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Klimabewegung · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Das erkennen inzwischen nicht nur Umweltverbände, sondern zunehmend auch Vertreter*innen aus der Wirtschaft

ohne Namen · Parents for Future Deutschland – Newsletter (PDF) · 2026-09-14 · Quelle

Gerechtigkeit · Hauptbotschaft Gemeinschaft · tragend Verantwortung · tragend

Die Klimakrise verursacht zunehmend Versicherungsschäden, die nur durch konsequenten Klimaschutz und eine solidarische, verpflichtende Elementarschadenversicherung bewältigt werden können, wobei fossile Industrien als Verursacher zur Finanzierung herangezogen werden müssen.

Der Newsletter von Parents for Future (P4F) berichtet über aktuelle klimapolitische und klimaschutzbezogene Themen. Im Zentrum steht eine Wissenschaftstagung des Bundes der Versicherten zur Elementarschadenversicherung, die im Kontext der Klimakrise diskutiert wird. Der Text argumentiert, dass Naturkatastrophen durch die Erderhitzung zunehmen und dass eine solidarische Versicherungspflicht eingeführt werden sollte. Gleichzeitig werden fossile Industrien als Hauptverursacher benannt, die zur Finanzierung von Schadensfonds herangezogen werden sollten. Weitere Themen umfassen Protestaktionen für erneuerbare Energien, ein Mieterstrom-Projekt, Upcycling von Solarmodulen und Ideen für klima-bildende Aktivitäten. Der Text verbindet politische Forderungen mit praktischen Handlungsmöglichkeiten für die Leserschaft.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Gier, Konsum, unstillbares Verlangen nach mehr; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
gerechte gesellschaftliche oder politische Verhältnisse; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
Was ist der Mensch nach diesem Text?
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
Wohin geht die Geschichte?
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Argument, Logik, Wissenschaft; auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung (erschlossen)
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3, benannt: fossile Industrien
Zeitbezug
früher 1, jetzt 3, künftig 2

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
NEWSLETTER #48 Seite 1 www.parentsforfuture.de (P4F)•Newsletter #48•04/2026 Liebe Leserinnen und Leser, wir können (leider) nicht ohne – Katherina Reiche. Wir widmen uns ihrem Netzpaket, das am 21. April an die anderen Ministerien ging und ein Schlag gegen die Energiewende ist. Das erkennen inzwischen nicht nur Umweltverbände, sondern zunehmend auch Vertreter*innen aus der Wirtschaft. Der Gegenwind wird stärker. Die Protestaktionen häufen sich – sei es der Demo-Tag für erneuerbare Energien am 18. April mit 80.000 Menschen in Hamburg, Köln, Berlin und München oder die vielen dezentralen Veranstaltun gen am 24. April. Das sind gute Nachrichten. Im Newsletter findet ihr weitere gute Nachrichten, nicht nur in der gleichnamigen Rubrik. Die Rote Klimakarte ist wieder am Start – in Form einer Postkartenaktion unse rer P4F Taskforce #Postkarten für #WegVomGas. Wir be richten von einem Fotowettbewerb zum Klimawandel im Kinzigtal und liefern euch Ideen für kindgerechte „Klima-Bildung zum Anfassen“. Außerdem geht es um die „Energiewende von unten“ beim Mieterstrom-Projekt in Lippstadt und beim Upcycling ge brauchter, kostenloser Solarmodule für euer eigenes Balkon kraftwerk. Eine spannende Lektüre wünscht Jörg Weißenborn für das Newsletter-Team NEWSLETTER #48 Parents for Future (P4F) /// Germany 04/2026 INHALT BdV-Wissenschaftstagung: Können wir uns gegen die Erderhitzung versichern? 2 Organisiere einen Straßen-, Hof- oder Dorfflohmarkt 5 Gemeinsam gegen fossiles Gas 7 Reiches Netzpaket: Schlag gegen die Energiewende 8 Klimaschutzprogramm der Bundesregierung: viel Ignoranz und Schönrechnerei 10 Postkartenaktion: gegen die Gaskosten falle und die Fossilpolitik von Ministerin Reiche 1 1 Fotowettbewerb und -ausstellung zum Klimawandel im Kinzigtal 12 Praxiserfahrungen aus der Energiegenossenschaft Lippstadt – Mieterstrom sozial, erneuerbar & günstig 14 Klimaaktivismus weltweit: Schweiz 16 Klima-Bildung: Museen 17 Klima-Bildung: FUN Hondelage 18 Bücher: „Kindheit am Kipppunkt“ und Gewinner*innen unserer Buchverlosung 19 Bündnispartner vorgestellt: Climate Connect 20 Die gute Nachricht 22 Klima-Telegramm 23 Parents for Future (P4F) /// Germany 04/2026 NEWSLETTER #48 Seite 2 www.parentsforfuture.de (P4F)•Newsletter #48•04/2026 Versicherer beobachten seit Jahren, dass Naturkatas trophen an Häufigkeit und Heftigkeit zunehmen. Die Schäden werden größer und entwickeln sich zu Heraus forderungen für Gesellschaft und Versicherer. Der Versi cherungsschutz ist bisher lückenhaft. Verschiedene Überschwemmungsereignisse in den letz ten Jahren haben die Diskussion darüber angeregt, wie die Versicherungsquote erhöht werden kann. Der Bund der Versicherten (BdV) hat dazu Mitte April eine Wissen schaftstagung veranstaltet, bei der viele Fragen rund um Elementarschäden und deren Versicherung diskutiert wurden. Der Autor Hans Beuter von P4F Dortmund war als Teilnehmer dabei. Das Samariter-Dilemma Nach der Ahrtal-Katastrophe haben Versicherer Schäden in Höhe von 12,5 Milliarden Euro beglichen. Der Staat hat 30 Milliarden Euro an Hilfen bereitgestellt. Bayern hatte nach der Flutkatastrophe 2017 angekündigt, keine Hilfen mehr zu zahlen – bei der nächsten großen Katastrophe 2024 jedoch wieder Fluthilfen gewährt. Regierungen befinden sich im sogenannten Samariter-Dilemma. Solange immer wieder Hilfen gezahlt werden, ist der Druck für Hauseigentümer*innen nicht groß genug, um selbst durch eine Versicherung vorzusorgen. Und so lange ein großer Teil der Betroffenen keine Versicherung für die erlittenen Schäden besitzt, ist der Druck hoch, staatliche Hilfen zu gewähren. Die private Spendenbe reitschaft für Flutopfer ist groß und Umfragen zeigen, dass staatliche Hilfen von Wähler*innen positiv bewertet werden. Wie kann da die Last für die öffentlichen Haus halte durch immer höhere Hilfeleistungen für die Opfer von Naturkatastrophen reduziert werden? BDV-WISSENSCHAFTSTAGUNG ZUR NEUORDNUNG DER ELEMENTARSCHADENVERSICHERUNG VON WOHNGEBÄUDEN KÖNNEN WIR UNS GEGEN DIE ERDERHITZUNG VERSICHERN? Versicherungsunternehmen sind Leidtragende der Klimakrise, weil sie Klimaschäden begleichen müssen, und gleichzeitig ermöglichen sie fossile Projekte, indem sie diese finanzieren und versichern – so haben sie Anteil an der eskalierenden Erderhitzung. KOALITIONSVERTRAG ZUR ELEMENTAR SCHADEN VERSICHERUNG Wir führen ein, dass im Neugeschäft die Wohngebäudeversicherung nur noch mit Elementarschadenabsicherung angeboten wird und im Bestandsgeschäft sämtliche Wohngebäudeversicherungen zu einem Stichtag um eine Elementarschadenversicherung erweitert werden. Dabei prüfen wir, ob dieses Modell mit einer Opt-Out-Lösung zu versehen ist. Foto: analogicus – Pixabay.com VERSICHERUNGEN VON WOHNGEBÄUDEN Fast jedes Wohngebäude in Deutschland ist mit einer Wohngebäudeversicherung gegen Sturm, Hagel und Feuer versichert. Dagegen sind nur ca. 57 % der Wohngebäude gegen Elementarschäden, also beispielsweise gegen Schäden durch Sturm, Hagel, Überschwemmung, Erdbeben, Lawinen, Schneedruck und Vulkanausbrüche, versichert. In Deutschland gibt es bisher keine Versicherungspflicht für Elementarschäden. Dr. Christian Otto, Arbeitsgruppenleiter, Potsdam Institute for Climate Impact Research, bei seinem Vortrag „Wie verändern sich Extremwetterereignisse durch den Klimawandel und welche Folgen hat dies für Gesellschaft und Wirtschaft?“. Foto: © Valeska Achenbach Parents for Future (P4F) /// Germany 04/2026 NEWSLETTER #48 Seite 3 www.parentsforfuture.de (P4F)•Newsletter #48•04/2026 Bei der BdV-Tagung wurden unterschiedliche Ansätze diskutiert. Die verschiedenen Ansätze unterscheiden sich darin, ob Eigentümer*innen von Wohngebäuden verpflichtet werden, Versicherungen abzuschließen, oder ob Versi cherer lediglich verpflichtet werden, solche Versiche rungen allen anzubieten. Auch unterscheiden sich die Ansätze da rin, wie solidarisch sie ausgestaltet sind – das heißt, welche Rolle die Gefährdung von Gebäuden durch Naturka ta stro phen für die Versicherungsprämien spielt. Weiter gibt es unterschiedliche Ideen, wie stark der Staat sich bei ex tremen Schadensereignissen zur Unterstüt zung verpflichtet. Schließlich sind auch Regelungen zur Prävention vor Klimaschäden Bestandteil einiger Ansätze. In dem Hintergrundpapier „Aus Klimakrise wird Ver sicherungskrise“ von Anna Lena Samborski von urge wald [1] werden Lösungen aus anderen europäischen Län dern vorgestellt und die deutsche Debatte beleuchtet. In Deutschland kommt die Diskussion um eine Neuord nung der Elementarschadenversicherungen für Wohnge bäude in Fahrt. Die Koalition hat im Koalitionsvertrag vereinbart, die Versicherungsquote für Elementarschäden zu erhöhen. Im Hintergrundpapier von urgewald findet sich ein Vorschlag für eine solidarische Elementarscha denversicherung. Die Linke hat dazu kürzlich einen Ent schließungsantrag [2] eingebracht. Mit einem Gesetzesvorschlag aus dem Justizministerium wird bald gerechnet. Mein Resümee der BdV-Tagung Während des Gesetzgebungsverfahrens muss es darum gehen, dass nicht nur die juristischen und versicherungstechnischen Details in Hinterzimmern verhandelt wer den, sondern die verbundenen Fragen der Klimagerech tigkeit und die Bewältigung der Klimakrise öffentlich diskutiert werden. Die Folgen der Erderhitzung verursachen schon heute erhebliche Kosten. Wer trägt diese? Nach den Vorschlägen von Mieterschutzverbänden und der Linken sollen Ele mentarschadenversicherungen nicht weiter über die Ne benkostenabrechnung von Mietern getragen werden. In einem Vortrag bei der BdV-Tagung wurde hervorgeho ben, dass Elementarschäden nur versicherbar bleiben, wenn auch in Prävention investiert wird. Tatsächlich steigen die Klimaschäden nicht so schnell, wie Klimakatas trophen heftiger werden, weil Vorsorge getroffen wird. Aber nur ein umfassender Klimaschutz kann unsere Le bensgrundlagen erhalten – nur so bleiben sie überhaupt versicherbar. Weil Versicherbarkeit Prävention voraus setzt, muss bedacht werden, dass effektive Prävention konsequenten Klimaschutz voraussetzt. Abschlussdiskussion moderiert von FAZ-Redakteur Archibald Preuschat mit Johannes Fechner (MdB, SPD-Fraktion), Anja Käfer-Rohrbach (GDV), Prof. Dr. Hartmunt Nickel Waninger (SVRV) und BdV-Vorstand Stephen Rehmke Foto: © Valeska Achenbach In dem Hintergrundpapier „Aus Klimakrise wird Versicherungskrise“ von Anna Lena Samborski von urgewald werden Lösungen aus anderen europäischen Ländern vorgestellt und die deutsche Debatte beleuchtet. Parents for Future (P4F) /// Germany 04/2026 NEWSLETTER #48 Seite 4 www.parentsforfuture.de (P4F)•Newsletter #48•04/2026 Die Klimakrise können wir nur solidarisch bewältigen; deswegen erscheint es stim mig, auch die Kosten der Klimakrise möglichst soli darisch zu organisieren. Be zogen auf eine Elementar schadenversicherung für Wohngebäude sollte diese mit einer Versicherungs pflicht ausgestaltet sein. An dererseits sollten keine neu en Baugenehmigungen in Hochrisikogebieten erteilt werden. Auch nicht für von Überflutungen zerstörte Ge bäude, die am gleichen Ort oder ohne weitere Präventi onsmaßnahmen wieder auf gebaut werden – sonst würde Solidarität überstrapaziert. In der öffentlichen Diskussion um eine Elementarscha denversicherung wird kaum berücksichtigt, dass bei Kli maschäden auch Hauptverursacher benannt werden können – vor allem die fossilen Industrien. Diese Schädiger müssen zur Begleichung der Schäden und zur Finanzie rung der Prävention herangezogen werden, ohne dass je de*r einzelne Hauseigentümer*in gegen mehrere fossile Konzerne klagen muss. Dafür könnten z. B. die fossilen Konzerne dazu verpflichtet werden, in einen Fonds für Klimaschäden (nicht nur an Wohngebäuden) einzuzah len. Zahlungen aus dem Fonds können dann Versicherte durch günstigere Versicherungsprämien entlasten. Klimakatastrophen zerstören nicht nur Wohngebäude, sondern verursachen eine Vielzahl von Schäden (z. B. an öffentlichen-, Misch- und Gewerbegebäuden, in der Land- und Forstwirtschaft, u. a.). Auch hier braucht es tragfähi ge, solidarische Lösungen. Hans Beuter, P4F Dortmund Quellen: • [1] Aus Klimakrise wird Versicherungskrise | urgewald e.V. • [2] Die Linke: Solidarische Versicherungspflicht gegen Elementarschädendownload Hintergrundpapier Parents for Future (P4F) /// Germany 04/2026 NEWSLETTER #48 Seite 5 www.parentsforfuture.de (P4F)•Newsletter #48•04/2026 Foto: My Friday Ist dein Keller, Dachboden oder Abstellraum auch voll mit Sachen, die du nicht mehr brauchst? Und gleichzei tig wünschst du dir Ersatz für die Vase, die letztens zer brochen ist? Oder mal wieder ein neues Bild über dem Esstisch? Dann ab auf den nächsten Flohmarkt! Vielleicht findet ja demnächst einer bei dir statt? Und wenn nicht? Dann kannst du auch selbst einen organisieren. Dafür haben wir dir einen 5-Punkte-Plan zusammengestellt. Fünf Schritte zu deinem Straßen-, Dorf-, Hof- oder Stadtteilflohmarkt 1. Mitstreiter*innen finden Damit du nicht alles allein organisieren musst und weil so ein Flohmarkt ein Nachbarschaftsprojekt sein soll, such dir Mitstreiter*innen, die mitorganisieren – zusam men geht alles viel schneller und macht mehr Spaß. Wenn du noch keinen direkten Draht in die Nachbar schaft hast, kannst du auf nebenan.de fragen, wer mithelfen möchte. Oder du hängst ein paar Zettel an Straßen laternen, an der Bushaltestelle oder im Supermarkt auf. 2. Flohmarktbereich und Termin festlegen Vielleicht liegt es in deinem Dorf oder Stadtteil auf der Hand, wo der Flohmarkt hingehört. Wenn nicht, legt den Bereich genau fest – nicht zu groß, damit es sich nicht verläuft. Als Termin eignet sich ein Wochenendtag, idealerwei se außerhalb von Schulferien oder langen Wochenen den. Wenn es in angrenzenden Stadtteilen schon Floh markt-Termine gibt, sollten die sich nicht mit eurem überschneiden. Schließlich möchtet ihr auch gerne Besucher*innen aus der erweiterten Nachbarschaft anlocken. Legt eine Zeit fest. 10 bis 16 Uhr oder 11 bis 17 Uhr reicht meist völlig aus. Diese Aktionsidee entstand bei „My Friday“ , einem Projekt unserer Mitstreiter*innen von Content for Future. In ih rem Newsletter geben sie in den Klimaschritten immer freitags einen ganz konkreten Impuls, was du tun kannst, um zu mehr Klimaschutz beizutragen. Von deinem persönlichen CO 2-Fußabdruck bis hin zu Klima-Handabdruck-Maß nahmen, die das System verändern. ORGANISIERE EINEN STRASSEN-, HOF- ODER DORFFLOHMARKT Parents for Future (P4F) /// Germany 04/2026 NEWSLETTER #48 Seite 6 www.parentsforfuture.de (P4F)•Newsletter #48•04/2026 3. Eine Anlaufstelle einrichten Sowohl für interessierte Besucher*innen als auch für die Nachbarschaft, die mit eigenen Ständen mitmachen möchte, braucht es in der Planungsphase eine zentrale Anlaufstelle für Infos und Rückfragen. Das kann eine Te lefonnummer oder eine E-Mail-Adresse sein, super wäre eine kleine Webseite. Vielleicht gibt es eine Organisation, an die ihr euch dranhängen könnt? Z. B. die Kirchenge meinde, ein Dorfverein oder das Nachbarschaftszentrum im Stadtviertel? Diese Infos sollte eine Anlaufstelle mindestens bieten: • Wann und wo findet der Flohmarkt statt? • Wie und wo kann man sich anmelden? • Wer kann mitmachen und worauf muss man dabei achten? BRAUCHT IHR EINE KARTE MIT STANDÜBERSICHT? Das kommt auf die Gegebenheiten vor Ort an. Wenn euer Dorf oder Stadtteil eher kompakt und übersichtlich ist und außerdem viele mitmachen, funktioniert es auch ohne. Wenn nicht, laufen Stände außerhalb der zentralen Achsen Gefahr, übersehen zu werden. Der Vorteil einer Karte ist auch, dass sie die Motivation steigern kann: Je mehr Nachbar*innen sichtbar mitmachen, desto mehr steigt die Lust der Übrigen, auch dabei zu sein. Individuelle Karten für euren Flohmarkt anlegen könnt ihr zum Beispiel über uMap (OpenStreetMap, Kurz anleitung) oder auch bei Google Maps. 4. Veranstaltung bei Stadt oder Kommune ankündigen Flohmärkte sind leicht auf die Beine zu stellen, weil man dafür in der Regel keine Genehmigung braucht, solange • die Stände auf Privatgrundstücken aufgebaut werden, • kein kommerzieller Verkauf stattfindet, • keine Lebensmittel und Getränke verkauft werden (die Abgabe von selbstgebackenem Kuchen gegen Spende ist in der Regel kein Problem). Informiert euch kurz bei eurer Stadt oder Kommune, wie die Bedingungen vor Ort sind. Auch wenn die Veranstal tung nicht genehmigt werden muss, solltet ihr sie zumindest formlos ankündigen. Dann wissen z. B. Polizei und Feuerwehr Bescheid, warum plötzlich mehr Menschen unterwegs sind als sonst. 5. Werbung und Weitersagen Um möglichst viele zum Mitmachen zu motivieren und viele Besucher*innen anzulocken, braucht es Werbung. Flyer und Plakate verteilen Wenn ihr etwas Geld habt, lasst ein paar Flyer drucken und werft sie in die Briefkästen der Nachbarschaft. Ihr könnt auch beim Bäcker, Kiosk oder Friseur fragen, ob ihr kleine Plakate oder sonstige Werbung für den Floh markt aufhängen dürft. Bestehende Strukturen und Netzwerke nutzen Redet mit allen, die ihr kennt, über euren Plan. Nutzt bestehende Strukturen: den Newsletter des örtlichen Hei matvereins, den Veranstaltungskalender der Stadt, das Schwarze Brett auf dem Dorfplatz. Wenn ihr den Flyer in digitaler Form zur Verfügung stellt, können Nachbar*innen ihn in ihren Messenger-Status stellen und selber Werbung machen. Oder ihr stellt den Flohmarkt als Veranstaltung auf nebenan.de ein. Übrigens: Wenn du einen Dorfflohmarkt veranstal test, kannst du ihn auch auf dorfflohmarkt-online.de eintragen. BEI DEN HOFFLOHMÄRKTEN MITMACHEN Wenn du in einer der unterstützten Städte wohnst (aktuell sind das 17 Städte von Augsburg über Köln bis Würzburg), kannst du dich gegen eine kleine Gebühr auch den Hofflohmärkten anschließen. Die Organisation rund um die Standübersicht übernimmt dann das Hofflohmarkt-Team, außerdem bewirbt die Plattform die Märkte über Social Media und mit verschiedenen Kooperationen. Parents for Future (P4F) /// Germany 04/2026 NEWSLETTER #48 Seite 7 www.parentsforfuture.de (P4F)•Newsletter #48•04/2026 hand-pointerhand-pointer Lokalzeitung informieren und einladen Sichtbarkeit für den Flohmarkt bekommt ihr auch, wenn ihr die Lokalzeitung anruft oder ihr schreibt. Das kann eine kurze Pressemitteilung mit den wichtigsten Infos zu „was, wann, wo“ oder eine E-Mail sein. Darin könnt ihr auch anbieten, ein kurzes Interview zu führen. Wenn ihr die Lokalzeitung zum Flohmarkt einladet, bekommt ihr vielleicht im Nachhinein noch einen schönen Bericht. Am Flohmarkttag So sorgt ihr dafür, dass der Flohmarkttag für alle unver gesslich wird: Bunt und fröhlich Besorgt ein paar Luftballons, bastelt Girlanden, malt Wegweiser mit Kreide auf die Straße – kurz: Macht auf die Stände aufmerksam. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn sie versteckt im Garten oder Hinterhof stattfinden. Spontane Besucher*innen lockt ihr mit ein paar Plakaten und Pfeilen am Rande des Flohmarktbereichs an. Begegnungsorte schaffen Das Schönste am Stadtteilflohmarkt ist das Zusammen treffen mit der Nachbarschaft. Und einfacher war es noch nie: Stellt einfach ein paar Gartenstühle oder einen Steh tisch vor die Tür und bietet einen Kaffee oder ein paar Muffins (zum Beispiel gegen Spende) an. Die Gespräche ergeben sich in dieser Atmosphäre von ganz allein. Mehr Tipps für gute Nachbarschaft findet ihr hier: arrow-right my-friday.org/nachbarschaft Katja Flinzner, Content for Future GEMEINSAM GEGEN FOSSILES GAS Neue Gaskraftwerke verhindern? Klar! Doch wie sehen die Pläne der Bundesregierung konkret aus? An welchen Orten sind neue Gaskraft werke in Planung oder sogar schon im Bau? Und was spricht alles gegen Gaskraftwerke? Die Website gemeinsam-gegen-gas.de stellt auf einer interaktiven Karte die geplanten Kraftwerksstandorte dar, dazu die Orte geplanter Erdgas bohrungen, geplanter Gaspipeline und bestehender LNG-Terminals. Au ßerdem gibt es jede Menge fundierter Infos über Lobbyministerin Katherina Reiche und ihre Gas-Kraftwerksstrategie, zur Klimaschädlichkeit von Erdgas, zu Gas als Kostenfalle. Im Kapitel „Ich will Handeln!“ gibt es konkrete Vorschläge für eigene Aktivitäten und Aktionen mit weiterführenden Links zu Informationen, Material und Anregungen. Die Karte „gemeinsam gegen fossiles Gas“ gibt es auch als PDF zum Ausdrucken und Verteilen. Wolfgang Schöllhammer, P4F Mainz Foto: My Friday Grafik: Gaswende Parents for Future (P4F) /// Germany 04/2026 NEWSLETTER #48 Seite 8 www.parentsforfuture.de (P4F)•Newsletter #48•04/2026 REICHES NETZPAKET: SCHLAG GEGEN DIE ENERGIEWENDE BÜRGER*INNEN, WIRTSCHAFT UND KLIMA ZAHLEN DIE ZECHE Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche hat am 21. April das sogenannte Netzpaket an die anderen Ministerien zur Ressortabstimmung gegeben. Es gab bereits im Vorfeld massive Kritik von Umweltverbänden aber auch aus der Wirtschaft. Das Netzpaket enthält Regelungen, mit dem der Ausbau von PV und Windkraft mit dem – schleppenden – Netz ausbau besser synchronisiert werden soll. Ministerin Rei che will jedoch nicht vorrangig die Defizite des Netzaus baus angehen, sondern den Ausbau der Erneuer baren ausbremsen. Schlüsselbegriffe dazu sind neben einer Verbesserung des Anschlussverfahrens die „Ausweisung kapazitätslimitierter Netzgebiete“, ein „Redispatchvorbehalt“ und „Baukostenzuschüsse“. Einschränkungen in Engpassnetzen Noch gilt der Grundsatz, dass Netzbetreiber verpflichtet sind, neue Energieanlagen an ihr Netz anzuschließen. Die Netzbetreiber sind dafür verantwortlich, dass die Netze entsprechend ausgebaut werden. Kann der produzier te Strom nicht vom Netz aufgenommen werden, können die Anlagen abgeregelt werden (siehe Kasten). Die Anla genbetreiber erhalten für den nicht eingespeisten Strom eine Entschädigung, die als „Redispatchkosten“ Teil der Netzkosten sind. In Zukunft soll die Pflicht zum Netzanschluss für stark belastete Stromnetze nicht mehr gelten. Dafür können Verteilernetzbetreiber sog. „kapazitätslimitierte Netzge biete“ für einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren auswei sen. Voraussetzung ist, das