omnist.world

English

Orthodox · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Über Wunder und Zeichen

ohne Namen · Deutschsprachige russisch-orthodoxe Kirche · 2026-07-18 · Hamburg · Quelle

Wissen · Hauptbotschaft Demut · tragend Umkehr · tragend

Die Forderung nach einem spektakulären „Zeichen vom Himmel“ ist Ausdruck eines fleischlichen Denkens, das die vom Gottmenschen vollbrachten Wunder missachtet und Gefahr läuft, dämonisches Wirken für Offenbarung Gottes zu halten.

Eine schreckliche Katastrophe ist das Fehlen wahrer Gotteserkenntnis im Menschen: Er hält die Taten des Teufels für die Taten Gottes.

Der Text behandelt die biblische Forderung nach einem „Zeichen vom Himmel“ und deutet sie als Ausdruck eines „fleischlichen Denkens“, das Wunder nach eigenen Maßstäben verlangt und die vom Gottmenschen vollbrachten Wunder zugleich missachtet. Am Beispiel der Pharisäer, Sadduzäer, des Volkes, der Hohenpriester und Herodes wird gezeigt, wie die Bitte nach einem spektakulären Wunder mit Spott und Ablehnung einhergeht. Der Herr reagiert darauf mit einem Seufzen und lässt die Bittsteller stehen, was als Ausdruck göttlichen Wehklagens und des Verlusts der Hoffnung auf ihr Heil gedeutet wird. Der Text argumentiert, dass ein „Zeichen vom Himmel“ nicht automatisch ein Zeichen Gottes ist, sondern auch durch dämonisches Wirken hervorgebracht werden kann, wie am Beispiel des Simon Magus und des künftigen Antichristen gezeigt wird. Unwissenheit und fleischliches Denken werden als Gefahr benannt, die dazu führt, dass Menschen das Wirken des Teufels für Offenbarung Gottes halten. Die zentrale Botschaft ist, dass wahre Gotteserkenntnis nicht durch spektakuläre Zeichen, sondern durch geistliche Erkenntnis und die Annahme der Wahrheit möglich ist.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit; Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
Wohin geht die Geschichte?
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Mk 8,2 · Mk 8,12 · Mt 16,1 · Joh 6,30–31 · Mt 27,41–42 · Lk 23,8 · 1 Kor 1,24 · Mk 8,12–13

Gemessen

Grundhaltung
-1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
3 von 3
Reichweite
5 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3, benannt: Menschen im fleischlichen Denken, die Wunder nach eigenen Maßstäben fordern
Zeitbezug
früher 2, jetzt 1, künftig 2

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Über Wunder und Zeichen Skip to content Deutschsprachige russisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Hamburg Gemeinde der Hll.Kyrill und Method Primary Menu ALLE – BEITRÄGE GOTTESDIENSTPLAN Expand GOTTESDIENSTPLAN submenu Collapse GOTTESDIENSTPLAN submenu Die Vorbereitung zur Kirchengang Vorbereitung auf die Kommunion Das Verhalten in der Kirche Orthodoxer Gottesdienst Die Göttliche Liturgie Orthodoxe Feiertage, Feste Gedenkgottesdienst Beerdigung und Gedenken eines orthodoxen Christen GLAUBE/SAKRAMENTE Expand GLAUBE/SAKRAMENTE submenu Collapse GLAUBE/SAKRAMENTE submenu Das Sakrament der Taufe Sakrament der Buße (Beichte) Das Sakrament der Kommunion (Die Eucharistie) Die Krönung (Trauung) Das Sakrament der Myrosalbung Die Krankensalbung (Ölung) Kirche zu Hause (Hausgebete) HEILIGE Expand HEILIGE submenu Collapse HEILIGE submenu Die großen Ältesten des 20 Jahrhunderts Heilige Starzen (Ältesten) Expand Heilige Starzen (Ältesten) submenu Collapse Heilige Starzen (Ältesten) submenu Hl. Serafim von Sarow Hl. Amwrosij von Optina Hl. Paisij Welichkovsky Bischof Ignatij Brjantschaninow Hl. Nil Sorskij Hl. Makarij von Optina Hl. Johannes von Damaskus Hl. Herman von Alaska. KIRCHENGEMEINDE Expand KIRCHENGEMEINDE submenu Collapse KIRCHENGEMEINDE submenu Unsere Heiligen Spenden und gute Werke Fotogalerien 2002-2025 PRIESTER Expand PRIESTER submenu Collapse PRIESTER submenu Diakonsweihe des V. Joachim Priesterweihe des V. Joachim Kleine Galerie „V. Konstantin” SITEMAP/SEITENKARTE Search for: Search Button Orthodoxe Bücher als E-Books Eine Auswahl deutschsprachiger orthodoxer Literatur ist jetzt direkt erhältlich. Zum Buchangebot → Posted in: AudioPredigt , HEILIGEN , Spiritualität Über Wunder und Zeichen Written by Deutschsprachige russisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Hamburg 18. Juli 2026 24. August 2026 Neu auf unserer Website : Neben dem geschriebenen Text bieten wir künftig ausgewählte Beiträge auch als Hörfassung an. Die Hörfassung versteht sich als Ergänzung zum Lesen. Über Ihre Rückmeldung freuen wir uns, denn sie hilft uns, dieses Angebot weiterzuentwickeln. 🔊 Anhören Über Wunder und Zeichen Ignatius Brjantschaninow Ihr Browser unterstützt kein HTML5-Audio. Hörfassung des nachfolgenden Textes. Einleitung Das Heilige Evangelium berichtet uns, dass die Pharisäer, die sich nicht mit den Wundern begnügten, die der Herr vollbrachte, von ihm ein besonderes Wunder verlangten: „ein Zeichen vom Himmel“ (Mk 8,2). Die Forderung nach einem solchen Zeichen, die auf einer seltsamen Vorstellung von Zeichen und Wundern beruhte, wurde nicht nur einmal wiederholt, wie der Herr selbst bezeugte: „Diese Generation sucht nach einem Zeichen“ (Mk 8,12). An der Forderung der Pharisäer beteiligten sich auch die Sadduzäer, die sich in ihrem Glauben so sehr von den Pharisäern unterschieden (Mt 16,1). Der Wunsch nach einem „Zeichen vom Himmel“ wurde manchmal auch vom Volk geäußert. So sagten nach der wundersamen Vermehrung von fünf Broten und der Sättigung einer großen Menschenmenge, zu der fünftausend Männer gehörten, Frauen und Kinder nicht mitgerechnet, die Augenzeugen dieses Wunders, die an diesem Mahl teilgenommen hatten, zum Herrn: „Was tust du denn für ein Zeichen, damit wir es sehen und an dich glauben können? Was tust du? Unsere Väter haben in der Wüste Manna gegessen, wie geschrieben steht: ‚Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen‘“ (Joh 6,30–31). Für sie schien die wundersame Vermehrung der Brote in den Händen des Erlösers nicht auszureichen: Sie vollzog sich in Stille, mit heiliger Demut, von der alle Handlungen des Gottmenschen durchdrungen waren, doch sie brauchten ein Spektakel, sie brauchten einen Effekt. Sie wollten, dass sich der Himmel mit dichten Wolken bedeckte, dass Donner grollte und Blitze zuckten, dass die Brote aus der Luft herabfielen. Denselben Charakter hatte die Forderung nach einem Wunder an den Gottmenschen seitens der jüdischen Hohepriester und Volksführer, als der Gottmensch sich bereit erklärte, ans Kreuz geheftet zu werden. „Die Hohenpriester, die Schriftgelehrten, die Ältesten und die Pharisäer schimpften und sprachen: Andere hat er gerettet, kann er sich selbst nicht retten? Wenn er der König Israels ist, so soll er jetzt vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben“ (Mt 27,41–42). Sie erkennen die vom Herrn vollbrachten Wunder zwar als Wunder an, verspotten sie aber zugleich; indem sie sich über sie lustig machen, lehnen sie diese ab; indem sie die durch Gottes Barmherzigkeit geschenkten Wunder ablehnen, fordern sie ein Wunder nach ihrer eigenen Vorstellung und ihrem eigenen Ermessen, ein Wunder, durch das, wenn es geschehen wäre, der Zweck des Kommens des Gottmenschen auf die Erde zunichte gemacht worden wäre und die Erlösung der Menschen nicht stattgefunden hätte. Zu denen, die vom Herrn ein Wunder sehen wollten, mit dem sie ihre Leichtfertigkeit, Neugier und Unbesonnenheit befriedigen wollten, gehört auch Herodes (Lk 23,8). Dieser brauchte ein Zeichen, um sich die Zeit angenehm zu vertreiben; da er das Gewünschte nicht erhielt, überschüttete er den Herrn mit Spott und verschaffte sich so einen Moment der Unterhaltung. Was bedeutet diese allgemeine Forderung nach Wundern vom Gottmenschen, die von Menschen so unterschiedlicher Gesinnung geäußert wurde – eine Forderung, die mit der Missachtung der erstaunlichen Wunder einhergeht, die der Gottmensch vollbracht hat? Eine solche Forderung ist Ausdruck fleischlicher Überlegungen über Wunder. Was ist fleischliches Grübeln? Es ist eine Denkweise über Gott und alles Geistige, die der Mensch aus seinem gefallenen Zustand entlehnt hat und nicht aus dem Wort Gottes. Die Eigenschaft der Feindschaft gegen Gott und des Widerstands gegen Gott, von der das fleischliche Grübeln durchdrungen und erfüllt ist, kommt besonders deutlich in der Forderung nach Wundern vom Gottmenschen gemäß dem Verständnis des trügerischen Verstandes zum Ausdruck, bei gleichzeitiger Missachtung der Wunder, bei der Ablehnung und Verurteilung der Wunder, die der Gottmensch aus seiner unaussprechlichen Güte vollbrachte. Er vollbrachte sie, da er „Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ war (1 Kor 1,24). Erster Teil Es war eine schwere Sünde , vom Gottmenschen ein Wunder zu verlangen – eine Forderung, die auf der Grundlage und aus den Prinzipien fleischlicher Weisheit gestellt wurde. Als der Gottmensch diese kühne, gotteslästerliche Forderung hörte, „seufzte er im Geist und sprach: Warum sucht dieses Geschlecht ein Zeichen? Amen, ich sage euch: Wenn diesem Geschlecht ein Zeichen gegeben wird. Und er ließ sie stehen und ging fort“ (Mk 8,12–13). Im Himmel herrscht Freude über einen einzigen Sünder, der Buße tut; umgekehrt betrübt es die himmlischen Wesen, wenn ein Mensch in die Sünde fällt und der Sünder die Buße ablehnt. In der gnadenreichen Betrachtung der unendlichen Güte Gottes gegenüber der Menschheit, in der Betrachtung des göttlichen Wohlwollens, dass alle Menschen gerettet werden mögen, wagte der große Makarios zu sagen, dass den Allerheiligsten, den leidenschaftslosen Gott, die ihm eigene Trauer über den Untergang der Menschen ergreift (Gespräch 30, Kap. 7). Dem Geist Gottes ist ein Weinen, das unser Verständnis übersteigt, nicht fremd, und der Geist Gottes, der in den Menschen eingewohnt hat, „tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern“ (Röm 8,26). Ein solches Seufzen wurde im Sohn Gottes durch die Forderung nach einem Wunder geweckt, eine stolze und wahnsinnige Forderung. Er „seufzte in seinem Geist und sprach: Was sucht dieses Geschlecht ein Zeichen?“ Diese Frage war Gottes Antwort auf die gottesfeindliche Forderung nach einem Zeichen. Welches tiefe Wehklagen, welch göttliches Wehklagen ist in dieser Antwort zu hören! Darin ist gewissermaßen der Ausdruck der fassungsloses Erstaunen zu hören, hervorgerufen durch die Absurdität und die Unverschämtheit der Bitte! Darin zeigt sich der Verlust der Hoffnung auf das Heil der Menschen, die diese Bitte ausgesprochen haben, die dem Geist des Heilbringers zuwiderläuft. Diejenigen, die in im fleischlichen Denken gefangen sind, hartnäckig darin verharren und unheilbar erkrankt sind, lässt der Herr im Stich, überlässt sie sich selbst, übergibt sie dem Untergang, den sie freiwillig angenommen und an dem sie freiwillig festhalten. „Und er ließ sie im Stich und ging fort.“ Ganz genau: „Denn die Gesinnung des Fleisches ist der Tod“ (Röm 8,6). Es ist den Toten eigen, ihren eigenen Tod nicht zu spüren; es ist dem fleischlichen Denken eigen, das Verderben des Menschen nicht zu verstehen und nicht zu spüren. Gerade weil es sein eigenes Verderben nicht erkennt ist es sich auch der Notwendigkeit einer Wiederbelebung nicht bewusst und lehnt auf der Grundlage einer falschen Vorstellung vom Leben das wahre Leben – Gott – ab und lehnt es weiterhin ab. Kann ein „Zeichen vom Himmel“ eine besondere Glaubwürdigkeit besitzen? Diejenigen, die ein solches Zeichen forderten, taten dies natürlich in der Annahme, dass es diese Glaubwürdigkeit besitze. Lässt sich daraus schließen, dass ein Zeichen vom Himmel zwangsläufig ein Zeichen Gottes ist? Aus der Heiligen Schrift geht das Gegenteil hervor. Der Ausdruck „Zeichen vom Himmel“ selbst ist sehr unbestimmt: Damals bezog man – und auch heute noch tut dies die Mehrheit der Menschen, die mit den Naturwissenschaften nicht vertraut sind – alles, was sich in der Luft und im Raum über der Luft abspielt, auf den Himmel. So werden Sonne, Mond und Sterne als am Himmel befindlich angesehen, obwohl sie im Weltraum schweben; Regen, Donner und Blitz werden als himmlische Erscheinungen bezeichnet, obwohl diese Phänomene in der Luft, in der Erdatmosphäre, stattfinden und eindeutig zur Erde gehören. Die Heilige Schrift berichtet, dass durch das Wirken des Teufels „Feuer vom Himmel fiel und die Schafe und Hirten“ des gerechten Hiob „verbrannte“ (Hiob 1,16). Offensichtlich entstand dieses Feuer in der Luft, so wie auch der Blitz dort entsteht. Simon, der Zauberer, verblüffte das verblendete Volk mit Wundern, das die in ihm wirkende Kraft des Satans für eine große Kraft Gottes hielt (Apg 8,10). Besonders verblüffte Simon die römischen Götzenanbeter, als er sich vor einer großen Versammlung von ihnen als Gott ausgab, seine Absicht verkündete, in den Himmel aufzusteigen, und sich plötzlich in die Luft erhob; davon berichtet der selige Simeon Metaphrastes, der diese Erzählung von den ältesten christlichen Schriftstellern übernommen hat. Pinetti, der Ende des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts lebte, vollbrachte ähnliche Wunder. Auch andere vollbrachten und vollbringen sie. Eine schreckliche Katastrophe ist das Fehlen wahrer Gotteserkenntnis im Menschen: Er hält die Taten des Teufels für die Taten Gottes. Vor der Wiederkunft Christi, wenn das Christentum, die geistliche Erkenntnis und das Urteilsvermögen unter den Menschen bis zum Äußersten verarmt sein werden, „werden falsche Christen und falsche Propheten auftreten und große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, sogar die Auserwählten zu verführen“ (Mt 24,24). Insbesondere der Antichrist selbst wird reichlich Wunder vollbringen, um damit das fleischliche Denken und die Unwissenheit in Erstaunen u verblüffen und zufriedenzustellen: Er wird ihnen das „Zeichen vom Himmel“ geben, nach dem sie suchen und das sie ersehnen. Sein Kommen, so sagt der heilige Apostel Paulus, werde geschehen „durch die Wirksamkeit des Satans mit aller Macht und mit falschen Zeichen und Wundern und mit jeder Art von Unrecht, das die Verlorenen verführt; denn sie haben die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen, durch die sie hätten gerettet werden können“ (2. Thess 2,6–10). Unwissenheit und fleischliches Denken werden, wenn sie diese Wunder sehen, keineswegs innehalten, um nachzudenken: Sie werden sie sofort annehmen, weil ihr Geist mit dem Geist des Antichristen verwandt ist; in ihrer Blindheit werden sie das Wirken Satans als die größte Offenbarung der Kraft Gottes anerkennen und bekennen. Der Antichrist wird sehr übereilt und unüberlegt angenommen werden. Die Menschen werden nicht begreifen, dass seine Wunder keinerlei guten und vernünftigen Zweck und keine bestimmte Bedeutung haben, dass sie der Wahrheit fremd und voller Lügen sind und nichts anderes darstellen als eine monströse, von Bosheit erfüllte, sinnlose Inszenierung, die darauf abzielt, zu verblüffen, die Menschen in Verwirrung und Selbstvergessenheit zu stürzen, sie zu verführen, zu täuschen und durch den Glanz eines prunkvollen, leeren und törichten Effekts mitzureißen Es ist nicht verwunderlich, dass die Wunder des Antichristen von den Abtrünnigen des Christentums, den Feinden der Wahrheit, den Feinden Gottes, bedingungslos und mit Begeisterung angenommen werden: Sie haben sich darauf vorbereitet, den Gesandten und das Werkzeug Satans, seine Lehre und all seine Taten offen und aktiv anzunehmen, indem sie rechtzeitig im Geiste Gemeinschaft mit Satan eingegangen sind. Es verdient tiefe Beachtung und ist Anlass zur Trauer, dass die Wunder und Taten des Antichristen selbst die Auserwählten Gottes in Verwirrung stürzen werden. Der Grund für den starken Einfluss des Antichristen auf die Menschen wird in seiner höllischen Hinterlist und Heuchelei liegen, hinter denen sich das schrecklichste Böse in seiner ungezügelten und schamlosen Dreistigkeit geschickt verbergen wird, in der reichlichen Unterstützung durch gefallene Geister und schließlich in seiner Fähigkeit, Wunder zu vollbringen, die zwar falsch, aber dennoch beeindruckend sind. Die menschliche Vorstellungskraft ist machtlos, sich einen Übeltäter vorzustellen, wie er der Antichrist sein wird; es ist dem menschlichen Herzen, selbst einem verdorbenen, fremd zu glauben, dass das Böse jenen Grad erreichen könnte, den es im Antichristen erreichen wird. Er wird sich selbst verkünden, wie es schon seine Vorläufer und Vorbilder taten, und sich als Verkünder und Wiederhersteller der wahren Gotteserkenntnis bezeichnen; Christen, die das Christentum nicht verstehen, werden in ihm einen Vertreter und Verfechter der wahren Religion sehen und sich ihm anschließen. Er wird laut verkünden und sich selbst als den verheißenen Messias bezeichnen: Die Anhänger der fleischlichen Weisheit werden ihm jubelnd entgegenlaufen; wenn sie seine Herrlichkeit, seine Macht, seine genialen Fähigkeiten und seine umfassende Entwicklung in allen Bereichen der Welt erkennen, werden sie ihn zum Gott erklären und sich zu seinen Mitstreitern machen (der Ehrwürdige Ephrem der Syrer, Predigt 16, Teil 2). Der Antichrist wird sich als sanftmütig, barmherzig, von Liebe erfüllt und voller Tugend zeigen; diejenigen, die die gefallene menschliche Wahrheit als Wahrheit anerkennen und sich nicht um der Wahrheit des Evangeliums willen von ihr losgesagt haben, werden ihn als solchen anerkennen und sich ihm aufgrund seiner erhabenen Tugend unterwerfen (der Ehrwürdige Makarios der Große, Predigt 31, Kap. 4). Der Antichrist wird der Menschheit ein System höchsten irdischen Wohlstands und Glücks anbieten, er wird Ehren, Reichtum, Pracht, fleischliche Annehmlichkeiten und Genüsse versprechen; die, die nach dem Irdischen streben, werden den Antichristen annehmen und ihn zu ihrem Herrscher ernennen. Der Antichrist wird der Menschheit ein Spektakel voller erstaunlicher Wunder entfalten, das den raffinierten Inszenierungen des Theaters gleicht und von der modernen Wissenschaft nicht erklärt werden kann; er wird durch den Schrecken und das Wunder seiner Wundertaten Furcht verbreiten, damit die unbesonnene Neugier und die grobe Unwissenheit befriedigen, die Eitelkeit und den Stolz der Menschen befriedigen, das fleischliche Grübeln befriedigen, den Aberglauben befriedigen und die menschliche Gelehrsamkeit in Verwirrung stürzen; alle Menschen, die sich vom Licht ihrer gefallenen Natur leiten lassen und sich von der Führung durch das Licht Gottes abgewendet haben, werden dazu verleitet werden, dem Verführer zu gehorchen (Offb 13,8). Die Zeichen des Antichristen werden vorwiegend in der Luft erscheinen: In dieser Sphäre herrscht vor allem Satan (Eph 2,2; 6,12). Die Zeichen werden am stärksten auf den Sehsinn einwirken, ihn verzaubern und täuschen. Der heilige Johannes der Theologe, der in der Offenbarung die Ereignisse der Welt betrachtet, die ihrem Ende vorausgehen sollen, sagt, dass der Antichrist große Taten vollbringen wird, „und er wird sogar Feuer vom Himmel auf die Erde vor den Augen der Menschen herabkommen lassen“ (Offb 13,13). Auf dieses Zeichen wird in der Heiligen Schrift als das größte unter den Zeichen des Antichristen hingewiesen, und der Ort dieses Zeichens ist die Luft: Es wird ein prächtiger und furchterregender Anblick sein. Die Zeichen des Antichristen werden sein listiges Handeln ergänzen: Sie werden die Mehrheit der Menschen dazu verleiten, ihm zu folgen. Die Gegner des Antichristen werden als Aufrührer und Feinde des Gemeinwohls und der öffentlichen Ordnung angesehen und Folter und Hinrichtungen ausgesetzt sein. Die bösen Geister, die über das Universum ausgesandt werden, werden in den Menschen eine allgemeine, höchst positive Meinung über den Antichristen, allgemeine Begeisterung und eine unwiderstehliche Anziehungskraft zu ihm wecken. Die Heilige Schrift hat die Schwere der letzten Verfolgung des Christentums und die Grausamkeit des Verfolgers beschrieben. Ein entscheidendes und eindeutiges Merkmal ist die Bezeichnung, die die Heilige Schrift diesem schrecklichen Menschen gibt: Er wird als „Tier“ bezeichnet (Offb 13,1), während der gefallene Engel als „Schlange“ bezeichnet wird (Gen 3,1; Offb 12,3). Beide Bezeichnungen schildern treffend den Charakter der beiden Feinde Gottes. Der eine wirkt eher im Verborgenen, der andere offener; doch dem Tier, das allen Tieren ähnelt (Offb 13,2) und deren vielfältige Grausamkeit in sich vereint, „gab die Schlange ihre Kraft und ihren Thron und große Macht“ (Offb 13,2). Eine schreckliche Prüfung wird über die Heiligen Gottes kommen: Die List, die Heuchelei und die Wunder des Verfolgers werden zunehmen, um sie zu täuschen und zu verführen; raffinierte, erfundene und durch hinterhältige Erfindungsgabe getarnte Verfolgungen und Bedrängungen sowie die unbegrenzte Macht des Peinigers werden sie in eine äußerst schwierige Lage bringen; ihre geringe Zahl wird vor der ganzen Menschheit unbedeutend erscheinen und ihnen eine besondere Schwäche einflößen; allgemeine Verachtung, Hass, Verleumdung, Unterdrückung und gewaltsamer Tod werden ihr Los sein. Nur durch die besondere Hilfe der göttlichen Gnade und unter ihrer Führung werden die Auserwählten Gottes dem Feind Gottes widerstehen und vor ihm und vor den Menschen den Herrn Jesus bekennen können. Die unmittelbare Folge des Gesagten besteht darin, dass die Pharisäer und Sadduzäer, als sie vom Herrn ein „Zeichen vom Himmel“ verlangten, ein Wunder im Sinne der Wunder des Antichristen forderten. Dass sie genau ein solches Wunder verlangten, erklärt das Verhalten des Herrn gegenüber ihrer Forderung. Als sie einmal eine solche Forderung stellten, brachte der Gottmensch seine tiefe Betroffenheit zum Ausdruck, wies ihre Forderung mit ungewöhnlicher Entschiedenheit zurück, wollte nicht länger bei denen verweilen, die es sich erlaubt hatten, diese Forderung zu stellen, und entfernte sich von ihnen. Ein anderes Mal gab Er ihnen folgende ernste Antwort: „Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht sucht ein Zeichen; und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, außer dem Zeichen des Propheten Jona“ (Mt 16,4; 12,38–42). Mit dem „Geschlecht“ sind alle gemeint, die Zeichen forderten, da sie im Geiste miteinander verwandt waren; Sie werden ein ehebrecherisches Geschlecht genannt, weil sie mit ihrem Geist eine Gemeinschaft mit Satan eingegangen waren und damit die Gemeinschaft mit Gott abgebrochen hatten; Sie werden ein böses Geschlecht genannt, weil sie, obwohl sie sich der Wunder des Gottmenschen bewusst waren, vorgaben, diese nicht zu erkennen; indem sie die Wunder Gottes herabwürdigten und verhöhnten, baten sie um ein Wund