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Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Arbeitsmoral und das Bewusstsein für die Rechte von Mitmenschen

DITIB Religionsamt · DITIB · 2026-05-01 · Köln · Quelle

Verantwortung · Hauptbotschaft Gemeinschaft · tragend Gerechtigkeit · tragend

Arbeitsmoral ist im Islam eine moralische Pflicht, die sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber gleichermaßen betrifft und durch gegenseitigen Respekt, Gerechtigkeit und ehrliche Arbeit das soziale Gleichgewicht bewahrt.

Ganz gleich, welche Position oder Aufgabe wir innehaben – ob Arbeiter oder Arbeitgeber, Vorgesetzter oder Angestellter – wir alle stehen vor derselben moralischen Prüfung.

Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB-Predigtkommission, die Arbeitsmoral als Ausdruck islamischer Moral darstellt. Er betont, dass Gläubige ihre Arbeit gewissenhaft, ehrlich und im Bewusstsein göttlicher Verantwortung verrichten sollen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden als aufeinander angewiesene Teile eines Ganzen beschrieben, die durch gegenseitigen Respekt und Gerechtigkeit zusammengehalten werden. Konkret wird aufgerufen, sorgfältig zu arbeiten, Verschwendung zu vermeiden, den Lohn vollständig und rechtzeitig zu zahlen und niemandem Unrecht zuzufügen. Die Predigt verknüpft irdische Arbeit mit dem Ziel, das Jenseits zu gewinnen, und rahmt das Berufsleben als moralische Prüfung. Sie schließt mit einem Bittgebet des Propheten um erlaubten Lebensunterhalt. Der Gegenwartsbezug liegt in der Anwendung auf das alltägliche Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Ausbeutung, Unterdrückung, ungleiche Verhältnisse
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Gebote befolgen, Ordnung einhalten, Pflichten erfüllen; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
Was ist der Mensch nach diesem Text?
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Bukhari, Buyuʿ, 15 · Koran 28:77 · Koran 92:4 · Koran 40:39 · Tirmidhi, Daʿawat, 110

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 1, jetzt 3, künftig 2

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Arbeitsmoral und das Bewusstsein für die Rechte von Mitmenschen (01.05.2026) Liebe Geschwister, werte Gläubige! Der Islam ist die Religion der edlen Moral. Einer der Bereiche, in denen sich diese hohe Moral zeigt, ist die Arbeitsmoral. Wie in allen Lebensbereichen tragen wir auch im Berufsleben Verantwortung – Verantwortung, der wir gewissenhaft nachkommen müssen. Als Gläubige, die an Allah glauben und auf Ihn vertrauen, leben wir mit dem Bewusstsein, dass die beste Nahrung jene ist, die wir durch unsere eigene Arbeit und unseren ehrlichen Einsatz verdienen.1 Während wir einerseits mit den uns von Allah anvertrauten Möglichkeiten danach streben, das Jenseits zu gewinnen, arbeiten wir andererseits auch in dieser Welt, ohne unseren Anteil daran zu vergessen2 – wir bemühen uns, leisten unseren Beitrag und schaffen Nutzen für die Menschen. Vergessen wir nicht: Ganz gleich, welche Position oder Aufgabe wir innehaben – ob Arbeiter oder Arbeitgeber, Vorgesetzter oder Angestellter – wir alle stehen vor derselben moralischen Prüfung. Liebe Geschwister! Nach göttlicher Ordnung wurden wir alle mit unterschiedlichen Fähigkeiten erschaffen.3 Einige von uns sind Arbeitnehmer geworden, andere Arbeitgeber. Manche sind Handwerker, andere Ingenieure oder Lehrer. Doch so verschieden unsere Rollen auch sein mögen – wir alle sind unentbehrliche Teile eines Ganzen, Glieder eines Körpers, die miteinander verbunden sind. So wie die Organe eines Körpers nur im Einklang funktionieren können, sind auch im Arbeitsleben Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen aufeinander angewiesen. Dieses soziale Gleichgewicht kann nur durch gegenseitigen Respekt und Gerechtigkeit bestehen. Lasst uns daher die grundlegenden Verantwortungen verinnerlichen, die sowohl unseren Verdienst segnen als auch dieses empfindliche Gleichgewicht bewahren: Liebe arbeitende Geschwister! Beginnen wir unsere Arbeit jeden Morgen mit der Besmele, also im Namen Allahs. Welche Tätigkeit wir auch ausüben – verrichten wir sie stets sorgfältig, qualitativ hochwertig und gewissenhaft. Seien wir diszipliniert, zuverlässig und achtsam. Gehen wir unserer Arbeit mit Hingabe nach. Bewahren wir das, was uns anvertraut wurde, als wäre es unser eigenes Eigentum, und vermeiden wir Verschwendung. Nutzen wir die uns gegebenen Möglichkeiten nicht zum Missbrauch. Verdienen wir unseren Lebensunterhalt auf erlaubte Weise und achten wir darauf, dass kein unrechtmäßig erworbener Bissen auf den Tisch unserer Familie kommt. Vergessen wir nicht: Wo immer wir sind, vertreten wir nicht nur uns selbst, sondern auch unseren Glauben, unsere Kultur und unsere Werte. Lassen wir niemals zu, dass weltliche Interessen unsere Würde als Muslime überschatten. Liebe Arbeitgeber! Auch an euch möchte ich mich wenden: Übertragt eure Aufgaben stets an qualifizierte und kompetente Menschen. Begegnet denjenigen, die unter eurer Verantwortung arbeiten, mit Verständnis und Respekt. Betrachtet sie als euch anvertraute Menschen. Achtet jeden Tropfen ihres Schweißes als etwas Wertvolles. Missachtet niemals ihre Rechte. Gebt den Lohn vollständig und rechtzeitig. Führt eure Abrechnungen im Bewusstsein des Jenseits und achtet darauf, niemandem Unrecht zu tun. Meidet unrechtmäßige Wege des Gewinns. Meine Geschwister! Vergessen wir nicht: Diese Welt ist vergänglich, das Jenseits hingegen ist ewig.4 Entscheidend ist, diese Prüfung des Lebens mit reinem Gewissen zu bestehen, ohne die Rechte anderer verletzt zu haben, und erhobenen Hauptes vor Allah zu treten. Ich möchte meine Predigt mit einem Bittgebet unseres Propheten abschließen: „O Allah, gewähre uns erlaubten Lebensunterhalt! O Allah, bewahre uns vor dem Verbotenen! O Allah, mache uns von niemandem außer Dir abhängig!“5 Die DİTİB-Predigtkommission Quellen: 1 Bukhari, Buyuʿ, 15. 2 Koran, Qasas, 28/77. 3 Koran, Layl, 92/4. 4 Koran, Muʿminun, 40/39. 5 Tirmidhi, Daʿawat, 110. 2026-05-01 Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der DITIB reproduziert, vervielfältigt oder verarbeitet werden. Archiv 2007-2008  | 2009-2010 zurück Top Aktuelles 22.09.2025 DITIB sucht Mediengestalter/In Video- Bild & Ton Nachrichten 24.08.2026 DİTİB-Botschaft zur Mewlid-Nacht 19.08.2026 In tiefer Trauer 12.08.2026 Dr. Mehmet Aksoy, unser geschätzter ehemaliger DİTİB-Vorsitzender, ist verstorben Zu allen Pressemeldungen und Nachrichten Positionen 07.05.2025 Der Gebetsruf (Adhan) 06.05.2025 Humor im Islam 05.06.2024 DITIB Baden-Württemberg verurteilt den Angriff auf Vertreter von Pax Europa und Polizisten in Mannheim aufs Schärfste Archiv Landesverband 27.09.2023 Neuer Vorstand übernimmt Führung der Islamischen Religionsgemeinschaft DITIB-NRW e.V. 14.02.2020 Bombendrohungen gegen vier Moscheen Archiv Freitagspredigt 04.09.2026 Verantwortungsbewusstsein 28.08.2026 Die Herzen finden nur mittels Allahs Gedenken Ruhe 21.08.2026 Unsere Wiedergeburt: Die Geburt des Propheten Gehe zu Predigt Archiv