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Liberal · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Allgemeine Rabbinerkonferenz

ohne Namen · Allgemeine Rabbinerkonferenz – Paraschat HaSchawua · 2026-09-10 · Berlin · Quelle

Wissen · Hauptbotschaft Dankbarkeit · tragend Gemeinschaft · tragend

Das Wesentliche des Lebens besteht darin, das Erlernte und die eigene Erfahrung bewusst an die nachfolgende Generation zu übergeben, bevor die eigene Zeit abläuft.

Was möchte ich sagen, bevor ich sterbe? Was will ich, das die nächste Generation von mir nimmt? Was sollen sie von mir lernen, was kann wichtig sein für ihre eigene Zukunft?

Der Text ist eine Auslegung des fünften Buches Mose (Dewarim) durch Rabbiner Walter Rothschild. Er interpretiert die Einleitung 'Diese sind die Worte' als Moses' letzten Versuch, sein Wissen an die neue Generation zu übergeben, da die alte Generation verstorben ist. Der Rabbiner zieht eine direkte Parallele zu seiner eigenen Situation: Mit fast 40 Jahren im Amt blickt er auf seine Lehrer zurück und fragt sich, was er den jüngeren Kollegen mitgeben soll. Er betont die Vergänglichkeit des Lebens und die Notwendigkeit, das Erlernte weiterzugeben, bevor man selbst 'weg ist'. Die Rede schließt mit dem Wunsch, dass die Zuhörer selbst die Worte formulieren können, die sie sagen möchten, bevor sie sterben. Es wird ein würdevoller Übergang der Verantwortung und des Wissens gefeiert.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Leere, Orientierungslosigkeit, Verzweiflung (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
Was ist der Mensch nach diesem Text?
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
Wohin geht die Geschichte?
Wiederkehr, kein Ziel, immer dasselbe Muster
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
der Text kritisiert nicht

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

5. Mose 1,1

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 3

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
DEWARIM Welche Worte? Diese Worte! Auslegung von Rabbiner Walter Rothschild Heute beginnen wir das fünfte Buch der Torah: "Dewarim". Es beginnt so: "Ejle ha-Dewarim..." "DIESE sind die Wörter, die Moses an das Volk Israel sagen wollte"? Oder "sagen musste"? Zu diesem Zeitpunkt ist Moses schon ganz alt, und er weiß, er hat nicht mehr viel Zeit, und er möchte, bevor er stirbt, alles Wichtige der neuen Generation noch einmal sagen. Man darf nicht vergessen, es darf nicht verschwinden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Erwachsenen, die aus Ägypten ausgezogen sind, befreit worden sind, alle tot. Joschua und Kaleb sind die einzigen Ausnahmen. Moses ist fast 120 Jahre alt und wird bald ebenfalls weg sein . Also, die neue Generation soll jetzt lernen was ihre Eltern gelernt haben oder vielleicht hätte lernen sollen. Je älter ich werde, desto mehr liebe ich dieses Buch, diese Reden. In diesem fünften Buch Mose gibt es drei lange Reden, eine kurze Rede, ein Lied, einige Segen und dann geht er weg und stirbt, ruhig, allein, wird von Gott begraben, das Volk weint 30 Tage, und dann machen sie sich weiter auf ihren Weg, unter Joschua, Moses' Nachfolger. Es kommt eine Zeit im Leben, da blickt man mehr zurück als vorwärts. Beide, die Älteren und die Jüngeren, sind ja wichtig, aber man hat als Älterer einfach mehr erlebt, man hat mehr Zeit hinter sich, und man kann nicht unbedingt einfach sagen, "Ach ja, ich habe die gleiche Zeit noch vor mir." Was möchte ich sagen, bevor ich sterbe? Was will ich, das die nächste Generation von mir nimmt? Was sollen sie von mir lernen, was kann wichtig sein für ihre eigene Zukunft? Moses war 40 Jahre lang in der Wüste, ich bin jetzt fast 40 Jahre lang Rabbiner. Ich schaue die jungen Kollegen an, einige davon waren noch nicht geboren, als ich ordiniert wurde... Was können sie von mir lernen, was soll ich ihnen geben? Ich war auch einmal ein junger Rabbiner; die Leute, die mich unterrichtet haben, ich denke an Leute wie Rabbiner Lionel Blue, Rabbiner John Rayner, ach, so viele, Louis Jacobs, Hyam Maccoby, "zichronam liwracha", das Ihrer-Erinnern-und-Gedenken soll ein Segen sein. Sie haben mir beigebracht, was ich jetzt weiß, und sie sind jetzt jenseits, nicht jenseits des Jardenflusses, sondern jenseits des Flusses des Lebens. Jeder von uns hat eine Zeit hier, die begrenzt ist. Jeder von uns wird HOFFENTLICH alt werden, jeder von uns wird hoffentlich d i e nächste nachwachsende Generation sehen... Und dann werden wir, Zuhörer, Zuhörerinnen, alle hoffentlich Gelegenheit haben, die Wörter zu formulieren, d i e wir sagen möchten. "Ejle ha-Dewarim. Ha-Dewarim..." "DIESE sind die Wörter die Moses an das Volk Israel geben wollte.'' Bevor mit seinem Tod, die Tora endet. Schabbat Schalom. 23.07.2026 Artikelarchiv >> Rabbiner & Rabbinerinnen Strömungen Positionen Bet Din Publikationen Links Impressum Home © Allgemeine Rabbinerkonferenz