Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Die Belohnung für einen angenommenen (Mebrur) Hadsch ist das Paradies.
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2025-05-23
· Köln
· Quelle
Umkehr · Hauptbotschaft
Geduld · tragend
Gemeinschaft · tragend
Die symbolischen Stationen des Hadsch – von der Reinigung durch das Ihram-Gewand bis zum Kampf gegen das Ego beim Steinewerfen – sind keine bloßen Rituale, sondern liefern konkrete Impulse für ein alltagstaugliches Leben in Hingabe, Einfachheit und Selbstprüfung, das auch ohne physische Pilgerfahrt
Die Belohnung für einen angenommenen (Mebrur) Hadsch ist das Paradies.
Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB zur Pilgerfahrt (Hadsch) am 23.05.2025. Er erinnert an den Hadsch als einen der fünf Grundsäulen des Islams und zitiert Koran und Hadith zur Pflicht und Belohnung. Die zentrale Botschaft lautet, dass ein angenommener Hadsch das Paradies als Belohnung hat. Der Text erklärt die einzelnen Stationen des Hadsch – Ihram, Arafat, Steinewerfen, Opfer, Tawaf, Sa'y – und überträgt deren symbolische Bedeutung auf den Alltag der Gläubigen. Auch Nicht-Pilger sollen die Lehren des Hadsch verinnerlichen: Hingabe, Reinigung, Geduld, Geschwisterlichkeit und Zuwendung zu Allah. Der Text ruft zur Selbstprüfung, zur Einfachheit und zum Kampf gegen das eigene Ego auf. Er schließt mit dem Wunsch, dass Allah allen die Kraft und Gelegenheit gebe, den Hadsch zu vollziehen.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können; Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- das eigene Leben prüfen und Allah in den Mittelpunkt stellen (innerlich)
- die eigenen Fehler mit Geduld und Standhaftigkeit bekämpfen (innerlich)
- Geschwisterlichkeit durch Teilen und Nächstenliebe stärken (zwischenmenschlich)
Genannte Stellen
Koran 3:97 · Hadith: Al-hadju al-mabruur
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 2, künftig 2
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
﷽
(…) وَلِلّٰهِ عَلَى النَّاسِ حِجُّ الْبَيْتِ مَنِ اسْتَطَاعَ اِلَيْهِ سَب۪يلًاۜ (…)
وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ:
(...)اَلْحَجُّ الْمَبْرُورُ لَيْسَ لَهُ جَزَاءٌ إِلاَّ الْجَنَّةُ.
Hadsch: Die Heilige Reise
(23.05.2025)
Verehrte Gläubige, liebe Geschwister!
Einer der fünf Grundsäulen des Islams ist die Pilgerfahrt nach Mekka – der Hadsch. Sie ist eine heilige Reise, die tief im Herzen eines jeden Muslims als sehnsüchtiger Wunsch verankert ist.
So wie jede Form der Anbetung ihren eigenen Sinn und Zweck hat, so gilt das auch für den Hadsch. Auch in diesem Jahr machen sich einige unserer Geschwister auf, um dieser bedeutenden Pflicht nachzukommen. Der Gesandte Allahs – Friede sei mit ihm – sagte: „Die Belohnung für einen angenommenen (Mebrur) Hadsch ist das Paradies.“ Ein „Mebrur-Hadsch“ ist ein Hadsch, der den Menschen läutert, ihn verbessert und von Allah angenommen wird. Möge Allah den Hadsch all unserer Geschwister, die sich auf diesen heiligen Weg begeben, als mebrur annehmen. Möge aus jedem ihrer Schritte eine gute Tat entstehen und aus jeder Träne ein Tropfen der Vergebung.
Liebe Geschwister! So wichtig wie der Hadsch selbst ist es auch, die Lehren, die er uns schenkt, zu erkennen und zu verinnerlichen. Auch wenn wir in diesem Jahr nicht selbst zum Hadsch reisen können, können wir die Botschaften dieses gewaltigen Gottesdienstes in unseren Herzen spüren – und aus jeder seiner Stationen Lehren ziehen, die unser Leben erhellen.
Liebe Geschwister! Der Hadsch lehrt uns Hingabe, Reinigung, Geduld, Geschwisterlichkeit und Zuwendung zu Allah. Diese Lektionen finden nicht nur in heiligen Stätten statt, sondern können in jedem Moment unseres Lebens erlebt werden. Wenn ein Gläubiger das Haus verlässt, um den Hadsch zu vollziehen, löst er sich von den weltlichen Bindungen und richtet sich ganz auf seinen Schöpfer aus.
Auch wir – an dem Ort, an dem wir gerade sind – können unsere Herzen von der Welt ab- und dem Jenseits zuwenden. Der Hadsch-Pilger legt das Ihram-Gewand an, das dem Leichentuch ähnelt, und entfernt sich so von Hochmut, Eitelkeit und Weltverliebtheit – er vereinfacht sein Leben und wendet sich Allah zu. Wir können uns davon inspirieren lassen: Ein Leben in Einfachheit und das Nachdenken über Tod und Jenseits, bevor es zu spät ist. Lasst uns lernen, uns selbst zur Rechenschaft zu ziehen, bevor wir zur Rechenschaft gezogen werden.
Am Tag von Arafat spielt sich ein eindrucksvolles Bild ab – wie eine Vorschau auf den Jüngsten Tag. Die Pilger erinnern sich an die Reue von Adam und Hawwa und flehen unter Tränen zu Allah. Auch wenn wir nicht in Arafat sein können, können wir uns zur Kaaba wenden und in tiefer Verbundenheit mit Allah den inneren Frieden suchen.
Das symbolische Steinewerfen in Mina ist mehr als ein Ritual – es steht für den entschlossenen Kampf gegen das Böse, gegen die Einflüsterungen des Egos und gegen Sünde und Unachtsamkeit. Auch wir können täglich mit Geduld und Standhaftigkeit unsere Fehler bekämpfen – so wird der Hadsch auch in unserem Alltag lebendig.
Das Opfern zum Opferfest (Eid al-Adha) ist ein Zeichen unserer Hingabe an Allah. Es soll uns daran erinnern, unsere Bindung zu unserem Schöpfer zu festigen und unsere Geschwisterlichkeit durch Teilen und Nächstenliebe zu stärken.
Das Umrunden der Kaaba (Tawaf) symbolisiert, dass wir Allah in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen sollen. Während die Pilger dort ihre Runden drehen, sollten wir unser eigenes Leben prüfen und darauf achten, dass Allahs Zufriedenheit unser Ziel in allem ist, was wir tun.
Der Lauf zwischen Safa und Merwe (Sa'y) lehrt uns Ausdauer, Geduld und Durchhaltevermögen. Auch wir sollen für das Wohl in dieser und der kommenden Welt unermüdlich arbeiten, kämpfen und nie aufgeben.
Allah sagt im edlen Koran in der Sure Al-i Imran Vers 97: „Die Pilgerfahrt zum Haus ist für die Menschen eine Pflicht gegenüber Allah – für den, der dazu die Möglichkeit hat.“ Möge Allah in diesem Sinne all unseren Geschwistern die Kraft, die Mittel und die Gelegenheit geben, diese Pflicht zu erfüllen – und auch uns allen einen rechtschaffenen Hadsch ermöglichen. Âmin.
Die DITIB-Predigtkommission
2025-05-23
Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche
Genehmigung der DITIB reproduziert, vervielfältigt oder verarbeitet werden.
Archiv 2007-2008 | 2009-2010
zurück
Top
Aktuelles
22.09.2025
DITIB sucht Mediengestalter/In Video- Bild & Ton
Nachrichten
24.08.2026
DİTİB-Botschaft zur Mewlid-Nacht
19.08.2026
In tiefer Trauer
12.08.2026
Dr. Mehmet Aksoy, unser geschätzter ehemaliger DİTİB-Vorsitzender, ist verstorben
Zu allen Pressemeldungen und Nachrichten
Positionen
07.05.2025
Der Gebetsruf (Adhan)
06.05.2025
Humor im Islam
05.06.2024
DITIB Baden-Württemberg verurteilt den Angriff auf Vertreter von Pax Europa und Polizisten in Mannheim aufs Schärfste
Archiv
Landesverband
27.09.2023
Neuer Vorstand übernimmt Führung der Islamischen Religionsgemeinschaft DITIB-NRW e.V.
14.02.2020
Bombendrohungen gegen vier Moscheen
Archiv
Freitagspredigt
04.09.2026
Verantwortungsbewusstsein
28.08.2026
Die Herzen finden nur mittels Allahs Gedenken Ruhe
21.08.2026
Unsere Wiedergeburt: Die Geburt des Propheten
Gehe zu Predigt Archiv
<div