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Freikirchlich · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

EP28: Missio Dei - Was hat es mit der Diakonie auf sich?

Kreuzkirche Mainz · Kreuzkirche Mainz – Schwarzbrot · 2026-09-11 · Mainz · Quelle

Gemeinschaft · Hauptbotschaft Fürsorge · tragend Demut

Christliche Diakonie unterscheidet sich von allgemeiner Sozialhilfe durch eine biblisch begründete Haltung, die die Annahme des Anderen in seiner Unterschiedlichkeit als Weg zur Gemeinschaft und Ehre Gottes begreift.

Nehmt einander an, klammer auf in eurer Unterschiedlichkeit. Und das ist ja keine Kleinigkeit. Nehmt einander an in eurer Unterschiedlichkeit. Und die Annahme von Unterschiedlichkeit führt uns in die Verantwortung.

Der Podcast-Beitrag definiert Diakonie etymologisch als das Durchgehen durch den Staub und als Begegnung mit menschlichem Leid. Der Gast Berti unterscheidet zwischen allgemeiner Hilfe und christlicher Diakonie, die durch eine spirituelle Inspiration und eine biblisch fundierte Haltung geprägt ist. Als Kern wird die Annahme des Anderen in seiner Unterschiedlichkeit genannt, was über bloße Akzeptanz hinausgeht und zur Ehre Gottes geschieht. Die christliche Gemeinschaft wird als eine der Ungleichen beschrieben, in der Starke Verantwortung für Schwache tragen. Dies wird am Beispiel der Bibelstelle aus dem Römerbrief und der persönlichen Erfahrung des Gastes mit einer behinderten Frau illustriert. Der Text betont, dass Diakonie nicht nur Dienstleistung, sondern eine Beziehungssache ist, die soziale Isolation überwindet. Es wird darauf hingewiesen, dass christliche Diakonie eine spezifische ethische Grundlage hat, die sie von reinen Sozialwerken unterscheidet, ohne deren Arbeit abzuwerten.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft
Wo sitzt das Übel?
in der eigenen Gemeinde, Familie, Religion
Was hilft dagegen?
Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
Was ist der Mensch nach diesem Text?
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst (erschlossen)

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Römer 15

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3
Zeitbezug
früher 1, jetzt 2, künftig 0

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Hallo und herzlich willkommen zum Schwarzbrot Podcast der Kreuzkirche Mainz. Wir sind im Moment in der Themenreihe Mission, Evangelisation und Diakonie. Und heute geht es um unsere Hände. Naja, vielleicht nicht nur um die Hände, aber um das Thema Diakonie. Und ich habe einen echten Experten euch mit an Bord geholt. Zumindest hat er sich eingelesen, hat in sich selbst gehorcht, wie es bei ihm um das Thema Diakonie steht. Ich darf ganz herzlich begrüßen. Berti, schön, dass du da bist. Hallo, Mattis. Vielen Dank, dass ich kommen durfte. Wir sitzen vielleicht für euch zur Information heute weitauseinander. Denn der Berti ist in Dänemark und ich bin in Deutschland. Das heißt, wir müssen mal gucken, wie es mit der Qualität am Ende des Podcasts aussieht. Aber wir hoffen, dass euch das nicht allzu sehr stört und ihr an dem Thema trotzdem mit uns dranbleiben könnt. Berti, Diakonie, das ist jetzt ja erst mal echt schon Fachwort. Was ist denn überhaupt Diakonie? Ja, Mattis, was ist Diakonie? Also es ist ja ein griechisches Wort. Und es bedeutet in der Übersetzung Helfer oder Diener. Ja, und mich hat es mal interessiert, weil es ja aus zwei Silben besteht. Diar und Konos. Und was bedeutet das? Diar heißt eigentlich Durch und Konos heißt Staub. Und wenn man das mal vielleicht überträgt, dann ist der Diakon oder die Diakonen der oder diejenige, die durch den Staub geht. Und in der Realität ist es, glaube ich, weit mehr als nur Staub. Diakonie ist ja die Begegnung mit Leid und Not. Und so ist es eigentlich so, dass der Mensch oder wir als Menschen, andere Menschen in Not und Armut wahrnehmen. Und das allein charakterisiert aber nicht christliche Diakonie. Eine Frage war ja, was bedeutet Diakonie? Und das beziehe ich auch auf christliche Diakonie. Was ist christliche Diakonie? Also es ist nicht nur Wahrnehmung, sondern sie ist eigentlich auch eine gleichzeitig, eine spirituelle Inspiration. Und zwar eine spirituelle Inspiration an der Armut und der Not an der Menschen nicht vorbeizugehen, sondern sich dieser Armut und Not auch zu stellen. Und insofern ist es nicht ausschließlich Dienstleistung, Hilfe, sondern es ist gleichzeitig auch, nun darf man wirklich sagen, eine charismatische Handlung. Ich will es mal so formulieren. Ich habe es immer überlegt. Diakonie ist das Erlebnis Mensch in seinen tiefsten Abgründen mit allen fünf Sinn. Und diese spirituelle Inspiration, die Menschen erleben in der Wahrnehmung der Not anderer, die führt zum Dienst an den Menschen. Es ist ein Dienen. Ist ein Dienen. Christliche Diakonie ist ein Dienst an Menschen, nicht auch schließlich fachlich kompetente Versorgung. Sie geht weiter über hinaus und sie geht deshalb darüber hinaus, weil aus der Wahrnehmung von Not und Elend eben auch eine spirituelle Betroffenheit entsteht. Diese Betroffenheit führt dann zu einer Solidarisierung mit den Leitenden. Die Betroffenheit des Handelns über das Leid, ja, wie soll ich sagen, zielt immer auf Beziehung. Es ist wirklich eine Beziehungssache. Und das ist auch das Kennzeichen christlicher Diakonie. Es befreit von sozialer Isolation. Christliche Diakonie ist ein Handeln zur Gemeinschaft. Das glaube ich ist ein ganz großes Kennzeichen. Es ist etwas, was der tiefste Wunsch Gottes ist, dass Menschen mit ihm und untereinander Beziehung haben. Das denke ich mal, ist die etwas längere Umschreibung von Diakonie. Alter Berti, jetzt hast du ja was richtig was rausgehauen. Ich glaube, wir müssen unsere Hörer und Hörerinnen nochmal ein bisschen abholen, um das mal sozusagen. Also, du hast angefangen, ich habe jetzt nicht mitgeschrieben, aber so wie ich es verstanden habe, du hast angefangen mit dem Gedanken, dass Diakonie erstmal Dienst ist. Das war diese ganze Staubsache. Also, das ist ja schon krass. Man begibt sich. Diakonie heißt man begibt sich in die Niederung unserer Gesellschaft. Kann man das so sagen? Ja, ich glaube schon. Ja, ja, also ich denke mal Niederung unserer Gesellschaft. Und zwar wir Menschen sind ja nicht fehlerlos. Wir Menschen sind sehr zerbrechliche Wesen. Wir haben eine Seele, die auch leidet, eine Seele, die beschädigt ist. Auch nicht nur aus unseren Seinen heraus, sondern eben auch von anderen Menschen. Und wir haben auch Krankheit unter uns. Viele Krankheiten und Behinderung, Menschen mit Behinderung. Und ich muss dir ganz offen gestehen. Ich habe über dieses Thema nachdachte, wo ich erinnert an meine Kindheit. Bin mit einer behinderten Frau aufgewachsen. Meine Eltern hatten eine Freundin und die hatte zwei behinderte Kinder. Und das war eine multiple behinderte Frau, die im Bett lag. Und mit der bin ich aufgewachsen. Ich habe mit ihr gespielt, also neben ihr gespielt, dann meine Lego Bausteine hab. Ihr gezeigt, was ich gebaut hab. Wenn sie Durst hatte, hatte ich was gegeben, mit einer sehr Schnabelkasse. Oder wenn sie Hunger hatte, was im Mund gesteckt. Für mich war das damals als kleiner Junge keine Analyse, was das bedeutet. Aber heute im Nachhinein denke ich, ist es genau, was du sagst, in den Niederungen des menschlichen Existenz. Unsere Behinderungen, ob sie nun körperlich oder geistig oder auch seelisch sind. Das ist Diakonie. Da geht Diakonie rein. Genau. Und dann ist ja jetzt aber die Frage, was ist christliche Diakonie? Also, dass Menschen geholfen werden muss. In Klammern auch uns. Das ist ja die Perspektive, die wir trotzdem auf Diakonie behalten müssen. Also auch wir können, und das geht schneller, als man denkt, versorgt werden müssen. Weil auch wir uns das passieren kann, dass eine Krankheit unser ganzes Leben verändert, dass unsere Psyche nicht so mitmacht, wie wir wollen, dass wir aus der Vergangenheit Dinge mit Schletten, die uns aus der Lebensbahn werfen, dass es Umbrüche im Leben gibt, die uns aus der Lebensbahn werfen. Also Diakonie kann ja immer nicht nur von uns zu den anderen gedacht werden, sondern wir selbst sind ja an mancherlei Stelle vielleicht auch dann schneller hilfsbedürftig, als wir das wollen. Nun gibt es ja aber dafür auch ganz viele tolle Anlaufstellen. Zum Beispiel die Stadt Mainz stellt ja für psychische Probleme, Angebote zur Verfügung, für finanzielle Probleme, Angebote zur Verfügung. Es gibt sehr viele Angebote, wie dem Menschen geholfen wird. Und das mag ich aber auch sagen, kleiner Sidekick hier an der Stelle. Im Moment ist das Klima nicht so, dass diese Angebote ausgebaut werden, sondern eher zurückgefahren. Aber es gibt sie. Was ist nun christliche Diakonie? Was unterscheidet das dann von dem arbeitslosen Geld oder den Sozialdienstleistungen, die wir vielleicht sonst kennen? Also diese Frage hast du eben schon beantwortet in sehr wortgewaltigen Sätzen. Noch mal ein bisschen Down to Earth. Wie würdest du das beschreiben? Ja, diese Frage, die ist absolut berechtigt und richtig. Und sie muss auch beleuchtet werden. Ich würde sie ganz gerne mal so anhand von biblischen Grundlagen beleuchten, weil hier gibt uns die Bibel tatsächlich ein paar sinnvolle Hinweise, weil in der christlichen Diakonie verbinden sich zwei wesentliche Punkte. Es ist einerseits eine eine helfende Tätigkeit und andererseits tatsächlich eine eine Haltung, die dahinter steht. Es ist eine eine Haltung, die maßgeblich ihre Grundlage auch in den biblischen Aussagen findet. Du würdest das mit der Tätigkeit? Die tief verwurzelt ist auch in der Gemeinde Jesu Christi. Dann liegen die. Und wenn du erlaubst, würde ich dir gerne so ein paar biblische Dinge mal Auszugsweise vielleicht vortragen, dann wird es auch deutlich, was die Apostel und was auch Jesus vielleicht meinte. Ja, sehr gerne. Das ist ja das, was du eben meintest, dass es auch eine spirituelle Erfahrung ist. Das ist jetzt sozusagen das, was wir als biblische Grundlage haben. Und wir sind hier auch ein biblischer Podcast, Schwarzbrot. Da soll es auch um Bibel gehen. Deswegen sehr gerne Berti. Schon ja. Deswegen sehr gerne Berti. Ja, wir beziehen unsere Werte und Ethikeinstellungen aus der Bibel. Und das ist vielleicht auch der Unterschied, auch wenn vieles nach außen ähnlich aussieht. Das muss man aber auch ehrlicherweise dann sagen, auch in der Demut, die wir als Christenheit haben. Viele Sozialwerke machen ihre Arbeit sehr gut und sind sehr wichtig. Die christliche Diakonie ist nicht das einzig Gute, was es in der Welt gibt. Aber sie hat eine sehr klare, Haltungstechnische Grundlage, die wir in der Bibel finden. Und Feuer frei, Berti. Hau raus. Naja, also gut. Also ich mache es mal auszugsweise, es wird ja alles hier gesprengt. Ich fange mal an mit Paulus. Der hat den Römern eigentlich was ganz Sinnvolles geschrieben. Und das finden wir im 15. Kapitel. Und ich lese daraus mal vor. Der Gott aber der Geduld und des Troses gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht. Damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, und jetzt kommt der entscheidende Satz. Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zur Ehre Gottes. Denn ich sage, Christus ist ein Diener, da haben wir schon wieder Diakon, der Beschneidung geworden und der Wahrhaftigkeit Gottes willen. Um die Verheißung zu bestätigen, die dem Väter gegeben sind. Hier haben wir ein Hinweis, den werde ich gleich nochmal ein bisschen erläutern, dass einander annehmen. Und das ist eben nicht nur einander einander annehmen, im Hinblick eines akzeptieren, sondern tatsächlich, dass die Beziehung von Menschen zueinander und zwar mit dem Ziel zur Ehre Gottes. Das ist ein ganz wichtiger Unterschied, der also hier getroffen wird. Ich werde das gleich nochmal ein bisschen läutern. Vielleicht kann man da schon mal sehen, dass sich Diakonie tatsächlich in der Gemeinde Jesu Christi verwurzelt. Ja, es ist, wie gesagt, mehr als akzeptieren. Aristoteles hat ja mal einen Prinzip aufgestellt, das kennt jeder, Gleiches und Gleich und Gleich gesellschaftlich gern. Das ist ein allgemeiner Grundsatz und der stimmt auch. Wenn sich Menschen gleich gesinnt sind und geselligt sind, dann finden sie sich zusammen. Und was ist die Grundlage dazu? Es ist letztlich die Bestätigung. Es ist die Homogenität, die sich in einer Gemeinschaft dann bildet. Aber das ist, ich würde mal sagen, auch gleichzeitig die Wurzel für Isolation der anderen. Für Segregation, also die Abgrenzung von Gruppen, Appartheit, Fremdenhass und Antisemitismus. Und der große Unterschied besteht jetzt darin, dass christliche Gemeinschaft eine Gemeinschaft der Ungleichen ist. Und das ist ja genau das, was Paulus so sagt. Nehmt einander an, klammer auf in eurer Unterschiedlichkeit. Und das ist ja keine Kleinigkeit. Nehmt einander an in eurer Unterschiedlichkeit. Und die Annahme von Unterschiedlichkeit führt uns in die Verantwortung. Das heißt, der Stark hat Verantwortung für die Schwachen, der Reiche für den Armen, der Gesunde für den Kranken. Das ist eigentlich der Grundsatz von Gemeinde und das alles zur Ehre Gottes. Bevor also Gemeinde überhaupt diakonisch an anderen tätig werden kann, ist sie zunächst mal, das ist ja ein Brief an die Römer zu allererst mal zu sich selbst diakonische Gemeinde. Also sie ist entweder diakonische Gemeinde oder sich hockern die Gemeinde. Das sagt Paulus. Die charismatische Gemeinde ist also eine diakonische Gemeinde. Diakonische Gemeinde ist eine charismatische Gemeinde. Da verbindet sich das beides. Das ist ja ganz interessant, weil das macht ja auch was mit dem Gemeinschaftsbegriff. Also viele verbinden ja mit dem Gemeinschaftsbegriff, wir sind so nett zusammen und wir unterhalten uns auch ganz nett und man kann sich über Themen austauschen, die alle gemein haben. Aber Gemeinschaftsbegriff in dem Sinne ist dann Diakonie. Sprich in unserer Unterschiedlichkeit, die Gemeinschaft, das macht die christliche Gemeinschaft aus. Und das ist ja eine ganz andere Färbung des Begriffes, als dass nach dem Kirchencafé nett zusammensitzen und sich über die neuesten Fußballergebnisse austauschen, weil wir alle Mainz 05-Fans sind, entklemmert nicht. Aber es ist... Hört ihr davon, ich hört ihr davon. Ja, das ist auch da abdrünnige. Genau. Aber es ist dann tatsächlich mehr. Es ist dann Gemeinschaft, ja, dieses ist dann eigentlich genau das Gegenteil. Ich setze mich mit dem Auseinander, der anders ist und versuche, mit ihm Beziehung zu leben. Ja. Aber ich glaube, das geht noch weiter. Also deswegen, der Diakoniebegriff, der ist tatsächlich eingebettet, auch in die Mission Jesu Christi. Das ist ja klar. Und das sieht man sich in der Leutern. Wir haben zum Beispiel Aussagen von Jesus. Er sagt, ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zu bußen. Das ist die eine Geschichte. Und dann sagt er auf der anderen Seite, als Johannis da im Knast sitzt, der da am Zweifeln ist und sagt, da mit Jesus ist da die richtige Nummer, ich weiß das nicht. Und dann sagt er zu ihnen, blinde Seen und Lame gehen. Aussitzige werden rein und Taube werden hören. Tote stehen auf und Armin wird das Evangelien gepredigt. Und mir ist es ganz wichtig, das ist mal ganz wichtiger Satz in einer Meditation geworden, irgendwann in der Nacht, als ich da mal meditiert hatte, aus Matthäus 25. Da schreibt, sagt Jesus Folgendes, denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. Ich glaube, das ist das, was Jesus Mission war. Einerseits die Erlösung, Sünde zur Buse und andererseits das Ganzheitliche. Das finde ich cool. Lieberlich mal hungrig, durstig, Fremder, nackt, krank, Fängnis. Und dann heißt es Essen, Trinken, Aufgenommen, Kleidet, Besucht gekommen. Das ist alles die Verbindung. Also, was ich sagen will, ist Evangelisation ist Diakonie und Diakonie ist Evangelisation. Ja, weil beides das Evangelium ist. Also, es gibt ja diese Tendenz. Gerade bei Menschen, die sehr wortlastig unterwegs sind, Bibelgottes Wort und Fehlber und so weiter, gibt es ja die Tendenz, nur über das Wort zu kommen. Evangelisation bedeutet für sie eine gute Predigt, die zum Umkehr an Jesus Christus aufruft. Und das ist auch richtig. Jesus hat gepredigt. Und er hat zur Umkehr rufen und hat zur Buse gerufen. Und das muss stattfinden, Evangelisation. Aber Diakonie war genauso das Evangelium. Also, ich erinnere mich an, oder ich habe so Jesus Antritts-Predigt im Tempel, im Blick, wo er genau dasselbe auch sagt, ja, wo genau das Thema ist. Da geht es nicht darum, das Evangelium nur zu predigen, sondern es geht auch darum, es in die Tat umzusetzen, nämlich, dass die gefallene Welt, in der wir leben mit all ihren Dingen, die sie mitbringt, mit all den Behinderungen, die sie mitbringt, auch überwunden werden soll. Und das ist Diakonie. Also Diakonie und Evangelisation kann man aufgrund des einen Evangeliums, das beides umfasst, gar nicht auseinander denken. Das ist, ja, besser kann man sich sagen. Es ist so. Es ist definitiv so. Also beides gehört zusammen, auf jeden Fall. Das heißt, die christliche Diakonie hat, ich will jetzt nicht sagen, der normalen Sozialarbeit voraus, aber ich würde sagen, sie kommt aus einem noch anderen Beweggrund her. Sie kommt nicht nur daraus aus dem, ich will es nicht gut Menschen tun nennen, das ist so ein Verbrannterbegriff, aber aus der Liebe zu den, einfach aus der Liebe zu den Menschen. Sie kommt nicht aus der reinen Liebe zu den Menschen, sondern sie kommt aus der Liebe zu den Menschen, die abgeleitet ist, aus der Liebe zu Gott und zu Jesus und seinem Auftrag. Ja, so könnte man das formulieren, genauso. Also wir sind Getriebene von der Liebe Gottes. Wir gehen am Leid der Anderen nicht vorbei. Das lässt uns nicht kalt. Und das ist ja genau Ausdruck der Liebe. Also Liebe kann an dem Leid des Anderen nicht vorbei geht. Funktioniert nicht. Also dann wer an den Leid der Anderen vorbei geht, der liebt halt nicht. Und das weiß ja jeder Mensch. Ich meine, wenn du deine Frau leiden siehst, dann leidest du mit. Wenn du deine Kinder leiden siehst, leidest du mit. Und da sagst du ja nicht, oh, no, no, no, no. Nee, eben nicht. Und das ist genau das, was uns treibt. Also das ist normal. Das ist, was wir schon gesagt haben, der Unterschied. Und das war ja da eine Frage auch zwischen der, ich sag mal, sozialen Dienstleistung, wie sie, ich sag mal, in einem ganz normalen Krankenhaus Betrieb kompetent und sehr gut dargeboten und angeboten wird. Der Unterschied zwischen dieser Dienstleistung und der christlichen Diakonie ist in der Haltung. Beides kann sehr professionell passiert, passiert auch, weil wir haben sehr professionelle Leistung in den diakonischen Bereich, wir haben auch in unternehmischen Krankenhaus Leistung. Die sind super, da sind super Ärzte, da sind super Pflegerinnen und Pfleger exakt. Und so wie du es gesagt hast, die Dienstleistung sieht gleich aus, aber die Haltung ist eine andere. Ja, und das hat dann auch was für mich damit zu tun, wie ich meine Spiritualität, das hattest du ja noch angebracht und mein Glauben lebe. Ist das Bestandteil oder lebe ich eine Spiritualität, die ausschließlich auf mich selbst ausgerichtet ist? Also wie begegne ich Gott? Wie erlebe ich Gott? Wie kriege ich aus dem Gottesdienst das meiste für mich raus? Sprich der Heilige Geist nur zu mir. Und da, das bricht Diakonie in dem Sinne komplett auf, diese Ich-Bezogenheit auch in der Spiritualität und erwendet sie auf den Nächsten und auf den anderen an. Und macht sie damit erst, so hast du es, glaube ich, vorhin formuliert in anderen Worten, sie macht sie damit erst komplett und wirklich wirksam. Ja, genauso ist es auch. Und ich denke mal, um das vielleicht noch mal zu kompletieren, Glaube hat ja verschiedene Ebenen. Also auf der einen Seite die Kontamplation, das heißt die Stille und die Inspiration durch den Heiligen Geist, die auf der anderen Seite aber das andere Gewicht aufhaben, sonst wird sie nur einseitig, das ist die Aktion. Und Kontamplation und Aktion, das sind ja die beiden Pole, in denen sich der Glaube eigentlich auch abspielt. Und das wird in der Diakonie, glaube ich, sehr, sehr deutlich. Denn das, was Menschen in der Diakonie leisten, und jetzt machen wir es mal konkret, was dort an Leistung und Hilfe Menschen gegenüber dargebracht wird, ob das jetzt an behinderten Menschen ist oder an kranken Menschen ist oder in der Seelsorge, in der Gefängnisseelsorge auch, in der Drogenberatung, ich sag mal in der Familienberatung, in der Kinder- und Jugendhilfe, das ist ja zum Teil kaum erträglich, was da Menschen erleben. Und das tragen andere mit. Und wer das nicht irgendwo in Pol hat, der ihnen da die nötige Kraft gibt, die wir ja auch empfangen durch unsere Spiritualität, der kann sehr schnell ausbrennen. Das ist, glaube ich, ganz all den Burnout, ist da zumindest ein Gefährdungspotenzial. Ja, auch weil... Und auch weil das ist ja der große Elefant jetzt im Raum. Also wir haben jetzt ein bisschen Druck aufgebaut, habe ich so das Gefühl auf uns und auf unsere Hörerinnen, dass wir sagen, Spiritualität ohne Diakonisches Handeln geht eigentlich nicht, also ohne Handeln. Demnächst gegenüber. Es ist natürlich der große Elefant im Raum, zumindest für mich, zu sagen, aber hat das nicht Grenzen. Weil, das sagst du ja auch gerade, die Not ist so groß und die Not in der Welt ist so groß, überfordere ich mich damit nicht. Also das ist ja auch der Einwand, den ich ganz häufig höre und den wir vielleicht auch bei Punkt 6 in unserer Vorbereitung noch mal aufnehmen, Diakonie in Mainz und in der Kreuzkirche, wir wollen ja auch ganz konkret werden, überfordern wir uns damit nicht, weil die Not in der Welt ist so groß und wir haben so kleine Kraft. Vielleicht gehen wir jetzt auf die Frage schon mal ein, um sie nicht auszuräumen, um uns deren zu nähern. Wie ist es denn, Berti, müssen wir dann jedem Menschen jetzt helfen, dem wir sehen, der in Not ist? Ich denke, es gibt ein schönes Gleichnis. Das endet eben mit einem Zit