Die Verweigerung der Vergebung ist eine schwere Sünde, die sowohl das Gemeinschaftsklima vergiftet als auch das eigene Heil gefährdet, weshalb Gläubige ihre Perspektive auf die erhaltene Gnade ausrichten müssen, um Schuld loszulassen.
Der Prediger Stephan Eschenbacher thematisiert die Schwierigkeit der Vergebung im christlichen Alltag und in der Gemeindearbeit. Er argumentiert, dass die eigene Verletzung und das Festhalten an der Schuld des anderen die Vergebung blockieren, während gleichzeitig die eigene Mitschuld oft ignoriert wird. Ungeklärte Konflikte vergiften das Gemeinschaftsklima und hemmen das Wachstum der Gemeinde, was der Prediger als 'Sand im Getriebe' beschreibt. Als theologische Basis dient die Vergebung durch Christus, die den Gläubigen befähigen soll, anderen zu vergeben. Der Text verweist auf das Gleichnis vom Schuldner und die Warnung vor Unversöhnlichkeit als Sünde. Es wird davor gewarnt, dass das Nicht-Vergeben die eigene Seele belastet und das eigene Heil gefährdet. Die Predigt schließt mit dem Appell, die Perspektive zu ändern und die erhaltene Gnade als Maßstab für das eigene Handeln zu nehmen.
1. Joh 4 · Jak 2 · Eph 4 · Mt 18
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
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Ich grüße euch alle herzlich und habe Grüße mitgebracht von Mama Nürnberg. Für die, die es nicht wussten, die FG Würzburg ist vor über 50 Jahren von Nürnberg muss gegründet worden und wir hatten gerade auch erst Camisio bei uns. Bombe hier Geschichte hätte ich euch jetzt empfohlen aber ihr kennt es ja schon und ich bin am Freitag von unserer Jugendfreizeit zurückgekommen. Ich war mit unseren Jugendlichen zehn Tage in Frankreich. Jetzt denkt ihr euch was will der alte Dacke auf einer Jugendfreizeit. Lag schlicht daran, dass unser Pastor gerade in Elternzeit ist und die noch relativ jungen Jugendmitarbeiter von denen noch keiner selber eine Freizeit geleitet hatte, hatten dann ein bisschen Schiss vor ihrer eigenen Courage und wünschte sich, dass ein Erwachsener mitfährt. Den Wunsch habe ich ihnen gerne erfüllt. Mir hat das Jesus einfach aufs Herz gelegt und so bin ich noch mal zehn Tage mitgefahren, aber ich habe gemerkt, das geht an die Substanz in meinem Alter. Den Schlafmangel steckt man nicht mehr so schnell weg. Aber es war eine gute Zeit. Ich habe gemerkt, wie junge Menschen Schritte im Glauben tun und eines der Themen, die wir uns dort auch angeschaut haben, war das Thema, das ich euch heute mitgebracht habe, nämlich das Thema Vergebung. Denn überall, wo wir mit Menschen zu tun haben, werden wir auch immer wieder aneinander schuldig. Wir werden uns immer wieder in irgendeiner Form verletzen. Und als Christen wissen wir, jetzt ist Vergebung angesagt, aber wenn wir ehrlich sind, dann fällt uns das ja nicht so ganz leicht mit der Vergebung. Und deshalb habe ich die Predigt überschrieben mit der Frage, wie lerne ich zu vergeben? Unsere Basis zur Vergebung ist mein erster Punkt. Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz den Weg zur Vergebung frei gemacht, weil er uns geschuld bezahlt hat, hat uns Jesus Gott vergeben. Und jeder, der an Christus glaubt, nimmt diese Vergebung ganz persönlich für sich in Anspruch. Diese Vergebung macht uns selbst frei von Schuld und diese Freiheit versetzt uns in die Lage, einander zu vergeben. Das bezeugen wir jedes Mal, wenn wir im Vater uns erbeten und vergib uns uns geschuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldiger. Das, was hier so einfach klingt, macht uns im Alltag aber doch immer wieder große Mühe. Denn es so ganz leicht fällt uns ja nicht mit der Vergebung. Wem kommt das schon so einfach über die Lippen zu gleich zu sagen, ich verzeihe dir. Seitens handelt sich um eine Lappalie. Und deshalb tue ich mich manchmal auch schwer, die Zeile im Vater unser wirklich mit zu beten, weil ich dann lügen würde. Denn ich weiß genau, wenn ich etwas noch nicht vergeben habe und es vergeben sollte, dann wäre es wohl besser zu beten und vergib uns unsere Schuld, wie wir auch unseren Schuldigen vergeben möchten. So zu einem Klammer, aber gerade nicht können. Das beten wir, aber leben wir das auch. Darum meine zweite Frage, warum tun wir uns so schwer mit Vergebung? Warum fällt mir Vergebung so schwer? Ich denke, um das Geheimnis von Vergebung ganz zu begreifen, ist es wichtig, sich mal klar zu machen, warum wir uns so schwer tun mit der Vergebung. Der häufigste Grund ist aus meiner Erfahrung die eigene Verletzung. Wenn ich was zu vergeben habe, dann ging ja dem irgendetwas voraus. Ein Streit, eine Lüge, ein Verrat, ein Bedruck, irgendein Konflikt. Ich bin verletzt, weil mich jemand angegriffen, hintergangen, beleidigt oder sonst irgendwas Unschönes mit mir getan hat. Und meine persönliche erste Reaktion ist dann erst mal Rückzug. Stinkig. Und ich will mit dem anderen eigentlich gar nichts mehr zu tun haben. Vielleicht kennt ihr den Gedanken. Das vergeb ich dir nie. Aber in dieser inneren Haltung hat Vergebung ja kaum eine Chance. Solange sich meine Gedanken nur um die eigene Verletzung drehen, komme ich auch aus diesem Loch nicht raus. Ich muss also anfangen, meine Perspektive zu ändern. Und es gibt noch einen Grund, warum wir uns unter Umständen mit Vergebung so schwer tun, das ist die eigene Schuld. Weil je nach Typ und Situation schlagen wir ja auch, wenn wir angegriffen werden, gerne mal zurück, zumindest verbal. Da gibt das ein Wort das andere und die Sache eskaliert. Und am Ende bin ich am anderen genauso schuldig geworden wie er an mir. Das heißt, es wäre eine eigene Entschuldigung ja auch durchaus angebracht. Aber wenn ich von meinem Gegner keine Entschuldigung erwarte, dann muss ich mich doch auch nicht entschuldigen. Oder doch? Also am besten schwamm drüber. Reden wir nicht mehr drüber. Zeit, halt alle Wunden. Also Vergebung findet gar nicht statt. Vergebung findet nicht statt, weil ich mir meinen eigenen Fehler nicht eingestehen will. Aber genau das ist ein schwerer Fehler. Denn nicht zu vergeben hat Konsequenzen. Unbereignete Konflikte sind ein Erboden für neuen Streit. Ein Schwamm drüber, deckt die Sache für den Moment mal zu. Aber es spielt weiter. Und es ist ziemlich egal, welche Art von menschlicher Beziehung wir uns dabei anschauen. Wenn Verletzungen zwischen Parteien nicht ausgeräumt werden, dann bleibt das Klima vergiftet. Das geht uns im Kollegenkreis genauso wie in der Familie, im Hauskreis oder in der Gemeinde. Ungekläre Schuld untereinander lähmt uns. Macht das Zusammenleben schwierig, vielleicht sogar unmöglich. Und bleiben wir mal bei der Gemeinde. Dem Träufel kann ja nichts Besseres passieren. Darum wird er das unterstützen, wo er nur kann. Wenn wir uns in der Gemeinde in den Haaren liegen. Da wird es schwierig mit Gemeindewachstum. Der Grund ist dem Träufel nämlich völlig egal. Der beste Sand im Getriebe einer Gemeinde sind menschliche Konflikte. Und das sage ich als einer der 16 Jahre ältesten Dienst in einer großen Gemeinde hinter sich hat. Ich könnte jetzt auch zwei Stunden lang über diese Konflikte reden. Und das funktioniert auch im Betrieb und auch in der Ehe. Aber ich bleibe mal bei der Gemeinde. Konflikte, bei denen die Sachfrage längst nicht mehr im Vordergrund steht, sondern schon lange zu einer persönlichen Vendetta geworden ist. Manchmal so gar so weitgehend, dass man schon gar nicht mehr weiß, um was es eigentlich ging. Das lässt sich natürlich dann auch schwer klären. Wo Streit eskaliert, andere mit hinein gezogen werden. Und da habe ich auch die bittere Erfahrung gemacht. E-Mails sind an der Stelle mit einem großen Verteiler ein tolles Werkzeug, das der Teufel gerne benutzt, weil wir den Kreis immer größer ziehen von Menschen, die darüber informiert sind und sich dann möglicherweise auch noch einmischen. Und je größer der Kreis wird, desto schwieriger ist es, den Konflikt zu klären. Aber noch schlimmer ist es, wenn die Dinge nicht ausgesprochen werden. So ein unausgesprochener Konflikt kann das ganze Klima vergiften. Denken wir mal nur an einen Mitarbeiterkreis mit fünf Mitarbeitern, also ein relativ kleines Team. Aber was macht dieses Team, wenn zwei von den fünf, paar tun nicht mehr vernünftig miteinander reden können, wenn nur noch Knüppel hin und her geschmissen werden, weil irgendein Konflikt ungeklärt zwischen ihnen steht, aber keiner bereit ist mal offen zu sagen, was eigentlich Sache ist, das bremst das ganze Team aus. Also da ist mir ein offener Streit schon lieber, da kann man dann wenigstens dran arbeiten. Und da müssen wir uns dann nichts wundern, wenn nichts vorangeht und dass wir in der Gemeindearbeit manchmal auf der Stelle stehen. Streit vergiftet, die Atmosphäre, es bilden sich Lager, die einen gibt einen im Parteirecht, die anderen da anderen. Und dann gibt es in der dritten Gruppe, das ist meistens sogar die größte Schweigsame, die noch gar nicht kapiert hat, dass es einen Konflikt gibt in der Gemeinde. Und für die bin ich dann auch ganz dankbar. Die schauen dann bloß ganz furchtbar überrascht, wenn es dann plötzlich öffentlich knallt, wenn die Dinge in einer Gemeindeversammlung oder Ähnlichem ans Tageslicht kommen. Und das habe ich am eigenen Leid hab erlebt, wie hilfemalos man ist, wenn man versucht, eine Sache zu bereinigen, aber der andere Partu sich dem verweigert. Unversöhnlichkeit ist eine schlimme Sünde. Im 1. Johannes 4 steht, wenn jemand behauptet, ich liebe Gott und dabei seinem Bruder Hass, dann lügt er. Wenn er seinem Bruder, den er sieht, nicht liebt, dann kann er Gott, den er nicht sieht, erst recht nicht lieben. Und da frage ich mich, wie kann ich meinen Bruder lieben, ihm aber nicht vergeben. Nicht zu vergeben ist keine Option, in Jakobus 2 steht, denn es wird keine Barmherzigkeit für den geben, der anderen gegenüber nicht Barmherzig war. Wer aber Barmherzig war, wird auch vor dem Gericht Gottes bestehen. Einen anderen, die Vergebung zu verweigern, ist unbarmherzig. Und dabei steht sogar mein eigenes Heil auf dem Spiel, wenn ich nicht bereit bin zu vergeben. Und das ist so schwierig, wenn jeder nur auf das andere schaut und auf den anderen schaut und den anderen anklagt, aber keine Sicht auf die eigenen Fehler hat. Und jeder stellt für seine Vergebung Bedingungen, erst muss sich dieser entschuldigen oder zuerst muss dies und das klargestellt werden und so weiter. Und nicht zu vergeben hat noch eine weitere Konsequenz, im Deutschen sagen wir ja gerne mal, sei doch nicht so nachtragend. Und das hat eigentlich eine tiefe Bedeutung. Denn wer trägt denn hier jemandem was hinterher? Ich trage die Schuld des anderen ihm hinterher, weil ich nicht loslassen kann. Wenn mir jemand immer wieder meine Fehler vorhält und mir immer wieder sagt, dass ich schuldig an ihm geworden bin, ich verletzt bin, dann hat das Satz eine andere Bedeutung. Menschen sind nachtragend, manchmal auch wenn sich der andere längst entschuldigt hat, weil sie nicht wirklich von Herzen vergeben haben, weil sie nicht loslassen können. Nachtragend könnte ich auch ganz im Stillen sein. Ich ärgere mich über den anderen während ich ihm seine Schuld hinterher trage. Aber wen belastet es? Doch mich. Weil ich die Last der Schuld, zum Beispiel die Verletzung des anderen ihm hinterher trage. Ich bin belastet, weil ich nicht vergeben habe. Dabei sagt Jesus, alle Eure Sorge werft auf mich. Kommen wir zu der Frage, wie kann ich denn lernen zu vergeben? Mein erster Punkt, die Perspektive ändern. Ich habe mir mal angeschnitten, mir mal auf dem Weg mal einen Schritt gehen, mir klar zu machen, was den Wut und Enttäuschung in mir bewirken. Und wie diese Wut und diese Enttäuschung mein Handeln beeinflusst. Mir gesagt, manchmal habe ich mich schon so geärgert, dass ich mir gedacht habe, ne, das verzeih ich dir nicht. Und es hat sich so tief in mein Herz gebrannt. Da hatte der Gedanke an Vergebung wenig Chance, von mir überhaupt gedacht zu werden. Dieser Gedanke verhindert alles, er nimmt mich gefangen. Aber im FSS-Brief steht es zeitfreudlich und hilft es bereitzueinander und vergebt euch gegenseitig, was ihr einander angetan habt, so wie Gott euch durch Christus vergeben hat, was ihr ihm angetan habt. Wenn ich mir das neu deutlich mache, was Christus für mich getan hat, wenn ich mir deutlich mache, wie es denn um mein Leben stünde, wenn ich Jesus nicht hätte, wie kann ich da unversöhnlich bleiben? Wenn ich diesen Fers lese, wird mir klar, dass ich nicht einfach nur die Vergebung durch Gott für mich in Anspruch nehmen kann. Daher aber gleichzeitig meinen Bruder, meiner Schwester nicht vergeben will. Und Jesus hat das in dem Gleichnis deutlich gemacht, dass wir gerade in der Lesung schon gehört haben. Ich fasse es nochmal kurz zusammen. Petrus hat eine Frage gestellt, wie oft muss ich denn verzeihen? Und Jesus antwortet mit dem Gleichnis darauf, dass um einen Mann geht, dem ganz viel erlassen wurde, ganz viel Schuld vergeben wurde, aber es nicht schafft einem anderen, eine viel geringere Schuld zu vergeben. Die Konsequenz war eine harte Strafe. Und der letzte Fers im Text heißt, so wird euch mein Vater im Himmel auch behandeln, wenn ihr euren Bruder und eurer Schwester nicht von Herzen verzeilt. Die erste Frage des Petrus, wie oft muss ich vergeben, zeigt uns, wie schwer wir uns mit Vergebung tun. Wir möchten Schuld gerne aufrechnen. Du hast dieses mir getan, dafür ich dir denes und irgendwann zu mir vielleicht mal quitt, das haut doch nicht hin. Ist Vergebung ein Zwang? Wer zählt denn da schon mit? Auf der anderen Seite kann ich die Frage auch gut verstehen, so im menschlichen Alltag, denn es gibt Beziehungen, wo ich immer wieder mal dem anderen verzeih, irgendwas passiert ist und immer wieder hoffe, es wird besser, um ein nächstes Mal enttäuscht zu werden. Also das macht mich müde und verzagt manchmal auch ein wenig aggressiv. Jedenfalls zieht meine Bereitschaft, dem anderen zu vergeben, dann doch deutlich. Möglicherweise hat Petrus Jan so eine Situation gedacht. Wie oft soll ich dem anderen noch verzeihen, obwohl ich weiß, dass er mich wieder und wieder enttäuschen wird. Ich kann das nicht mehr. Aber auf diese Frage geht ja Jesus interessanterweise gar nicht ein, sondern er zeigt uns mit dem Gleichnis, worum es bei Vergebung tatsächlich geht, nämlich das weiterzugeben, was wir selber erfahren haben. Die große Schuld, die uns selber erlassen worden ist, damit wir auch vergeben können. Und ich glaube, jeder, der das Gleichnis liest, denkt sich über diesen hatherzigen Mann, ey, das gibt es doch nur wirklich nicht, wie der sich aufhört. Also ich hätte ihn auch hart bestraft, völlig unmöglich. Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind zu uns selber, dann ertappen wir uns manchmal auch dabei, dass wir Ähnliche reagieren. Vielleicht nicht in einem Sugrassenfall, aber so im kleinen Alltag, manchmal doch, oder nicht. Da denken wir offensichtlich auch nicht an den, an uns teilgewordene Vergebung. Gott hat uns vergeben, weil er uns liebt und er möchte, dass wir diese Liebe weitergeben. Johannes 13, ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe. Damit ihr auch einander liebt habt. Wenn ich mich auf die Liebe Jesu bis Sine und darauf, was er getan hat, um für mich Vergebung bei Gott zu erwirken, dann ändert das meine Perspektive hin zum Kreuz, weg von der Schuld des anderen. Und es gilt eigentlich nicht nur für unsere Glaubensgeschwister, das gilt für alle Menschen. Dazu mein zweiter Gedanke, den ersten Schritt machen. Wo fängt denn Verzeihen an? Erst wenn sich der Andere bei mir entschuldigt hat? Nein, Vergebung fängt in meinem Herzen an. Nämlich dann, wenn ich es schaffe, meinen Blick von meiner Wut, meiner Verletztheit auf den Menschen zu richten, wenn ich versuche, den anderen mit Jesu Augen zu sehen. Gott hat uns auch nicht erst vergeben, nachdem wir uns bei ihm entschuldigt haben. Wenn er darauf warten würde, könnte er noch lange warten. Gott war von sich aus zur Vergebung bereit. Aber natürlich erwartet er auch, dass wir uns unsere Schuld eingestehen, uns wir Sünden bekennen, aber er hat den ersten Schritt gemacht. Er hatte Vergebung erst ermöglicht, indem er seinen Sohn Jesus für uns geopfert hat. Denn zu einem Streit, einem Kuflik gehören immer mindestens zwei. Allein streit sich schlecht. Und in den selten Fällen ist einer dabei völlig ohne Schuld. Wenn ich also ehrlich werde von mir selber, dann muss ich zugeben, dass ich die Vergebung des anderen genauso brauche wie er meine. Also es ist doch gut zu tun, gut den ersten Schritt selber zu tun, nicht darauf zu warten, dass der andere zu mir kommt. Wie sagt der Volksmund so schön? Der Glüger, der gibt nach. Und es gibt noch einen weiteren Grund, den ersten Schritt zu tun. Manchmal verletze ich vielleicht auch jemanden, ohne dass mir dies bewusst ist. Beziehungsweise der andere verletzt mich, ohne dass er das gemerkt hat. Das kann ein ganz normaler Satz sein, der bei mir irgendetwas trickert, was dem anderen nicht bewusst war. Mir aber soll es dann zur Vergebung kommen, wenn ich nicht auf ihn zugehe und sage, du, das hat mich jetzt verletzt. Mir passiert das ab und zu, weil ich bin das, was meinen Franken einen Grat-O nimmt. Also einen, der mal raushaut, was er gerade denkt. Vielleicht ein bisschen spontan, nicht ganz gefiltert und vielleicht auch nicht immer in der liebevollsten Wortwahl. Und dann kann das schon mal passieren, dass ich einem da kräftig auf die Zehen rede. Und dann bin ich dankbar, wenn der andere zu mir kommt und sagt, ey, das fand ich jetzt gerade aber nicht okay. Dann kann ich mich entschuldigen. In der Kubus 1 heißt, und es ist ein Pferd, den ich dann immer wieder lernen muss, liebe Freunde, seid schnell bereit zuzuhören. Aber lasst euch Zeit, ehe redet, oder zornig werdet. Wir sollten etwas sensibler werden im Umgang miteinander. Wenn ich merke, dass mir jemand aus dem Weg geht, dann ist es doch gut mal nachzufragen, ey, ist was? Hab ich was Falsches gemacht? Hab ich was Falsches gesagt? Und so miteinander die Chance zu haben, die Dinge zu bereinigen. In einem Lied heißt es mal, weil der Vergebens lebt, der nicht vergebend lebt, will ich vergeben. Das finde ich gut formuliert. Stellt sich noch die Frage, was passiert nur eigentlich, wenn ich nicht vergebe? Manchmal fragen wir uns, was habe ich denn davon, wenn ich jetzt vergebe? Der andere macht ja doch so weiter. Also mal abgesehen davon, dass wir Gott gehorßamt sein sollen, haben wir vielleicht noch FSS4 im Ohr. Vergebt euch gegenseitig, was ihr einander angetan hat, so wie Gott euch durch Christus vergeben hat. Also mal abgesehen vom Gehorßamt, verändert Vergebung und Versöhnung, nachhaltig die Beziehung zwischen zwei Menschen. Vorausgesetzt natürlich, dass der Konflikt wirklich bereinigt wurde, die Sache geklärt wurde, nicht nach dem Modul, lasst uns nicht drüber reden. Also wenn du einen Konflikt bereinigt hast, wie fühlst du dich dann? Wenn du vergeben hast oder dir vergeben wurde, was macht das denn mit dir? Erleichtert, frei, glücklich, friedlich, happy. Also mir geht das so, das macht Vergebung mit mir. Sie befreit mich aus meinem eigenen Gefängnis, aus Wutärger oder sogar Hass. Ich kann meinem Gegner wieder in die Augen sehen. Ich kann ihn wieder lieben oder wenigstens respektieren. Und dann sind wir wieder beim Nachtragen sein. Ich muss die Last ablegen, damit ich frei werde, statt dem anderen seine Schuld hinterherzutragen. Die mich dann selbst belastet. Das befreit mich, wenn ich vergebe. Und jetzt wird es praktisch. Genau vor dieser Herausforderung stand ich im letzten September in meiner eigenen Familie. Ich habe zwei Brüder, einen jüngeren, einen älteren. Im Januar 2024 ist mein Vater verstorben, nach meiner Mutter. Und nun ging es darum, das Erbe zwischen mir und dem beiden aufzuteilen. Meine Eltern hatten einen Erbvertrag aufgesetzt, da stand drin, dass wir zugleich einen Teil erben. Null Problem, dachte ich. Und sollte mich schwer irren. Ich hatte keine Ahnung, dass man aus durch drei Teilen einen Akt der Auseinandersetzung machen kann. Aber mein älterer Bruder hat das Furios hingepkommen. Und wie soll das anders sein? Da wurde es persönlich beleidigend verletzend. Bis hin zu dem Satz, den er gesagt hat, ich kann euch nicht vertrauen. Und in dieser Zeit ging es mir auch gesundheitlich nicht gut. Ich hatte kurz vor dem Tod meines Vaters einen leichten Schlaganfall. Und so bin ich mit dieser Situation überhaupt nicht klargekommen. Ich habe schon Schnappatmung bekommen, wenn ich nur gesehen habe, dass eine Mail von ihm kam. Ich habe ihn in der Hand gekreift gereicht, dass mein Blutdruck in ungeahnte Höhen stieg. Da musste ich die ganze Mail noch gar nicht lesen. Ich habe ihm dann einen Brief geschrieben und den Kontakt abgebrochen. Meine Frau hat sich schützend vor mich gestellt und die ganze notwendige Kommunikation übernommen. Mir ging es damit rechtlich fläch... Warum erzähle ich das? Damit er versteht, was mich eineinhalb Jahre beschäftigt hat. Ich habe ihn nicht klar. Irgendwann kommt der Zeitpunkt. Da muss ich das mit ihm klären. Aber erst dann, wenn die sogenannte Erd auseinandersetzung abgeschlossen ist, weil vorher hätte es keinen Sinn gemacht, es hätte alles nur noch mehr erschwert. Und im letzten September war es dann endlich soweit. Wir hatten eine Notarttermin, wo die Aufteilung des Haus