Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Muslimische Ethik im Straßenverkehr Bewahren
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2026-07-03
· Köln
· Quelle
Verantwortung · Hauptbotschaft
Fürsorge · tragend
Demut
Die Einhaltung der Verkehrsregeln ist für Muslime eine religiöse Pflicht, weil sie dem göttlichen Gebot entspricht, das Leben, den Besitz und die gesellschaftliche Ordnung zu schützen.
Die Verkehrsregeln, die als Ergebnis schmerzhafter Erfahrungen im Fahrbetrieb aufgestellt wurden, zielen im Grunde genau darauf ab, was unsere Religion gebietet: das menschliche Leben, den Besitz und die gesellschaftliche Ordnung zu schützen.
Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB-Predigtkommission, die muslimische Ethik mit der Einhaltung der Verkehrsregeln verbindet. Als Grundlage dienen die fünf Schutzzwecke des Islam (Maqasid al-Sharia) sowie Koranverse und Hadithe, die vor Selbstgefährdung und Schaden an anderen warnen. Verkehrsregeln wie Geschwindigkeitsbegrenzung, Gurtanlegen und Handyverbot werden als weltliche Entsprechung dieser religiösen Gebote dargestellt. Der Text ruft zur Besonnenheit im Straßenverkehr auf, insbesondere in den Ferien, und verbindet dies mit spirituellen Praktiken wie Gebet auf Reisen und Sadaqa. Am Ende wird zusätzlich die Pflegefamilie als Ausdruck von Barmherzigkeit und Fürsorge thematisiert. Der Gegenwartsbezug liegt in der konkreten Situation der Urlaubszeit und der aktuellen DITIB-Kampagne zur Pflegefamilie.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Gebote befolgen, Ordnung einhalten, Pflichten erfüllen; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Verkehrsregeln einhalten (gesellschaftlich)
- Sadaqa geben (zwischenmenschlich)
- Auf Reisen beten (rituell)
Genannte Stellen
Koran 4:29 · Ibn Madsche, Ahkam 17 · Muslim, Mezalim 32 · Koran 31:18 · Koran 3:124 · Koran 31:18-19 · Koran 49:11 · Tirmizi, Zekat 28
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 3, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Muslimische Ethik im Straßenverkehr Bewahren
(03.07.2026)
Liebe Gläubige!
Eines der Hauptziele des Islam ist es, das Wohl der Menschen zu fördern und sie vor Schaden zu bewahren. Deshalb zählt unsere Religion den Schutz des Lebens, des Eigentums, des Verstandes, der Nachkommenschaft und des Glaubens zu ihren grundlegenden Prinzipien. Allah spricht im Koran: „Tötet euch nicht selbst. Gewiss, Allah ist euch gegenüber sehr barmherzig.“1 Auch unser Prophet (s) lehrte uns, anderen keinen Schaden zuzufügen.2 Diese göttliche Warnung und der prophetische Rat zeigen deutlich, dass der Mensch jedes Verhalten unterlassen muss, das sowohl sein eigenes Leben als auch das Leben anderer gefährdet oder ihnen Schaden zufügt.
Verehrte Muslime!
Im Einklang mit diesen göttlichen Maßstäben handelt ein Muslim wie in allen Bereichen seines Lebens auch im Straßenverkehr verantwortungsbewusst. Die Verkehrsregeln, die als Ergebnis schmerzhafter Erfahrungen im Fahrbetrieb aufgestellt wurden, zielen im Grunde genau darauf ab, was unsere Religion gebietet: das menschliche Leben, den Besitz und die gesellschaftliche Ordnung zu schützen. Geschwindigkeitsbegrenzungen, das Verbot der Handynutzung am Steuer, das Anlegen des Sicherheitsgurtes, die rechtzeitige Wartung des Fahrzeugs sowie das Beachten von Verkehrszeichen dienen der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Deshalb ist die Einhaltung der Verkehrsregeln von lebenswichtiger Bedeutung.
Werte Gläubige!
Allah der Erhabene und sein Gesandter (s) lehren uns, wie wir dieser Verantwortung gerecht werden können. So wird uns im Koran und in der Sunna aufgetragen, den Passanten auf der Straße keine Unannehmlichkeiten zu bereiten,3 uns maßvoll und bescheiden zu verhalten,4 unseren Zorn zu beherrschen5 und den Menschen mit Respekt zu begegnen.6 Ein Gläubiger, der sein Leben nach diesen Geboten gestaltet, hält sich im Straßenverkehr nicht nur an die Regeln, sondern wird gleichzeitig zu einem vorbildlichen Menschen, der das Leben, die Rechte und die Würde anderer achtet.
Meine Geschwister!
In diesen Tagen, in denen viele von uns ihre Verwandten in der Ferne besuchen oder in den Urlaub aufbrechen, sollten wir uns im Straßenverkehr nicht beeilen. Legen wir bei Bedarf Pausen ein und vermeiden jedes Verhalten, das unsere Sicherheit gefährdet. Vernachlässigen wir während der Reise nicht unsere Gebete. Bemühen wir uns, in den Moscheen entlang unserer Route zu beten, nach Möglichkeit Ortschaften mit muslimischer Bevölkerung zu besuchen und so unsere Reise in einen spirituellen Gewinn zu verwandeln. Vergessen wir auch nicht, vor der Abreise den Bedürftigen Sadaqa (Almosen) zu geben. Denn die Sadaqa bewahrt den Muslim mit Allahs Erlaubnis vor einem üblen Ausgang.7
Zum Abschluss meiner Predigt möchte ich an die Wichtigkeit der Pflegefamilie erinnern. Pflegefamilie zu sein bedeutet, einem Kind, das aus verschiedenen Gründen nicht bei seiner Familie aufwachsen kann, Liebe, Geborgenheit und ein warmes Zuhause zu schenken. Zugleich ist es einer der schönsten Wege, dem Gebot unserer Religion zu Barmherzigkeit und gegenseitiger Fürsorge nachzukommen. Ich lade unsere Geschwister, deren persönliche und familiäre Voraussetzungen dies ermöglichen, herzlich dazu ein, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Wer nähere Informationen erhalten möchte, kann sich an die DITIB-Hotline oder an die zuständigen Stellen wenden.
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Nisa, 4/29.
2 Ibn Madsche, Ahkam, 17.
3 Muslim, Mezalim, 32.
4 Loqman, 31/18.
5 Al Imran, 3/124.
6 Loqman, 31/18-19; Hudschurat, 49/11.
7 Tirmizi, Zekat, 28.
2026-07-03
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