Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Das Resultat unserer Taten: Gotteslohn und Sünde
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2026-02-06
· Köln
· Quelle
Umkehr · Hauptbotschaft
Demut · tragend
Verantwortung · tragend
Gute Taten werden im Jenseits vielfach belohnt und Sünden hinterlassen dunkle Flecken im Herzen, die jedoch durch aufrichtige Reue und Bittgebet gereinigt werden können.
Das Gute ist das, womit sich das Herz wohlfühlt und der Seele Ruhe gibt. Das Schlechte aber ist das, was dein Herz beunruhigt und Zweifel in dir hinterlässt, selbst wenn die Menschen dir dafür eine Fetwa also eine Erlaubnis erteilen.
Die Predigt behandelt die islamischen Begriffe Gotteslohn (sewab) und Sünde (zenb) als Ergebnis menschlichen Handelns. Gute Taten werden im Jenseits mit dem Zehn- bis Siebenhundertfachen belohnt, während Sünden lediglich mit ihresgleichen vergolten werden. Sünde wird als Überschreitung der Grenzen Allahs und als Handeln gegen die natürliche Veranlagung (Fitra) beschrieben. Jede Sünde hinterlässt einen dunklen Fleck im Herzen, doch durch Reue und Bittgebet kann das Herz gereinigt werden. Die Unterscheidung zwischen Gut und Böse liegt in der von Allah eingeprägten Fitra, die als innere Waage des Gewissens fungiert. Der Prediger ruft dazu auf, gute Taten nicht dem Hochmut der Triebseele (Nefs) zu überlassen und Sünden nicht zu vergessen. Wer die Rechte anderer verletzt hat, soll diese in dieser Welt zurückgeben und sich versöhnen. Die Predigt schließt mit einem Bittgebet des Propheten, das Freude am Guten und das Bitten um Vergebung verbindet.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung; Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Um Vergebung bitten (innerlich)
- Rechte anderer zurückgeben (zwischenmenschlich)
- Gute Taten folgen lassen (innerlich)
Genannte Stellen
Koran 18:30 · Nesa'i, Siyam, 42 · Koran 83:14 · Tirmizi, Tefsir el Koran, 83 · Muslim, Qader, 22 · Koran 91:8 · Darimi, Buyu', 2 · Ibn Madsche, Edab, 57
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 1 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 2, künftig 3
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Das Resultat unserer Taten: Gotteslohn und Sünde
(06.02.2026)
In der heutigen Predigt möchte ich über die Begriffe Gotteslohn (sewab) und Sünde (zenb) sprechen. Gotteslohn und Sünde sorgen für ein Gleichgewicht zwischen unserem Dies- und Jenseits und stehen für das Rasultat unserer Taten.
Liebe Geschwister! Verehrte Gläubige!
Gotteslohn bedeutet, dass die guten Taten, die wir in dieser vergänglichen Welt verrichten, uns im ewigen Jenseits als Belohnung begegnen. Unser erhabener Schöpfer lässt die guten Taten und Mühen Seiner Diener niemals ohne Belohnung.1 In Seiner unendlichen Barmherzigkeit vergilt Er eine Sünde lediglich mit ihresgleichen, während Er eine gute Tat mit dem Zehn- bis Siebenhundertfachen belohnt.2
Die Sünde hingegen wird als Überschreitung der Grenzen Allahs beschrieben und bedeutet, gegen unsere Schöpfungsbestimmung und unsere natürliche Veranlagung (Fitra) zu handeln. Vergessen wir nicht: Jede begangene Sünde hinterlässt einen dunklen Fleck im Herzen.3 Doch für den Gläubigen gibt es niemals Raum für Hoffnungslosigkeit! Denn wenn ein Muslim von der Sünde ablässt, um Vergebung bittet und aufrichtig Reue zeigt, dann wird sein Herz von diesen Flecken gereinigt und geläutert.4
Liebe Geschwister!
Wie aber unterscheiden wir in diesem Leben zwischen Gut und Böse? Die Antwort darauf liegt in unserer eigenen Schöpfung verborgen. Allah hat uns die Fähigkeit, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden, in unsere Fitra eingeprägt.56 Der Gesandte Allahs (s) beschreibt diese innere Waage des Gewissens mit seinen weisen Worten wie folgt: „Das Gute ist das, womit sich das Herz wohlfühlt und der Seele Ruhe gibt. Das Schlechte aber ist das, was dein Herz beunruhigt und Zweifel in dir hinterlässt, selbst wenn die Menschen dir dafür eine Fetwa also eine Erlaubnis erteilen.“7 Daher ist es unsere Aufgabe, diese reine Schöpfungsnatur8 nicht durch Sünden zu beflecken. Es ist unsere Aufgabe, uns vor allen Sünden zu hüten - insbesondere vor den großen. Und es ist unsere Aufgabe, keine Sünde geringzuschätzen und nicht auf den Fehlern zu beharren. Wenn wir unserer Triebseele (Nefs) folgen und dennoch eine Sünde begehen, dann ist es unsere Aufgabe, unmittelbar danach eine gute Tat folgen zu lassen, um unser Vergehen auszugleichen.9
Liebe Geschwister!
Lasst uns einen Moment lang über die guten Taten nachdenken, die wir bisher getan haben, aber deren Lohn nicht von den vergänglichen Menschen, sondern von dem ewigen Allah erwarten. Geben wir unserem Nefs nicht die Gelegenheit, sich aus unseren kleinen guten Taten einen Anteil zu beanspruchen und in Hochmut zu verfallen. Diese guten Taten hat Allah uns ermöglicht. Sehen wir das, was wir getan haben, vielmehr als ausbaufähige kleine Taten an und versuchen noch mehr Gutes zu tun.
Liebe Geschwister!
Lasst uns aber auch an die Sünden erinnern, die wir bisher begangen haben und sie niemals vergessen. Noch bevor wir Allah begegnen, sollten wir uns selbst ehrlich auf der Waage unseres Gewissens prüfen. Wenn unser Fehler Allah gegenüber war, so sollten wir in Seiner Barmherzigkeit Zuflucht suchen und Ihn um Vergebung bitten. Wenn wir jedoch die Rechte anderer Menschen verletzt haben, dann sollten wir ihnen noch in dieser Welt ihre Rechte zurückgeben und solange noch Zeit ist uns mit ihnen versöhnen.
Ich beende meine Predigt mit dem schönen Bittgebet unseres geliebten Propheten (s): „O Allah, mache mich zu einem Deiner Diener, die sich freuen, wenn sie Gutes tun, und die um Vergebung bitten, wenn sie eine Sünde begehen.“10
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Koran, Kehf, 18/30.
2 Nesaʿi, Siyam, 42.
3 Koran, Mutaffifîn, 83/14.
4 Tirmizi, Tefsir el Koran, 83.
5 Muslim, Qader, 22.
6 Koran, Schems, 91/8.
7 Darimi, Buyuʿ, 2.
8 Muslim, Qedar, 23.
9 Tirmizi, Birr, 55.
10 Ibn Madsche, Edab, 57.
2026-02-06
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