Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Wasserethik
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2026-03-27
· Köln
· Quelle
Dankbarkeit · Hauptbotschaft
Verantwortung · tragend
Demut
Die bewusste Vermeidung von Wasserverschwendung ist ein zentraler Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Gott und der Verantwortung für die Schöpfung, der über bloße ökonomische Aspekte hinausgeht.
Es geht nicht um die Wasserrechnung; es geht um unsere Beziehung zu unserem Schöpfer, der dieses Wasser erschaffen hat, es für uns nutzbar gemacht und es süß und rein herabgesandt hat.
Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB, die sich mit der ethischen Verantwortung gegenüber der Ressource Wasser befasst. Er beginnt mit einem Hadith, der Verschwendung beim rituellen Waschen (Wudu) selbst am fließenden Fluss verbietet. Der Prediger argumentiert, dass Wasser eine göttliche Gabe und zugleich eine Prüfung ist, die oft durch Selbstverständlichkeit und Bequemlichkeit missachtet wird. Es wird darauf hingewiesen, dass der Zugang zu sauberem Wasser heute leicht, aber nicht unbegrenzt ist. Die zentrale Forderung lautet, den Wasserhahn bewusst zu schließen, um Verschwendung zu vermeiden. Dies wird als Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Gott und als Schutz der Schöpfung verstanden. Der Text schließt mit einem Gebet um Bewahrung vor Verschwendung und um Wachsamkeit gegenüber den göttlichen Gaben.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Gier, Konsum, unstillbares Verlangen nach mehr; Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Genügsamkeit, Fasten, freiwilliges Opfer, Loslassen; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
auch Tieren, Pflanzen, der ganzen Schöpfung
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Wasserhahn schließen (gesellschaftlich)
- Wasser achtsam nutzen (innerlich)
Genannte Stellen
Koran 21:30 · Ibn Madsche, Tahare, 48
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 3, künftig 1
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
﷽
:وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ
مَا هَذَا السَّرَفُ؟ فَقَالَ (الصَّحَابِيُّ): أَفِى الْوُضُوءِ إِسْرَافٌ؟
قَالَ: نَعَمْ، وَإِنْ كُنْتَ عَلَى نَهْرٍ جَارٍ
Unsere „Wasserethik“
(27.03.2026)
Werte Geschwister, liebe Muslime!
Der erhabene Allah erinnert uns im edlen Koran immer wieder an die Gaben, die Er uns im Diesseits und im Jenseits gewährt hat. Diese Gaben, die uns von allen Seiten umgeben, nutzen wir jeden Tag und sie sind so viel, dass wir sie nicht zählen können. Leider führt genau das manchmal dazu, dass sie uns gewöhnlich erscheinen. Nicht nur das – wir verfallen auch in das Gefühl, als seien sie schon immer da gewesen und würden niemals vergehen. Eine dieser Gaben, die wir heutzutage vielleicht am häufigsten nutzen, deren großen Wert wir aber gelegentlich vergessen, ist das Wasser.
Werte Gläubige!
Wasser ist – vor allem für uns Menschen, aber auch für alle Lebewesen auf der Erde – eine Quelle des Lebens. Durch den Regen, den Allah in feinen Tropfen vom Himmel herabsendet, wird unser Durst gestillt, totes Land wird wiederbelebt, Pflanzen wachsen und Bäume tragen Früchte. Allah verkündet dies im edlen Koran mit den Worten: „Wir haben alles Lebendige aus Wasser erschaffen.“1
Eine weitere Eigenschaft, die Allah dem Wasser gegeben hat, ist seine reinigende Wirkung. Dank der heutigen Möglichkeiten können wir jederzeit und ohne große Mühe, allein mit einer einfachen Handbewegung, sauberes Wasser erreichen. Mit diesem Wasser reinigen wir nicht nur Gegenstände, Kleidung und unsere Häuser, sondern vollziehen auch unsere rituelle Reinigung, Wudu und die Ganzkörperwaschung (Ghusl). Doch aufgepasst! Das Wasser, das Allah erschaffen und mit diesen Eigenschaften ausgestattet hat, ist nicht nur eine große Gabe, sondern auch eine große Prüfung. Denn das Wasser, das so leicht aus dem Hahn fließt, kann leider sehr einfach verschwendet werden.
Wie können wir also, obwohl wir so leicht Zugang zu Wasser haben, es nutzen, ohne es zu verschwenden? Die Maßgabe, die uns unser Prophet (s) gelehrt hat, ist sehr klar: Der Gefährte Abdullah ibn Amr berichtet, dass der Gesandte Allahs (s) einst an einem Gefährten vorbeiging, der gerade die rituelle Waschung vollzog, und sagte: „Was ist das für eine Verschwendung?“ Als der Gefährte fragte: „Gibt es auch beim Wudu Verschwendung?“, antwortete der Gesandte Allahs: „Ja, selbst wenn du an einem fließenden Fluss wärest.“2
Liebe Geschwister!
Die Botschaft Allahs und Seines Gesandten ist eindeutig: Wasser ist für alle Lebewesen bestimmt und darf nicht verschwendet werden. So wie wir mit einer kleinen Bewegung den Wasserhahn öffnen können, können wir ihn auch ebenso leicht schließen, wenn wir das Wasser beim Waschen gerade nicht benötigen. Ganz gleich aus welchem Grund – wir dürfen das nicht vernachlässigen. Es geht nicht um die Wasserrechnung; es geht um unsere Beziehung zu unserem Schöpfer, der dieses Wasser erschaffen hat, es für uns nutzbar gemacht und es süß und rein herabgesandt hat. Außerdem geht es um unsere Verantwortung gegenüber Seiner Schöpfung. Deshalb sollten wir unseren „wie ein fließender Fluss“ laufenden Wasserhahn im Einklang mit der Praxis unseres geliebten Propheten bewusst und achtsam nutzen. Wenn wir diese prophetische Maßgabe einhalten, beleben wir eine seiner Sunna-Handlungen, kommen seiner Fürsprache einen Schritt näher und tragen zugleich zum Schutz von Allahs einzigartiger Schöpfung bei.
Ich möchte meine Predigt mit einem Gebet beenden: O Allah! Mache uns zu Dienern, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Deinen Gaben bewusst sind! Nimm uns Deine Gaben nicht weg, o Allah! Bewahre uns vor jeder Form der Verschwendung! Mache uns zu denen, die die Gabe des Wassers wertschätzen, dankbar sind und ihr gerecht werden! Amin, velhamdulillahi rabbilalemin.
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Koran, Enbiya, 21/30.
2 Ibn Madsche, Tahare, 48.
2026-03-27
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