Orthodox · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Remarks Between the Divine Liturgy and the Molieben of Thanksgiving Feast of the Glorification of Saint Herman of Alaska
Metropolitan Tikhon ·
Orthodox Church in America - Reflections in Christ (Homilien Metropolit Tikhon) ·
2026-08-09
· Syosset
· Quelle
Demut · Hauptbotschaft
Dankbarkeit · tragend
Fürsorge · tragend
Die wahre christliche Größe und der tiefste Dank gegenüber Gott und der Nation werden nicht durch öffentliche Errungenschaften, sondern durch verborgene Demut, Askese und selbstlosen Dienst am Nächsten, wie sie der heilige Herman lebte, bewiesen.
Der heilige Herman baute nichts, was die Welt groß nennen würde. Er baute eine Hütte, einen Garten, eine Schule für Waisen und ein Leben des Gebetes, das fast niemand außer Gott bezeugte – und es ist diese verborgene Größe, die die Kirche heiligsprechend anerkannt hat und die wir ihn nun bitten, uns nachzuahmen.
Der Text ist eine Predigt von Metropolit Tikhon anlässlich des 250. Jubiläums der USA und der Verklärung des heiligen Herman von Alaska. Er stellt die historische Entwicklung der USA parallel zur Lebensgeschichte des Heiligen, der in derselben Zeit lebte. Während die Nation öffentlich durch Debatten und Kriege entstand, lebte Herman in verborgener Stille und Askese. Der Sprecher argumentiert, dass die wahre Größe und Heiligkeit im Verborgenen und in der Demut liegt, nicht in sichtbarer Macht. Er ruft die Gläubigen auf, dem Beispiel Hermans zu folgen und Dankbarkeit durch Demut und Dienst am Nächsten zu leben. Der Text verbindet die nationale Feier mit einer spirituellen Mahnung zur inneren Bescheidenheit und christlichen Liebe.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Gier, Konsum, unstillbares Verlangen nach mehr (erschlossen)
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Genügsamkeit, Fasten, freiwilliges Opfer, Loslassen; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
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Wozu der Text aufruft
- Dem Weg der Demut und Selbstverleugnung folgen (innerlich)
- Sich um die Bedürfnisse des Nächsten kümmern (zwischenmenschlich)
- Dank an Gott für das Land darbringen (rituell)
Genannte Stellen
Mt 20,26
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 1 von 3
- Zeitbezug
- früher 3, jetzt 2, künftig 1
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Semiquincentennial of the United States of America
Saint Nicholas Cathedral, Washington, D.C.
Sonntag, 9. August 2026
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Meine geliebten Kinder im Herrn,
Heute, am Tag der Auferstehung unseres Herrn, Gottes und Heilands Jesus Christus, ehren wir auch unseren ehrwürdigsten Vater Herman am Tag seiner Verklärung. Und an diesemselben Tag werden wir, in Gehorsam gegen die Anordnung der Heiligen Synode, gleich einen Dankgottesdienst für das zweihundertfünfzigste Jubiläum der Gründung dieser Nation darbringen. Bevor wir dies tun, lasst uns einige Momente mit dem heiligen Herman, unserem Patron und Wundertäter, verbringen, denn er hat etwas Besonderes uns zu lehren über die Art des Dankes, den wir gleich darbringen werden.
Das eigene Leben des heiligen Herman umfasst beinahe die Periode, in der diese Republik entstand, und es mag sich lohnen, daran zu erinnern, dass beide Zeitleisten in genau denselben Jahren abliefen, eine im vollen Blickfeld der Geschichte und die andere fast vollständig vor ihr verborgen.
Im Jahr 1776, im Jahr, in dem die Kolonien ihre Unabhängigkeit erklärten, hatte der junge Herman, der in seinen frühen Zwanzigern gewesen wäre, sein Leben bereits dem Gebet in einem Kloster in der Nähe von Sankt Petersburg gewidmet.
Zwei Jahre später, während Washingtons Armee ihre langen Winterlager im Feld ertrug, trat der heilige Herman in das Valaam-Kloster auf dem Ladogasee ein, das zur Schule der Stille werden sollte, die ihn für den Rest seines Lebens formen würde.
Als Abgeordnete 1787 in Philadelphia zusammenkamen, um eine Verfassung auszuarbeiten, war der heilige Herman unter seinen Brüdern in Valaam bereits dafür bekannt, sich allein für Tage unsichtbaren Gebets in den Wald zurückzuziehen.
Im September des Jahres 1794, im Jahr, in dem unser erster Präsident seine zweite Amtszeit antrat, stiegen Herman und sieben Gefährten aus Valaam von einem Schiff an die Küste der Kodiak-Insel, und das orthodoxe Gebet wurde auf diesem Kontinent zum ersten Mal erhoben.
Zwischen 1811 und 1818, während eine junge Nation zum zweiten Mal um ihr Überleben kämpfte, zog sich Herman auf eine kleine Insel zurück, die er Neues Valaam nannte – zu einer Hütte, einem Garten und einem Leben des verborgenen Dienstes an Waisen und an den Armen.
Und im Winter des Jahres 1836, im Jahr, in dem diese Nation ihren achten Präsidenten wählte, trat ein alter Mönch, allein auf derselben kleinen Insel, in das ewige Leben ein, genau so, wie er gelebt hatte: unsichtbar, unbemerkt, von fast niemandem außer Gott bekannt.
Wir sollten keine gerade Linie zwischen diesen beiden Geschichten ziehen. Dennoch ist es wert, daran zu erinnern, dass, während eine Nation im vollen öffentlichen Blickfeld errichtet wurde – durch Debatten, und Schlachten, und Erklärungen, die unsere Geschichtsbücher bis heute füllen – es zur genau selben Zeit eine andere Art des Bauens gab, verborgen, still, nur dem Himmel bekannt. Und es ist dieses verborgene Bauen, nicht das sichtbare, das uns unseren Patronenheiligen gegeben hat. Es bleibt, noch immer, das uns angebotene Muster dafür, wie wir leben sollen.
Wir könnten uns fragen, warum wir uns heute, in dieser Kathedrale, so viele Tausend Meilen von Kodiak entfernt, versammeln, um einen Mann zu ehren, der vor fast zwei Jahrhunderten in völliger Unbekanntheit starb. Wenige unserer amerikanischen Heiligen stehen auf den Titelseiten der Geschichtsbücher, aber der heilige Herman ist vielleicht, aus der Sicht der Welt, der allergeringste unter ihnen. Aber, wie der Herr sagt, der Geringste unter uns soll der Größte im Himmelreich sein. Der heilige Herman wurde ständig weniger, reduzierte sich, demütigte sich, sowohl durch den Dienst an den einheimischen Bewohnern Alaskas und den russischen Siedlern als auch durch unermüdliches Gebet und Askese. Wie wir in einem Bittkanon hören, der zu seiner Ehre verfasst wurde:
„In einer Wüstenzelle litt deine Seele die Wehen der Heiligkeit, o Vater, und nur Engel waren Zeugen deiner Kämpfe in Christus. Nun eile ich in meinem Geist zu deiner Insel-Einsiedelei, auf der Suche nach Zuflucht . . .“
Die Heiligkeit des heiligen Herman wurde im Geheimen gepflegt. Wie ein junger Baum, der sorgfältig vor Eis und Wind geschützt wird, wie eine Pflanze, die in einem geheimen Garten, hinter einer Mauer, liebevoll gepflegt wird – so wurde die Seele des heiligen Herman während der Tage seines Lebens durch Stille und Askese sorgfältig bewahrt. Dieser mönchische Missionar hatte eine wahre Liebe zu den Menschen, aber diese Liebe zu den Menschen war gegründet in einer übersteigenden Liebe zu Gott dem Erlöser.
Dies ist es, was wir mit uns tragen sollten in das Gebet, das wir jetzt darbringen werden. Während wir heute Dank geben für zweihundertfünfzig Jahre Freiheit in diesem Land, lasst uns daran denken, dass der tiefste Dank, den ein Christ darbringen kann, nicht in Denkmälern oder Meilensteinen gemessen wird, sondern in der verborgenen Arbeit eines demütigten Herzens. Der heilige Herman baute nichts, was die Welt groß nennen würde. Er baute eine Hütte, einen Garten, eine Schule für Waisen und ein Leben des Gebetes, das fast niemand außer Gott bezeugte – und es ist diese verborgene Größe, die die Kirche heiligsprechend anerkannt hat und die wir ihn nun bitten, uns nachzuahmen.
Lasst uns daher dem Weg des heiligen Herman der Demut, der Selbstverleugnung, der Askese, der bedingungslosen Liebe zu Gott, der Offenheit gegenüber dem Nächsten in jeder Not, der Verkündigung und des Lebens der Evangeliumsgebote in allen Umständen treu folgen. Wenn wir dies tun, werden wir dem Heiligen die größte Ehre darbringen, die unsere sterbliche Natur zu leisten vermag. Und indem wir den heiligen Herman ehren, ehren wir auch Christus den Erlöser, der in ihm lebt und in ihm glorreich und wunderbar ist.
Lasst uns daher die Kleinsten werden – vermindert und demütigt durch Askese, Gott über alles liebend, offen für die Bedürfnisse unseres Nächsten, oberflächliche Freundlichkeit beiseite setzend und langsam die wahre und christliche Liebe und Fürsorge lernend, die wir im Leben des heiligen Herman lernen und die wir begegnen, wenn wir zu ihm beten. Und lasst uns diese Haltung beibehalten, während wir uns wenden, um unseren eigenen Dank an Gott für dieses Land, dieses Land und jede Seele in ihm darzubringen.
Durch die Gebete unseres ehrwürdigen Vaters Herman, des Wundertäters von ganz Amerika, möge Christus unser Gott Erbarmen mit uns haben und uns erretten.
Wortlaut im Original
Semiquincentennial of the United States of America
Saint Nicholas Cathedral, Washington, D.C.
Sunday, August 9, 2026
In the name of the Father, and of the Son, and of the Holy Spirit.
My beloved children in the Lord,
Today, on the day of the resurrection of our Lord, God, and Savior Jesus Christ, we also honor our most venerable father Herman on the day of his glorification. And on this same day, in obedience to the directive of the Holy Synod, we will shortly offer a Service of Thanksgiving for the two hundred and fiftieth anniversary of this nation’s founding. Before we do, let us spend a few moments with St. Herman, our patron and wonderworker, because he has something particular to teach us about what kind of thanksgiving we are about to offer.
Saint Herman’s own life very nearly spans the period in which this republic came into being and it may be worth remembering that both timelines were happening in the very same years, one in full view of history and the other hidden almost entirely from it.
In 1776, in the year the colonies declared their independence, the young Herman, who would have been in his early 20’s, had already given his life to prayer in a monastery near St. Petersburg.
Two years later, while Washington’s army was enduring its long winter encampments in the field, Saint Herman entered the Valaam Monastery on Lake Ladoga, which would become the school of silence that would form him for the rest of his life.
When delegates gathered in Philadelphia in 1787 to draft a Constitution, Saint Herman was already known among his brothers at Valaam for slipping away into the forest, alone, for days of unseen prayer.
In September of 1794, the year our first President began his second term, Herman and seven companions from Valaam stepped off a ship onto the shore of Kodiak Island, and Orthodox prayer was raised on this continent for the first time.
Between 1811 and 1818, while a young nation fought a second time for its survival, Herman withdrew to a small island he called New Valaam — to a hut, a garden, and a life of hidden service to orphans and to the poor.
And in the winter of 1836, in the year this nation elected its eighth President, an old monk, alone on that same small island, entered into eternal life exactly as he had lived it: unseen, unnoticed, known to almost no one but God.
We should not draw any straight line between these two histories. Nevertheless, it is worth remembering that, while a nation was being built in full public view — through debates, and battles, and declarations that fill our history books to this day — there was, at the very same time, another kind of building going on, hidden, silent, known only to heaven. And it is that hidden building, not the visible one, that gave us our patron saint. It remains, still, the pattern offered to us for how we are to live.
We might wonder why we gather today, in this Cathedral, so many thousand miles from Kodiak, to honor a man who died in utter obscurity nearly two centuries ago. Few of our American saints headline the history books, but St. Herman is perhaps, to the eyes of the world, the very least of them. But, as the Lord says, the least among us shall be the greatest in the kingdom of heaven. St. Herman was constantly becoming less, reducing himself, humbling himself, both through service to the Alaskan natives and Russian settlers and through unrelenting prayer and asceticism. As we hear in a supplicatory canon written in his honor:
“In a wilderness cell thy soul suffered the birth pangs of holiness, O father, and only angels attended at thy struggles in Christ. Now in my mind I run to thy island hermitage, seeking shelter . . .”
Saint Herman’s holiness was cultivated in a secret. Like a sapling carefully sheltered against the ice and wind, like a plant kept in a secret garden, behind a wall, lovingly tended — so was the soul of St. Herman, carefully guarded by silence and asceticism during the days of his life. This monastic missionary had a true love for people, but that love for people was founded in a surpassing love for God the Savior.
This is what we should carry with us into the prayer we are about to offer. As we give thanks today for two hundred and fifty years of freedom in this land, let us remember that the deepest thanksgiving a Christian can offer is not measured in monuments or milestones, but in the hidden labor of a humbled heart. St. Herman built nothing the world would call great. He built a hut, a garden, a school for orphans, and a life of prayer that almost no one witnessed but God — and it is that hidden greatness which the Church has canonized, and which we now ask him to help us imitate.
Let us therefore faithfully follow St. Herman’s path of humility, self-abnegation, asceticism, unconditional love for God, openness to his neighbor in every need, preaching and living the Gospel commandments in all circumstances. If we do so, we will be offering the saint the greatest honor that our mortal nature can manage. And, in honoring St. Herman, we also honor the Christ the Savior, who lives in him and is glorious and wonderful in him.
Let us therefore become the least—reduced and humbled through asceticism, loving God above all, open to our neighbor’s needs, setting aside superficial kindness and slowly learning the true and Christ-like love and concern that we learn about in St. Herman’s life and that we encounter when we pray to him. And let us maintain this attitude as we turn to offer our own thanksgiving to God for this nation, this land, and every soul within it.
Through the prayers of our venerable father Herman, wonderworker of all America, may Christ our God have mercy on us and save us.