Humanistisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Keine Frauen auf dem Eiffelturm
Ralf Nestmeyer ·
Humanistischer Pressedienst ·
2026-09-09
· Quelle
Gerechtigkeit · Hauptbotschaft
Wahrhaftigkeit · tragend
Die Nachgiebigkeit gegenüber religiösen Forderungen, die zur Ausgrenzung von Frauen im öffentlichen Raum führen, verstößt gegen die grundlegenden Prinzipien der Gleichheit und der Trennung von Staat und Religion in der französischen Republik.
In Frankreich verlangt man von Frauen nicht, sich zurückzuziehen. Sie machte auf X deutlich, dass kein Dogma und keine Religion über den Gesetzen der Republik stehe.
Der Text berichtet über einen Vorfall, bei dem eine hinduistische Besuchergruppe auf dem Eiffelturm verlangte, dass weibliches Personal während ihres Besuchs nicht sichtbar sein darf. Die Betreibergesellschaft kam dieser Forderung nach, was in Frankreich zu großer Empörung und einem Streik der Beschäftigten führte. Politiker und die Staatssekretärin für Gleichstellung kritisierten das Vorgehen scharf und betonten, dass in Frankreich kein Dogma über den Gesetzen der Republik stehe. Die Betreibergesellschaft entschuldigte sich und kündigte eine Aufklärung an, während die Hinduorganisation den Vorfall relativierte. Der Text rahmt das Ereignis als Verstoß gegen die französische Laïcité und als religiöse Diskriminierung von Frauen. Es wird hervorgehoben, dass der Eiffelturm als Ort der Freiheit und Gleichheit gelten soll, an dem sich jeder unabhängig vom Geschlecht frei bewegen muss. Der Vorfall wird als Beleg dafür angeführt, dass religiöse Rücksichtnahme in einem säkularen Staat nicht zulässig ist, wenn sie zu Ungleichbehandlung führt.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Ausbeutung, Unterdrückung, ungleiche Verhältnisse
- Wo sitzt das Übel?
-
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
- Was hilft dagegen?
-
gerechte gesellschaftliche oder politische Verhältnisse
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
- Wohin geht die Geschichte?
-
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende (erschlossen)
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf Argument, Logik, Wissenschaft
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Fakten vollständig aufklären (gesellschaftlich)
- Notwendige Schlussfolgerungen ziehen (gesellschaftlich)
Gemessen
- Grundhaltung
- -1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 4 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 2 von 3, benannt: Hinduistische Besuchergruppe
- Zeitbezug
- früher 0, jetzt 3, künftig 1
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Religionen
Keine Frauen auf dem Eiffelturm
Eine hinduistische Besuchergruppe verlangte, dass weibliche Beschäftigte, die auf dem Eiffelturm Dienst tun, während ihres Besuchs nicht zu sehen sein dürfen. Die Betreibergesellschaft kam der Forderung nach. Das sorgt in Frankreich für Empörung und hat einen Streik der Beschäftigten ausgelöst.
Ralf
Nestmeyer
09.09.2026
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Nackte Frauenstatue in den Jardins du Trocadéro in unmittelbarer Nähe des Wahrzeichens von Paris. Ausgerechnet in dieser freien Stadt wurden Frauen nun religiös diskriminiert, wie in grauer Vorzeit.
Foto: Shayan Ghiasvand via Unsplash
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Der Eiffelturm ist nicht nur das Wahrzeichen von Paris, sondern eine der weltweit am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten. Knapp sieben Millionen Menschen besteigen alljährlich den 312 Meter hohen Turm. Zu den Besuchern zählten auch rund hundert Männer einer hindunationalistischen Religionsgemeinschaft. Laut Le Parisien stellte die Gruppe, zu der auch Geistliche gehörten, gegenüber der Betreibergesellschaft des Eiffelturms eine Bedingung: Das weibliche Personal des Denkmals müsse „aus dem Weg geräumt“ werden. Die Geschäftsleitung setzte den Wunsch vollständig um. Die Delegation besichtigte daraufhin die dritte Etage ausschließlich in Begleitung männlicher Mitarbeiter, während sich die weiblichen Beschäftigten in Nebenräume zurückziehen mussten.
Empörung über die Entscheidung
Die Entscheidung hat in Paris und Frankreich große Wellen geschlagen. Aus Protest legten alle Beschäftigten die Arbeit nieder, so dass der Eiffelturm am Montag geschlossen blieb. In der französischen Presse und Politik entbrannte rasch eine Debatte über den Vorfall, an der sich auch der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire beteiligte und darauf verwies, man könne solche Zustände nicht tolerieren. „Das entspricht weder meinen Werten noch denen, für die der Eiffelturm stehen sollte, wo sich jede und jeder frei bewegen und handeln können muss, ohne Unterschied zwischen Frauen und Männern. Es ist dringend notwendig, dass die Fakten, die zu dieser Mobilisierung geführt haben, vollständig aufgeklärt werden.“
Die Staatssekretärin für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Aurore Bergé, äußerte sich ähnlich: „In Frankreich verlangt man von Frauen nicht, sich zurückzuziehen.“ Sie machte auf X deutlich, dass kein Dogma und keine Religion über den Gesetzen der Republik stehe. Auch konservative Politiker wie Bruno Retailleau antworteten scharf: „In Frankreich sortiert man Franzosen nicht nach den Wünschen derjenigen, die das Land besuchen. Unsere Prinzipien stehen nicht zum Verkauf.“
In zahlreichen Zeitungskommentaren wird der Vorfall als fatales Signal für die französische Laïcité (die strikte Trennung von Staat und Religion) gewertet. Kritisiert wird insbesondere, dass religiöse Rücksichtnahme hier so weit ging, dass Frauen aus dem öffentlichen Blickfeld verschwinden mussten. Für zusätzliches Unverständnis sorgt, dass der Besuch vom staatlichen Tourismusbüro „Atout France“ organisiert worden war.
Inzwischen hat sich die Betreibergesellschaft des Eiffelturms (Sete) entschuldigt: „Wir werden aufklären, was geschehen ist, und die notwendigen Schlussfolgerungen ziehen“, sagte deren Präsident Ariel Weil der Nachrichtenagentur AFP .
Auch die Hinduorganisation Bochasanwasi Akshar Purushottam Swaminarayan Sanstha reagierte auf X und versuchte, den Vorfall zu relativieren: „Nach unserem Kenntnisstand wurde zu keinem Zeitpunkt irgendjemandem der Zugang zum Eiffelturm verwehrt. Wir möchten uns dennoch aufrichtig bei allen entschuldigen, die durch diese Situation verletzt oder belästigt worden sein könnten.“
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Petra Görg (nicht überprüft)
Mi. 9 Sep 2026 - 14:27
Da kann ich nur den…
Da kann ich nur den deutschen Maler Max Liebermann mit seinem berühmten Satz zitieren (bei der Machtergreifung der Nazis): "Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte."
Frauenverachtung und Frauenfeindlichkeit sind ja in vielen Religionen immanent. Umso mehr wundert mich, dass hier die strikte Trennung von Religion und Staat offenbar nicht funktioniert hat, die Eintrittsgelder waren wohl wichtiger ...
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