Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Eine Sunna des Ramadan: Itikaf
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2026-03-13
· Köln
· Quelle
Umkehr · Hauptbotschaft
Demut · tragend
Gemeinschaft · tragend
Der Itikaf, eine in Vergessenheit geratene Sunna des Ramadan, kann auch in verkürzter Form in Moschee und Zuhause praktiziert werden, um sich auf die Anbetung Allahs zu konzentrieren und spirituelle Reinigung zu erfahren.
Anstatt unsere Zeit mit Fernsehen und sozialen Medien zu vergäuden, können wir uns bewusst unserer inneren Welt zuwenden.
Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB-Predigtkommission zur Sunna des Itikaf in der letzten Woche des Ramadan. Itikaf wird als zeitweiliger Rückzug von weltlichen Beschäftigungen zur Konzentration auf die Anbetung Allahs beschrieben, dessen Wurzeln bis zum Propheten Ibrahim zurückreichen. Als Vorbild wird der Prophet Muhammad (s) angeführt, der in den letzten zehn Tagen des Ramadan in der Moschee einkehrte, dabei aber den Kontakt zu den Menschen aufrechterhielt. Der Text stellt fest, dass der Itikaf heute nahezu in Vergessenheit geraten sei, und ermutigt, ihn auch in verkürzter Form zu praktizieren – etwa ein Wochenende, einen freien Tag oder einige Stunden. Konkrete Vorschläge werden gemacht: bei jedem Pflichtgebet in der Moschee die Absicht zum Itikaf fassen, Koran rezitieren, Ritualgebete verrichten, Allah gedenken und die Seele zur Ruhe kommen lassen. Auch zu Hause kann ein Bereich als 'Itikaf-Ort' dienen, in dem man über Herkunft, Bestimmung und Zeitverwendung nachdenkt. Die Predigt schließt mit einem Bittgebet um Vergebung und der Ankündigung der gemeinsamen Begehung der Qadr-Nacht am kommenden Montagabend.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können; Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
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Wozu der Text aufruft
- sich von weltlichen Beschäftigungen zurückziehen (innerlich)
- die Absicht zum Itikaf fassen (rituell)
- Koran rezitieren und Ritualgebete verrichten (rituell)
Genannte Stellen
Koran 2:125 · Koran 97:3 · Koran 97:1-5 · Tirmizi, Sunen, Daʿawat, 84
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Eine Sunna des Ramadan: Itikaf
(13.03.2026)
Wir befinden uns in der letzten Woche des gesegneten Ramadan. Inschaallah werden wir am kommenden Freitag gemeinsam die Freude des Ramadanfestes erleben. Möge Allah alle Ibade (Glaubenspraxen), die wir in diesem gesegneten Monat verrichtet haben und noch verrichten werden, in schönster Weise annehmen und uns in Gesundheit, Wohlbefinden und Frieden das Fest erleben lassen.
Werte Gläubige!
Eine besondere Form der Anbetung im Ramadan ist der Itikaf, dessen Wurzeln bis zum Propheten Ibrahim zurückreichen.1 Im Itikaf zieht man sich für eine gewisse Zeit von seinen alltäglichen, weltlichen Beschäftigungen zurück, um sich ganz auf die Anbetung Allahs zu konzentrieren und widmet dabei sein Herz und seine Zeit vollständig Allah, dem Erhabenen. Das schönste Beispiel für diese besondere spirituelle Erfahrung hat uns der Gesandte Allahs (s) selbst vorgelebt.
Der Gesandte Allahs (s) lebte den Ramadan mit großer Aufrichtigkeit (Ichlas) und maß besonders den letzten zehn Tagen eine außergewöhnliche Bedeutung bei. In dieser Zeit zog er sich in eine Ecke der Moschee zurück und widmete sich der Glaubenspraxis und der inneren Einkehr. Doch diese Rückbesinnung bedeutete für ihn keineswegs, sich vollständig von der Welt abzuwenden. Auch in dieser Phase der intensiven Besinnung blieb er mit den Menschen in Kontakt und pflegte weiterhin seine zwischenmenschlichen Beziehungen. Sein Ziel war es, ähnlich wie einst in der Höhle namens Hira, in tiefe Einkehr (Tefekkur) einzutauchen und so den Segen der Qadr-Nacht zu erlangen – einer Nacht, die wertvoller ist als ein ganzes Leben.2
Liebe Geschwister!
Leider ist der Itikaf eine Sunna, die heute nahezu in Vergessenheit geraten ist. Auch wenn unsere Lebensumstände es oft nicht erlauben, mehrere Tage in der Moschee zu verbringen, müssen wir dennoch nicht auf den Segen dieser besonderen Läuterung verzichten. Um diese fast vergessene Sunna wiederzubeleben und selbst von ihrer Spiritualität neu belebt zu werden, können wir ein Wochenende, einen freien Tag oder sogar nur einige Stunden dieser besonderen Form der inneren Reinigung widmen. Anstatt unsere Zeit mit Fernsehen und sozialen Medien zu vergäuden, können wir uns bewusst unserer inneren Welt zuwenden.
Jedes Mal, wenn wir für eines der Pflichtgebete in die Moschee kommen, können wir bis zum Verlassen der Moschee innerlich die Absicht zum Itikaf fassen. Wir können den Koran rezitieren, Ritualgebete verrichten und im Gedenken an Allah unsere Seele zur Ruhe kommen lassen – ohne jemanden zu stören. Diese Atmosphäre der spirituellen Reinigung können wir sogar in unsere Häuser tragen und einen Teil unseres Zuhauses gewissermaßen zu einem „Itikaf-Ort“ machen. Wir können darüber nachdenken, woher wir kommen und wohin wir gehen. Wir können unser Leben reflektieren und uns fragen, womit wir unsere Zeit verbringen. Dabei werden wir einerseits Reue für unsere Fehler empfinden und andererseits Zuflucht in der grenzenlosen Barmherzigkeit unseres Herrn suchen.
Verehrte Gläubige!
Am kommenden Montagabend werden wir inschaallah gemeinsam die Qadr-Nacht begehen. Im edlen Koran verkündet Allah, dass diese Nacht besser ist als tausend Monate, dass die Engel und der Geist mit der Erlaubnis ihres Herrn für jede Angelegenheit herabkommen und dass dieser göttliche Segen bis zur Morgendämmerung andauert.3
Ich möchte meine Worte mit einem schönen Bittgebet abschließen, dass unser Prophet für diese gesegneten Nächte empfohlen hat: „O Allah! Du bist wahrlich der Vergebende und liebst es zu vergeben, so vergib mir!“4 O Allah! Du bist wahrlich der Vergebende und liebst es zu vergeben, so vergib uns. (Amin)
Die DITIB-Predigtkommission
1 Koran, Baqara, 2/125.
2 Koran, Qadr, 97/3.
3 Koran, Qadr, 97/1-5.
4 Tirmizi, Sunen, Daʿawat, 84.
2026-03-13
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