Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Ein guter Mensch sein
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2025-02-21
· Köln
· Quelle
Gemeinschaft · Hauptbotschaft
Dankbarkeit · tragend
Verantwortung · tragend
Ein guter Mensch ist an seinen vorzüglichen Eigenschaften erkennbar: Er vermeidet das Üble, spornt zum Guten an, ist verlässlich, dankbar, geduldig in Prüfung und handelt nicht aus Eitelkeit, sondern um Allahs Wohlgefallen zu erlangen.
Diejenigen, die den Islam am besten leben, sind die mit dem besten Charakter.
Die Predigt fragt, was einen guten Menschen ausmacht, und stützt sich auf den arabischen Begriff „Khayr“ (vorzüglich, gut, nützlich) sowie dessen Gegenteil „Scherr“. Anhand von Koranversen und Hadithen werden Eigenschaften eines guten Menschen aufgezählt: Vermeidung übler Worte und Taten, Ansporn zum Guten, Verlässlichkeit, Verständnis in Beziehungen, Dankbarkeit, Geduld in Prüfung, Wettstreit um Wohltaten und Vermeidung von Eitelkeit. Der Text betont, dass Gutes nicht der Anerkennung anderer, sondern dem Wohlgefallen Allahs dienen soll. Es werden soziale Tugenden wie Höflichkeit, Freundlichkeit, Treue im Wort und Pünktlichkeit bei Schulden hervorgehoben. Am Ende wird gebetet, dass Allah die Zuhörer zu guten Kindern, Ehepartnern, Freunden und Dienern mache. Ein kurzer Zusatz ruft zur Teilnahme an der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 auf und bezeichnet dies als demokratisches Recht und Verantwortung.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- das Üble verhindern (zwischenmenschlich)
- das Gute auf Erden verbreiten (gesellschaftlich)
- an der Bundestagswahl teilnehmen (gesellschaftlich)
Genannte Stellen
Koran 3:110 · Koran 2:148 · Koran 2:271 · Ibn Hanbal XXXIV, 478 (Hadis 20943) · Tirmizi, Fiten, 76 · Tirmizi, Menaqib, 63 · Muslim, Zuhd, 64 · Bukhari, Iman, 6
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Ein guter Mensch sein
(21.02.2025)
Liebe Geschwister!
Der Ramadan rückt näher, während der Monat Schaban sich dem Ende zuneigt. So Allah es will, werden wir am nächsten Freitagabend mit dem ersten Terawih-Gebet den heiligen Ramadan willkommen heißen. Möge Allah uns diesen gesegneten Monat erreichen lassen.
In der heutigen Freitagspredigt werden wir uns mit der Frage beschäftigen, was einen guten Menschen ausmacht. Für die Antwort darauf werden wir uns am Begriff „Khayr“ bedienen, der in vielen Koranversen und Hadisen erwähnt wird. „Khayr“ bedeutet so viel wie „vorzüglich, gut, schön, wertvoll und nützlich“. „Scherr“ ist sein Gegenteil und bedeutet „übel, böse, hässlich und wertlos“.
Koranverse und Hadise, die den Begriff „Khayr“ beinhalten, erläutern uns wer ein guter Mensch ist und welche Eigenschaften er trägt. Dabei sehen wir folgendes:
Ein guter Mensch vermeidet alle Arten von üblen Worten und Taten.[1] Er spornt zum Guten an und versucht, das Üble zu verhindern.[2] Er ist verlässlich. Man erwartet von ihm immer Gutes und.[3] Ein guter Mensch ist verständnisvoll und kommt mit seiner Familie, seinen Freunden und Nachbarn gut aus.[4]
Der gute Mensch ist derjenige, der dankbar ist, wenn er von Allah beschenkt wird, der nicht verzweifelt, wenn er durch Not und Erschwernis geprüft wird, und sich stets auf Allahs Weg weiter bemüht.[5] Der gute Mensch öffnet Türen zum Guten und verschließt die Türen zum Bösen. er bemüht sich, das Gute auf Erden zu verbreiten und ist im Wettstreit um Wohltaten.[6] Der beste Mensch tut Gutes nicht, um die Anerkennung anderer zu erlangen, sondern um die Zufriedenheit und das Wohlgefallen Allahs zu erreichen[7] und bleibt von Eitelkeit fern.
Ein rechtschaffener Mensch ist treu zu seinem Wort und schiebt seine Schulden nicht auf.[8] Ein guter Mensch hat Scham, spricht nur Gutes und zeigt nur vorbildliche Taten auf.[9] Er pflegt gute soziale Beziehungen, verweigert niemandem den Gruß Allahs[10] und ihm fehlt es niemals an Höflichkeit und Freundlichkeit.[11] Mit den kurzen und klaren Worten unseres Propheten (s): „Diejenigen, die den Islam am besten leben, sind die mit dem besten Charakter.“[12]
Möge Allah uns zu guten Söhnen und Töchtern, zu guten Ehepartnern, zu guten Freunden, letztendlich zu guten und rechtschaffenen Menschen und Dienern Allahs machen! Möge unser Freitag und unser Lebensweg gesegnet sein bis zum letzten Atem! (Amin, we’l-hamdu lillahi Rabbi’l-alemin.)
Die DITIB-Predigtkommission
_______________________________________
Werte Gemeinde!
Ich möchte daran erinnern, dass es ein demokratisches Recht und eine demokratische Verantwortung ist, an der Bundestagswahl in Deutschland am Sonntag, den 23. Februar teilzunehmen und zu wählen. Aus diesem Anlass lade ich all unsere Geschwister, die das Wahlrecht besitzen, ein, dieses Recht entweder per Brief oder durch den Gang zur Wahlurne auszuüben. Ich hoffe, dass die bevorstehenden Wahlen zu positiven Ergebnissen führen werden.
[1] Ibn Hanbel, XXXIV, s. 478 (Hadis No: 20943).
[2] Koran, Al-i Imran, 3/110.
[3] Tirmizi, Fiten, 76.
[4] Tirmizi, Menaqib, 63; Tirmizi, Radaʿ, 11; Tirmizi, Birr, 28.
[5] Muslim, Zuhd, 64.
[6] Koran, Baqara, 2/148.
[7] Koran, Baqara, 2/271.
[8] Ibn Madsche, Tidscharah, 62.
[9] Muslim, Iman, 61.
[10] Bukhari, Iman, 6.
[11] Tirmidhi, Birr, 67.
[12] Ibn Hanbal, XXXIV, s. 478 (Hadis No: 20943).
2025-02-21
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