Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Die Vorbereitung unserer Herzen
auf den Ramadan
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2026-02-13
· Köln
· Quelle
Umkehr · Hauptbotschaft
Fürsorge · tragend
Gemeinschaft · tragend
Die gebührende Vorbereitung auf den Ramadan erfordert eine aktive innere Läuterung des Herzens durch Reue und Vergebung sowie die bewusste Einbindung der Kinder in die religiösen und ethischen Praktiken des Monats.
Der Text ist eine Predigt der DITIB, die die Gläubigen zur inneren Vorbereitung auf den Ramadan einlädt. Der Ramadan wird als gesegneter Gast dargestellt, dessen Ankunft mit Vorfreude und Ehrfurcht erwartet wird. Die zentrale Aufforderung richtet sich an die Gläubigen, ihr Herz durch Dankbarkeit, Reue und Vergebung zu läutern, um den Monat gebührend zu empfangen. Ein wesentlicher Teil der Predigt befasst sich mit der Erziehung der Kinder, die behutsam an das Fasten und religiöse Praktiken herangeführt werden sollen. Es wird betont, dass Fasten mehr bedeutet als Nahrungsentzug, sondern auch die Vermittlung von Werten wie Geduld und Barmherzigkeit umfasst. Die Predigt appelliert an die Gemeinschaft, die Moscheen gemeinsam zu beleben und die Freude am Teilen zu erleben. Sie schließt mit dem Aufruf, den Kindern den Unterschied zwischen richtig und falsch zu erklären und sie zu Menschen mit Gewissen zu erziehen.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott; Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Herz mit Dankbarkeit und Reue läutern (innerlich)
- Kränkungen durch Vergebung heilen (zwischenmenschlich)
Genannte Stellen
Koran 2:185 · Bukhari, Ilm 11
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 2 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 2, künftig 3
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
﷽
(...) فَمَنْ شَهِدَ مِنْكُمُ الشَّهْرَ فَلْيَصُمْهُۜ
:وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ
Die Vorbereitung unserer Herzen
auf den Ramadan
(13.02.2026)
Geschwister! Werte Gläubige!
Der gesegnete Gast, den wir sehnsüchtig erwartet haben, steht vor unserer Tür. Nur noch wenige Tage trennen uns vom Ramadan, dem segensreichen Monat des heiligen Korans. So Allah will, werden wir am kommenden Mittwochabend das erste Terawih-Gebet verrichten und den Ramadan mit einem herzlichen „Willkommen“ begrüßen. Erstes Terawih, erstes Sahur, erste Muqabele – und am Donnerstagabend erleben wir gemeinsam die unbeschreibliche Freude des ersten Fastenbrechens, des Iftars. Möge Allah uns allen ermöglichen, diese gesegnete Zeit mit jedem Atemzug in ihrer ganzen Fülle zu genießen.
Verehrte Gläubige!
Wenn ein geliebter Gast sich ankündigt, auf dessen Begegnung wir sehnsuchtsvoll gewartet haben, erfüllt uns das mit Vorfreude. Schon Tage vorher beginnen wir mit den Vorbereitungen. Mit noch größerer Hingabe und Ehrfurcht sollten wir den Ramadan empfangen. Da nur noch wenige Tage bleiben, lade ich Sie ein, uns folgende Frage gemeinsam zu stellen: „Bin ich bereit, diesen gesegneten Gast gebührend zu empfangen?“ Können wir diese Frage noch nicht mit einem aufrichtigen „Ja“ beantworten, dann sollten wir nicht die Hoffnung verlieren.
Elhamdulillah – wir haben noch Zeit, dies nachzuholen. So nutzen wir die verbleibende Zeit und läutern unser Herz mit Dankbarkeit und Zikr, unsere Seele mit aufrichtiger Reue. Heilen wir Kränkungen durch Vergebung. Lasst uns das Eis zwischen uns mit Wärme und Aufrichtigkeit brechen. Befreien wir unser Herz von Groll und Hochmut und schmücken es mit Barmherzigkeit, Geduld und Ichlas (Aufrichtigkeit).
Geschwister!
Während wir die spirituelle Atmosphäre des Ramadans erleben, sollten wir unsere Kinder nicht außen vorlassen. Richten wir zu Hause eine liebevolle „Ramadan-Ecke“ ein. Lassen wir sie an der besonderen Stimmung des Sahur teilhaben. Auch wenn sie noch nicht verpflichtet sind zu fasten, können wir unsere Kinder behutsam an ein „Halbtagsfasten“ heranführen. So begleiten wir sie auf ihrem Weg zur Ibade (Glaubenspraxis) und lassen die Schönheit unserer Religion in ihren Herzen wachsen. Beleben wir gemeinsam mit ihnen die Moscheen – vom gemeinsamen Koran-Lesen bis zum Terawih-Gebet – und lassen wir sie diese besondere Atmosphäre spüren. Richten wir zu Hause eine „Gute-Taten-Spardose“ ein, um als Familie die Freude am Teilen und Helfen zu erfahren.
Der Ramadan ist der Monat des Fastens - doch Fasten bedeutet weit mehr, als nur auf Essen und Trinken zu verzichten. Das sollten wir auch unseren Kindern vermitteln. Der Ramadan ist der Monat, in dem der Koran herabgesandt wurde – als Rechtleitung und klarer Unterscheider zwischen Wahrheit und Unwahrheit.1 Erklären wir unseren Kindern – ihrem Alter entsprechend und verständlich– den Unterschied zwischen richtig und falsch. Lehren wir ihnen Geduld und Dankbarkeit. Vermitteln wir ihnen den Glauben, den Islam und unsere religiösen wie auch kulturellen Werte. Und vor allem: Erziehen wir sie zu Menschen mit Gewissen und Barmherzigkeit. Dabei orientieren wir uns an dem, was wir vom Gesandten Allahs (s) gelernt haben: „Erleichtert und erschwert nicht, und verkündet Gutes und schreckt nicht ab.“2
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Koran, Baqara, 2/185.
2 Buchari, Ilm, 11.
2026-02-13
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