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Judentum · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Talmudisches: Durst

Rabbinerin Yael Deusel · Juedische Allgemeine, Wochenabschnitt · 2026-08-07 · Quelle

Verantwortung · Hauptbotschaft Fürsorge · tragend Gemeinschaft · tragend

Das talmudische Denken nimmt das Durstbedürfnis ernst und zeigt, dass die Einhaltung von Geboten auch dann Priorität haben kann, wenn sie mit leiblichem Leid verbunden ist, ohne dabei die Fürsorge für die eigenen Nächsten zu vernachlässigen.

Wenn es in Bava Kamma 17a heißt: »Ihr Durstigen, kommt her zum Wasser«, wird das lebensspendende Wasser sogar mit der Tora gleichgesetzt.

Der Text behandelt das Thema Durst und Trinken im talmudischen Kontext. Er zeigt, dass Wasser im Talmud lebensnotwendig ist und sogar mit der Tora gleichgesetzt wird. Mehrere talmudische Beispiele illustrieren, wie schwierig es sein kann, Gebote einzuhalten, wenn man durstig ist. So durfte der Mann, der den Ziegenbock zum Asasel führte, am Jom Kippur nichts trinken, obwohl er durch die Wüste ging. Rabbi Akiva bevorzugte das rabbinische Gebot des Händewaschens dem Trinken vor, obwohl er im Gefängnis nur wenig Wasser hatte. Ein Talmudschüler starb an Durst, weil er nicht aus dem Becher seines Lehrers trinken wollte. Rabbi Nechunia, der Brunnengräber, sorgte für andere, doch sein eigener Sohn verdurstete. Der Text schließt mit halachischen Fragen zur Bracha über Wasser und zum Trinken am Schabbat.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Gebote befolgen, Ordnung einhalten, Pflichten erfüllen; Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis
Was ist der Mensch nach diesem Text?
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Bava Metzia 107b · Jevamot 114a · Bava Kamma 17a · Bava Batra 9b · Joma 67a · Eruvin 21b · Tamid 27b · Jevamot 121b

Gemessen

Grundhaltung
0 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
1 von 3
Reichweite
1 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 3, jetzt 1, künftig 0

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Zu den Grundbedürfnissen des Menschen zählt das Trinken ebenso wie die Nahrungsaufnahme. Beides ist lebensnotwendig, wobei hohe Temperaturen den Durst vermehren, den Appetit aber eher verringern. Der Talmud empfiehlt, bereits am frühen Morgen zu essen und zu trinken, bevor die Hitze des Tages einsetzt (Bava Metzia 107b). Allerdings muss man auch tagsüber ausreichend trinken, spätestens wenn man Durst hat. Durstig zu sein, heißt leiden, wie auch in Jevamot 114a zu lesen ist, und es kann den Menschen sogar in tödliche Gefahr bringen. Wenn es in Bava Kamma 17a heißt: »Ihr Durstigen, kommt her zum Wasser«, wird das lebensspendende Wasser sogar mit der Tora gleichgesetzt. Es kann aber auch umgekehrt bedeuten, dass jemand für die Einhaltung der Mizwot mit Wasser belohnt wird, und zwar zu einer Zeit, in der er durstig ist (Bava Batra 9b). Wenn man durstig ist, kann es schwierig sein, die Mizwot einzuhalten Manchmal kann es jedoch schwierig sein, die Mizwot einzuhalten, gerade wenn man Durst hat. Ein Beispiel dafür ist der Mann, der damit beauftragt war, an Jom Kippur den Ziegenbock zum Asasel in die Wüste zu führen. Denn trotz der Hitze durfte er wegen des strengen Fasttags nichts trinken. Dabei musste er immerhin einen langen Weg durch die sengende Wüstensonne zurücklegen. Entlang des Weges waren aber mehrere Hütten eingerichtet, in denen sich Brot und Wasser befanden. Wohl heißt es, dass er niemals davon Gebrauch gemacht habe. Doch dürfte dies dem Mann das Fasten aus psychologischer Sicht erleichtert haben, denn wer Brot im Korb (und Wasser im Krug) habe, sei nicht mit einem zu vergleichen, der keines hat, wie Joma 67a lehrt. Ein weiteres Beispiel ist von Rabbi Akiva überliefert (Eruvin 21b), der im Gefängnis eines Tages nur sehr wenig Wasser erhalten hatte. Dies wollte er zum Waschen der Hände vor dem Essen seines sicherlich kargen Mahls verwenden. Rabbi Jehoschua, der ihm das Wasser gebracht hatte, wies ihn darauf hin, dass das bisschen Wasser nicht einmal zum Trinken ausreiche. Da solle er es doch nicht für das Waschen seiner Hände vergeuden. Doch Rabbi Akiva bestand darauf, keinesfalls das Gebot des Händewaschens vor dem Essen zu übertreten. Lieber wolle er verdursten, und das, obwohl das Händewaschen kein Gebot aus der Tora ist, sondern ein rabbinisches Gebot. Man kann verdursten, wenn man zu pingelig ist Man kann aber auch verdursten, wenn man zu pingelig ist, wie im Fall eines Talmudschülers, der an Durst starb, weil er nicht aus dem Becher trinken wollte, aus dem gerade sein Lehrer getrunken hatte. Um solche Situationen zu vermeiden, solle man stets etwas aus dem benutzten Becher in einen anderen umfüllen und diesen dann weiterreichen (Tamid 27b). Ein weiterer bemerkenswerter Fall ist die Geschichte von Rabbi Nechunia. Er hatte den Beinamen »der Brunnengräber« und war offenbar ein Vorläufer heutiger Geologen. Denn er war bekannt dafür, Wasseradern aufzuspüren und so an den richtigen Stellen Brunnen zu errichten. Damit sorgte er dafür, dass viele Menschen genug zu trinken hatten. Doch sein eigener Sohn verdurstete (Jevamot 121b). Dies mag uns vor Augen führen, dass man bei aller Sorge für das Wohl der Allgemeinheit auch seine eigenen Bedürfnisse und die seiner Familie nicht außer Acht lassen darf. Da Wasser ein Nahrungsmittel ist, muss man darüber eine Bracha sprechen Nun ist Wasser ein Nahrungsmittel, und über ein solches ist eine Bracha zu sprechen. Welche genau, darüber streitet man sich in Eruvin 14b. Allerdings darf man die Bracha im Notfall weglassen, wenn einem nämlich ein Bissen im Hals stecken geblieben ist und man unverzüglich einen Schluck Wasser trinken muss (Berachot 44b). Und wenn man am Schabbat Durst hat, aber kein Wasser vorhanden ist, sondern nur ein anderes Getränk wie zum Beispiel Palmwasser, ein Pflanzenextrakt, das auch als Heilmittel gegen Magen­beschwerden gilt? In seiner medizinischen Eigenschaft darf man es am Schabbat zwar nicht trinken, aber zum Durstlöschen ist es dennoch erlaubt (Schabbat 109b). Simanim Äpfel, Erbsen, schwingende Hühner Die Feiertage sind voller symbolischer Speisen und Rituale. Ist das Aberglaube? Nicht unbedingt, sagen die Weisen von Rebbetzin Chana Baumel 10.09.2026 Hohe Feiertage »Die Sterne neu berechnen« Aster Taylor über Astrophysik, die Berechnung des Himmels und den Ausgang der Festtage von Mascha Malburg 10.09.2026 9/11 Suche nach Gewissheit Auch 25 Jahre nach dem Terror sind noch nicht alle Opfer eindeutig identifiziert. 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