Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Ethik des Zusammenlebens und Weltfrieden
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2026-08-14
· Köln
· Quelle
Gemeinschaft · Hauptbotschaft
Gerechtigkeit · Hauptbotschaft
Barmherzigkeit · tragend
Gesellschaftlicher Frieden entsteht, wenn Gläubige Gerechtigkeit, Respekt und Vergebung leben und Unterschiede als Bereicherung begreifen, wobei der Prophet als Vorbild der Vergebung dient.
Lasst uns anstelle von Hass die Liebe, anstelle von Zorn die Barmherzigkeit, anstelle von Bestrafung die Vergebung und anstelle von Ausgrenzung die allgemein anerkannten Werte verbreiten, in denen die Menschen miteinander übereinstimmen.
Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB, die Frieden als zentrales ethisches Ziel des islamischen Denkens darstellt. Frieden wird mit Gerechtigkeit, innerem Frieden, Sicherheit und gegenseitigem Respekt verknüpft. Der gesellschaftliche Frieden wird als gemeinsame Verantwortung aller Gläubigen beschrieben, die vom Einzelnen auf die Gesellschaft ausstrahlt. Unterschiedliche Völker und Stämme werden als Bereicherung und Anlass zum Kennenlernen interpretiert, nicht als Spaltung. Der Prophet Muhammad wird als Vorbild der Vergebung bei der Eroberung Mekkas angeführt, um zu zeigen, dass Vergebung moralische Reife darstellt. Die Gläubigen werden aufgefordert, in Familie und Gesellschaft Frieden, Barmherzigkeit und Vergebung zu verbreiten und Botschafter des Friedens zu sein. Der Text schließt mit einem Bittgebet um Frieden für die Gesellschaft und die gesamte Menschheit.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft; Ausbeutung, Unterdrückung, ungleiche Verhältnisse
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
es wird besser, Entwicklung zum Guten (erschlossen)
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Frieden und Sicherheit in Familie und Gesellschaft stärken (gesellschaftlich)
- Vergebung und Barmherzigkeit statt Hass und Zorn verbreiten (zwischenmenschlich)
- Botschafter des Friedens in der Welt sein (gesellschaftlich)
Genannte Stellen
Koran 2:208 · Koran 49:13 · Ibn Madsche, Ahkam, 17 · Muslim, Iman, 93 · Koran 12:92
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 4 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 1 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Ethik des Zusammenlebens und Weltfrieden
(14.08.2026)
Werte Gläubige!
Im islamischen Denken bedeutet Frieden, dass Menschen in Gerechtigkeit, innerem Frieden, Sicherheit und gegenseitigem Respekt miteinander leben. Wo Frieden herrscht, wird die Würde des Menschen bewahrt. Wo Frieden herrscht, hat das Gute die Oberhand.
Den gesellschaftlichen Frieden zu gewährleisten, ist unsere gemeinsame Verantwortung. So spricht Allah: „Gläubige! Tretet allesamt in den Frieden ein…“1 Diesem Aufruf zu folgen und selbst Menschen des Friedens zu sein, sollte unser grundlegendes Ziel sein. Denn gesellschaftlicher Frieden breitet sich vom Einzelnen auf die Gesellschaft aus.
Werte Geschwister!
Hören wir auf das Gebot Allahs zur Wertschätzung und zum Respekt gegenüber den Menschen: „Menschen! Wir haben euch aus einem Mann und einer Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt…“2 Betrachten wir daher Unterschiede nicht als Anlass für Spaltung und Konflikte, sondern als eine Bereicherung, die uns ermöglicht, einander kennenzulernen. Folgen wir dem Hadis unseres Propheten (s) und schaden niemandem: „Es darf weder Schaden zugefügt noch Schaden mit Schaden erwidert werden.“3
Werte Gläubige!
Ein Gläubiger hütet sich vor Ungerechtigkeit, wahrt Gerechtigkeit, tut Gutes und hilft Bedürftigen. Er verbreitet den Friedensgruß,4 handelt wahrhaftig und hält sich an die Regeln, die den gesellschaftlichen Frieden wahren. All dies trägt dazu bei, dass Vertrauen und gegenseitiger Respekt unter den Menschen wachsen. Wo Vertrauen und Respekt eine Gesellschaft prägen, festigen sich auch gesellschaftliche Harmonie und Frieden.
Liebe Muslime!
Das schönste Beispiel dafür, wie gesellschaftlicher Frieden geschaffen werden kann, finden wir beim edlen Propheten (s). Trotz all des Leids, das von den Götzendienern ausging, entschied sich unser geliebter Prophet (s) bei der Eroberung Mekkas nicht für Bestrafung, sondern für Vergebung. Er sagte: „Ich sage zu euch, wie Yusuf es sagte: ‚Heute gibt es keinen Tadel gegen euch. Möge Allah euch vergeben. Er ist der Barmherzigste der Barmherzigen.‘“5 Damit zeigte er, dass Vergebung keine Schwäche, sondern eine höchste Form moralischer Reife und der schönste Weg ist, Herzen zu gewinnen. Denn Vergebung beendet gegenseitige Verletzungen und öffnet den Weg zum Frieden unter den Menschen.
Werte Muslime!
Lasst uns, angefangen bei unserer Familie, dazu beitragen, Frieden und Sicherheit in unserem Umfeld und in der Gesellschaft, in der wir leben, zu stärken. Lasst uns anstelle von Hass die Liebe, anstelle von Zorn die Barmherzigkeit, anstelle von Bestrafung die Vergebung und anstelle von Ausgrenzung die allgemein anerkannten Werte verbreiten, in denen die Menschen miteinander übereinstimmen. Lasst uns sowohl in unserer Gesellschaft als auch in der ganzen Welt Botschafter des Friedens sein.
Ich möchte meine Predigt mit folgendem Bittgebet beenden:
O Allah! Schenke unseren Herzen Ruhe und unserer Gesellschaft und der gesamten Menschheit Frieden. Mache uns zu Dienern, die vergeben, Barmherzigkeit üben und Frieden verbreiten. Amin!
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Baqara, 2/208.
2 Hudschurat, 49/13.
3 Ibn Madsche, Ahkam, 17.
4 Muslim, Iman, 93.
5 Yusuf, 12/92; Beyhaqi, Sunen el-Kubra, IX, 195.
2026-08-14
Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche
Genehmigung der DITIB reproduziert, vervielfältigt oder verarbeitet werden.
Archiv 2007-2008 | 2009-2010
zurück
Top
Aktuelles
22.09.2025
DITIB sucht Mediengestalter/In Video- Bild & Ton
Nachrichten
24.08.2026
DİTİB-Botschaft zur Mewlid-Nacht
19.08.2026
In tiefer Trauer
12.08.2026
Dr. Mehmet Aksoy, unser geschätzter ehemaliger DİTİB-Vorsitzender, ist verstorben
Zu allen Pressemeldungen und Nachrichten
Positionen
07.05.2025
Der Gebetsruf (Adhan)
06.05.2025
Humor im Islam
05.06.2024
DITIB Baden-Württemberg verurteilt den Angriff auf Vertreter von Pax Europa und Polizisten in Mannheim aufs Schärfste
Archiv
Landesverband
27.09.2023
Neuer Vorstand übernimmt Führung der Islamischen Religionsgemeinschaft DITIB-NRW e.V.
14.02.2020
Bombendrohungen gegen vier Moscheen
Archiv
Freitagspredigt
04.09.2026
Verantwortungsbewusstsein
28.08.2026
Die Herzen finden nur mittels Allahs Gedenken Ruhe
21.08.2026
Unsere Wiedergeburt: Die Geburt des Propheten
Gehe zu Predigt Archiv