omnist.world

English

Queer-Community · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Stellungnahme des Bundesverband Trans* zum Anschlag im Umfeld des Berliner CSD

ohne Namen · Bundesverband Trans* (BVT*) · 2026-07-29 · Berlin · Quelle

Gerechtigkeit · Hauptbotschaft Fürsorge · tragend Gemeinschaft · tragend

Der Anschlag beim Berliner CSD ist Ausdruck einer wachsenden queerfeindlichen Gewalt, die nur durch gesamtgesellschaftlichen Schutz, konsequente Strafverfolgung und aktive Demokratiebildung wirksam entgegengewirkt werden kann.

Der Schutz queerer Menschen ist keine Aufgabe der Community allein. Er ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Bund, Länder und Kommunen stehen hier gemeinsam in der Pflicht.

Der Text reagiert auf einen Anschlag im Umfeld des Berliner Christopher Street Day und drückt Mitgefühl mit den Opfern und Verletzten aus. Er betont, dass CSDs für trans* und nicht-binäre Menschen Orte der Sichtbarkeit, Solidarität und Teilhabe sind. Der Anschlag wird in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang gestellt, in dem queerfeindliche Hasskriminalität laut Bundeskriminalamt stark zugenommen hat. Der Text verweist auf politische Stimmungsmache und Desinformation als Faktoren, die ein Klima der Ausgrenzung fördern. Er fordert den konsequenten Schutz queerer Veranstaltungen, die Verfolgung queerfeindlicher Straftaten sowie die Finanzierung von Beratungsstrukturen und Demokratiebildung. Der Schutz queerer Menschen wird als gesamtgesellschaftliche Verantwortung von Bund, Ländern und Kommunen bezeichnet. Der Text schließt mit einem Appell zur Solidarität und zum Schutz derer, die Ziel von Hass und Gewalt werden.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Bedrängnis der eigenen Gemeinschaft von außen; Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
gerechte gesellschaftliche oder politische Verhältnisse; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
Was ist der Mensch nach diesem Text?
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
Wohin geht die Geschichte?
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung; auf Argument, Logik, Wissenschaft
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3
Zeitbezug
früher 1, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Der Anschlag im Umfeld des Berliner Christopher Street Day hat uns tief erschüttert. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die das Geschehen miterleben mussten. Den Verletzten wünschen wir von Herzen eine schnelle und vollständige Genesung. Für viele trans* und nicht-binäre Menschen sind CSDs weit mehr als Demonstrationen oder Straßenfeste. Sie sind Orte der Sichtbarkeit, der Solidarität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Hier wird erfahrbar, dass Vielfalt, Pluralität und Teilhabe keine abstrakten Werte sind, sondern gelebte Realität. Ein Anschlag in diesem Umfeld trifft deshalb nicht nur die unmittelbar Betroffenen. Er erschüttert das Sicherheitsgefühl einer Community, die sich vielerorts ohnehin mit wachsender Unsicherheit und zunehmender Feindseligkeit konfrontiert sieht. Der Anschlag steht nicht losgelöst von der gesellschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre. Queerfeindliche Hasskriminalität nimmt kontinuierlich zu. Das Bundeskriminalamt dokumentiert seit Jahren steigende Fallzahlen und weist darauf hin, dass sich die Zahl der Straftaten gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität seit 2010 nahezu verzehnfacht hat. Auch 2025 wurde erneut ein Höchststand registriert. Zudem weist das Bundeskriminalamt darauf hin, dass sich unter den gegen LSBTIQ gerichteten Straftaten auch zahlreiche Gewaltdelikte befinden. Trans* und nicht-binäre Menschen erleben seit Jahren, dass ihre Existenz zunehmend zum Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen wird. Politische Stimmungsmache, gezielte Desinformation und die Infragestellung ihrer Rechte schaffen ein gesellschaftliches Klima, in dem Ausgrenzung und Queerfeindlichkeit leichter Fuß fassen können. Worte allein verursachen keine Gewalttaten. Sie schaffen jedoch den Boden, auf dem Hass gedeiht. Oder in dem er keinen Platz hat. Eine demokratische Gesellschaft lebt von Pluralität, Menschenwürde und der gleichberechtigten Teilhabe aller. Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss die Rechte und Sicherheit von Minderheiten wirksam verteidigen. Dazu gehören der konsequente Schutz queerer Veranstaltungen, die entschlossenene Verfolgung queerfeindlicher Hasskriminalität, die nachhaltige Finanzierung von Beratungs- und Unterstützungsstrukturen, sowie aktive Demokratiebildung und Präventionsarbeit, die Queerfeindlichkeit, Antifeminismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschieden entgegentreten. Der Schutz queerer Menschen ist keine Aufgabe der Community allein. Er ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Bund, Länder und Kommunen stehen hier gemeinsam in der Pflicht. Gerade jetzt braucht es Solidarität mit den Betroffenen, ihren Angehörigen und allen Menschen, die sich fragen, ob sie beim nächsten CSD noch unbeschwert sichtbar sein können. Als Bundesverband Trans* stehen wir an der Seite aller Betroffenen. Eine offene demokratische Gesellschaft zeigt sich darin, wie konsequent sie diejenigen schützt, die Ziel von Hass und Gewalt werden. Dafür werden wir uns weiterhin mit Nachdruck einsetzen. Quellen Bundeskriminalamt: Bundeslagebild Sicherheit von LSBTIQ. Bundeskriminalamt: Politisch motivierte Kriminalität 2025 Bundesministerium des Innern: Lagebericht zur kriminalitätsbezogenen Sicherheit von LSBTIQ.