Klimabewegung · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Corre de Quebrada: one year of the project that united Hip-Hop and climate justice in Brazil
ohne Namen ·
Greenpeace International ·
2026-10-15
· Amsterdam
· Quelle
Gerechtigkeit · Hauptbotschaft
Gemeinschaft · tragend
Wissen
Kultur aus historisch unterversorgten Gemeinschaften ist kein ergänzendes Element, sondern der zentrale Weg, um Klimagerechtigkeit zu fordern und diese Gemeinschaften als Führungskräfte der Lösungen anzuerkennen.
In diesem Sinne ist Kultur kein ergänzendes Element der Strategie, sondern der Weg selbst, um Engagement, Zugehörigkeit, Wissen und Handeln aufzubauen.
Der Text beschreibt das einjährige Projekt Corre de Quebrada von Greenpeace Brasilien, das Hip-Hop, Slam und Klimagerechtigkeit verbindet. Ausgangspunkt ist die Teilnahme an der traditionsreichen Reimwettbewerbs-Szene in São Paulo. Ziel ist es, in historisch unterversorgten Gemeinschaften Kultur als politischen Ausdruck und Weg zu Engagement und Zugehörigkeit zu stärken. Der Text verweist auf eine Studie, wonach 86 % der Favelas 2025 mindestens einem extremen Klimaeignis ausgesetzt waren. Zitate von Organisatoren und MCs zeigen, wie persönliche Erfahrungen mit Klimafolgen in politische Forderungen übersetzt werden. Greenpeace veranstaltete Reimwettbewerbe in fünf Städten, zwei davon auf dem Schiff Rainbow Warrior. Die Kernbotschaft ist, dass Kultur kein Zusatz, sondern der Weg selbst ist, um Klimagerechtigkeit zu fordern und Gemeinschaften als Führungskräfte der Lösungen anzuerkennen.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Ausbeutung, Unterdrückung, ungleiche Verhältnisse; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit (erschlossen)
- Wo sitzt das Übel?
-
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
- Was hilft dagegen?
-
Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
- Wohin geht die Geschichte?
-
es wird besser, Entwicklung zum Guten
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Das Video teilen (gesellschaftlich)
- Corre unterstützen (gesellschaftlich)
- Stimmen weit reichen helfen (gesellschaftlich)
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 4 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 1 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 3, künftig 2
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Das Event „Rap for the Climate" markierte den Start von Corre de Quebrada, einem Projekt von Greenpeace Brasilien, das die Streetkultur im Kampf für Klimagerechtigkeit feiert. © Luan Braz / Greenpeace
Vor einem Jahr ging ich zum ersten Mal zur Batalha da Matrix. „Batalha" ist ein lyrischer und performativer Wettbewerb zwischen zwei oder mehr Performern (MCs), bei dem sie live Reime improvisieren (Freestyle) und von einer Jury bewertet werden. Die Batalha da Matrix ist eine der traditionsreichsten, historisch bedeutendsten und einflussreichsten im Bundesstaat São Paulo und in Brasilien.
Das Ziel von Greenpeace Brasilien war es, sich mit einem Territorium vertraut zu machen, in dem Gemeinschaften bereits durch Rap und Slam Politik machen. So entstand Corre de Quebrada: ein Projekt, das Begegnungen in Räumen kultureller Ausdrucksformen fördert, wie Reimwettbewerbe, Poesiekreise, aber auch durch Diskussionsveranstaltungen und Gesprächskreise – und dabei Kunst mit Klimagerechtigkeit verbindet, um die Rolle der städtischen Bevölkerung an der Frontlinie sozio-ökologischer Risiken anzuerkennen.
Im Circo do Corre, São Paulo, Brasilien, hatte das Publikum Spaß und dachte darüber nach, wie extreme Wetterereignisse diejenigen, die in historisch unterversorgten Gemeinschaften leben, auf eine viel brutalere Weise treffen. Kultur ist Stärke. © André Coelho / Greenpeace
Kultur aus historisch unterversorgten Gemeinschaften ist eine der wichtigsten Formen der Ausdrucks- und Realitätsverwandlung. Durch Kunst wird das tägliche Leben zu einer Erzählung, zu Aktivismus und Mobilisierung. Durch die Erfahrung derer, die in diesen Gemeinschaften leben, gewinnt Ungerechtigkeit an Sichtbarkeit, und kollektives Handeln gewinnt an Stärke. In diesem Sinne ist Kultur kein ergänzendes Element der Strategie, sondern der Weg selbst, um Engagement, Zugehörigkeit, Wissen und Handeln aufzubauen.
Was wir in einem Reimwettbewerb sehen, ist der konkrete Ausdruck der Gedanken und Gefühle derer, die die schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise und der Ungleichheit aus nächster Nähe kennen. Laut einer Studie von Teto Brasilien waren 86 % der Favelas und Gemeinschaften 2025 mindestens einem extremen Klimaeignis ausgesetzt. Gemeinschaften, die gezwungen sind, diesen Herausforderungen zu begegnen und Lösungen auf der Grundlage von Wissen zu entwickeln, müssen von den öffentlichen Behörden bei der Gestaltung von Politiken, die für sie funktionieren sollen, gewürdigt werden.
Corre de Quebrada ging an Bord der Rainbow Warrior in Rio de Janeiro. Links Allan Marolla, Organisator der Roda Cultural do Méier, einem traditionellen Reimwettbewerb in Rio de Janeiro, und rechts Gaio Jorge, Kulturproduzent und Organisator von Corre de Quebrada in Rio de Janeiro. © Lucas Landau / Greenpeace
„Der Reimwettbewerb ist der Ort, an dem wir unseren Zorn, unseren Aufstand organisieren, an dem Jugendliche sich als Katalysatoren für Lösungen für den Ort zeigen, an dem sie leben", sagte mir Gaio Jorge, Kulturproduzent und Organisator von Corre de Quebrada in Rio de Janeiro. Diese jungen Menschen fordern, dass öffentliche Politiken ihre Stimmen berücksichtigen, nach grundlegender Sanitärversorgung, nach sicheren Territorien, wenn es regnet, und dass ihre Studien nicht gestört oder ihre Beschäftigung bedroht wird, wenn die Straßen überfluten.
Greenpeace Brasilien veranstaltete Reimwettbewerbe in fünf Städten in Brasilien: São Bernardo do Campo, Belém, während der COP30, João Pessoa, Rio de Janeiro und Recife. Die letzten beiden Wettbewerbe fanden auf dem Schiff Rainbow Warrior statt.
Zum Jubiläum eines Jahres des Projekts haben wir ein Video mit großen Namen aus Hip-Hop, Slam und Gemeinschaftsführern veröffentlicht, das unsere Stimmen vereint, um Umwelt Rassismus anzuprangern und Kultur als legitimen Raum für politische Bildung und Bürgerschaft zu bekräftigen.
Seit wir begonnen haben, erhalten wir täglich Zeugnisse, die mich zutiefst berühren, weil ich sehe, dass wir eine Beziehung des Austauschs, des Lernens und vor allem des Vertrauens aufbauen. „Ich verstehe jetzt, dass es alles mit dem zu tun hat, was ich erlebe", sagte mir MC Magrão.
„Ich wurde Klimaktivistin. Ich habe diese Themen immer erlebt, aber erst nachdem ich angefangen habe, am Corre de Quebrada teilzunehmen, habe ich alles, was ich erlebt habe, mit der Klimapolitik und dem Mangel an Zugang zu Rechten in Verbindung gebracht, die ein würdiges Leben garantieren und die wir einfordern müssen", sagt die MC Mileny, dreifache Meisterin der brasilianischen Slam-Meisterschaft.
MCs aus São Paulo reimen über Umwelt Rassismus und Klimawandel bei der Rap-Veranstaltung „Batalha da Matrix". © Luan Braz / Greenpeace
Über Klimagerechtigkeit zu sprechen bedeutet, zu garantieren, dass das Recht zu träumen nicht weiter um Raum konkurriert mit dem täglichen Kampf ums Überleben. Und das ist nur möglich, wenn diejenigen, die die Auswirkungen von Umwelt Rassismus spüren, nicht länger lediglich als statistischer Datenpunkt betrachtet werden, sondern als Führungskräfte der Lösungen anerkannt werden.
Corre de Quebrada ist die Konstruktion dieses Zugehörigkeitsgefühls. Es sind die Gesichter, die Stimmen und die Vielfalt jedes Stadtviertels in Brasilien, die sich vereinen, um zu sagen, dass die Zukunft nicht ohne uns entschieden werden wird. Corre ist ein lebendiges Netzwerk, das sich weigert, zum Schweigen gebracht zu werden.
Teilt das Video! Unterstützt Corre und helft diesen Stimmen, weit zu reichen.
Camila Doretto ist Engagement-Analystin für die Klimagerechtigkeitskampagne bei Greenpeace Brasilien.
Wortlaut im Original
The “Rap for the Climate” event marked the launch of Corre de Quebrada, a Greenpeace Brazil project that celebrates street culture in the fight for climate justice. © Luan Braz / Greenpeace
One year ago, I went for the first time to Batalha da Matrix. “Batalha” is a lyrical and performance competition between two or more performers (MCs), where they improvise rhymes (freestyle) live and are evaluated by judges and Batalha da Matrix is one of the most traditional, historic, and influential in the state of São Paulo and in Brazil.
The goal of Greenpeace Brazil was to familiarise itself with a territory where communities already make politics through rap and slam. That is how Corre de Quebrada was born: a project that promotes encounters in spaces of cultural expression, such as rhyme battles, poetry circles, but also through debate meetings and conversation circles – and in doing so, unites art to climate justice, to recognise the role of urban populations on the front lines of socio-environmental risks.
At Circo do Corre, São Paulo, Brazil, the public had fun and reflected on how extreme weather events impact those who live in historically under-resourced communities in a much more brutal way. Culture is strength. © André Coelho / Greenpeace
Culture from historically under-resourced communities is one of the main forms of expression and transformation of reality. Through art, daily life becomes a narrative, activism and mobilisation. Through that experience of those living in these communities, injustice gains visibility, and collective action gains strength. In this sense, culture is not a complementary element of the strategy, it is the path itself to build engagement, belonging, knowledge, and action.
What we see in a rhyme battle is the concrete expression of the thoughts and feelings of those who know up close the worst impacts of the climate crisis and inequality. According to research by Teto Brasil , 86% of favelas and communities faced at least one extreme climate event in 2025. Communities who are forced to face these challenges and build solutions based on knowledge need to be valued by public authorities in the construction of policies that are mean to work for them.
Corre de Quebrada went aboard the Rainbow Warrior in Rio de Janeiro. On the left, Allan Marolla, organiser of Roda Cultural do Méier, a traditional rhyme battle in Rio de Janeiro, and on the right, Gaio Jorge, cultural producer and organiser of Corre de Quebrada in Rio de Janeiro © Lucas Landau / Greenpeace
“The rhyme battle is where we organise our anger, our revolt, where youth show themselves to be catalysts for solutions for the place where they live”, Gaio Jorge, cultural producer and organiser of Corre de Quebrada in Rio de Janeiro, told me. These young people ask that public policies consider their voices, for basic sanitation, safe territories when the rains fall, and not having their studies disrupted or their employment threatened when the streets flood.
Greenpeace Brazil held rhyme battles in five cities in Brazil: São Bernardo do Campo, Belém, during COP30, João Pessoa, Rio de Janeiro, and Recife. The last two battles took place on the Rainbow Warrior ship.
To celebrate one year of the project, we launched a video with big names in Hip-Hop, slam, and community leaders, joining our voices to denounce environmental racism and affirm culture as a legitimate space for political formation and citizenship.
Since we started, we receive daily testimonials that move me deeply because I see that we are building a relationship of exchange, learning, and, above all, trust. “I understand now that it has everything to do with what I live”, MC Magrão told me.
“I became a climate activist. I always experienced these issues, but I only associated everything I experienced to the climate agenda and to the lack of access to rights that guarantee a dignified life, and that we must demand, after I started participating in Corre de Quebrada”, says the MC Mileny, three-time champion of the Brazilian Slam Championship.
MCs from São Paulo Rhyme on environmental racism and climate change at the rap event “Batalha da Matrix”. © Luan Braz / Greenpeace
To speak of climate justice is to guarantee that the right to dream does not continue competing for space with the daily struggle for survival. And this is only possible when those who feel the impacts of environmental racism stop being seen merely as a statistical data point and start being recognised as leaders of the solutions.
Corre de Quebrada is the construction of this belonging. It is the faces, the voices, and the diversity of each neighborhood in Brazil united to say that the future will not be decided without us. Corre is a living network that refuses to be silenced.
Share the video! Support Corre and help these voices reach far.
Camila Doretto is Engagement Analyst for the Climate Justice campaign with Greenpeace Brazil.