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Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Amenerrasulu

DITIB Religionsamt · DITIB · 2026-01-16 · Köln · Quelle

Barmherzigkeit · Hauptbotschaft Demut · tragend Hoffnung · tragend

Die letzten beiden Verse der Sure al-Baqara sind ein Geschenk des Miradsch, das den Gläubigen täglich neue Zuversicht schenkt, weil Allah niemandem eine Last auferlegt, die er nicht tragen kann, und Seine Barmherzigkeit alle Sünden umfaßt, wenn man an Seine Einheit glaubt.

Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB, die an die Miradsch-Nacht (Himmelfahrt des Propheten) anknüpft. Sie stellt drei Geschenke des Miradsch vor: das fünfmalige Gebet, die Vergebung für Tawhid-Gläubige und die letzten beiden Verse der Sure al-Baqara (Amenerrasulu). Der Prediger erläutert die Bedeutung dieser Verse, insbesondere das Bekenntnis zum Glauben an Allah, Seine Engel, Bücher und Gesandten sowie die Unterwerfung unter Gottes Willen. Ein zentrales Motiv ist die göttliche Barmherzigkeit: Allah legt niemandem eine Last auf, die er nicht tragen kann. Die Gläubigen werden ermutigt, täglich diese Verse zu rezitieren und Zuflucht in der Vergebung Gottes zu suchen. Der Text schließt mit einem Bittgebet um Liebe zum Gebet, Vergebung und Schutz. Es gibt keinen expliziten Gegenwartsbezug zu politischen oder gesellschaftlichen Ereignissen.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Koran 2:285-286 · Bukhari, Fada'il, 10 · Muslim, Musafirin, 255

Gemessen

Grundhaltung
2 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3, benannt: Leugner der Wahrheit (al-qavmil kafirin)
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّح۪يم: كُلٌّ اٰمَنَ بِاللّٰهِ وَمَلٰٓئِكَتِه۪ وَكُتُبِه۪ وَرُسُلِه۪ۜ(…) وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّم: مَنْ قَرَأَ بِالْآيَتَيْنِ مِنْ اٰخِرِ سُورَةِ الْبَقَرَةِ فِي لَيْلَةٍ كَفَتَاهُ. Wir hören und gehorchen (16.01.2026) In der vergangenen Nacht durften wir die gesegnete Miradsch-Nacht begehen, in der unser Prophet Muhammed (s.a.s.) in die Gegenwart Allahs treten durfte. Möge Allah der Erhabene die Bittgebete, die wir in dieser Nacht gesprochen haben, annehmen und uns zu Seinen rechtschaffenen Dienern zählen, die aus dem Miradsch Lehren ziehen und ihre Dienerschaft mit diesem Bewusstsein leben. Geschwister! Werte Gläubige! Unser Prophet (s.a.s.) kehrte von dieser einzigartigen Reise mit drei großen Geschenken für seine Umma zurück:[1] Das erste ist das fünfmalige rituelle Gebet (Salat), welches unsere Verabredung mit Allah und das Heilmittel unserer Sorgen ist. Auch ist es der Miradsch aller Gläubigen. Das zweite Geschenk ist die frohe Botschaft, dass diejenigen, die an die Einheit Allahs glauben, im Tawhid-Glauben leben und Allah nichts beigesellen, durch die göttliche Barmherzigkeit Vergebung erlangen können – egal wie groß ihre Sünden sind. Das dritte Geschenk des Miradsch sind die letzten beiden Verse der Sure al-Baqara, die wir als „Amenerrasulu“ kennen – und über die wir heute sprechen werden. Verehrte Gläubige! Über diese beiden Verse sagte unser Prophet (s.a.s.), dass wer sie in der Nacht rezitiert, sie ihm in dieser Nacht genügen werden.[2] Sie beginnen mit dem bedeutungsvollen Bekenntnis: „Amene’r-Rasulu bima unzile ileyhi min Rabbihi we’l-mu’minun...“ - Der Gesandte (Allahs) glaubt an das, was ihm von seinem Herrn herabgesandt wurde, und ebenso die Gläubigen, die ihm in Hingabe folgen. “Kullun amene billahi ve melaiketihi ve kutubihi ve rusulih…” Alle glauben an Allah, an Seine Engel, an Seine Bücher und an Seine Gesandten. Sie sagen: „Wir machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten.“ Es sind jene Gläubigen, die auf alles, was von ihrem Herrn kommt, so antworten: „Semi’na ve ata’na“ O Allah! Wir hören deinen Ruf und gehorchen deinen Botschaften. Wir glauben an das Jenseits und das Schicksal! „Ğufraneke Rabbena ve ileykel mesir!“ – Vergib uns, o Allah! Lass uns Deine unendliche Vergebung erlangen! Wir wissen: Von Dir ist unser Kommen und zu Dir ist unsere Rückkehr. Im weiteren Verlauf erinnert uns unser Schöpfer an die Grenze der menschlichen Belastbarkeit und Verantwortung: „La yukellifullahu nefsen illa wus’aha“ - Keine Last wird dem Menschen auferlegt, die er nicht tragen kann. Das göttliche Gesetz ist klar und eindeutig: „Leha ma kesebet ve ’aleyha mektesebet.“ Jede gute Tat ist zu unserem eigenen Nutzen, jede schlechte Tat zu unserem eigenen Schaden. Im Bewusstsein dieser großen Verantwortung bekennen wir unsere Schwäche und wenden uns mit folgenden Worten an Allah, den Erhabenen: „Unser Herr! Belange uns nicht, wenn wir vergessen oder Fehler machen! Lege uns keine Lasten auf, wie Du sie denjenigen vor uns auferlegt hast! Bürde uns nichts auf, was wir nicht zu tragen vermögen!“ „We’fuanna, Weğfirlena, verhamna.“ Vergib uns, verzeihe uns und erbarme Dich unser. „Ente Mevlâna fensurna ’alel qavmil kafirin.“ Du bist unser Schutzherr – so hilf uns gegen die Leugner der Wahrheit.[3] Geschwister! Lasst uns jede Nacht unseren Glauben mit der Bedeutung dieser Verse erneuern, bei Fehlern Zuflucht in der grenzenlosen Barmherzigkeit unseres Herrn suchen und mit der Gewissheit einschlafen: „Ich habe einen Herrn, der mir keine Last auferlegt, die ich nicht tragen kann.“ Und lasst uns jeden Morgen mit der Würde eines Gläubigen in den neuen Tag starten, der sich der Barmherzigkeit Allahs anvertraut. Unser Herr! Schenke uns die Liebe zum Ritualgebet, das Geschenk des Miradsch, und die Hoffnung auf Deine Vergebung. Belaste uns nicht mit dem, was wir nicht tragen können. Mache uns zu Deinen Dienern, die Deine unendlichen Liebe erhalten und in beiden Welten geehrt werden. (Amin) Die DITIB-Predigtkommission [1] Buchari, “Feda’il”, 10. [2] Buchari, Feda’il el-Koran 10; Muslim, Musafirin, 255. [3] Koran, Baqara, 2/285, 286. 2026-01-16 Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der DITIB reproduziert, vervielfältigt oder verarbeitet werden. 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