Katholisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Kreuz inklusive?
Bernd Michael Pawellek ·
Predigtforum.com ·
2026-08-30
· Quelle
Gemeinschaft · Hauptbotschaft
Gerechtigkeit · tragend
Hoffnung · tragend
Das christliche Kreuz ist kein Aufruf zur passiven Hinnahme von Unrecht, sondern eine Einladung, das unvermeidbare Leid in der Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu tragen, wobei Gott dieses Leid in Hoffnung und Brückenbau verwandeln kann.
Jesus verspricht kein Leben ohne Leid, aber er verspricht: Du musst dein Kreuz nicht allein tragen.
Der Text interpretiert die biblische Aufforderung, das Kreuz auf sich zu nehmen, als Einladung zur Gemeinschaft im Leid, nicht als Aufruf zur passiven Hinnahme von Unrecht. Er differenziert klar zwischen Leid, das aktiv bekämpft werden muss (wie Gewalt oder Missbrauch), und Leid, das nicht abgeworfen werden kann (wie Krankheit oder Trauer). Am Beispiel des Apostels Petrus wird gezeigt, wie der Wunsch, Gott den Weg diktieren zu wollen, im Glauben zu einem Loslassen führen soll. Eine allegorische Geschichte illustriert, dass das eigene Kreuz zur Brücke über den Abgrund werden kann, wenn Gott es verwandelt. Der Text betont, dass Menschen oft unsichtbare Lasten tragen, und ruft zu gegenseitiger Hilfe und Empathie auf. Die zentrale Botschaft ist, dass Christus durch das Kreuz zum Leben führt und Gläubige nicht allein durch das Leid gehen müssen. Es wird eine Haltung der Hoffnung vermittelt, in der aus Wunden Mitgefühl und aus Scheitern neue Anfänge entstehen können.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Krankheit, Tod, Vergänglichkeit als Grundproblem
- Wo sitzt das Übel?
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im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
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Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit; Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
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gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
- Wohin geht die Geschichte?
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eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
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auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
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den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Das eigene Kreuz nicht allein tragen, sondern Hilfe anbieten (zwischenmenschlich)
- Gewalt, Missbrauch und Ungerechtigkeit aktiv bekämpfen (gesellschaftlich)
- Gott im Gebet loslassen und seinen Willen annehmen (innerlich)
Genannte Stellen
Mt 16,24 · Mt 16,18 · Mt 16,23 · Mt 26,39
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 3, künftig 2
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Jesus verspricht kein Leben ohne Leid, aber er verspricht: Du musst dein Kreuz nicht allein tragen. Dabei ist nicht jedes Leid hinzunehmen: Gewalt, Missbrauch und Ungerechtigkeit müssen bekämpft werden. Doch manches Kreuz lässt sich nicht einfach abwerfen. Dann kann Gott es verwandeln: Eine Wunde wird zu Mitgefühl, ein Scheitern zum neuen Anfang und das Kreuz, das wir loswerden wollten, vielleicht zur Brücke. Christus geht uns voraus: durch das Kreuz hindurch zum Leben. Du musst da nicht allein hindurch Es gibt Sätze Jesu, bei denen man denkt: Jesus - musste das jetzt sein? Heute ist so ein Sonntag: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Na wunderbar. Das ist nun wirklich kein Werbeslogan für das Christentum: „Komm zu Jesus – Kreuz inklusive!“ Wir hätten es lieber anders. Glaube soll guttun. Kraft geben. Trösten. Das Leben leichter machen. Und ja: Das kann Glaube. Aber Jesus ist kein religiöser Wellness-Trainer. Er verspricht uns kein Leben ohne Gegenwind. Er verspricht etwas anderes: "Du musst da nicht allein durch". Petrus, eben noch Fels, jetzt Satan Petrus hat heute keinen guten Tag. Gerade eben sagt Jesus zu ihm: „Du bist Petrus, der Fels.“ Nicht Kieselstein. Nicht Schotter. Fels! - Und nur wenige Augenblicke später: „Tritt hinter mich, du Satan!“ Das nenne ich einen Karriereknick. Was ist passiert? Jesus erzählt von seinem Weg nach Jerusalem. Von Leiden, Kreuz und Tod. Petrus protestiert: „Das darf nicht geschehen!“ Verständlich. Wenn ein Mensch, den ich liebe, vor einem schweren Weg steht, sage ich doch auch: Bitte nicht! - Petrus meint es gut, aber er macht einen entscheidenden Fehler: Er will Gott erklären, welchen Weg Gott zu gehen hat. Und schon ist Petrus uns verdammt ähnlich. Dein Wille geschehe – aber… Wir beten: „Dein Wille geschehe.“ Und denken manchmal: …aber ich hätte da einen Vorschlag. Lieber Gott, dein Wille geschehe, aber bitte lass meine Pläne aufgehen, bitte lass diesen Menschen gesund werden, bitte erspare mir diesen Abschied, bitte mach, dass alles wieder gut wird… Wir dürfen so beten! Jesus selbst hat gebetet: „Lass diesen Kelch an mir vorübergehen.“ Aber dann kommt: „Doch dein Wille geschehe.“ Und da wird Glaube ernst. Glaube heißt nicht: Ich verstehe Gott immer. Glaube heißt manchmal: „Gott, ich verstehe dich gerade überhaupt nicht - aber ich lasse dich trotzdem nicht los.“ Nicht jedes Kreuz muss getragen werden „Nimm dein Kreuz auf dich.“ Dieser Satz ist oft missverstanden worden. Jesus sagt nicht: Suche dir möglichst viel Leid! - Und wir sollten einem leidenden Menschen nicht vorschnell sagen: „Das ist eben dein Kreuz.“ Nein! Manches Kreuz muss man abwerfen: Gewalt. Demütigung. Missbrauch. Ungerechtigkeit. Jesus verherrlicht das Leiden nicht. Aber er weiß: Es gibt Dinge, die können wir nicht einfach wegmachen. Eine Krankheit. Einen Abschied. Eine Enttäuschung. Die Sorge. Eine Schuld. Eine Wunde, die noch immer wehtut… Und dann sagt Jesus nicht: „Stell dich nicht so an.“ - Er sagt: „Komm. Ich gehe mit.“ Das ist Kreuzesnachfolge. Kreuze sieht man Menschen nicht an Vielleicht sollten wir deshalb vorsichtiger miteinander umgehen. Wir wissen nämlich nicht, was der Mensch neben uns gerade trägt. Vielleicht wartet jemand auf einen Befund. Vielleicht trauert jemand. Vielleicht ist eine Beziehung zerbrochen. Vielleicht gibt es Sorgen um die Kinder. Vielleicht liegt jemand nachts wach - und morgens sagt er freundlich: „Alles gut!“ - Nein. Menschen tragen Kreuze, die man ihnen nicht ansieht. Darum braucht ein Mensch manchmal nicht unsere Meinung, sondern jemanden, der sagt: „Komm, ich trage ein Stück mit.“ Und plötzlich wird das Kreuz leichter. Nicht weil es verschwunden ist, sondern weil zwei daran tragen. Das Kreuz, das keiner haben wollte Dazu gibt es eine alte christliche Erzählung: Ein Mensch kommt zu Gott und sagt: „Herr, warum muss ausgerechnet ich dieses schwere Kreuz tragen? Die anderen haben es doch viel leichter. Gib mir ein anderes!“ Gott sagt: „Gut. Komm mit.“ Er führt ihn in einen riesigen Raum. Dort stehen Kreuze. Hunderte. Große und kleine, schöne und hässliche, leichte und schwere. „Such dir eines aus.“ Der Mensch stellt sein Kreuz in die Ecke. Endlich! Er nimmt ein kleines. Zu schwer. Ein anderes sieht wunderschön aus. Doch als er es auf die Schulter legt, merkt er die scharfen Kanten. Ein weiteres ist leicht, aber so unhandlich, dass er kaum damit gehen kann. Er probiert Kreuz um Kreuz. Und langsam sieht er nicht mehr nur Holz. Er sieht Geschichten. Die Sorge einer Mutter um ihr Kind. Die Einsamkeit eines alten Menschen. Eine Krankheit. Eine zerbrochene Liebe. Eine Schuld, die niemand kennt. Eine Angst, über die niemand spricht. Da wird er still. Er hatte immer gedacht: Die anderen haben es leichter. Jetzt begreift er: Jeder trägt etwas. Man sieht es nur nicht immer. Ganz hinten entdeckt er schließlich ein Kreuz. Nicht besonders groß. Nicht besonders klein. Er nimmt es. Schwer ist es. Aber es passt. „Herr“, sagt er, „dieses nehme ich.“ Gott lächelt: „Schau genau hin.“ Der Mensch schaut. Es ist sein eigenes Kreuz. Er nimmt es und geht weiter. Nach langer Zeit kommt er an eine tiefe Schlucht. Kein Weg. Keine Brücke. Er wird wütend: „Gott! Jetzt habe ich mein Kreuz angenommen und getragen und trotzdem komme ich nicht weiter!“ Dann nimmt er das Kreuz von seiner Schulter. Er legt es über die Schlucht. Und plötzlich merkt er: Es passt. Von einer Seite bis zur anderen. Ausgerechnet das Kreuz, das er unbedingt loswerden wollte, ist zur Brücke geworden. Gott kann verwandeln Ich glaube nicht an einen Gott, der uns Krankheiten und Katastrophen schickt, damit wir etwas lernen. Aber ich glaube an einen Gott, der verwandeln kann. Aus einer Wunde kann Mitgefühl wachsen. Aus einem Scheitern ein neuer Anfang. Aus Tränen die Fähigkeit, mit anderen zu weinen. Vielleicht können wir einen Menschen gerade deshalb verstehen, weil wir selbst einmal ganz unten waren. Dann war das Leid nicht gut. Aber Gott hat ihm nicht das letzte Wort gelassen. Und genau das ist Ostern. Jesus sagt: „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach.“ Das Entscheidende ist: Da geht einer voraus. Wir müssen nicht wissen, wie der ganze Weg aussieht. Der nächste Schritt reicht. Denn vor uns geht Christus. Er kennt das Kreuz. Und er kennt Ostern. Darum dürfen wir hoffen: Wo wir nur einen Abgrund sehen, kann Gott längst an einer Brücke bauen. Und manchmal wird ausgerechnet das, was wir am liebsten losgeworden wären, zur Brücke. Zum anderen Menschen. Zu uns selbst. Zu Gott. Und eines Tages vielleicht zur Brücke in den Himmel. Dunkle Schatten, die sich über die Hoffnung legen <div