Das menschliche Leiden und die Illusion von Gegensätzen entstehen durch das ständige Vergleichen und Festhalten an Dualitäten; Befreiung findet sich im Erkennen der grundlegenden Verbundenheit aller Dinge.
Der Text analysiert das Zen-Kōan 'Baso und die hundert Verneinungen' und stellt es der indischen philosophischen Dialektik (Nāgārjuna, Tetralemma) sowie dem Daoismus (Dao-De-Jing) gegenüber. Der Sprecher argumentiert, dass philosophische Erörterungen und das Festhalten an Gegensätzen (Ja/Nein, Gut/Böse) durch das Vergleichen entstehen. Die Kernbotschaft ist, dass wahre Erkenntnis im Loslassen dieser Dualitäten liegt und im Erkennen der Verbundenheit aller Dinge besteht. Am Ende ruft er die Zuhörer auf, den Geist des Vergleichens zu überwinden und die Welt als ein harmonisches Ganzes unter einem Himmel zu sehen.
Hekiganroku 73 · Dao-De-Jing Kap. 6
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
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Sen, der Podcast von Chukka Sangha. Iho san si si si va si sunbu san ko sa ko ja ho romi. Im Hegiganroku Nummer 73 findet sich das Beispiel Basso und die 100 Verneinungen. Und da sagt Engo in seiner Einleitung, predigen ist nicht predigen und nicht leeren. Hören ist nicht hören und nicht aufnehmen. Wenn predigen nicht predigen und nicht leeren ist, was soll dann das leeren? Wenn hören nicht hören und nicht aufnehmen ist, was nützt dann das hören? Aber dieses Nicht predigen und nicht hören haben dennoch Wert. Du hörst mir jetzt geradezu, wie ich hier predige. Wie können wir diesem Widerspruch entgehen? Wenn ihr Augen habt, dann seht das folgende Beispiel. Ein Mönch sagte zu Badaiji. Ungeachtet der vier Leersätze und die 100 Verneinungen übersteigend, erkläre mir vollständig die Bedeutung, warum Bodidharma aus dem Westen gekommen ist. Badaiji sagte dazu, ich bin müde heute und kann es dir nicht sagen. Frage Chiso dazu. Der Mönch fragte Chiso, der antwortete, warum fragst du nicht den Meister? Der Mönch antwortete, er sagte mir, ich solle dich fragen. Chiso antwortete, ich habe heute Kopfschmerzen und kann dir darüber nicht sagen. Frage Bruder Kai, der Mönch fragte Bruder Kai, der antwortete, an dem Punkt verstehe ich nichts. Der Mönch erzählte dieses Badaiji, der dazu meinte. Chiso's Kopf ist weiß, Kai's Kopf ist schwarz. Was will uns das Kohran sagen? Der Fragesteller, der ist scheinst tief in die Philosophie von Nagarjuna und anderen eingedrungen. Er hat sich mit den hundert Verneinungen und den vier Leersätzen beschäftigt und möchte gerne darüber hinaus wissen, was der Sinn davon ist, dass Bodidharma nach China gekommen ist. Es soll eine Antwort sein, die über all diese tiefen philosophischen Erarterungen weit hinausgeht. Er kommt dabei dem Meister an und sagt, nee, ich bin im Bühne. Was du da wissen willst, das erfordert schon etwas mehr Tiefgang. Heute geht's nicht, bitte. Fracht den Chiso, der kann dir das sagen. Und kommt da an. Chiso, ich habe heute Kopfschmerzen. Gib mal zu Bruder Kai, der kann dir da Auskunft geben. Und Bruder Kai hat einfach keine Ahnung und sagt das auch und sagt, kann dir da auch nicht weiterhelfen. Dann kommt er wieder bei Basu an und der sagt dann nur, Chiso's Kopf ist weiß, Kai's Kopf ist schwarz. Und das ist das ganze Lehrreiche, was der Meister zu diesem ganzen philosophischen Aufriss überhaupt nur zu sagen hat. Und es ist irgendwie typisch für Sen. Man geht durch das ganze Universum der Philosophien und Lehrsetzen und alles Mögliche und hört sich auch vieles an. Liest kluge Bücher, liest die Sutren und so weiter. Und zum Schluss kommt man bei der banalen Wirklichkeit wieder an. Aber sie hat sich doch so ein klein bisschen verwandelt. Sie ist nicht mehr so, wie wir sie ursprünglich angeschaut haben, bevor wir uns mit den Lehren und Lehrsetzen beschäftigt haben. Diese vierfache Lehre, die 100 Verneinungen und so, die sind ein Klassischer der indischen Philosophie, also die vier Aussagen sind. Es existiert, es existiert nicht, es existiert und sowohl existiert es nicht und es existiert, weder existiert es noch existiert es nicht. Und diese Art Dialektik, die wurde in der Philosophie in Indien allgemein angewendet. Schon der Buddha hat sie angewendet, um bestimmte Fragen zu klären. Und sie wurde auch vor Gericht in Indien angewandt. Wenn einer sagte, der hat hier mein Grundstück überbaut oder sich unter Nage gerissen, da hat das Gericht geprüft, gehört das Grundstück dem A. Gehört das Grundstück dem B, gehört das Grundstück A und B zusammen oder gehört das Grundstück weder A noch B. Es ist alles vier möglich. Also hat das Gericht in alle vier Richtungen geprüft und kam zu irgendeinem Ergebnis. Man nennt diese Vorgehensweise übrigens auch das buddhistische Tetra Lemma. Tetra Lemma sind diese vier Ansätze. Nagarjuna, einer der berühmtesten indischen Philosophen und einer der Wiederbegründer des Buddhismus, der hat also mit diesen vier Leersätzen seine philosophischen Gegner immer wieder geistig zur Strecke gebracht, weil er die extremen Positionen, die die dann verkörpert haben, auf diese Weise immer absurdum geführt hat und auf diese Weise dazu beitragen wollte und dass sie ihm auch gelungen den Grundstein für die Schule des mittleren Weges zu legen. Der Buddha hat diese extremen Ansichten auch immer abgelehnt. Ist das Universum entstanden aus dem Nichts, ist es vorher schon von jemand anders gemacht worden. Der Buddha hat immer gesagt, beschäftige dich nicht mit diesen Fragen, beschäftige dich mit deiner Befreiung. Das ist wichtig. Aber diese philosophischen Hintergrundfragen, nee, Noko. Also Nagarjuna, der hat, man nennt dieses Argumentationswerkzeug, den Urteil vierkannt. Auf Sanskrit wollte ihr es wahrscheinlich auch wissen, Kathus Koti, also der vierkannt der Argumentation, den hat er angewandt und wie gesagt, er hat natürlich damit auch viele Gegner auf den Plan gerufen. Es galt ja in Indien der Grundsatz, wenn man jemanden besiegt hat in einer Debatte, das war eine sehr debattenreiche Zeit, wo Nagarjuna gelebt hat. Also das war eine Hochzeit der philosophischen Auseinandersetzung. Und es galt der Grundsatz, wenn man in einer Debatte besiegt wurde von seinem Gegner, dann musste man ihm folgen, ja, also sein Anhänger werden, weil er ja mit der eigenen Ansicht nicht durchgedrungen war. Und das hat natürlich auch dazu geführt, dass Nagarjuna nicht nur Freunde hatte, sondern eben auch viele Gegner. Und der Legende nach starb Nagarjuna durch eine Hinrichtung. Also die Gegner seiner philosophischen Betrachtung und so weiter, die haben darauf gedrungen, dass er mit Kusha-Grass enthauptet wird. Das ist ein sehr scharfes Grass, was man um den Hals gebunden kriegt und zum Schluss halt stirbt. Und diese scharfen Heime, die da verwendet wurden, die hat Nagarjuna angenommen. Er hat diese Hinrichtung, Erwaschungen, hohen Alter, hat dieser Hinrichtung zugestimmt aus Mitgefühl für seine Gegner. Er dachte, vielleicht ist er wirklich damit gedient, wenn ich nicht mehr am Leben bin und hat seiner Hinrichtung zugestimmt. Bei, wenn wir die verschiedenen Sen-Patriarchen, Sen-Ahnen und Anguckenden sehen wir immer wieder, dass da welche dabei sind, die eingestanden haben mit ihrem Leben für ihre Lehre und für die Integrität der zweite Patriarch zum Beispiel und verschiedene. Und da will ich jetzt nicht weiter drauf eingehen. Also Nagarjuna hat sich aus Mitgefühl mit seinen Widersachern enthaupten lassen. Und er hat halt die Lehre des mittleren Weges, also die Vermeidung aller Extreme begründet, Matyamika, die ein zentraler Baustein des Mahayana-Buddhismus ist. Also diese Debatten, die da im Hinayana zum Schluss so scharf geführt wurden, die hat er überschritten mit der Lehre vom mittleren Weg. So, jetzt habe ich euch da schon mal was von erzählt. Jetzt möchte ich euch noch was aus dem Kapitel 6 des zweiten Buchs vom Dao vorlesen. Ich liebe das ja, ich übersetze gerade sowohl das Dao-Te Ching als auch dieses Buch hier, weil es mir so sinnvoll erscheint. Da heißt es im Kapitel 6. Da war mit beiden verbunden. Es gibt kein Recht ohne Unrecht, kein Leben ohne Tod, kein Wahres ohne das Falsche. Der Meister ist nicht in Gegensätzen gefangen. Sein Dies ist auch ein Das. Er sieht, dass Leben zu Tod und Tod zu Leben wird, dass das Rechte ein Kern des Unrechts in sich trägt und das Unrecht ein Kern des Rechten. Dass das Wahre zum Falschen und das Falsche zum Waren wird. Er versteht, dass nichts absolut ist. Dass da jeder Standpunkt vom Betrachter abhängt, Bejahrung und Verneinung gleichermaßen irrelevant sind. Der Ort, an dem sich Dies und das Nicht-Wir sprechen, wird Drehpunkt des Dao genannt. Wenn wir diesen Dreh- und Angelpunkt finden, befinden wir uns im Zentrum und sitzen wir gelassen. Während Ja und Nein sich endlos im Außerhalb jagen. Ja. Und Steven sagt noch dazu in einem Kommentar. Der Geist kann die Eigenschaften von Gut und Böse nur durch Vergleichen erschaffen. Entfernt man den Vergleich, verschwinden auch die Eigenschaften. Was bleibt ist das reine Unbekannte, das unbegreifbare Objekt, das unbegreifbare Subjekt und das klare Licht des Bewusstseins, das hindurchströmt. Der Dreh- und Angelpunkt des Dao ist er von seinem Gedanken befreite Geist. Er glaubt nicht, dass dies dies oder dass das ist. Lass Ja und Nein im Außerhalb laufen. Auf eine Ziellinie zu, die nicht existiert. Wie sollen sie aufhören, den Kampf des Lebens zu gewinnen, solange du nicht aufhörst. Wenn du aufhörst, erkennst du, dass du der einzige warst, der gelaufen ist. Ja warst du. Nein warst du. Der ganze Kreis mit seinen bunten Bananen, seinen begeisterten Fans und den jubelnden Menschenmengen. Das warst auch du. Im Zentrum öffnen sich die Augen und es ist wieder der süße Morgen der Welt. Nichts hier begrenzt dich. Niemand zieht einen Kreis. Tatsächlich ist hier niemand. Nicht einmal du selbst. So, ich könnte mal euch aufhören, oder? Naja, es ist schon so, dass wir es nicht so leicht haben, dass dies und das gemeinsam zu akzeptieren und daran keine Gegensätze zu sehen. Wir alle sind sehr vertraut mit einer Vorgehensweise, die uns unglücklich macht, nämlich mit Vergleichen. Vergleiche jemanden hier in der Sankt, mit dir selbst und du wirst feststellen, dass ein Unterschied. Und dann denk über den Unterschied nach. Sag dir, wie kommt dir dazu zu sein und ich so? Und was hat das hier für uns beide, für Auswirkungen und so weiter? Das Leben ist ein ständiges Spiel des Vergleichens, des Wettstreitens und damit einhergehend der gegenseitigen Überwältigung, das eben nicht kooperativen Zusammenseins, sondern des Konstruierens von Gegensätzen, die aber in Wirklichkeit nicht bestehen. Und zu dieser Wirklichkeit vorzudringen, dass diese Gegensätze gar nicht bestehen, dass es überhaupt nichts zu vergleichen gibt. Man kann nicht den Mond mit der Sonne vergleichen, was soll das? Die Erde mit dem Jupiter, die gehören alle zum großen Ensemble dazu und die bewegen sich und die Bewegungen sind harmonisch. Keiner stößt da oben im Himmel beim anderen an und wenn er anstößt, dann hat das auch seine Richtigkeit. Da brauchen wir uns keine Gedanken zu machen. Wir können uns in diese Welt so wie sie ist hineinbegeben und wenn wir hier morgens die Fenster aufmachen und den Vogelgesang auf uns wirken lassen, dann wird uns ja schon von ganz alleine klar, dass es unsinnig ist, den Gesang des einen Vogels mit dem Gesang des anderen Vogels zu vergleichen und sich zu fragen, wer hat da jetzt die schönere Stimme und so weiter und so fort? Nein, alle Stimmen gehören dazu. Alle Stimmen sind Buddha-Stimmen. Wir unterscheiden da Buchfing und Meise und Drossel und Zingdrossel und so weiter. Das brauchen wir für unsere Archive, wo wir alles in Schachteln gepackt haben und glauben es dadurch kontrollieren und beherrschen zu können. Aber in Wirklichkeit stehen wir einem mehr an Verbundenheit gegenüber und bei richtiger Betrachtung sind wir Bestandteil dieses Meeres und sind kein Gegenüber. Wenn wir das schaffen, in diesem Bewusstseinsraum vorzustoßen, dann verwandeln sich viele Gegner in unsere Partner und verwandten, dann brauchen wir nicht irgendwelche Mäuse und Ratten totzuschlagen, sondern wir können sehen, die haben ihr Gebiet und wir haben unser Gebiet und alles webt zusammen und ist in diesem Zusammenhang unvergleichlich schön. Also die Güte des Universums, die kommt aus allen Ecken auf uns zu und wenn wir die nicht annehmen können, dann ist das halt unser Geist, der das nicht kann. Und dann können wir mit unserem Geist anders umgehen, ihn erforschen und herausfinden, warum wir bestimmte Dinge ablehnen, warum wir bestimmte Dinge nicht akzeptieren können und uns ein Weg bahnen, auch diese Wege, auch diese anderen Existenzen als dazugehörig anzunehmen und uns gemeinsam unter einem Himmel geborgen zu fühlen. Das wünsche ich mir auch am Ende dieses Sessions, dass wir mit diesem Eindruck rausgehen. Wir sind alle unter dem einen großen Himmel versammelt, Geschwister, Verwandte, bei aller Verschiedenheit doch verbunden und vor allem in mitfühlendem Kontakt miteinander. Und das ist die Zukunft. Die Zukunft ist nicht noch mehr überwinden, noch mehr automatische Waffen, noch mehr automatisches Töten in die Welt bringen. Die Welt ist mitfühlen zu sein in Zukunft. Da sind wir hier, die wir hier versammelt sind, bewusste Träger dieses Impulses der Evolution, wenn wir das auf uns nehmen. Das wünsche ich mir, dass wir uns dafür öffnen. Um jungen Menschen den Aufenthalt im Togenji zu ermöglichen, bitten wir um ihre Spende. Alle Spendenmöglichkeiten finden sie auf chukkasanga.de.