Eine wahrhaft harmonische Welt entsteht nicht durch das Ausschließen des Disharmonischen, sondern durch die Akzeptanz und gemeinsame Bewältigung aller Elemente, getragen von einem Geist, der nirgendwo verweilt.
Der Text ist eine Ansprache anlässlich der Vollordination dreier Mönche in der Chukka Sangha. Der Sprecher greift auf Kapitel 10 des Diamant-Sūtra zurück, in dem es heißt, der Buddha erschaffe keine schöne, harmonische Welt, weil eine solche nur als solche bezeichnet werde. Er erzählt die Überlieferung von Huineng, dem analphabetischen Holzhauer, der durch das Hören des Sūtra zum Sechsten Patriarchen des Chan wurde. Diese Geschichte dient als Beleg dafür, dass der Dharma nicht nur über Würdenträger, sondern auch über einfache Menschen im Alltag weitergegeben wird. Der Sprecher verbindet dies mit der aktuellen Lage: Die Welt sei von Streit, Kriegen und Gewalt geprägt, und diese Spannung schwappe in die Sangha hinein. Er fordert auf, einen Geist zu entwickeln, der nirgendwo verweilt, und nicht-harmonische Elemente in der Gemeinschaft nicht persönlich zu nehmen, sondern zu akzeptieren und gemeinsam zu bewältigen. Abschließend verweist er auf drei Lehren: Einfachheit, Geduld und Mitgefühl, die als größte Schätze der Ordinierten gelten.
Diamant-Sūtra, Kap. 10 · Daute Ching, Kap. 4767
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Sen, der Podcast von Chukka Sangha. Heute ist ein besonderer Tag. Drei Mönche wollen ordiniert werden. Das hatten wir noch nie. Wir haben noch ein paar Mönche. Da müsste man schon mal ein extra Tostoff ablassen. Wunderbar, dass ihr euch entschlossen habt, die Vollordination zu nehmen. Wir gehen an bestimmten Schritten durch diese Zeremonie. Ich werde noch ein paar kleine Worte als Not-Teschu sagen. Dann seid ihr dran, euren Beschluss zu begründen. Wenn ihr das wollt, dann treten wir in den Prozess ein. Dann haben wir die Ziele 1-5 und dann 6-10. Und dann geht es weiter mit der Zeremonie. Ich will nicht alle schritte. Das ist das, wovon wir ausgehen. Die nehmen ihren Ausgangspunkt im Kapitel 10 des Diamanzutra. Das kulminiert in dem Satz der Geist, der nirgendwo verweilt. Der Buddha-Sprach sagt mir etwas zu Buti. Als ich vor Äonen bei Buddha die Pankara studierte, habe ich da irgendeine Wahrheit erlangt. So Buti erwiderte, Herr, als ihr bei Buddha die Pankara studiertet, habt ihr nichts erlangt. Erlaubt mir eine weitere Frage, sagte der Buddha. Er schafft der Buddha eine schöne harmonische Welt? Nein, Herr, das tut er nicht. Und zwar aus folgendem Grund. Eine Welt, die schön und harmonisch ist, ist nicht wirklich schön und harmonisch. Sie wird nur als schön und harmonisch bezeichnet. Stimmt zu Buti. Das Wesentliche ist Folgendes. Alle Bodhisattvas sollten einen reinen, klaren Geist entwickeln, der nicht von Seen, Hören, Tasten, Schmecken, Riechen oder irgendeinem Gedanken gestört wird. Ein Buddha sollte einen Geist entwickeln, der nirgendwo verweilt. Ja, diese Zeilen, dieses Diamanzutras, wurden rezitiert von einem Schüler des O-Bai und der Huyneng, der berühmte Sechste Patriarch später, der damals noch ein analphabetischer Leihe war, der holte immer Holz für seine Mutter. Sein Vater war verbannt und versorgte seine Mutter durch Holz sammeln im Wald und verkaufte das Feuerholz in der Stadt. Und während er mit dem Feuerholz auf dem Rücken unterwegs war, hörte er wie diese Person diesen Satz aus dem Diamanzutra rezitierte. Und er ging sofort zu dem hin und sagte, wo hast du das her? Und dann sagte, ja, das habe ich von O-Bai gehört. Und wo wohnt er? Ja, und O-Bai wohnte 500 oder 1000 Kilometer. Auf jeden Fall sagte Huyneng damals, ich muss sofort zu dem hin. Und irgendwie bekam er Geld gespendet, um dann zu O-Bai zu gehen. Und wir wissen ja, wie die Geschichte weiterging. Er arbeitete einige Zeit in der Reismühle. Als kleiner Mann hatte es schwer, mit diesen schweren Steinen umzugehen und damit er überhaupt diesen Reismühlenarm runterdrücken konnte, da musste er sich einen Stein um den Bauch binden und das Gewicht zusammenzukriegen. Dann sprang er immer ab und auf und so wurde der Meister gemahlen in dem Tempel. Und dann kam die Szene, wo der O-Bai seine Mönche aufforderte, in einem Gedicht ihre Einsicht darzulegen. Und dann haben die 500 Follower, die da in dem Tempel waren, gleich gesagt, wir machen das nicht. Das macht hier der Cicci, der ist ja hier derjenige, der hier alles am besten überblickt. Und der schrieb einen Fers und der völlig schreibrundkundige Huy Neng hörte davon und ließ sich den Fers zeigen. Und weil er ja nicht selber schreiben konnte, bat er einen Mönch da, einen anderen Fers noch dazu zu schreiben. Der wurde auch dazu geschrieben und dann kam der alte Meister O-Bai, guckte sich die Fers an, da waren nur zwei. Und der Fers von Huy Neng hat ihn stärker beeindruckt als der Fers des Cicci und er lobte aber den Fers des Cicci natürlich auf jeden Fall. Und um so zur Harmonie beizutragen, Harmonie, eine harmonische Weltschaft und dann in der Nacht hat er dann den Huy Neng aus der Reiskammer zu sich bestellt und ihm gesagt, ich übertrage dir den Dharma. Hier ist die Battelschale und das Gewand des Bodidharma. Du musst dich jetzt aber sofort aus dem Staub machen, weil wenn das hier ruchbar wird, dass ich dir den analphabetischen Art Ostfriesen von China hier den Dharma übertragen habe, dann gibt es hier einen Aufstand. Er eigenhändig vor den Huy Neng über den Fluss und sagte haublos ab in die Wälder und das hat er auch gemacht. Und der Aufstand kam, die waren da alle empört, wie konnte er nur und so weiter. Unser Alter ist irgendwie geistesgestört, dass er diesen Menschen da, die Battelschale und das Gewand des Bodidharma mitgegeben hat und einer der Anführer in der Sanga, Mio, ein General, der sagte, ich habe überall im Land meine Verbindung den greifen wir uns. Und acht Jahre lang haben sie dann geforst, wo der Huy Neng abgeblieben war und der war die ganze Zeit mit Jägern unterwegs. Und er war auf keinen Fall ein Veganer oder Vegetarier, weil er irgendwie anders überleben musste. Und schlussendlich hat der Mio ihn ja ausfindig gemacht. Und ja, dann kam es zu dieser Szene, wo die sich treffen und der kleine Huy Neng, der kletterte auf so einen dünnen Baum rauf. Was anderes war nicht greifbar. Und da oben aus den dünnen Ästen, da rief er dem mächtigen Mio zu, wenn du das gewandt und die Schale haben willst, ich habe sie da auf den Baum stumpf gelegt, dann nimm sie dir doch. Und Mio wollte die Schale und das Gewand nehmen und es gelang ihm nicht. Er war gehemmt oder was auch immer, er konnte das Gewand und die Schale nicht nehmen. Und diese Geschichte ist so für uns so wichtig, weil sie so zeigt, dass der Buddha-Dharma nicht unbedingt den Weg über die Würdenträger nimmt, sondern dass die einfachen Menschen, die sich rumschlagen im Alltag, dass die auch genauso die Adresse der Lehre des Buddha sind. Und das möchte ich gerne in Erinnerung rufen, wenn ihr drei jetzt in der Hierarchie hier aufsteigt, zu richtig regulären Mönchen, dass ihr euch erinnert, Einfachheit, das ist der Ausgangspunkt und das ist der Endpunkt. Und zwischendurch kann man ernsthaft üben und auch andere belehren, aber vor allem sich selbst. Und in dem Sinne freue ich mich, dass ihr diesen Entschluss gefasst habt. Wie es in dem Diamanzutra heißt, schafft der Buddha keine schöne harmonische Welt. Er nimmt die Welt so wie sie ist. Aber natürlich streben wir alle nach einer schönen harmonischen Welt. Auch in der Sangha streben wir immer nach einer schönen harmonischen Welt. Fühlen wir uns am Wohlsten, wenn es hier so herz zu herz, harmonisch zugeht. Und es ist aber nicht die vollständige Welt, sondern es zeigt sich immer wieder, dass da auch andere Klänge gehört werden müssen und verarbeitet werden müssen. Und dass wir sie nur dann eine harmonische und schöne Welt nennen können, wenn wir das nicht harmonische und nicht schöne mit einbeziehen und mit akzeptieren. Und das können wir eigentlich nur, wenn wir Episoden, die der Harmonie widersprechen oder zu widersprechen, scheinen, wenn wir die akzeptieren, die verstehen, eindringen und gemeinsam bewältigen solche Situationen. Und dazu gehört für mich, dass wir die nicht persönlich nehmen. Es ist so, dass die ganze Welt ist ja in Aufruhr und Streit und Kriegen und so weiter unterwegs. Und es ist klar, dass diese Welt der Menschheitsfamilie, dass die überhaupt nicht in Harmonie ist, sondern dass da sehr viel Spannung sind und sehr viel Konflikte und auch sehr viel Gewalt unterwegs ist. Und natürlich schwappt dieses Feld in unsere anderen Felder mit ein. Und so Sangha in unseren Vorstand, in unseren Mitglieder, jeder Einzelne von uns wird von diesen großen Feldern beeinflusst. Und es ist wichtig, dass wir in dieser Situation den Geist verwirklichen, der nirgendwo weilt. Der unabhängig ist von den Urteilen und Verurteilungen und Aussagen all das, was uns das Leben schwer macht, dass wir das lassen und uns dem Geist anvertrauen, denn nirgendwo verweilt, dem Geist der Grenzenlosigkeit. Der hat etwas sehr Geborgenheit vermitteln ges. Und es ist klar, dass die Welt so, wie wir sie sehen, natürlich meine Wahrnehmung widerspiegelt. Ich sehe die Welt in einer bestimmten Weise und projiziere meine Verfassung auf die Welt. Und wenn uns die Welt hässlich und ungerecht erscheint, dann liegt es halt auch daran, dass meine Gedanken sie so erscheinen lassen. Die lassen sie so erscheinen, weil sie nicht hinterfragt und nicht bearbeitet sind. Aber wir können etwas tun, um diese Gedanken zu transformieren. Und dann merken wir so allmählich, wie unser Geist immer freundlicher wird, ja. Und immer gelassener. Und je schöner unser Geist wird, desto schöner wird auch unsere Welt. Und da seid ihr drei jetzt, ich sage es mal, mit einem martialischen Ausdruck, Krieger für die Schönheit der Welt. Ihr trete dafür ein, dass wir diesem Geist, der nirgendwo weilt, dass wir den tatsächlich manifestieren oder manifestieren können. Ihr seid unterwegs dahin. Manchmal gelingt es euch auch schon, in diesem Geist zu verweilen. Und dann streitet das auch aus. Und dann sind wir alle froh darüber, dass ihr das macht. Und dass ihr diese Erkenntnis gefasst habt. Und deshalb freue ich mich so, dass ihr euch dazu entschlossen habt, Mönche zu werden, Vollordinierte. Sind wir doch auf dem besten Wege, dass wir die Lehrendeslaoze, wie sie im Kapitel 4767 des Daute Ching erläutert werden, dass wir die tatsächlich verkörpern. Gestern sprach ich davon, wie wichtig das ist, dass wir das verkörpern, ja. Und der laut, sie sagt da, manche sagen, meine Lehre sei Unsinn. Solche Leute kenne ich auch nicht ganz so viel. Andere nennen sie Erhaben, aber unpraktisch. Doch für jene, die Einsicht in sich selbst haben, ergibt dieser Unsinn vollkommenen Sinn. Und für jene, die ihn in die Praxis umsetzen, ist diese Erhabenheit tief verwurzelt. Ich habe nur drei Dinge zu lehren. Einfachheit, Geduld oder Nachsicht, Mitgefühl. Diese drei sind eure größten Schätze. Einfach im Handeln und Denken kehrt ihr zum Ursprung des Seins zurück. Geduldig und nachsichtig, mit Freunden wie mit Feinden, fügt ihr euch dem Lauf der Dinge. Mitführend mit euch selbst versöhnt ihr alle Wesen der Welt.