dann kurz darauf, Stichwort Pfingsten, tatsächlich Menschenergriff und so einiges, man muss wohl sagen bis heute, in Bewegung setzte und noch setzt. Wie verhält es sich mit den Dreien? Naja, und dann musste halt diskutiert werden, Butter bei die Fische. Und Arius ist dann irgendwann auch mit seiner Lehre verdammt worden, wie man das halt so machte. Und theologisch kam dann nach einiger Diskussion so was raus wie, wir haben einen Gott mit einem Wesen, aber mit drei Seinsweisen. Mia osia tres hypostaseis auf Altgriechisch. Klingt noch schlauer, meint aber das gleiche. Und wurde auf dem Konzil von Konstantinopel, das ist heute Istanbul, im Jahr 381 beziehungsweise auf der Nachsynode 382 schriftlich fixiert. Und jamoin, da wäre sie die Lehre von der Trinität. Für ein Gottesdienst wäre das alles möglicherweise ein bisschen zu theologisch theoretisch. Und wenn ich es dort so erzählen würde, würde sicher der ein oder die andere sagen, mann was labert der, da geht es wichtig, tourist, dogmen geschichtlich. Wenn ich eine Vorlesung will, dann gehe ich in die Uni. Und deswegen würde ich es im Gottesdienst natürlich auch niemals so machen. Man könnte die heilige Dreieinigkeit, nämlich auch einfach mit dem Koraltext der Bachkantate, gelobet sei der Herr ins Spiel bringen. Denn da ist sie ja drin. Weniger theoretisch, sondern eher praktisch. Weniger, was ist die Trinität, sondern eher, was macht eigentlich die Trinität? Weniger, wie sind die drei so zueinander, sondern eher, was wirken sie gemeinsam in die Welt hinein? Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt. Und das ist vielleicht der Gotteshinweis auf den sogenannten himmlischen Vater, der noch den meisten Menschen einleuchtet, wenn sie noch Bock auf Gott haben. Ich bin ja am Leben, Juhu. Also nicht immer Juhu, aber grundsätzlich vielleicht doch erstmal Juhu, ich bin am Leben. Und das verdanke ich wohl nicht mir und auch nicht nur meinen Eltern, denn die haben es ja auch geschenkt bekommen und so weiter. Also hier wurde wohl etwas Wunderbares geschöpft und ich bin dabei. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben. Und den Schöpfer, den nennen wir gern den ewigen Vater im Himmel vor allem Raum, vor aller Zeit. Der göttliche Grund, der alles angestoßen hat. Der Vater im Himmel, der Schöpfer, der Welt. Und da haben wir ihn, unseren Gott zum Ersten. Und wenn du ihn Mutter nennen willst, dann darfst du das selbstverständlich auch tun. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben. Und damit wären wir beim Junior. Und hineingegeben in die Welt. Das hat der Sohnemann sich in der Tat. Und das leuchtet auch noch dem einen oder der anderen heute ein. Jesus war tatsächlich, hat im Getümmel der Welt so einiges getrieben und ging darin wenigstens drei Tage lang auch unter. Und Blut floss da auch und doch war es am Ende heilsam. Für die Welt damals und heute. Denn die Sache Jesu geht ja weiter, weil er im Glauben schenkt sich selbst sein höchstes Gut. Und wenn du es glauben willst, eh voller, da hätten wir dann Gott zum Zweiten. Und weil drei aller guten Dinge sind. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters Werter Geist, den mir der Sohn gegeben. Der mir mein Herz erquickt. Der mir gibt neue Kraft. Der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. Schließlich also noch der gute göttliche Geist. Und falls du mal irgendwann das Gefühl haben solltest, da ist mein Herz erquickt. Oder Ui, da habe ich jetzt aber noch mal Kraft bekommen in der Not. Guten Rat oder Hilfe oder Trost. Nun ja, wenn es unsichtbar von Gott kommt, dann war es wohl sein Heiliger Geist. Und damit wäre die Dreieinigkeit komplett. Gott wirkt schöpferisch als Vater im Himmel. Hilfreich zum Anfassen im Sohn Jesus Christus. Und unsichtbar in die Zukunft hinein als guter Heiliger Geist. Und ich finde, so doof klingt das nicht. Klar, am Ende können wir mit unseren kleinen Gedanken das große Göttliche nicht erfassen. Und wenn dir vom Nachdenken der Kopf raucht, dann mach halt mal ne Pause. Aber angemessen reagieren können wir trotzdem stets und zwar ganz einfach so. Dem wir das Heilig itzt mit Freuden lassen klingen. Und mit der Engel schar, das Heilig Heilig singen. Den Herzlich Lob und Preist, die ganze Christenheit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit.