Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Der Mensch ist mit dem zusammen, den er liebt
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2025-12-26
· Köln
· Quelle
Gemeinschaft · Hauptbotschaft
Barmherzigkeit · tragend
Dankbarkeit · tragend
Liebe ist das zentrale Band zwischen Mensch und Gott, zwischen Mensch und Prophet und zwischen den Menschen untereinander; wer in dieser Welt liebt und dessen Weg folgt, wird im Jenseits mit dem zusammen sein, den er geliebt hat.
Und lasst uns auch nicht vergessen, dass der Mensch im Jenseits mit jenem zusammen sein wird, dem er in dieser Welt seine Liebe geschenkt hat und dessen Weg er gefolgt ist.
Die Predigt nimmt den schönen Namen Allahs „El-Wedud“ (der Liebende) zum Ausgangspunkt und stellt Liebe als Kern des Lebens und als Zeichen für die Existenz, Einheit und Macht Allahs dar. Sie fordert die Gläubigen auf, die von Allah anvertraute Liebe zu bewahren und nicht durch Hass, Groll und Feindschaft zu zerstören. Die Liebe zu Allah soll den wertvollsten Platz im Herzen einnehmen, gefolgt von der Liebe zum Propheten Muhammed, zu den Eltern, Ehepartnern, Kindern, Verwandten, Lehrern und Älteren. Der Text verknüpft die Liebe mit praktischem Handeln: Gebote befolgen, die Sunna zum Lebensweg machen, einander um Allahs willen lieben und die Liebe offen aussprechen. Der gesegnete Monat Radschab wird als Gelegenheit genannt, die Herzen zu reinigen und die Geschwisterlichkeit zu erneuern. Es wird gebetet, dass Allah die Gläubigen zu treuen Liebenden mache und sie gesund in den Ramadan bringen möge.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft; Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst (erschlossen)
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
vor allem als Angenommener und Beschenkter beschrieben
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- die Liebe in jeden Augenblick des Lebens tragen (innerlich)
- die Gebote Allahs befolgen und die Sunna zum Lebensweg machen (rituell)
- einander um Allahs willen lieben und die Liebe offen aussprechen (zwischenmenschlich)
Genannte Stellen
Koran 30:21 · Koran 2:165 · Koran 3:31 · Tirmizi, Zuhd, 50 · Muslim, Iman, 93 · Ebu Dawud, Sunne, 2 · Muwatta', Husn el-Chulq, 4 · Ebu Dawud, Edeb, 112-113
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 2
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Der Mensch ist mit dem zusammen, den er liebt
(26.12.2025)
Einer der schönen Namen Allahs ist El-Wedud. El-Wedud bedeutet: Derjenige, der sehr liebt und der es am meisten verdient, geliebt zu werden. Allah ist el-Wedud; Er ist es, Der die Liebe erschaffen hat und dessen unendliche Barmherzigkeit und Zuneigung die gesamte Schöpfung umhüllt.
Verehrte Gläubige!
Eben diese Liebe ist eines der deutlichsten Zeichen für die Existenz Allahs, Seine Einheit und Seine grenzenlose Macht.1 Liebe ist nicht nur ein Gefühl; sie ist der Kern des Lebens, der Urstoff des Universums. Jeder Mensch, der aufrichtige Liebe in seinem Herzen trägt, trägt in seiner Seele eine Schönheit, die Allah ihm geschenkt hat.
Liebe Geschwister!
Lasst uns die Liebe, die Allah uns anvertraut hat, bewahren und sie nicht durch Hass, Groll und Feindschaft zerstören. Von dem schönen Namen Allahs „el-Wedud“ zu profitieren bedeutet, die Liebe in jeden Augenblick unseres Lebens zu tragen. Lasst uns den bedeutsamsten und wertvollsten Platz in unserem Herzen Allah widmen, Dem, der die Liebe am meisten verdient.2 Stellen wir Allah, Dessen Liebe und Barmherzigkeit alles umfasst, in das Zentrum unserer inneren Welt. Lernen wir Allah durch Seine Namen, Seine Eigenschaften und Seine einzigartigen Werke noch besser kennen. Je mehr wir Ihn kennenlernen, desto mehr werden wir Ihn lieben; und je mehr wir Ihn lieben, desto stärker werden wir uns Ihm verbunden fühlen. Liebe verlangt Einsatz, Liebe verlangt Opfer, Liebe verlangt Beweis. Deshalb sollten wir uns bemühen, nicht nur mit Worten, sondern mit unserem Wesen und unseren Taten Diener zu sein, mit denen Allah zufrieden ist und die Er liebt.
Werte Geschwister!
Nach der Liebe zu Allah sollte unser edelster Platz im Herzen unserem Wegweiser und Vorbild, dem Propheten Muhammed (s.a.s.), gehören. Lasst uns nicht vergessen, dass die Liebe zum Gesandten Allahs eine notwendige Folge der Liebe zu Allah ist.3 Und lasst uns auch nicht vergessen, dass der Mensch im Jenseits mit jenem zusammen sein wird, dem er in dieser Welt seine Liebe geschenkt hat und dessen Weg er gefolgt ist.4
Geschwister!
Leider konnten wir unseren Propheten in dieser Welt nicht sehen; wir konnten nicht in seiner gesegneten Anwesenheit sitzen und nicht hinter ihm im Ritualgebet stehen. Doch wenn wir uns wünschen, im Jenseits mit ihm zusammen zu sein, uns unter dem „Banner des Lobpreises“ zu versammeln und im Paradies seine Nachbarschaft zu erlangen, dann lasst uns den Geboten Allahs, die er überbracht hat, nachgehen und seine Sunna zu unserem Lebensweg machen.
Nach der Liebe zu Allah und Seinem Gesandten sollten wir unsre Eltern, durch die Allah uns das Leben geschenkt hat, mit Respekt und Hochachtung ehren. Umarmen wir unsere Ehepartner, die Quelle des Friedens in unseren Häusern, mit Barmherzigkeit und unsere Kinder, die unsere Herzen erfüllen, mit Liebe. Lasst uns unsere Verwandten, unsere Lehrerinnen, Lehrer und Gelehrten, die uns etwas beigebracht haben, sowie all jene Älteren, die uns in unserem Leben begleitet haben, mit Dankbarkeit und Treue lieben. Besuchen wir unsere lebenden Liebsten und bitten wir sie um ihre Segensgebete; und gedenken wir unseren verstorbenen Liebsten mit Barmherzigkeit.
Verehrte Gläubige!
Unser Prophet (s.a.s.) sagte: „Ihr werdet das Paradies nicht betreten, solange ihr nicht glaubt. Und ihr werdet nicht (wahrhaftig) glauben, solange ihr einander nicht liebt.“5 Lasst uns den gesegneten Monat Redscheb als eine Gelegenheit betrachten, unsere Herzen zu reinigen und unsere Geschwisterlichkeit zu erneuern. Seien wir nicht geizig mit der Liebe; verteilen wir die reine Zuneigung in unseren Herzen großzügig – wie eine Spende – an unsere Mitmenschen. Lieben wir einander um Allahs willen,6 wie es der Prophet empfohlen hat, und lasst unsere Verbundenheit durch gegenseitiges Schenken stärken.7 Bewahren wir unsere Liebe nicht nur tief im Herzen, sondern lassen wir sie – wie einen Samen des Guten – auch über unsere Lippen kommen.8 Wenn wir einen Bruder oder eine Schwester, einen Freund oder eine Freundin lieben, dann sollten wir niemals zögern, dies auch offen auszusprechen.
Möge Allah uns zu Dienern machen, die lieben, geliebt werden und ihrer Liebe treu bleiben. Möge Er den Monat Radschab für uns segensreich machen und uns bei Gesundheit und innerem Frieden den Monat Ramadan erreichen lassen.
Die DİTİB-Predigtkommission
Quellen:
1 Koran, Rum, 30/21.
2 Koran, Baqara, 2/165.
3 Koran, Al Imran, 3/31.
4 Tirmizi, Zuhd, 50.
5 Muslim, Iman, 93.
6 Ebu Dawud, Sunne, 2.
7 Muwatta’, Husn el-Chulq, 4.
8 Ebu Dawud, Edeb, 112-113.
2025-12-26
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