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Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Der Aschura-Tag und das Bewusstsein der Einheit

DITIB Religionsamt · DITIB · 2026-06-19 · Köln · Quelle

Gemeinschaft · Hauptbotschaft Barmherzigkeit · tragend Dankbarkeit

Das Fasten am Aschura-Tag und das Teilen der Aschura-Speise sind zentrale Praktiken, die die spirituelle Frömmigkeit stärken und die gesellschaftliche Einheit sowie Solidarität in einer vielfältigen Gemeinschaft fördern.

So wie jede Zutat in der Aschura-Speise ihren eigenen Geschmack bewahrt und gemeinsam einen einzigartigen Genuss ergibt, so tragen auch Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Kulturen zu einer gemeinsamen, stärkeren Gesellschaft bei.

Der Text ist eine Freitagspredigt des DITIB-Religionsamts, die den Aschura-Tag als gesegneten Anlass für freiwilliges Fasten und spirituelle Besinnung darstellt. Sie verweist auf die Sunna des Propheten, das Fasten im Monat Muharram als vorzügliches Werk zu betrachten, das Sünden des vergangenen Jahres löscht. Ein zentrales Motiv ist die Einheit der Gemeinschaft, illustriert durch die türkische Tradition, eine Aschura-Speise aus verschiedenen Zutaten zuzubereiten und zu teilen. Diese Praxis symbolisiert, dass unterschiedliche Kulturen und Ansichten gemeinsam eine stärkere Gesellschaft bilden. Der Text ruft dazu auf, diese Traditionen zu pflegen, um Solidarität und Geschwisterlichkeit in der Gesellschaft zu festigen. Es werden konkrete Anweisungen gegeben, das Fasten am neunten und zehnten oder am zehnten und elften Tag des Muharram zu verrichten, um sich von den Leuten der Schrift abzugrenzen. Die Predigt schließt mit dem Gebet, dass Allah die Gottesdienste annehme, und betont die Barmherzigkeit und das gegenseitige Kennenlernen als Kernwerte.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft
Wo sitzt das Übel?
in der eigenen Gemeinde, Familie, Religion
Was hilft dagegen?
Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte (erschlossen)
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
der Text kritisiert nicht

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Muslim, Siyam, 202 · Ebu Dawud, Sawm, 55 · Der Islam aus den Überlieferungen, II, 403 · Buchari, Sawm, 69 · Muslim, Siyam, 196-197 · Hudschurat, 49/13 · Muslim, Siyam, 133

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Der Aschura-Tag und das Bewusstsein der Einheit (19.06.2026) Meine Geschwister! Liebe Gläubige! Allah hat uns die Möglichkeit gegeben, bald einen weiteren gesegneten Tag zu erleben. So Allah will, werden wir am kommenden Donnerstag den Tag von Aschura begehen, den zehnten Tag des Monats Muharram. Unser Prophet (s) bezeichnete Muharram als „den Monat Allahs“1 und sagte, dass das vorzüglichste Fasten nach dem Ramadan das Fasten im Monat Muharram ist.2 Auch der Aschura-Tag liegt in diesem Monat; jener Tag, der aufgrund seiner Geschichte, seinem Segen und das Fasten in ihm sehr besonders ist. So fasteten unser geliebter Prophet (s) und seine Gefährten das erste Mal an Aschura3 und pflegten dies zu tun, bis das Fasten im Ramadan zur Pflicht wurde. Danach wurde das Fasten an Aschura zu einer freiwilligen gottesdienstlichen Handlung.4 Verehrte Muslime! Das Fasten an Aschura ist keine Pflicht, dennoch ermutigte der Prophet (s) uns mit folgenden Worten dazu: „Ich hoffe von Allah, dass das Fasten am Tag von Aschura die Sünden des vergangenen Jahres löscht.“5 All dies zeigt: Dieser gesegnete Monat ist eine Gelegenheit, unseren Gottesdienst, unser Bittgebet, unsere Besinnung und unser Bewusstsein der Dienerschaft gegenüber Allah zu stärken. Zugleich ist er ein großes Tor der Barmherzigkeit, das uns insbesondere durch das Fasten erneut zur Frömmigkeit (Taqwa) führen soll. Werte Gläubige! Eine weitere Besonderheit des Monats Muharram und Aschura besteht darin, dass sie zu den schönsten Symbolen unserer Einheit und unseres Zusammenhalts gehören. Es gibt eine türkische Süßspeise bestehend aus vielen verschiedenen Getreidearten, Hülsen- und Trockenfrüchten, die man am Aschura Tag zubereitet und verteilt. So wie jede Zutat in der Aschura-Speise ihren eigenen Geschmack bewahrt und gemeinsam einen einzigartigen Genuss ergibt, so tragen auch Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Kulturen zu einer gemeinsamen, stärkeren Gesellschaft bei. Über diese Bereicherung, die aus unseren Unterschieden hervorgeht, und über unsere Verantwortung zueinander sagt Allah: „Menschen! Wir haben euch aus einem Mann und einer Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Gewiss, der Angesehenste von euch bei Allah ist der Frömmste unter euch. Gewiss, Allah ist allwissend und allkundig.”6 Meine Geschwister! Auch die Tradition, Aschura zu verteilen, ist ein schöner Brauch. Sie fördert das gegenseitige Kennenlernen, zu dem uns dieser edle Vers aufruft, und stärkt zugleich das Teilen, die Solidarität und die Hilfsbereitschaft in einer Gesellschaft. Nutzen wir Aschura, um unsere Einheit und Geschwisterlichkeit weiter zu festigen. Halten wir an diesen tief verwurzelten Werten fest, die uns miteinander verbinden und unsere Tische wie auch unsere Herzen mit Segen erfüllen. Tragen wir die schönen Botschaften von Aschura durch diese Tradition zu unseren Nachbarn und Liebsten. Verehrte Gläubige! Zum Abschluss möchte ich daran erinnern, wie das Aschura-Fasten, das uns zur Gottesfurcht führt und uns spirituell bereichert, gefastet wird. Als dem Gesandten Allahs (s) mitgeteilt wurde, dass die Leute der Schrift diesen Tag besonders ehren und nur am zehnten Tag fasten, sagte er: „So Allah will, werden wir im kommenden Jahr auch am neunten Tag des Muharram fasten.“7 Doch bevor der nächste Muharram kam, verstarb er. Aus den Überlieferungen zu diesem Thema geht hervor, dass es der Sunna näherkommt, das Aschura-Fasten entweder am neunten und zehnten oder am zehnten und elften Tag des Monats Muharram zu verrichten. Möge Allah unser Fasten und all unsere Gottesdienste annehmen. Amin. Die DITIB-Predigtkommission Quellen: 1 Muslim, Siyam, 202. 2 Ebu Dawud, Sawm, 55. 3 Der Islam aus den Überlieferungen, II, 403. 4 Buchari, Sawm, 69. 5 Muslim, Siyam, 196-197. 6 Hudschurat, 49/13. 7 Muslim, Siyam, 133. 2026-06-19 Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der DITIB reproduziert, vervielfältigt oder verarbeitet werden. Archiv 2007-2008  | 2009-2010 zurück Top Aktuelles 22.09.2025 DITIB sucht Mediengestalter/In Video- Bild & Ton Nachrichten 24.08.2026 DİTİB-Botschaft zur Mewlid-Nacht 19.08.2026 In tiefer Trauer 12.08.2026 Dr. Mehmet Aksoy, unser geschätzter ehemaliger DİTİB-Vorsitzender, ist verstorben Zu allen Pressemeldungen und Nachrichten Positionen 07.05.2025 Der Gebetsruf (Adhan) 06.05.2025 Humor im Islam 05.06.2024 DITIB Baden-Württemberg verurteilt den Angriff auf Vertreter von Pax Europa und Polizisten in Mannheim aufs Schärfste Archiv Landesverband 27.09.2023 Neuer Vorstand übernimmt Führung der Islamischen Religionsgemeinschaft DITIB-NRW e.V. 14.02.2020 Bombendrohungen gegen vier Moscheen Archiv Freitagspredigt 04.09.2026 Verantwortungsbewusstsein 28.08.2026 Die Herzen finden nur mittels Allahs Gedenken Ruhe 21.08.2026 Unsere Wiedergeburt: Die Geburt des Propheten Gehe zu Predigt Archiv