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Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Die Suche nach sich selbst - Itikaf 

DITIB Religionsamt · DITIB · 2025-03-21 · Köln · Quelle

Umkehr · Hauptbotschaft Demut · tragend Gemeinschaft · tragend

Der Itikaf als bewusster Rückzug in Stille, Gebet und Gedenken an Allah ist der Weg, die eigene Verbindung zu Gott zu vertiefen und die Werte des Korans im Herzen zu tragen.

Der Itikaf, eine Sunna des Propheten während des Ramadans, bedeutet, sich von der Außenwelt abzuschotten und sich auf die eigene Innenwelt zu konzentrieren. Es heißt, für eine Zeit Abstand zu nehmen von Alltag und weltlichen Beschäftigungen. So kann man sich auf das eigene Herz und die Verbindung zu Allah konzentrieren.

Der Text erinnert an die erste Offenbarung des Korans in der Höhle Hira und an die Nacht der Bestimmung (Leyletu'l-Qadr) im Ramadan. Er stellt die Praxis des Itikaf als Sunna des Propheten vor: sich in den letzten zehn Ramadan-Tagen von der Außenwelt zurückziehen, um in Stille, Gebet und Gedenken an Allah nach innen zu blicken. Der Text rufen die Gläubigen auf, diese Tage bewusst zu nutzen, Ablenkungen wie Fernsehen und soziale Medien zu meiden und die Zeit in der Moschee im Geiste des Itikaf zu verbringen. Er verknüpft die historische Offenbarungserzählung mit der konkreten Praxis der Gemeinde im Ramadan 2025. Die zentrale Botschaft ist, dass Itikaf eine Möglichkeit ist, die eigene Verbindung zu Allah zu stärken und die Werte des Korans im Herzen zu tragen. Der Text schließt mit einem Bittgebet um Vergebung, das der Prophet Aische für die Qadr-Nacht gelehrt haben soll.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können; Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
Wohin geht die Geschichte?
Wiederkehr, kein Ziel, immer dasselbe Muster
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Koran 96:1-5 · Koran 97:3 · Bukhari, Fadhlu Laylati'l-Qadr, 3 · Tirmidhi, Sunan, Da'awat, 84

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 3, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Die Suche nach sich selbst - Itikaf (21.03.2025) Vor 1415 Jahren wurden die ersten Verse des Korans offenbart. Es war das Jahr 610 nach Christus, im Monat Ramadan, in der Qadr-Nacht… Der Ort war Mekka, die Wiege der Menschheit. Dort, in der Höhle Hira, war jemand in der Stille versunken. Er liebte die Einsamkeit, das Nachdenken und die Stille. Es war Muhammed, der Waise von Abdullah und Amina, der Vater von Qasim. Er war der vertrauenswürdigste Händler Mekkas. Sein Name war Muhammed – sein Charakter war edel, sein Herz rein, sein Leben voller Güte. Und genau dort, in der Höhle Hira, hallte plötzlich eine Stimme wider. Es war der Engel Dschebrail, der zu ihm sprach: „Lies!“ Der Herr der Welten offenbarte ihm durch den Engel die ersten Worte des Korans: „Lies im Namen deines Herrn, Der erschuf, erschuf den Menschen aus geronnenem Blut. Lies, denn dein Herr ist Allgütig, Der mit dem Schreibstift lehrte, den Menschen lehrte Er, was er nicht wusste.“[1] Diese Verse waren ein Beweis für seine Prophetenschaft. Von diesem Tag an lebte er 23 Jahre als Gesandter Gottes. Er las jede neue Offenbarung mit derselben Hingabe wie am ersten Tag. Aber er hat den Koran nicht nur gelesen – er hat ihn gelebt. Unter seiner Führung verschwand die Dunkelheit der Unwissenheit, und das Licht von Wissen, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit breitete sich aus. Geschwister! Der Ramadan ist der heiligste Monat im Jahr. Und die Leyletu’l-Qadr, die Nacht der Bestimmung, ist die wertvollste Nacht im Ramadan. In dieser Nacht begann die Offenbarung des Korans. Sie ist besser als tausend Monate![2] Unser Prophet (s) hat uns geraten, diese Nacht in den letzten zehn Tagen des Ramadans zu suchen. Es ist, als würde man einen Schatz suchen – und um ihn zu finden, braucht es Einsatz und Anstrengung. Unser geliebter Prophet (s) hat sich in den letzten zehn Tagen des Ramadans zum Itikaf zurückgezogen, um eben diese Suche zu verwirklichen.[3] Der Itikaf, eine Sunna des Propheten während des Ramadans, bedeutet, sich von der Außenwelt abzuschotten und sich auf die eigene Innenwelt zu konzentrieren. Es heißt, für eine Zeit Abstand zu nehmen von Alltag und weltlichen Beschäftigungen. So kann man sich auf das eigene Herz und die Verbindung zu Allah konzentrieren. Es bedeutet, so wie der Prophet (s) in Hira, in Stille nachzudenken, zu beten und seine Zeit Allah zu widmen. Geschwister! Jetzt beginnt wieder die Zeit des Itikaf. Nutzen wir diese kostbaren Tage des Ramadans! Verschwenden wir unsere Zeit nicht mit Fernsehen, sozialen Medien oder Ablenkungen. Ziehen wir uns bewusst ein Stück weit aus dem Alltag zurück, um den Blick nach innen zu richten und unsere Herzen zu stärken. Widmen wir uns in diesen Tagen intensiv dem Gebet, dem Gedenken an Allah (Dhikr) und der Besinnung. Nutzen wir die Zeit, um über unser Leben, unsere Aufgabe in dieser Welt und die Schöpfung nachzudenken – so, als würden wir ein Buch lesen, das uns neue Erkenntnisse schenkt. Wann immer wir in die Moschee zum gemeinsamen Gebet gehen, lasst uns die Absicht fassen, die Zeit dort im Geiste des Itikaf zu verbringen. Verweilen wir länger in der Moschee, suchen wir die Nähe zu Allah, in Stille und im Gebet. Lasst uns die Höhle von Hira in unser eigenes Leben holen, indem wir die Sunna unseres Propheten (s) täglich einige Stunden praktizieren. Geschwister! So Allah will, werden wir am kommenden Mittwochabend die Leyletu’l-Qadr, die Nacht der Bestimmung begehen. Möge Allah uns zu denjenigen machen, die den Koran nicht nur lesen, sondern seine Werte in ihrem Herzen tragen und danach leben! Ich möchte meine Predigt mit einem Bittgebet abschließen, dass unser Prophet Muhammed (s) Aische (ra) speziell für die Qadr-Nacht gelehrt hat: „Oh Allah! Du bist der Allvergebende, Du liebst das Vergeben, vergebe mir!“ [4] Oh Allah! Du bist der Allvergebende, du liebst das Vergeben, so vergebe auch uns! Die DITIB-Predigtkommission [1] Koran, al-Alaq, 96/1-5. [2] Koran, al-Qadr, 97/3. [3] Bukhari, Fadhlu Laylati’l-Qadr, 3. [4] Tirmidhi, Sunan, Da’awat, 84. 2025-03-21 Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der DITIB reproduziert, vervielfältigt oder verarbeitet werden. 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