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Judentum · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Rap, Gesellschaftskritik und "Oktober in Europa" - Ein Gespräch mit Kolja Podkowik

Un(d)orthodox – Jüdische Gemeinde Düsseldorf · Un(d)orthodox – Jüdische Gemeinde Düsseldorf · 2026-08-31 · Düsseldorf · Quelle

Wahrhaftigkeit · Hauptbotschaft Gerechtigkeit · tragend Gemeinschaft

Die künstlerische Arbeit dient als notwendiges Mittel, um gesellschaftliche 'blinde Flecke' und unaushaltbare Situationen sichtbar zu machen und zu verarbeiten, was den Künstler zu einem langsamen, aber beständigen Wachstum führt.

Aber dieser blinde Fleck, diese Lehrstelle, diese unaushaltbare Situation hat dazu geführt, dass es, es war unumgänglich für mich, ich hatte das Gefühl, ey, wir müssen das tun.

Der Text ist ein Ausschnitt aus einem Podcast der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, in dem der Rapper Kolja Podkowik (Künstlername Collier) über seinen Werdegang und das Lied 'Oktober in Europa' spricht. Podkowik erklärt, dass die Entstehung des Songs durch eine als 'blinder Fleck' und 'unaushaltbare Situation' beschriebene gesellschaftliche Lücke motiviert war, die er als unumgänglich empfand. Er reflektiert seinen frühen Zugang zu Musik, der von deutschen Texten und Hip-Hop geprägt war, und beschreibt die Mühe, aus einem Hobby einen Beruf zu machen. Der Künstler betont, dass er sich durch den Drang, Texte zu schreiben, nicht von Rückschlägen entmutigen lässt, sondern diese als Teil eines langsamen Wachstumsprozesses sieht. Er beschreibt den kreativen Prozess, bei dem er Beats in Endlosschleife hört, um Texte zu verfassen, und hebt die Bedeutung einer treuen Fanbase hervor, die über Jahre gewachsen ist. Der Text verbindet persönliche Biografie mit gesellschaftskritischer Motivation und der Rolle der Kunst als Ausdrucksmittel.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
Wohin geht die Geschichte?
es wird besser, Entwicklung zum Guten (erschlossen)
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Das ist auch der Grund, weshalb wir das Lied Oktober in Europa gemacht haben. Das war ja nicht so, dass wir uns darum gerissen hätten, diesen Song zu machen. Ich hätte es gut gefunden, wenn schon fünf Leute diesen Song gemacht hätten uns nicht nötig gewesen wäre, den auch noch zu machen. Aber dieser blinde Fleck, diese Lehrstelle, diese unaushaltbare Situation hat dazu geführt, dass es, es war unumgänglich für mich, ich hatte das Gefühl, ey, wir müssen das tun. Es kann nicht wahr sein, dass es so ein Lied nicht gibt. Hallo zu einer neuen Folge von und orthodox der jütsche Podcast für Unschlüssige mit Miazef. In dieser Folge freue ich mich auf einen ganz besonderen Gast, nämlich habe ich mit Collier Podkowig, dem Rapper der Antilopengeng, gesprochen. Ja, Collier wird mir von seinem musikalischen Werdegang erzählen, wie die Antilopengeng entstanden ist und auch wie das Song Oktober in Europa entstanden ist, der ein halbes Jahr nach dem 7. Oktober 2023 veröffentlicht wurde. Außerdem sprechen wir über den 7. Oktober, inwiefern sich die Gesellschaft verändert hat seitdem. Ja, und ich sage mal, trotz dieser schweren Themen ist daraus ein sehr persönliches, offenes und vor allem auch sehr unterhaltsames Gespräch geworden. Und deshalb freue ich mich jetzt sehr auf die Folge mit ihm. Collier, vielen Dank, dass du hier in die Gemeinde gekommen bist, um mit mir den Podcast auch zu nämlich freue mich wirklich sehr und weiß es sehr zu schätzen. Gerne, danke für die Einladung. Sehr, sehr gerne. Zu Beginn würde ich einfach auch mal ganz kurz, weil wir vorher auch darüber gesprochen haben über deinen Namen sprechen, weil Collier ist ja dein richtiger Name und als Rapper nennt man dich ja Collier. Vielleicht magst du zu Beginn einfach mal kurz darüber sprechen, woher das kommt. Ja, als ich mir das mit 15 ausgedacht habe, dass ich ein Künstlername brauche, habe ich nicht darüber nachgedacht, dass das mich Jahrzehnte lang beschäftigen wird und immer wieder zur Verwirrung führen wird. Ich heiße Collier, K-O-L-J-A. Und als Jugendlicher dachte ich, das wäre cool, wenn man das Collier ausspricht. Und das wollte ich dann auch mit der Schreibweise kenntlich machen, habe noch ein Haar dran gemacht. Also die Rap-Kunstfigur ist Collier mit Haar, aber in meinem Personalausweis steht Collier, Portcouillic und Collier ohne Haar geschrieben. So, wenn wir jetzt mal zu Beginn direkt den Rollentausch einnehmen würden, was würdest du dir wünschen in Interviews, welche Frage man dir stellt? Um das Eis zu brechen. Also die auf jeden Fall nicht, weil mir spontan keine gute Antwort einfällt. Ich glaube, ich bin generell gar nicht oft genervt von Fragen oder so. Es gibt ja Leute bei denen kannst du richtig in so Fettnäppchen treten. Und das ist bei mir gar nicht so. Es gibt bestimmt ein paar Fragen, auf die könnte ich verzichten, weil ich das Gefühl habe, habe ich schon sehr oft beantwortet. Es gibt Sachen, also vielleicht finde ich es immer gut, wenn mir Fragen gestellt werden, die man nicht irgendwie in zwei Sekunden hätte googeln können. So, das ist glaube ich ein ganz guter Lehrsatz. So Sachen, die eh auf der ersten Seite der Google Treffer sind, muss man eigentlich nicht fragen. Und ich finde es immer gut, wenn ich merke, dass Leute sich wirklich so ein bisschen irgendwie mit dem, was ich mache auseinandergesetzt haben und nicht so. Also das mit dem Namen war völlig legitim jetzt zum Beispiel. Aber wenn du jetzt nur fragst, wie seid ihr auf dem Namen eigentlich Lohngern gekommen? Und wie viele Alpen habt ihr eigentlich oder so? Und denke ich, ja gut. Also muss ich meine Frage noch mal schieben. Nein, schwarz. Ja, sehr schön. Dann also ich glaube, die nächste Frage kann man jetzt nicht ganz so einfach finden, wenn man dich googelt, weil das ja dann doch ein Prozess ist. Deswegen die Frage, wie bist du zu Musik und vor allem zu Rap Musik gekommen? Musik war ganz früh in meinem Leben. Also ich habe wirklich schon als Kleinkind irgendwann mit vier oder so aufgehört, die Kindermusik, die meine also so die antiautoritäre Kindermusik, die meine Eltern für mich vorgesehen hatten zu hören. Und auch Hörspiele waren irgendwann nicht mehr so angesagt, sondern da lief dann einfach wirklich tote Hosen bei mir im Kinderzimmer. Und ich habe in absurd frühem Alter eigentlich nur noch mich für solche Musik interessiert. Und das ging damals, glaube ich, auch schon stark über den Text. Also ich habe seit ich denken kann, mich eigentlich auch für Musik auch mit deutschen Texten interessiert, weil ich die einfach verstehen konnte und auch schon früh selbst Versuche unternommen, auch schon so zu Grundschulzeiten und dann später noch viel mehr selbst Texte zu schreiben. Also es war eine frühe Faszination da. Ich habe das immer gerne gehört. Und also als ich sechs war 1992 ist man an den fantastischen vier nicht rumgekommen. So, die hatten damals den ersten großen deutschsprachigen Rap Hit, die da, das habe ich auch mitbekommen. Und deswegen war auch so Hip Hop relativ früh irgendwie da, gar nicht so, dass direkt der Funke komplett übergesprungen wäre. So mich hat schon irgendwie Punk Rock erst mal weiter am meisten fasziniert. Aber Rap war auch immer da. Und spätestens als dann so oder eigentlich kurz bevor die Pubertät so richtig reingekickt hat, so mit elf zwölf habe ich dann wirklich auch zu Rap als ja so als Möglichkeit sich auszudrücken gefunden, weil du da auch einfach viel mehr Textanteile hast. Und man merkt es vielleicht auch daran, wie lange ich jetzt hier schon die ganze Zeit antworte. Ich teile mich gerne mit und das geht als Rapper ganz gut. Und seitdem ist das da. Was ist für dich das besondere Musiker zu sein und vor allem auf der Bühne zu stehen? Ja, das ist natürlich schon echt bemerkenswert, dass also ich habe die Möglichkeit, etwas zu machen, was mich seit der Kindheit fasziniert hat, was immer mein Hobby war, was ich immer geliebt habe. Und ich habe es irgendwie geschafft mit Ach und Krach da einen Beruf draus zu machen. Und wenn wir ein Konzert spielen, dann führen wir etwas auf, was wir uns im Grunde weil wir nicht anders konnten und aus Spaß an der Freude, Freude irgendwann mal ausgedacht haben und es gibt Leute, die das interessieren und die Zahlen sogar eintritt, um sich das anzuhören und anzugucken. Und sollte man nicht für selbstverständlich nehmen, auf jeden Fall. Und es war auch locker ein Jahrzehnt nicht so, dass das viel interessiert hat, was wir da gemacht haben. Aber wir haben das trotzdem immer gemacht jetzt mit den Antilopen oder auch ich alleine. Und ich glaube, das ist das, wo ich immer noch manchmal kurz irgendwie mich kneifen muss und denke, ist das echt passiert? Jetzt so, dass ich habe eben erzählt, wie lange ich auch schon so Texte geschrieben habe, dass ich dann irgendwann auf einmal auf echt recht großen Bühnen teilweise stand und immer noch das einfach mache, was ich immer gemacht habe. Ich hatte nie einen normalen Beruf oder sowas, sondern ich bin da irgendwie habe ich mich so durchgemogelt und mit da irgendwie so reingerutscht und mache das jetzt immer noch so. Muss man um erfolgreicher Musiker zu sein, auch mit Rückschlägen umgehen können? Also ich glaube, es kann nicht schaden, dass man sich nicht so schnell entmutigen lässt. Und ich glaube auch gut, heute ist es auch nochmal anders als damals vor 20 Jahren oder so, als ich so meine Anfänger hatte. Aber ich glaube, wenn man jetzt nur so auf den schnellen Erfolg aus ist, dann kann man natürlich auch schnell frustriert sein. Aber ich habe irgendwie so viele Jahre meines Lebens Texte geschrieben aus einem Drang heraus. Ich konnte gar nicht anders. Ich habe einfach Sachen verarbeitet. Mir sind die Sachen zugeflogen. Ich musste das aufschreiben und ob sich das jemand dann anhört oder nicht. Und ob man zum Konzert kommt oder nicht. Das war erst mal zweitrangig. So und wenn dann irgendwo ein Konzert war und da war nur drei zahlende Gäste, was oft genug vorgekommen ist, dann war auch egal. Immerhin gab es Freibier. Kam ich dann auch mit zurecht. Und ich glaube, wenn also wenn du mit Rückschlägen so was meinst, dass nicht immer alles so glatt läuft und man vielleicht auch jahrelang das Gefühl hat, das interessiert einfach niemanden, dann glaube ich schon. Also mir und der Antilunkening hat es auf jeden Fall nicht geschadet, sondern ich glaube, es hat auch dazu geführt, dass wir dann als dann irgendwann ein paar Leute sich dafür interessiert haben, dass wir das irgendwie auch einordnen konnten. Es kann auch anders gehen. Und wenn das wieder weg wäre, würde ich glaube ich auch nicht automatisch nie mehr ein Text schreiben, so weil dieser Drang kann immer noch da sein. Ich meine, es gibt ja viele Bands oder auch auch Künstler generell, die die halt irgendwie schon seit 20 Jahren im Business sind, aber dann irgendwie nach 20 Jahren ein ein Knallersong rausbringen und plötzlich dann erfolgreich sind und die größten Bühnen bespielen. Das ist ja glaube ich auch normal in dieser in diesem Business, wo es ja so viele gibt, da auch dann den richtigen Weg zu finden oder das richtigen Stil, den richtigen Song, um die Leute dann auch zu catchen. Bei uns war das halt eher so ein langsamer Prozess eigentlich. Wir hatten immer mal so ein paar Songs, die dann ein paar Leute mitbekommen haben. In grauen Vorzeiten gab es mal so ein Lied, das ist No Border No Nation. Das finde ich jetzt aus heutiger Sicht jetzt noch so mittelmäßig gelungen. Aber es lief dann immer auf so Demos. Und dann später hatten wir das Lied Fick the Uni. Das war so das erste Mal, dass das so ein klein bisschen rumort hat. Das lief dann auf Studentenpartys. Das ist dann so auf YouTube irgendwie, was dann gerade irgendwie gab, schon so ein bisschen angehört worden. Irgendwann haben wir dann Beate Chipherd U2 gemacht. Da hat dann auch das eine oder andere Medium davon mitbekommen. Pizza war dann so ein Lied, was auch ein bisschen fragwürdig ist, was dann sogar im Radio lief. Damit will ich sagen, bei uns war es nicht das eine Lied, sondern es gab so verschiedene Momente über Jahre, wodurch das so stetig gewachsen ist. Und als wir 2014 zum ersten Mal einen professionellen Plattenvertrag unterschrieben haben und ein richtiges Album rausgebracht haben, da haben wir halt nicht bei Null gestartet, sondern da hatten wir schon so eine gewisse solide Fanbase. Da gab es ein paar hundert Leute so wahrscheinlich so über Deutschland, Österreich, Schweiz verteilt, die das schon kannten. Wir haben immer unser Zeug ins Internet gestellt und die waren dann auch dadurch, dass die seit Jahren dabei waren, auch irgendwie treu und waren nicht so eintagsfliegenmäßig. Wir sind so ein One-Hit-Wander und dann sind kurz Leute, dann gehen die wieder weg, sondern wir haben viele Leute, die wirklich seit es uns gibt, seit vielen Jahren uns begleiten. Kannst du den Prozess eines Songs beschreiben? Also vom ersten Wort, sage ich mal, bis hin zur Veröffentlichung, Produktion, was da alles zugehört, weil ich glaube, wenn man nicht in dieser Materie drinsteckt, kann man sich das nicht vorstellen, was da alles hintersteckt, um ein Song zu veröffentlichen. Ja, also es ist nicht immer genau gleich, es gibt jetzt nicht so das Rezept, aber ich glaube, jetzt ein typischer Antilokengengsong entsteht in der Regel so, dass zuerst die Musik da ist und dann der Text kommt. Es kann auch sein, dass es eine Textidee gibt und wir nach Musik suchen, die da zu passen könnte. In die Produktion der Musik bin ich bei uns am wenigsten involviert. Das machen meine Bandkollegen Panik Panzer und Danger Dan und ich sitze eher so im Hintergrund auf der Couch und sage manchmal, kannst du nicht mal so machen, aber ich könnte selbst nicht machen. Das heißt, man braucht, als Rapper braucht man eigentlich erst mal den Beat. Und wenn wir den nicht selbst machen, dann fragen wir Produzenten, hast du ein paar Beatsauflager? Und den hört man dann für Außenstehende wahrscheinlich unerträglich, stundenlang in Endlosschleife und schreibt da sein Text. So, das macht dann jeder in seinem Tempo, manchmal schmeißt man sich auch die Bälle hin und her. Und jetzt bei einem Antilokengengsong machen dann ja meistens alle von uns eine Strophe und irgendwann sind wir dann fertig oder der erste ist fertig und nimmt schon mal sein Text auf. Und dann wird das so PöApö aufgenommen. Und dann muss man mal gucken, es gibt manchmal Lieder, die sitzen direkt. Es gibt auch Lieder, die brechen wir ab, weil wir dann beim Aufnehmen merken, das macht hier gar keinen Sinn. Früher haben wir noch jedes Lied zu Ende gemacht. Mittlerweile sind wir eigentlich an so einem Punkt, wir merken schon im Aufnahmeprozesse. Manchmal nehmen wir es nicht mehr auf, weil es sind wie Quatsch. Aber kann auch sein, dass man dann noch mal Sachen verändert. Und im Nachhinein wird das dann alles ausproduziert, werden vielleicht noch Instrumente drauf gespielt. Vielleicht fragt man noch ein Detail, ob er darauf scratchen will. Und dann guckt man mal, wo die Reise hingeht. Beantwortet das so ungefähr deine Frage. Sehr gut, vielen Dank. Du hast die Fantastischen 4 schon mal kurz erwähnt. Ich glaube, das ist noch weitere Künstler, Musiker oder bestimmte Songs, die dich in deinem Leben und auch in deinem Musiker da sein geprägt haben. Eigentlich war es ein Fehler, dass ich die Fantastischen 4 erwähnt habe. Denn es gab ja die großen, bösen Gegenspieler der Fantastischen 4. Und das war das Rödelheim-Hartreim-Projekt. Moses Pelham vom Rödelheim-Hartreim-Projekt war ja auch schon mal hier in dem Podcast. Das habe ich mir auch angehört. Und den muss ich auf jeden Fall nennen. Also ich kann im Grunde sagen, dass ich wegen Moses angefangen habe zu rappen. Weil was ich eben gesagt habe, stimmt schon. Ich habe die Fantafier bestimmt auch vor Rödelheim mitbekommen. Aber dass so richtig der Funke übergesprungen ist, was mit Rap möglich ist. Und dass vor allen Dingen dieser Drang da war, ich will das auch machen. Das war, als ich Moses gehört habe, ganz klar. Also ich habe sogar die ersten Raptexte, die ich dann geschrieben habe, mit so einem hessischen Dialekt noch geschrieben. Weil das war halt für mich so muss Rap klingen. Also habe ich da so einen auf Rödelheim gemacht. Das habe ich glücklicherweise nicht so lange durchgezogen. Aber das kann man ganz klar so sagen. Nach dem Rödelheim-Hartreim-Projekt wurde dann ja 3P wichtig. Dass das eigene Label, was Moses dann gegründet hat. Da waren viele Leute drauf. Für mich zum Beispiel auch wichtig, Ilmetik. Auch Sabrina Settler war da. Und das habe ich alles gehört. Ich war 3P-Supporter und das war absolut mein Ding. Vieles wäre, glaube ich, in meinem Leben anders verlaufen, wenn ich nicht. Ich glaube mit 12 gemerkt hätte, dass das einfach das coolste der Welt ist, was der Moses da macht. Wie schön jetzt schließe ich sogar in diesem Podcast-Kreis. Ja, wirklich, finde ich auch nett. Was möchtest du persönlich mit Musik und deinen Texten vermitteln? Ich glaube eigentlich will ich gar nicht so viel vermitteln. Also ich habe nicht das Bedürfnis, großartig irgendjemand irgendwas mitzugeben. Ich verfolge keinen Auftrag oder so. Natürlich kommen manchmal Texte dabei raus, wenn ich mich hinsetze und was schreibe. Da können Leute was mitnehmen und das gibt denen auch was. Gerade auch bei politischen Themen oder so mag das sein. Aber es war jetzt nie mein Antrieb, irgendwas den Leuten zu geben, eigentlich. Sondern erst mal ist der Prozess so ein Text zu schreiben, eigentlich was ganz privates oder der Gedanke, was passiert damit? Wie kommt das an? Wie wird das aufgenommen? Wer soll sich das anhören? Der Gedanke kam immer erst später. Das ist bis heute so. Mittlerweile ist es vielleicht so, dass man das schon so ein bisschen mitdenkt, weil man so ein gewisses Gespür dafür hat, wie Sachen wirken können. Aber den Text, den schreibe ich einfach auf, der kommt einfach aus mir raus. Und und ich habe auch nie so viel davon gehalten, wenn Musiker sich so als so Pädagogen irgendwie betätigen und irgendwie so. Ja, also es ist ja schön, wenn man ein Verantwortungsbewusstsein hat. Das kann ja auch jeder irgendwie so Hand haben. Aber ich hatte nie das Gefühl, ich muss, ich muss weder hier irgendein Agenda verfolgen. Es gab ja auch diesen Ansatz so Agit Prop zum Beispiel, dass man Musik nutzt, um Botschaften zu vermitteln, um irgendwie nutzt, nutzt, um Politik zu machen. Das war bei mir nie intendiert. Das ist trotzdem manchmal passiert, weil man natürlich auch nicht so tun kann, als wäre alles irgendwie unpolitisch und man wäre in einem luftlären Raum. Aber das ist dann eher so ein Nebeneffekt eigentlich immer gewesen. Es ist echt auch ein Missverständnis bei der Antilokengänge eigentlich, weil wir gelten den meisten als einfach klar, als Politrapper, als politische Band und seit jeher sagen wir immer, also wir selbst sehen uns nicht so. Dadurch, dass wir halt auch politisch interessiert sind und wir halt Texte über Dinge schreiben, die uns interessieren, haben wir auch politische Texte. Aber das ist nicht, wir sind keine Partei. Wir sind auch keine K-Gruppe oder irgendwas und wir sind uns auch selbst nicht einig. Die größten Kritiker von uns gegenseitig sind wir so. Also deswegen würde ich eigentlich sagen, ich will nicht großartig was vermitteln, aber ab und zu finde ich es auch in Ordnung, wenn es passiert. Welche, also jetzt nicht unbedingt nur bezogen auf Euro Musik als Band, aber welche Kraft kann Musik entfachen mit Blick auf die Gesamtgesellschaft? Also ich habe jetzt letztens noch mal die Toten Hosen live gesehen, was da passiert, ist schon bemerkenswert bei den Konzerten, was die Leute da gemeinsam erleben. Ich glaube so Musik ist ein ganz schön starkes Identifikationsangebot und kann auch irgendwie bei so Konzerten in so Kollektivgefühle ausarten, wo ich persönlich auch eher skeptisch bin. So, das war jetzt nie mein Zugang zu Musik. Das kann einem manchmal auch vielleicht sogar ein bisschen Angst machen, wenn man sieht, wie so alle in der Masse aufgehen und so. Ich muss jetzt auch nicht oberkörperfrei im Publikum irgendwie bierselig irgendwelche Sachen rumgrüllen. Das gibt es ja alles. Damit meine ich jetzt gar nicht die Hosenkonzerte. So war es da jetzt auch nicht, zumindest nicht nur. Aber ich glaube, viele ziehen ganz viel aus Musik und Musik kann Debatten anstoßen und ist halt allgegenwärtig. Also meine nächste Frage wäre jetzt, wie ist die Antilopengel entstanden? Und wie ist der Bandname entstanden? Aber ich skippe die. Ich kann es auch ganz knapp sagen, weil die wahre Geschichte ist auch schnell gesagt. Wir haben früher dann irgendwann immer so Lügengeschichten verbreitet zu dem Bandname. Wirklichkeit schießt die Vorläuferband, die Vorläufer Crew, Anti-Alles-Aktionen. Und wir haben das Antibuy behalten und deswegen Antilopengengen. Das war uns ähnlich wie es eben bei meinem Namen Colger gesagt hat. Und zwar zu dem Zeitpunkt nicht klar, dass wir uns so lange mit dem Namen rumschlagen würden. Sonst hätten wir uns vielleicht einen cooleren Namen ausgedacht. Zumindest haben wir das Tier ganz gut verdrängt. Da kann man auch noch mal Google als Beispiel sagen. Wenn man jetzt Antilopengugelt, dann ich glaube mittlerweile sind wir vor dem Tier da. Oder zumindest gleichbreden. Das stimmt. Also ich habe es heute Morgen geGoogled. Das Tier kommt zuerst und danach kommt direkt hier. Und das Logo von uns, was ich selbst auch auf dem Abend tätowiert habe, das war damals 2009 einfach der erste Google-Treffer-Bildersuche-Antilope. Und dann haben wir einfach diese Lohete davon genommen. Es war alles nicht so auf Langlebigkeit eigentlich ausgelegt. War euer Plan, dass die relativ schnell der Band den Rücken kehrt? Oder hatte die nicht im Kopf, dass er so lange anhalten wird? Wir haben einfach nicht so weit gedacht. Aber ich weiß nicht, wenn du mich damals gefragt hättest. Also ich habe jetzt die anderen kennengelernt. 2003, da war ich 17. Wir haben dann ungefähr 2004 angefangen, da haben wir ungefähr angefangen Musik zu machen. 2005 haben wir d