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Katholisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Wir sind (leider nicht) Weltmeister! Wer ist mit dem „Wir“ gemeint? Vermutlich die Österreicher

ohne Namen · Dioezese Linz – Predigten und Ansprachen von Bischof Scheuer · 2026-07-05 · Linz · Quelle

Verantwortung · Hauptbotschaft Gemeinschaft · tragend Gerechtigkeit · tragend

Historische Ereignisse wie die Bauernkriege begründen eine kollektive Verantwortung der Nachkommen, die sich in der aktiven Gestaltung von Gerechtigkeit, Frieden und politischer Freiheit in der Gegenwart ausdrücken muss.

Die Bauernkriege von 1626 sind nicht unser Verdienst, nicht unsere Leistung, nicht unsere Errungenschaft, nicht unser Sieg oder unsere Niederlage, auch nicht unser Versagen, aber unsere Verantwortung.

Der Text reflektiert über die Bedeutung des Begriffs 'Wir' im Kontext einer ökumenischen Predigt zum 400. Todestag des Bauernhauptmanns Stefan Fadinger. Er stellt fest, dass Zugehörigkeit, Stolz und Schuld nicht auf die unmittelbare Gegenwart beschränkt sind, sondern durch Vorfahren, Sprache und Kultur geprägt werden. Die Bauernkriege von 1626 werden als gemeinsame Verantwortung und nicht als persönliches Verdienst oder Versagen der heutigen Generation verstanden. Zitate von Dietrich Bonhoeffer und Karl Jaspers unterstreichen die Notwendigkeit, Vergangenheit zu verantworten und Zukunft zu gestalten. Der Text fordert dazu auf, historische Konflikte um Gerechtigkeit und Gewalt nicht eins zu eins auf heute zu übertragen, sondern die aktuellen Aufgaben der Friedenssuche und des Glaubens zu erfüllen. Es wird betont, dass politische Freiheit und Gerechtigkeit Gedächtnis und Beständigkeit erfordern. Die Predigt verbindet lokale Identität mit universellen ethischen und theologischen Imperativen.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
Wohin geht die Geschichte?
es wird besser, Entwicklung zum Guten (erschlossen)
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis; auf Argument, Logik, Wissenschaft
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 3, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Wir sind Fadinger Predigt beim ökumenischen Gottesdienst bei der Communale-Veranstaltung zum 400. Todestag der Bauernhauptmanns Stefan Fadinger 5. Juli 2026, St. Agatha Wir sind (leider nicht) Weltmeister! Wer ist mit dem „Wir“ gemeint? Vermutlich die Österreicher. Wir sind Papst !? Das haben vor 20 Jahren die Bayern gerufen. „ Wir“ sind Stefan Fadinger, Christoph Zeller, David Spat . Das hört sich vermutlich ungewohnt und fremd an. Und doch: Stefan Fadinger gilt als einer der „Unsrigen“, als großer Sohn der heutigen Gemeinde St. Agatha. „Wir sind Fadinger“ ist nicht ganz so weit weg. Unsere Heimat, unsere Zugehörigkeit, unser Stolz, Selbstwertgefühl, unsere Mentalität, unsere Schuld, unsere Nachbarschaftskonflikte und Streitigkeiten, unsere Auseinandersetzungen und Kleinkriege, auch unsere Wertschätzung und Verachtung gegenüber anderen, unsere Vorurteile, auch unser Glaube und unsere Religion, unser Aberglaube und unser Unglaube, ob wir katholisch oder evangelisch sind, das ist nicht auf die unmittelbare Gegenwart beschränkt. Es gäbe uns nicht ohne Eltern, Großeltern und Vorfahren. Mein Urgroßvater kam aus Eschenau nach Haibach ob der Donau. Es sind nicht nur die Gene, es ist auch die Sprache, die Kultur und Tradition, die uns prägen. Und es wurden in der Bauernkriegszeit Weichenstellungen vorgenommen, die bis heute wirksam sind. „Wer nicht eine Vergangenheit zu verantworten und eine Zukunft zu gestalten gesonnen ist, der ist ‚vergesslich’, und ich weiß nicht, wie man einen solchen Menschen packen, stellen, zur Besserung bringen kann.“ (Dietrich Bonhoeffer) „Die Güter der Gerechtigkeit, der Wahrheit, der Schönheit ... brauchen Zeit, Beständigkeit, ‚Gedächt nis’, oder sie degenerieren.“1 Die Bauernkriege von 1626 sind nicht unser Verdienst, nicht unsere Leistung, nicht unsere Errungenschaft, nicht unser Sieg oder unsere Niederlage, auch nicht unser Versagen, aber unsere Verantwortung. Karl Jaspers, Die Schuldfrage (1946): „Politische Freiheit beginnt damit, dass in der Mehrheit des Volkes der einzelne sich für die Politik seines Gemeinwesens mit haftbar fühlt, – dass er nicht nur begehrt und schilt, – dass er vielmehr von sich verlangt, Realität zu sehen und nicht zu handeln aus dem in der Politik falsch angebrachten Glauben an ein irdisches Paradies, das nur aus bösem Willen und Dummheit der anderen nicht verwirklicht wurde, – dass er vielmehr weiß: Politik sucht in der konkreten Welt den je gangbaren Weg, geführt von dem Ideal des Menschseins als Freiheit.“2 1 Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Hg. Von Eberhard Bethge, Gütersloh 131985, 109f. 2 Karl Jaspers, Die Schuldfrage, Heidelberg 1946, 104. Wir können die Auseinandersetzungen von 1626 um s oziale Gerechtigkeit, um Recht und Unrecht, um Macht und Teilhabe, um Krieg, Frieden und Gewalt , um Religionsfreiheit nicht eins zu eins auf heute übertragen. Es waren andere gesellschaftliche Konstellationen und kulturelle und religiöse Kontexte. Es ist aber unsere Verantwortung und unsere Aufgabe, heute die Gewalt zu überwinden, den Frieden zu suchen, Recht und Gerechtigkeit zu verwirklichen, Freiheit und ein gemeinwohlorientiertes Zusammenleben zu gestalten, heute zu glauben und das Evangelium zu leben. + Manfred Scheuer Bischof von Linz