Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Ramadan, Moschee und das Leben
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2026-02-20
· Köln
· Quelle
Gemeinschaft · Hauptbotschaft
Umkehr · tragend
Verantwortung · tragend
Das Fasten im Ramadan ist nicht nur körperlicher Verzicht, sondern eine geistige Disziplin, die in der Moschee vertieft wird und deren Werte in die gesamte Lebenswelt der Gläubigen getragen werden sollen.
So wie wir das Leben in die Moschee tragen, so sollen wir die in der Moschee angeeigneten positiven Werte ins Leben hinausstrahlen.
Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB zum Ramadan 2026 mit dem Motto „Ramadan, Moschee und das Leben“. Sie beginnt mit Koranvers 2:183 und einem Hadith über die Sündenvergebung für aufrichtig Fastende. Fasten wird als einer der fünf Grundpfeiler des Islam vorgestellt und über den körperlichen Verzicht hinaus als geistige Disziplin verstanden: Zunge, Hand und Ohren sollen ebenfalls „fasten“. Die Moschee wird als zentraler Ort des Zusammenhalts, der Bildung und der geistigen Vertiefung dargestellt. Der Appell richtet sich an die Gläubigen, den Ramadan bewusst als Familien zu erleben und die in der Moschee verinnerlichten Werte in Familie, Arbeitsplatz und Gesellschaft zu tragen. Der Text schließt mit einem Bittgebet um Reinigung von Sünden.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott; Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können (erschlossen)
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
Wiederkehr, kein Ziel, immer dasselbe Muster (erschlossen)
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- den Ramadan bewusst als Familie erleben (zwischenmenschlich)
- die Moschee mit Terawih-Gebeten und Muqabele beleben (rituell)
- die in der Moschee verinnerlichten Werte ins Leben tragen (gesellschaftlich)
Genannte Stellen
Koran 2:183 · Buchari, Iman, 28 · Muslim, Iman, 21 · Koran 2:185 · Koran 2:187 · Buchari, Sawm, 8 · Ahmad Ibn Hanbel, 2/373
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 3, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Ramadan, Moschee und das Leben
(20.02.2026)
Verehrte Muslime!
In dem Vers, den ich soeben rezitiert habe, spricht Allah: „Gläubige! Euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es den Früheren vorgeschrieben wurde; auf dass ihr gottesfürchtig werdet.“1 Der Gesandte der Barmherzigkeit (s) verkündete im vorgetragenen Hadis die frohe Botschaft: „Wer im Ramadan mit aufrichtigem Glauben und in der Hoffnung auf Allahs Lohn fastet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“2
Geschwister! Werte Gläubige!
Das Fasten, eines der fünf Grundpfeiler des Islam3, ist ein Gebot unseres Herrn. Es gilt für jeden Gläubigen, der religionsmündig ist und keinen religiös anerkannten Entschuldigungsgrund wie Krankheit oder Reise hat.4
Das arabische Wort für Fasten lautet „Sawm“ und bedeutet wörtlich „sich enthalten“ oder „sich zurückhalten“. Es meint den Verzicht auf Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang.5 Doch das Fasten ist nicht nur die Beschränkung körperlicher Bedürfnisse. Es bedeutet, den eigenen Willen unter die Führung des Glaubens zu stellen. So soll unsere Zunge gegenüber der Lüge fasten, unsere Hand gegenüber dem Verbotenen und unsere Ohren gegenüber der üblen Nachrede.
Unser Prophet (s) warnt: „Wer das Lügen und das Handeln nach der Lüge nicht unterlässt – von dem braucht Allah nicht, dass er auf Essen und Trinken verzichtet.“6 Und er sagt: „Manch Fastende haben von ihrem Fasten nichts als Hunger und Durst.“7
Verehrte Geschwister!
Den edlen Charakter und die geistige Disziplin, die wir durch das Fasten uns aneignen, vertiefen wir besonders an einem erhabenen Ort: in der Moschee, den Häusern Allahs. Das diesjährige Ramadan-Motto der DITIB lautet: „Ramadan, Moschee und das Leben.“ Diese Gebetsstätten, die mit eurer Unterstützung errichtet wurden, sind Zeichen für unseren Zusammenhalt und Geschwisterlichkeit. Moscheen sind nicht nur Orte des Gebets. Sie sind Schulen des Lebens, in denen Wissen vermittelt und guter Charakter geformt und gefördert wird. Besonders während des Ramadans nehmen unsere Moscheen eine völlig andere spirituelle Atmosphäre an. Mit Jung und Alt, mit Frauen und Männern – und besonders mit der lebendigen Freude der Kinder – wird der Ramadan in den Häusern Allahs auf einzigartige Weise erlebt.
Werte Gläubige!
Lasst uns diesen Ramadan zu einem besonderen Ramadan machen – einem Ramadan, den wir bewusst als Familien erleben. Lasst uns unsere innige Verbindung zur Moschee erneuern. Vergessen wir nicht: Die Moschee steht nicht am Rand des Lebens – sie steht in seinem Zentrum. Beleben wir unsere Moscheen mit der Freude der Terawih-Gebete und dem Segen der Muqabele. Doch wenn wir sie betreten, sollen wir nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Herzen mitbringen. Tragen wir die Barmherzigkeit, die Aufrichtigkeit und die Wahrhaftigkeit, die wir in der Moschee verinnerlichen, in unsere Familien, an unsere Arbeitsplätze und in unsere Gesellschaft. So wie wir das Leben in die Moschee tragen, so sollen wir die in der Moschee angeeigneten positiven Werte ins Leben hinausstrahlen.
O Allah! Mach uns zu deinen Dienern, die den Ramadan nach Deinem Wohlwollen verbringen und von ihren Sünden geläutert werden.
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Koran, Baqara, 2/183.
2 Buchari, Iman, 28.
3 Muslim, Iman, 21.
4 Koran, Baqara, 2/185.
5 Koran, Baqara, 2/187.
6 Buchari, Sawm, 8.
7 Ahmad Ibn Hanbel, 2/373.
2026-02-20
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