Die Sura at-Takasur im Leben verankern
Das übermäßige Streben nach materiellem Reichtum verführt den Menschen, das Jenseits zu vergessen; er soll stattdessen das Gute mehren, dankbar sein und sich auf die göttliche Rechenschaft vorbereiten.
Mehrt das Gute! Mehrt Liebe, Respekt und Barmherzigkeit! Mehrt den Frieden, die Geschwisterlichkeit und das Wohlergehen! Macht euch nicht selbst das Diesseits und das Jenseits zur Hölle!
Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB, die die Sure at-Takasur (102) auslegt und in das gegenwärtige Leben der Gläubigen überträgt. Die Sure wird als Warnung vor dem übermäßigen Streben nach Reichtum und materiellem Besitz verstanden. Ein Hadith des Propheten wird zitiert, der den wahren Besitz auf das reduziert, was man verbraucht, trägt und für das Jenseits weitergibt. Die Predigt ruft auf, sich nicht von der vergänglichen Welt ablenken zu lassen, sondern das Gute, Liebe, Respekt und Barmherzigkeit zu mehren. Es wird zur Rechenschaft vor Gott hingewiesen und zur Dankbarkeit für die erhaltenen Gaben aufgerufen. Der Text schließt mit einem Bittgebet des Propheten, das vor einem unersättlichen Herzen und nutzlosem Wissen warnt. Ein konkreter aktueller politischer oder gesellschaftlicher Bezug wird nicht hergestellt; der Gegenwartsbezug bleibt allgemein-moralisch.
Weltbild
was das heißt- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
- Gier, Konsum, unstillbares Verlangen nach mehr; Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können
- Wo sitzt das Übel?
- im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
- innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung; Genügsamkeit, Fasten, freiwilliges Opfer, Loslassen
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
- von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
- die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
- auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
- jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
- auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
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Wozu der Text aufruft
- das Gute mehren (zwischenmenschlich)
- auf das Jenseits vorbereiten (innerlich)
- für die erhaltenen Gaben dankbar sein (innerlich)
Genannte Stellen
Koran 102:1-8 · Muslim, Zuhd, 3 · Nasaʿi, Istiʿadha, 13 · Muslim, Dhikr, 73
Gemessen
- Grundhaltung
- -1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 3